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Das Totschweigen einer „politischen“ Verhaftung

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Die Festnahme des griechischen Journalisten Kostas Vaxevanis verursachte eine Welle der Kritiken und Empörungen. Allerdings hielten sich ausgerechnet die Medien vor einer Berichterstattung zurück, von denen man zu Gunsten ihrer „Zunft“ einen aufgestellten Pranger erwartet hätte.

Totschweigen eines verhafteten Journalisten

Berichterstattungen
Ausbleibender Bericht
Bild: Jorma Bork / pixelio.de

Die Festnahme hatte Kostas Vaxavanis über seinen Twitter-Account quasi in Echtzeit angekündigt. Mit der Kurznachricht „Μπαίνουν στο σπίτι με εισαγγελέα τωρα. Με συλλαμβάνουν. Διαδωστε“ meldete er die vor der Tür stehenden Exekutiven („Sie kommen jetzt ins Haus, ein Staatsanwalt ist dabei. Sie verhaften mich. Weitergeben!“>. Er wurde festgenommen.

Der Nachrichtensender heute.de vom ZDF war sogar relativ schnell bei der Sache. Bereits am 28.10.12 wurde „gar nicht mal so knapp“ über die Verhaftung des griechischen Journalisten berichtet. Ob es sich um die Folgen des sog. „Shitstorms gegen den Sender“ handelte, weil die Öffentlichkeit beklagte, dass die Bürgerproteste in Spanien keinerlei Aufmerksamkeit erfuhren, sei dahin gestellt.

Überhaupt nicht „daneben gelegen“ ist nur einen Tag später das Onlinemagazin Deutsche Wirtschafts Nachrichten (DWN). Der Bericht zielte neben der Feststellung der offenbar politisch motivierten Festnahme des Journalisten besonders auf das komplette Ausbleiben von auch nur einer Erwähnung durch den „Klassenprimus“ ARD.

Inzwischen hat sich eine ganze Reihe von Print- und Onlinemedien mit der Festnahme des Journalisten beschäftigt. Allerdings sucht man nach wie vor vergeblich nach wenigstens einer Zeile beim Öffentlich-Rechtlichen Sender tagesschau.de.

Um was geht es überhaupt?

Der Journalist ist gleichzeitig Chefredakteur der Zeitschrift Hot Doc in Athen. Am Samstag veröffentlichte Kostas Vaxevanis eine Liste mit der Namensnennung von Personen, die als Steuersünder ausgewiesen wurden. Unter anderem waren auch Personen aus der Politik vertreten.

Die hiesige Staatsanwaltschaft veranlasste umgehend die Festnahme des Redakteurs, mit der Begründung, es wäre nicht erwiesen, dass die in der Liste genannten Personen tatsächlich Steuersünder seien. Darüber hinaus sei mit der Veröffentlichung der Namen das Persönlichkeitsrecht der Menschen verletzt worden.

Diese Liste ist nicht „irgendeine“ Aufzählung von Namen, sondern es handelte sich um eine bereits im Jahr 2010 „verschwundene“ Aufstellung, die von der damals amtierenden Finanzministerin Frankreichs, Christine Lagarde (heute Chefin des IWF), an den griechischen Amtskollegen Giorgos Papakonstantinou übergeben wurde. Die Daten entspringen einer Kontenaufstellung der HSBC Bank in der Schweiz.

Eine Verwertung dieser genannten Personen fand nicht statt, weil die Behörden Griechenlands von einer „illegalen Beschaffung“ ausgingen und deshalb keine Anwendung gegen Steuersünder haben könne. Die Liste „verschwand“ und tauchte erst wieder auf, nachdem der aktuelle Finanzminister Giannis Sourmaras Frankreich darum gebeten hatte, die Aufstellung erneut zu schicken.

Heute berichtete die tageschau.de unter anderem von „Falschmeldungen“ und „gefakten Bildern“ zum Wirbelsturm „Sandy“ in den USA und stellte diese als Falschmeldungen im Web heraus. Darüber hinaus sollen „einige Scherzbolde“ ihr Unwesen getrieben haben.

Zielsetzungen und Prioritäten sind „eben unterschiedlich“, so wird eben an der Glaubwürdigkeit der Informationen im WWW etwas gerüttelt.

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