Prophetien im Buch Daniel über geschichtliche Ereignisse

Prophetie Schlüssel

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Das Buch Daniel im Alten Testament ist voll von Prophetien über die bereits vergangene Zeit bis hin zur Gegenwart. In den Vorhersagen über die in den meisten Teilen erfüllten Ereignissen sind sogar Zeitangaben enthalten, allerdings in jeweils prophetischer Form.

Die meisten Prophetien haben sich bereits erfüllt

Prophetie Schlüssel
Daniel hat die Schlüssel zu den ‚Geheimnissen‘ der Prophetien

Das Buch Daniel behandelt neben der Deutung von „geheimnisvollen“ Träumen des babylonischen Königs Nebukadnezars auch eine ganze Reihe von Prophetien über die aus damaliger Sicht noch zukünftigen Ereignissen. Dazu gehören insbesondere auch die Beschreibungen im Buch Daniel Kapitel 11. Die meisten Vorhersagen sind bereits erfüllt.

Nur noch ein kleiner Teil der Prophetien ist gerade bei der Erfüllung und dazu gehört auch der Auftakt zum bevorstehenden „großen Finale“. Interessant ist auch zu wissen, dass das Buch Daniel keine reine Ansammlung von Geschichten enthält, sondern durchaus wichtige Strukturen aufweist.

Die zeitliche Prophetie in Daniel Kapitel 7

Das vierte Tier in Daniel 7 bedeutet eine vierte politische Macht. Mit dem Blick auf die geschriebene Geschichte erkennt man eindeutig das Römische Imperium als die Macht nach dem Griechischen Reich (das 3. Tier in Daniel 7). Der letzte Kaiser West-Roms war Romulus Augustus. Er regierte bis zum Jahr 476 n.Chr. West-Rom zerfiel in 10 germanische Herrschaftsgebiete. Nach dem Abgang des letzten Kaisers Westroms stieg die Macht des hiesigen Bischofs beständig an. Bereits seit Kaiser Siricius (384-399 n.Chr.) wurde der Bischof von Rom auch offiziell „papa“, also Papst genannt. Dieser erhielt nach den „bereinigenden“ Ersten Konzil von Konstantinopel (381 n.Chr.) vom Kaiser Gratian (Herrschaft 375-383 n.Chr.) den Titel „pontifex maximus“ („Oberster Brückenbauer“) überreicht.

3 Könige werden erniedrig

Mit dem Wegfall des weströmischen Kaisers nahm der Papst die politischen Geschicke in die Hand und dies ging sogar soweit, dass er anhand verbündeter Könige gegen diejenigen germanischen Herrscher anging, welche die Autorität des Papstes nicht anerkennen wollten. Diese Feldzüge begannen mit dem Stamm der Heruler. Deren Vernichtung wurde im Jahr 508 n.Chr. besiegelt und auch vollzogen. Es folgte der Stamm der Vandalen im Jahr 534 n.Chr. und die Ostgoten im Jahr 553 n.Chr. Die Bibel sagte den Zerfall Westroms in 10 Germanenstämme sowie die Vernichtung von 3 Stämmen voraus, zu finden in Daniel 7,24:
„Und die zehn Hörner bedeuten, daß aus jenem Reich zehn Könige aufstehen werden; und ein anderer wird nach ihnen aufkommen, der wird verschieden sein von seinen Vorgängern und wird drei Könige erniedrigen.“

Geschichtliche Erfüllung Daniel 7

Mit dem Jahr 508 n.Chr. übte der Papst erstmals weltliche bzw. politische Gewalt aus. Nur knapp 30 Jahre später erhielt der neue politische Herrscher Roms vom ost-römischen Kaiser Justinian I. den Titel „Korrektor der Häresie“ zugesprochen. Damit wurde der Papst der höchste religiöse Führer mit der Macht, das zu bestimmen, was der Mensch zu glauben hat. Diese Rolle spielte der Papst ab dem Jahr 538 n.Chr. aus. Das „dunkle Zeitalter“ begann. Dieser Zustand wird lt. Bibel für „dreieinhalb Zeiten“ anhalten, zu finden in Daniel 7,25:
„Und er wird [freche] Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben, und er wird danach trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern; und sie werden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“

Katechismus wird über die Bibel erhoben

Die katholische Kirche unter dem Papst hat tatsächlich für ihre eigene Lehren (Katechismus) die Gebote Gottes abgeändert. Hinzu kam die Verlegung des Sabbats vom ursprünglichen siebenten Tag zum ersten Tag der Woche. Gleichzeitig wurde das für alle Menschen von Gott gegebene Gebot zur Sabbat-Heiligung einfach umdefiniert als „jüdischer Sabbat“ und der Sonntag zum „Tag des Herrn“ erklärt.

Im Jahr 1582 erfolgte von Papst Gregor XIII. die Änderung des einstigen Julianischen Kalenders zum bis heute genutzten Gregorianischen Kalenders. Gregor XIII. hatte übrigens in seinem Wappen einen Drachen abgebildet, aber dies nur am Rande.
Die von Daniel wiedergegebene Vorhersage war derart akkurat, dass man meinen könnte, die Päpste haben Daniel 7,25 als ein zu erfüllendes Drehbuch verstanden.

Die 3,5 Zeiten in Daniel 7,25

Die in Daniel 7,25 beschriebenen dreieinhalb Zeiten sind 3,5 mal 360 Tage, also 1260 Tage. Prophetische Tage sind als Jahre zu rechnen (mehr Infos). Damit bedeuten die dreieinhalb Zeiten 1260 Jahre. Somit ergibt sich ein absoluter Herrschaftszeitraum von 538 bis zum Jahr 1798 n.Chr. In diesem Jahr erfolgte durch Napoleon Bonaparte tatsächlich die politische Entmachtung des Papstes Pius VI. Dieser wurde aus dem Petersdom entfernt und ins Exil geschickt wurde.

Die zeitliche Prophetie in Daniel Kapitel 8

Wie in Daniel 7 ist auch in Daniel 8 in Vers 9 von einem kleinen Horn die Rede. Dieses Horn treibt sein unheiliges Unwesen gegen die Wahrheit des Evangeliums sowie den gläubigen Menschen, so in Daniel 8,11-12:
„Ja, bis zum Fürsten des Heeres erhob es sich, und es nahm ihm das Beständige weg, und seine heilige Wohnung wurde verwüstet. Und das Heer wurde dahingegeben samt dem Beständigen wegen des Frevels, und [das Horn] warf die Wahrheit zu Boden, und sein Unternehmen gelang ihm.“

Hinweis: In den Übersetzungen ist auch das Wort „Opfer“ enthalten. Dieses existiert im Hebräischen Originial jedoch nicht – Mehr Infos

Der „Verwüster“ im Buch Daniel 8

Eine erneute Beschreibung des „Verwüster“ ist in Daniel 8,24-25 zu finden:
„Aber am Ende ihrer Regierung, wenn die Frevler das Maß voll gemacht haben, wird ein frecher und listiger König auftreten.
Und seine Macht wird stark sein, aber nicht in eigener Kraft; und er wird ein erstaunliches Verderben anrichten, und sein Unternehmen wird ihm gelingen; und er wird Starke verderben und das Volk der Heiligen.“

Die relevanten Ereignisse zur Prophetie

Das im 5. Jahrhundert vor Christi Geburt vorherrschende Reich der Medo-Perser erlaubte mit dem Erlass des Königs Artaxerxes I. den Judäern die Rückkehr nach Jerusalem, um dort zuerst den Tempel nach seiner Zerstörung durch die Babylonier wieder aufzubauen. Die erste Delegation errichtete in diesem Zuge eine temporäre Vorrichtung, damit der Opferdienst wieder aufgenommen werden konnte. Das war im Jahr 457 v. Chr. Der Tempel Jerusalems samt seinen Einrichtungen symbolisierte das Himmlische Heiligtum. Vor dem Bau des Tempels erfüllte diesen Zweck die (transportable) Stiftshütte des Volkes Israels.

Beendet wurde der irdische für die Sündenvergebung notwendige Opferdienst von Jesus Christus und Seinem eigenen Opfer. Das Opfer Jesu war einmalig und auch endgültig. Doch dieses „Horn“ gemäß Daniel 7 bzw. „listiger König“ gemäß Daniel 8 übernahm das „Beständige“ (Heidentum der Römer) und hob das einmalige und immerwährende Opfer Jesu Christi auf, verbot die biblischen Wahrheiten und führte stattdessen eigene Lehren ein. Das als Christentum verkleidete und praktizierte Heidentum der römisch-katholische Kirche bis heute.

Das „Beständige“ wird abgeschafft

Der katholische Katechismus hat mit dem Evangelium nur noch in Teilen etwas gemeinsam. Das einmalige und endgültige Opfer Jesu wird vom Papsttum darin geleugnet, dass die sog. Eucharistie eine ständig wiederholende Opferung Jesu darstellt. Es ist kein Symbol, sondern der Katholizismus beharrt darauf, dass sich diese „Oblate“ nach deren Verspeisung wahrhaftig in den Leib Jesu verwandelt (Transsubstantiation). Neben der vielfachen Neuopferung Jesu kommt auch noch quasi Kannibalismus zum Tragen.

Das alles mit vorheriger Anbetung der hochgehaltenen Oblate (babylonisches Sonnensymbol), begleitet mit der „leiblichen Anwesenheit“ Jesu und den Geistern der verstorbenen „Heiligen“. Okkultismus, Spiritismus pur und dazu maximale Verhöhnung Jesu Christi (mehr Infos).

In Daniel 8 ist zu beachten, dass das „Beständige“ in den Versen 11-13 nicht das einmalige Opfer Jesu darstellt, sondern das von der Kirche Rom übernommene Heidentum (Info).

Der Ablauf der 2300 Abende und Morgen

Der Zustand des „Zertrampelns“ des Heiligtums wird nicht immer so bleiben. Das Heiligtum wird einst wieder gereinigt (gerechtfertigt) werden und damit geht es auch buchstäblich ins Gericht. Mit Jesu Aufnahme des Dienstes im Himmlischen Heiligtum als unser Hohepriester erfolgt auch einst der Tag, der im irdischen Abbild (Stiftshütte, bzw. Tempel) als der Große Versöhnungstag (Yom Kippur, 10. Tischri) zelebriert wurde.

Wann dies sein wird, sagt Daniel 8, 13-14:
„Und ich hörte einen Heiligen reden; und ein anderer Heiliger fragte den Betreffenden, der redete: Wie lange gilt dieses Gesicht, nämlich das von dem beständigen [Opfer] und dem verheerenden Frevel, daß sowohl Heiligtum als auch Opferdienst der Zertretung preisgegeben wird? Er sprach zu mir: Bis zu 2 300 Abenden und Morgen; dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden!“

Wiederaufnahme des Tempeldienstes

Mit der Wiederaufnahme des Tempeldienstes im Jahr 457 v. Chr. und den anschließenden 2300 Jahren (Abende und Morgen) handelt es sich um das Jahr 1844 n.Chr. (rechnerisch 1843, aber es gibt kein Jahr „0“). Das Gericht hat somit im Jahr 1844 begonnen und auch gleichzeitig die 1. Botschaft der drei Engel in Offenbarung 14 „aktiviert“. Diese Bereinigung bzw. das Gericht betrifft lediglich die Menschen, welche sich jemals zu Jesus Christus bekannten. Das Gericht für die Gottlosen erfolgt während des 1.000-jährigen Reiches (Millenium), das jedoch nicht, wie so oft fälschlich geglaubt, auf der Erde stattfinden wird.

Dass sich der Startpunkt der Vorhersage der 2.300-jährigen Zeitspanne auf 457 v. Chr. bezieht, ist wiederum in Daniel 9 erkenntlich. Daniel verstand die Beschreibung über die 2300 Abende und Morgen nicht und bat um eine Erklärung. Diese erhielt Daniel auch in Verbindung mit der „punktgenauen“ Vorhersage über das Erscheinen und Wirken Jesu Christi auf Erden. So in Daniel 9,25:
„So wisse und verstehe: Vom Erlaß des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen 7 Wochen und 62 Wochen; Straßen und Gräben werden wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit“
Die Geschichte zeigt, dass der „Erlaß des Befehls“ im Jahr 457 v. Chr. erging.

Die zeitliche Prophetie in Daniel Kapitel 12

Daniel 7 beschrieb bereits die errungene politische Macht durch das Papsttum im Jahr 508 n.Chr. Damit begannen auch die als „Greuel der Verwüstung“ bezeichneten Handlungen zur Beseitigung des wahren Evangeliums und die Vernichtung der Gegner des Papsttums und dessen Dogmen. Die Beschreibungen in Daniel 12 können auch als eine Wiederholung der Vorhersagen betrachtet werden. Die Geschehnisse „zum Ende der Zeit“.

Die Beschreibungen 1290 und 1335 Tage

Daniel 12, 11-12:
„Und von der Zeit an, da das beständige [Opfer] beseitigt und der Greuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1 290 Tage. Wohl dem, der ausharrt und 1 335 Tage erreicht!“

Die Manifestierung der politischen Macht durch das Papsttum erfolgte im Jahr 508 n.Chr. Nach weiteren 1290 Jahren wurde das Jahr 1798 erreicht. In diesem Jahr wurde der Papst von Napoleon politisch entmachtet. Mit dem Ablauf der 1335 Jahre stand im Jahr 1843 die Bereinigung des Heiligtums bevor, wie es in Daniel 8,14 beschrieben wird.

Damit enden auch die prophetischen Zeitangaben in der Bibel. Es bleiben aber noch die ereignisorientierten Vorhersagen, welche bis zur Jesu Wiederkunft eintreten werden. Ein paar Beschreibungen über die Zustände in dieser Welt kurz vor dem finalen Ende sind hier beschrieben.

Bibelverse aus Schlachter 2000

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