“Ein neues Gesetz” – Johannes 13,34 – Wirklich neu?

Billige Gnade

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Wie üblich dienen einzelne Verse in ihrer modernen Ausdrucksweise dazu, ganze Lehren als gerechtfertigt zu betrachten und diese auch bei der Verkündung so zu vertreten. Unbeachtet dem Kontext und teils schwerwiegender Limitierungen in Bezug zu den Originalsprachen der Bibel fühlt man sich auch noch auf der sicheren Seite. So auch der “Ersatz der 10 Gebote Gottes” durch ein “neues Gesetz”, beschrieben in Johannes 13,34.

Johannes 13,34 – Da steht es doch!

John 13:34
Johannes 13,34 – Vorlage für Wunsch-Auslegung

Jesus Christus gab uns ein “neues Gesetz”, so das sehr häufig verbreitete Selbstverständnis. Dieses “neu” ersetze obendrein das “alte” Gesetz, also die 10 Gebote Gottes gemäß 2. Moses 20 (Info).

Der für diese Lehre regelmäßig verwendete Vers ist Johannes 13,34:
Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.

Damit “definierte” Jesus Christus auch konkret die “neuen” (ersetzenden) Gebote, welches in der Aufforderung besteht, Gott mit aller Kraft zu lieben und auch seine eigenen Mitmenschen wie sich selbst. Das Problem liegt aber schon in dieser Behauptung, denn Jesus Christus hatte damit keine “neue” Idee, sondern zitierte aus dem Alten Testament, und er erklärte auch, dass dieses “oberste” (“neue”) Gebot die Zusammenfassung der Propheten und des Gesetzes ist.

Eigentlich schon erkennbar

Erkenntnis
Lesen & Erkennen

Eigentlich ist schon an dieser Stelle die Negierung der Behauptung vorhanden, das “neue Gesetz” sei ein Ersatz der “alten 10 Gebote Gottes” (“Liebesgebote” – Info).

Wer aber in aller Regelmäßigkeit das Wort Gottes studiert, erkennt schon relativ schnell, dass auch die “beste” Übersetzung aus dem ursprünglichen griechischen Text (Neues Testament) bzw. hebräischen/aramäischen Text (Altes Testament) mit dem heutigen verfügbaren und auch verwendeten Wortschatz der jeweiligen Übersetzungssprache umgehen muss. Dieser ist gegenüber den Ursprungssprachen generell degeneriert, dezimiert. Ganz zum Widerspruch des Narratives, des evolutionären Gedankens einer sich weiter entwickelnden und umfangreicher werdenden Sprache. Das Gegenteil ist die Wirklichkeit.

Das Detail ist sehr wichtig

So können einzelne Wörter aus dem Original nicht unmissverständlich, bzw. eindeutig übertragen werden, da sie damals einen bestimmten Aspekt beschrieben und für alle anderen möglichen Aspekte eigene Wörter verwendeten. Alternativ bliebe eine Umschreibung bzw. Beschreibung (als Kommentar in Fußnote), aber man hat sich auf die Verwendung des heute “Üblichen” geeinigt. Wohl wissend, dass dies aber nicht vollumfänglich, oder gar überhaupt nicht den wahren Hintergrund beschreibt und auch nicht gerecht werden kann.

Es ist überhaupt nicht notwendig, Alt-Griechisch oder Hebräisch, oder gar einen zeitgemäßen Dialekt Aramäisch zu studieren, was aber absolut kein Nachteil wäre, denn das “Rad ist längst erfunden worden” und so auch die Studien-Literatur in Form von Konkordanzen, Linear-Schriften, welche ein jegliches einzelnes Wort auch einzeln erklären, deren Ursprünge und Bedeutungen, sowie die Anzahl der Verwendung in den Übersetzungen und auch welche Verse.

Johannes 13,34 häufig angeführt

Genauso verhält es sich auch mit dem sehr häufig zitiertem Vers Johannes 13,34. Obwohl der Begriff “neu” auch im modernen Kontext nicht zwangsläufig einen “Ersatz” beschreibt, sondern noch immer die Möglichkeit enthält, auch als “Ergänzung” interpretiert werden zu können, hat sich das Narrativ auf “Ersatz” geeinigt, da dies schließlich die Abschaffung der 10 Gebote bedeutete. Die “billige Gnade” besteht aber aus der Vorstellung einer Gnade Jesu, aber ohne jegliche Notwendigkeit, dem Willen Gottes zu gehorchen. Dabei steckte genau diese Aussage in den “neuen” Liebesgeboten.

Vorhof trampeln
Alles nur Routine

Ein “praktisches” Beispiel für diese erwartete “billige Gnade” im Alten Testament bietet vor allem Jesaja 1. Zum Beispiel Verse 12 und 13:
Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer verlangt dies von euch, daß ihr meine Vorhöfe zertretet? Bringt nicht mehr vergebliches Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Greuel! Neumond und Sabbat, Versammlungen halten: Frevel verbunden mit Festgedränge ertrage ich nicht!

“Vorhof zertrampeln” beschreibt den Hof vor dem Gebäude bzw. Stifthütten-Gebäude (Heiligtum – Info). In diesem Hof befand sich der Brandopferaltar für das tägliche Brandopfer am Morgen und am Abend, die Gaben-Opfer und die (eigentlich gelegentlich zugedachten) Sühne- und Schuldopfer. Denn letztere waren “Notfälle” nach getaner Sünde.

Das Tatsächliche “übersehen”

Das gesamte Opfersystem, samt Feiertagsregelung (z.B. Passah, Erstlingsfrucht, Posaunenfest, etc. Info) waren allesamt ein “Schatten”, eine Symbolisierung der angekündigten Heilswerke des ebenso längst angekündigten Messias, also Jesus Christus. Er erfüllte das “Programm” und schloss es mit der Kreuzigung und Seinem Tod ab. Der Vorhang im Tempel riss von oben nach unten komplett durch (Matthäus 27,51). Ein klares Signal, das Opfersystem ist hiermit beendet.

Das Volk Israel bzw. Juda nahm dies aber alles als eine in Kauf genommene Routine. Die Kosten für das Opfertier als Sühne- und Schuldopfer waren einkalkuliert, wenn es vor allem darum ging, wider Gottes Gesetz und wiederholter scharfer Ermahnung, den Sabbat (Viertes Gebot) zu ignorieren, die Toren Jerusalems geöffnet zu halten, damit alle Händler, auch die Heiden am Sabbat wie gewohnt ihre Waren auf den geöffneten Markt verkaufen können. Die erzielten Tagesgewinne enthielten automatisch den Ausgabe-Posten “Opferlamm” für die Kalkulation. Man traf sich auf dem Vorhof, um auch Verbindungen und Geschäfte zu pflegen.

“Sabbat-Gebot gebrochen? Kein Problem. Ein Opferlamm und die Angelegenheit ist bereinigt!”, so das Motto.

Billige Gnade auch in Johannes 13,34 “erkannt”

Billige Gnade
Billige Gnade durch Routine-Buße

Die “billige Gnade” im Alten Testament. Damals, wie auch heute. Findige Bibelkritiker interpretieren Jesaja 1 “natürlich” dahingehend, Gott habe eigentlich die Opfer für Seine “Besänftigung” nie wirklich gewünscht. Die Symbol-Bedeutung für das Selbstopfer Jesu? Kommt gar nicht erst in den Sinn. Hierin ist das Erlösungsprinzip des Evangeliums gegenüber (alle) Varianten der Heiden-Religion einmalig.

Denn überall wird gelehrt, Opfer seien Besänftigung oder Bittstellung an die Götter. Die für die Erlösung erforderliche Gerechtigkeit aber erreiche der Mensch selbst (Werksgerechtigkeit). Entweder vollständig, oder anteilig. Eben wie es auch die Doktrin der römisch-katholischen Kirche beschreibt (Info).

Der “Protestantismus” rechtfertigt sich heute die Gerechtigkeit durch Aussagen, wie “kein Gesetz, nur noch Gnade, wir stehen nicht mehr unter dem Gesetz, Gehorsam? Ach, was! Wird gar nicht verlangt und außerdem gar nicht möglich, etc.”. Das ist nur billig.

Was bedeutet nun Johannes 13,34?

So auch das “pikante Detail” in der Ursprungsbedeutung “neu” im Vers Johannes 13,34. Es heißt nicht (Ersatz-) neu, sondern eine neue, verbesserte Qualität (“Neuer, besserer, Bund”).

Ἐντολὴν καινὴν δίδωμι ὑμῖν, ἵνα ἀγαπᾶτε ἀλλήλους, καθὼς ἠγάπησα ὑμᾶς ἵνα καὶ ὑμεῖς ἀγαπᾶτε ἀλλήλους.” Die Passage “Ein neues Gebot gebe ich euch”, entspricht “entolēn kainēn didōmi hymin

Gnade Sonderangebote
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entolē” – Befehl, Anweisung, verbindlicher Auftrag. Kein Ratschlag
kainē” – Neu in der Qualität, nicht neu in der Zeit. Es bedeutet „frisch“, „von anderer Art“, „das Alte übertreffend“.
didōmi” – Ich gebe

hymin” – Das Personalpronomen der zweiten Person Singular, du. Verwendet u.a. als “die Mehrheit der Menschen”.

Also:
Ich gebe (Präsenz aktiv, “bin gerade am Geben”) euch ein Gebot, das in seiner Art höher ist“.

Klingt schon völlig anders und auch nicht mehr beliebig, nach eigenem Wunsch, interpretierbar. Bibellesen bedeutet noch lange nicht, auch wirklich mit Interesse zu studieren und dies auch in der geordneten Priorität, die Findung der (absoluten) einzig möglichen Wahrheit! Es gibt keine “persönliche Wahrheit”, Relativismus. Das ist tatsächlich ein zielgerichtet motiviertes Konstrukt, nicht die Wirklichkeit).

Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!Galater 1,8

Bibelverse aus Schlachter 2000

“Ein neues Gesetz” – Johannes 13,34 – Wirklich neu?
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