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Bitcoin-Spekulanten erleben derzeit moderne Tulpenmanie

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Bitcoin-Spekulanten erleben derzeit schwere Zeiten. Die Notierung deren virtuellen Währung befindet sich seit Wochen in einer steilen Talfahrt.

Stetige Verwechslung zwischen „Preis“ und „Wert“

Bitcoin
Bitcoin-Hype = Tulpenmanie

Bitcoin- und Co.-Spekulanten müssen derzeit Nervenstärke beweisen. Nach einem bisherigen Rekordstand von rund 20.000 US-Dollar pro Bitcoin-Einheit gegen Ende 2017 ist die bekannteste Fantasiewährung unter den Krypto-Einheiten nach mehreren Abwärtsschüben inzwischen auf unter 6.000 US-Dollar gefallen. Wer zum Höchststand einstieg, ist bis Mitte August 2018 rund 70 Prozent seines Einsatzes womöglich einer gesetzlichen Währung losgeworden. Besonders bitter ist der Verlust, wenn es sich mit dem Einsatz um zu Papiergeld gewordene Lebensarbeitszeit handelt. Wer für die Investition in Bitcoin sogar einen Kredit aufnahm, hat nun wenigstens ein „klares Ziel“ plus Zinsen vor Augen.

Zumindest sorgt der gegenwärtige Niedergang des Bitcoins für Schlagezeilen bei den einschlägigen Medien, allen voran bei denen von Springer. Mit dem Beginn und den wiederholten Crash des Bitcoins seien „über 600 Milliarden Dollar an Wert“ ausradiert worden, so der Tenor von WELT.de. Gerade so , als wenn eine Einheit, lediglich definiert aus elektromagnetischen Zuständen, irgendeinen besonderen Wert hätte.

Die Hype rund um Bitcoin und Co. erinnert an ein historisches Beispiel. Der „Wahn“ rund um Kryptowährungen ist nichts anderes als eine moderne Variante der Tulpenzwiebel-Spekulation in Holland in der zweiten Hälfte des sechsten Jahrhunderts. Auch bezeichnet als Tulipomanie, Tulpenwahn, Tulpenblase, Tulpenfieber oder Tulpenhysterie. Die Tulpenzwiebel-Spekulanten bezahlten damals für eine ordinäre Tulpenzwiebel in Spitzenzeiten Summen, für die auch alternativ ein Einfamilienhaus erworben werden hätte können. Dabei hatte die Tulpenzwiebel im Gegensatz zu Kryptowährungen noch einige Vorzüge. Die Zwiebel ist Realität, also zum Anfassen und bei „Zweckentfremdung“ konnte sich der Erwerber farbenschöner Blüten erfreuen.

Ist es jedoch das Ziel, durch virtuelle Währungen und das Lemminge-Verhalten der Anleger das ebenso virtuell erzeugte und im Überfluss schädliche Buchgeld (Giralgeld, Fiat-Money) auszulöschen, so wäre mit rund 600 Milliarden Euro und das, was noch folgen könnte, immerhin ein kleiner Schritt in diese Richtung vollzogen worden.

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