Das schwache Argument der IAEA als Kriegsgrund gegen Iran?

Trotz allem werden die breiten Medien nicht müde, die eingefahrene Schiene der propagandistischen Verfälschungen der Öffentlichkeit aufzuschwätzen. Das Schlagwort “Holocaust” zum Problem Iran-Israel erscheint überzogen und darüber hinaus sehr abgedroschen. Etwas Hilflosigkeit in der Argumentation gegen Mahmud Ahmadinedschad, findet sich im Gebrauch der nachweislich gefälschten Aussagen über “Tilgung Israels von der Landkarte” wieder. Schlagwörter wie Hamas und Hisbollah als Terrororganisationen werden ebenso gebraucht wie die unaufhörlichen Erwähnungn von “Atombombe, nukleare Waffe, atomare Bombe” in den Händen des “irren Diktators”. Dabei wird die Definition von offiziellen Stellen des “Terrorrismus” auf einzelne Organisationen völlig ignoriert.

Kurz nachdem die israelische Armee in den Südlibanon einmarschierte, entsandte der Iran im Jahre 1982 Truppen, um in den libanesischen Bürgerkrieg aktiv einzugreifen. Das angestrebte Ziel war es, das Vorbild der islamischen Revolution in die Region Libanons zu tragen. Angelehnt an die sog. Hezbollahi (Anhänger von Chomeini), nannten sich die iranischen Einheiten als die Hisbollah. Als überwiegend schiitische Organisation erhalten die Hisbollah Waffenlieferungen aus iranischer, chinesischer und russischer Herkunft. Nach dem Rückzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon ist derzeit das erklärte Nahziel der Hisbollah, die nach wie vor von Israel besetzten Schebaa-Farmen zurückzugewinnen.
Heute gilt die Hisbollah als eine libanesische Organisation, die dem Islamismus zugeordnet werden kann. Israel und USA gehören zu den Ländern, die die Hisbollah als eine Terrororganisation betrachten. Der Rat der Europäischen Union jedoch führt die Hisbollah in der am 15. Juli 2008 veröffentlichten Liste von Terrororganisationen nicht auf. Als terroristische Aktivitäten seitens der Hisbollah werden die Aktivitäten vom EU-Parlament bezeichnet. Auch die UN haben in ihrer Liste von Organisationen die Hisbollah nicht aufgeführt.

Die Hamas hatte als ihre Vorgängerin die Organisation der “Muslimbruderschaft” mit karikativen Zwecken als Hauptaktivität im Gazastreifen. Die Bruderschaft und ihre weitestgehend gewaltlose Aktionen wurden sogar von Israel anerkannt. Erst mit der Ersten Intifada im Jahre 1987, rief die Bruderschaft mit einer Erklärung zur Bevölkerung zum “Widerstand gegen die israelische Besatzung” aus. Die Gründer der Hamas hatten das Ziel, die palästinänsische Bevölkerung durch Aktionen wie Reifenverbrennungen, Steinwürfe und zivilen Ungehorsams, zu vereinen und zu mobilisieren. Erst nach der Zweiten Intifada begann die Hamas die Angriffe gegen das israelische Militär auch gegen die israelische Zivilbevölkerung auszuweiten. Grundsätzlich spricht die Hamas Israel das Existenzrecht ab. Mahmoud-Al-Zahhar, der Führungspolitiker der Hamas, erklärte am 25.01.2006: “In der Region hatten wir römischer Besatzung, persischer Besatzung, der Besatzung der Kreuzzügler und der britischen Besatzung zu trotzen. Sie sind alle fort. Der israelische Feind gehört nicht in diese Region. Er passt nicht in die regionale Geschichte, Geographie oder Glaube”.
Die Hamas als terroristische Vereinigung stufen u.a. Deutschland, Australien, Israel, USA, Großbritannien, Kanada und die EU ein. Norwegen, Türkei, die Schweiz und Russland stufen die Hamas jedoch nicht als eine terroristische Organisation ein.

Was der Iran hat, könnte doch kapitalistisch erworben werden?

Das Thema Erdöl klingt beinahe schon wie eine “verbale Keule”, die ebenso abgedroschen wirkt, wie die aufgesetzten Aussagen der vom Westen unbeliebten Regierenden. Wie sagte einst schon der Friedensnobelpreisträger, Henry Kissinger? “Das Öl ist viel zu schade, um es den Arabern zu überlassen”!
Was ist eine Industrienation ohne Öl, was können seine Armeen bewirken ohne Öl? Die Frage ist so einfach, dass die Antwort sofort intuitiv folgt. Man kann das Öl kaufen, aber mit welchem Geld? Wer gibt den USA noch ein Kredit? Die Antworten folgen beinahe ebenso automatisch. Die Bestrebungen der Industrieländer zum Kauf von Erdöl waren noch nie damit gekrönt, beide Geschäftspartner zufrieden zu stellen. Bis in die 50-er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Iran dazu geknebelt sein Erdöl mit einem eigenen Nettogewinnanteil in Höhe von gerade mal 8% zu “verkaufen”. Darauf hin folgten die vom Westen unterstützte Verstaatlichung der Ölindustrie unter Schah Mohammad Reza Pahlavi, sowie der aufwachsende Widerstand gegen das autoritäre Schah-Regime. Am Ende stand die Flucht des Schahs ins Ausland und die geistlichen Führer läuteten die Islamische Revolution ein. Die bisherige “Zusammenarbeit” des Irans mit dem Westen war somit hinfällig geworden, ganz zum Ärger der USA, die schließlich über Jahre neben der wirtschaftlichen Aufbauarbeit, über den Iran auch ihre eigene Waffenindustrie beleben konnte.

Israel scheint sich zunehmends schwer zu tun, ihre durch den Iran bedrohte Lage der westlichen Welt zu erklären. Netanjahus Rhetoriken sind seit der Mikrofonpanne am G-20-Gipfeltreffen schon ziemlich relativiert worden. Eine echte Herausforderung wäre es jedoch für Israel, ihre Beweggründe der Verdrängungsangst zu einem Angriff auf den Iran, der palästinensischen (Rest-) Bevölkerung zu verdeutlichen!

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Quellen: wikipedia-Hisbollah – wikipedia-el-Baradei

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