Olli Dürr Die völlig missverstandene „Liebe“ in der Bibel

Die völlig missverstandene „Liebe“ in der Bibel

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Die Liebe spielt in der Bibel eine zentrale Rolle. Liebe zu Gott, die Liebe des Nächsten, ja sogar die Liebe dem Feind gegenüber. Doch die heutige Interpretation dieser Liebe führt zu erheblichen Missverständnissen und sogar zu fatalem Irrglauben.

Das „Gefühl“ der Liebe ist ein Missverständnis

Der Begriff „Liebe“ kommt fast über die gesamte Bandbreite der Bibel hinweg vor. Vor allem Jesus Christus hat die Liebe besonders populär hervorgehoben und dieser (scheinbar) eine neue Definition gegeben. „Liebe deinen Feind“, so eines der beinahe schon merkwürdig klingenden Aufforderungen des Heilandes. Doch diese Liebe wird von einem Großteil der christlich orientierten Menschen heute gründlich missverstanden.

Romantik-Herz

Die falsch vermittelte Liebe der Bibel – Wieder im Zeichen der Sonne

Äußerst tatkräftige Unterstützung für diese Fehlinterpretation der biblischen Liebe leisteten zahllose Romane, Herz zerreißende Liebesgeschichten und die mit auf die Tränendrüsen schwer drückenden Musik hinterlegten Hollywood-Schinken. Ein relativ aktuelles Musterbeispiel für derartige „Emotionsfilme“ ist der verfilmte Roman „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ (Originaltitel „The Shack“). Dieser Streifen soll das Evangelium und die Konstellation Gott, Jesus Christus, Engel und die Menschen darstellen.

Allerdings ist die Wahrheit derart verfehlt, dass dieser Roman bestenfalls als ein beispielhaftes Exemplar für die (gewollte?) Irreführung der Menschen herhalten kann. Erschreckend, dass diese Fantasiegeschichte über zig Wochen auf der Top-Position der Bestsellerliste kleben blieb.
„Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ verknüpfte die Liebe Gottes mit den Gefühlswelten der Zuschauer bzw. Leser des Romans. Der Taschentuchverbrauch in den Wohnzimmern und Kinosälen muss enorm sein.

Einige Beispiele der „Liebe“ in der Bibel

Folgend ein paar Auszüge aus der Bibel mit „Liebe“ zum Inhalt. Dazu auch die verwendeten Wörter im Grundtext (hebräisch und griechisch):

1. Mose 24,49:
„Wenn ihr nun meinem Herrn Liebe und Treue erweisen wollt, so sagt es mir; wenn nicht, so sagt es mir ebenfalls, daß ich mich zur Rechten oder zur Linken wende!“
„kheh-sed“ . חֶסֶד – Güte, Freundlichkeit

Sprüche 7,18:
„Komm, wir wollen uns an Liebe berauschen bis zum Morgen, uns an Liebkosungen erfreuen!“
„dode“ – דֹדִים – Liebe, beliebt, lieber, Freund

Hoheslied 2,5:
„Stärkt mich mit Rosinenkuchen, erquickt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe!“
„a-hab-aw“ – אַהֲבָה – Liebe

Jeremia 2,2:
„Geh hin und rufe in die Ohren Jerusalems und sprich: So spricht der Herr: Ich denke noch an die Zuneigung deiner Jugendzeit, an deine bräutliche Liebe, als du mir nachgezogen bist in der Wüste, in einem Land ohne Aussaat.“
„a-hab-aw“ – אַהֲבַת – Liebe

Johannes 10,17:
„Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme.“
„agapa“ – αγαπα – lieben (im moralischen oder sozialen Sinne), Gefallen finden

Johannes 14,15:
„Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!“
„agapaó“ – αγαπατε – lieben (im moralischen oder sozialen Sinne), Gefallen finden

Johannes 15,9:
„Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe!“
ηγαπησεν, basiert auf „agapaó“ – (er) liebte, (im moralischen oder sozialen Sinne), (ihm) gefällt
„agapé“ – αγαπη – Liebe, Wohlwollen, Wertschätzung

Römer 5,8:
„Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“
„agapén“ – αγαπην – Liebe, Wohlwollen, Wertschätzung

Liebe ist Entscheidung und Einstellung

Weg der Entscheidung

Die biblische Liebe ist Entscheidung und Einstellung

Selbst die „Liebe“ in Verbindung mit der Beziehung zwischen Vater und Sohn, bzw. Sohn und Menschen hat nichts, rein gar nichts mit der heute überwiegend verstandenen „Liebe“ zu tun. Die in der Bibel vielfach beschriebene Liebe hat keinen Bezug zu emotionalen Welten, Gefühlswallungen, Anhimmelungen, Schmachten und Seelenschmerz.
Es handelt sich um eine brüderlicher Liebe, Wohlwollen, Gefallen und Wertschätzung. Die in der Bibel beschriebene Liebe ist daher in erster Linie eine Entscheidung und eine Einstellung des Menschen. Hört sich „unromantisch an“? Ist es auch! Die Liebe in der Bibel hat rein gar nichts mit Romantik zu tun und schon gar nicht im erotischen Sinne.
Das Wort „Eros“ (Έρως), welches eine Liebe im romantischen (ειδύλλιο) oder erotischen Sinne implizierte, ist in der Bibel nirgends zu finden.

Der Irrglaube ist vorprogrammiert

Viele christlich orientierte Menschen glauben an einen „allversöhnenden“ Gott. Es reichten der Glaube an Jesus Christus und die „Liebe“ aus, um sofort gerettet zu sein und dies vielleicht sogar unwiderruflich. „Einmal gerettet, immer gerettet“. Gehorsam Gott gegenüber wird als Werksgerechtigkeit abqualifiziert und entsprechend abgelehnt.
Zum Gehorsam gehört aber den Willen Gottes zu erfüllen, wie dies glasklar in Matthäus 7,21 zu finden ist:

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

„Die 10 Gebote seien abgeschafft, der Alte Bund ist hinfällig und damit das Alte Testament ebenso, so eine These. Jesus Christus habe das Gesetz schließlich durch Seinen Tod erfüllt, im Sinne der Aufhebung. Der allversöhnliche Gott schließe alle Menschen in Sein Herz und werde sämtliche „liebenden“ Menschen in die Himmelspforten eintreten lassen. Aus Liebe. Das führte dazu, dass dies alle Menschen betrifft, egal welcher Religion, selbst wenn sie es als Hindus pflegten, Dämonen anzubeten.“
So oder in ähnlicher Art kursieren diese Vorstellungen umher und dies sogar in großen Glaubensgemeinschaften.

Gott ist nicht so, wie es der Mensch gerne hätte

Wunsch

Gott springt nicht nach den Wünschen der Menschen

Es ist zwar richtig, dass Gott alle Menschen annimmt, so wie sie sind. Allerdings steht nirgends in der Bibel, dass Gott auch sagt: „Bleibt so wie ihr seid!“. Die Wiedergeburt ist eine essentielle Voraussetzung für die Erlösung. Diese Wiedergeburt beinhaltet die Umkehr zu Gott, das Erkennen, Bereuen und auch das Unterlassen von Sünden. Es beinhaltet damit auch die Übergabe des eigenen Lebens an Jesus Christus. Selbst Jesus Christus als Mensch war gehorsam gegenüber dem Vater, so in Hebräer 5,8:

Und obwohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt;

Gehorsam aus Liebe

Gehorsam Gott gegenüber schließt selbstverständlich auch das Befolgen Seiner Satzungen (z.B. 10 Gebote) mit ein. Denn ohne Gebote gäbe es auch keine Definition von Sünden, von der Geltungsmachung der (ewigen) Gerechtigkeit Gottes ganz abgesehen. Viele christlich orientierte Menschen haben schon vergessen, dass es ein Gericht geben wird. Aber welches Gericht mit welchen Urteilen, wenn es keine Gesetze gibt?

Die Gerechtigkeit des Menschen ist nicht die eigene Gerechtigkeit, sondern die Gerechtigkeit Jesu Christi (mehr Infos zur Glaubensgerechtigkeit). Durch das Gesetz kann der Mensch nicht gerecht werden. Eine Sünde reicht aus und es ist vorbei. Der Lohn der Sünde ist der Tod, fertig aus! Die Gerechtigkeit durch die Gnade Jesu Christi aufgrund des Glaubens steht den Dogmen der katholischen Kirche vollkommen gegenüber. Diese Institution setzt unvermindert auf Werksgerechtigkeit („gute Taten heben die Sünden auf“). Doch das Kapitel dieser blasphemischen Organisation ist sehr, sehr lang.

Vernichtet der liebende Gott die Menschen?

Faust

Gottes lange Geduld und Langmut sind irgendwann zuende

Nun könnte der Mensch mit einer christlichen Orientierung empört entgegenhalten, dass der liebende Gott doch nicht einfach Seine geliebten Geschöpfe vernichten wird.

Doch! Das wird Er und zwar ganz sicher und gründlich! Gott gefällt dies zwar nicht, aber Er wird „reinigen“. Eines der „Verwerfungen“ innerhalb christlicher Kirchen ist die Zurechtbiegung Gottes Eigenschaften nach eigenen, womöglich noch auf „Menschenrechte“ basierende Vorstellungen. Gott schuldet dem Menschen rein gar nichts und Er verhält sich ganz sicher nicht derart, wie es der Mensch denn gerne (zum eigenen Vorteil) hätte. Die Moralvorstellungen des gefallenen Menschen sind eben völlig unterschiedlich zu den Moralvorstellungen Gottes. Dies hatten noch Adam und Eva eigen, bis zum Sündenfall. Diese beiden waren nach dem Bilde Gottes geschaffen.

Das Gericht wird die Sünder verurteilen

Ja, Gott liebt alle Menschen, auch den Sünder. Gott liebt Seine Geschöpfe so sehr, dass Er sogar Seinen eingeborenen Sohn gab (Johannes 3,16). Gott ist aber gerecht und Seine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit (Psalm 119,142). Gott wird alle Sünder, die nicht umgekehrt sind und ihre Sünden bekannt und bereut haben, am Ende verurteilen. Und es gibt nur einen Urteilsspruch, den Tod! Damit ist der 2. Tod gemeint (Offenbarung 20,14), also die unumkehrbare Auslöschung der Existenz. Eine Konsequenz die ewig anhält. Diese Aussage ist die Steilvorlage für die These einer „ewig brennenden Hölle„. Dies ist aber Unfug.

Gott ist Liebe – Aber auch Gerechtigkeit

Gott wird alle Menschen, die in ihren Sünden geblieben sind, ausmerzen. Punkt. Erkennbar ist diese Konsequenz auch in der Aussage Hesekiel 18,21-23:

„Wenn aber der Gottlose umkehrt von allen seinen Sünden, die er begangen hat, und alle meine Satzungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt, so soll er gewiß leben; er soll nicht sterben. An alle seine Übertretungen, die er begangen hat, soll nicht mehr gedacht werden; er soll leben um seiner Gerechtigkeit willen, die er getan hat! Oder habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen, spricht Gott, der Herr, und nicht vielmehr daran, daß er sich von seinen Wegen bekehrt und lebt?“

Alleine in diesen 3 Versen ist alles Grundsätzliche enthalten. Das Problem aber bei vielen christlich orientierten Menschen ist deren Annahme, dass das Alte Testament ungültig sei und Hesekiel ist eben Altes Testament und damit ein „alter Hut von gestern“. Ein fataler Irrtum. Jesus Christus forderte dazu auf, das Buch Daniel zu lesen, Matthäus 24,15:

Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht (wer es liest, der achte darauf!)

Daher Gegenfrage: Würde Jesus dazu auffordern, das Buch Daniel im (heute) Alten Testament zu lesen, wenn dies obsolet wäre? Wohl kaum.

Die Erkenntnis könnte zu spät kommen

Entsetzen

Erkenntnis und Entsetzen – Aber am Ende zu spät

Der in der Bibel enthaltene und völlig verkorkste Begriff „Liebe“ ist somit ein passend gemachter und gewichtiger Baustein für die Irreführung der Menschen in das hoffnungslose Verderben. Das werden die meisten Menschen erst dann erkennen werden, wenn es bereits viel zu spät ist. Zur Gerechtigkeit Gehört neben dem Urteilsspruch auch die Begründung. Der verurteilte Mensch wird seinen Fehler klar erkennen. Er wird auch erkennen, wann und in welcher Art er die erkennbare Wahrheit abgelehnt oder abgewiesen hat. Der verurteilte Mensch wird auch die Gerechtigkeit des Urteils begreifen. Doch es ist zu spät. Lukas 13,28:

„Da wird das Heulen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes seht, euch selbst aber hinausgestoßen!“

Der Mensch entscheidet selbst

Es gibt die ewig brennende Hölle nicht. Das spräche auch gegen den liebenden Gott. 80 Jahre sündiges Leben und dafür ewige, ewige, für alle Ewigkeit anhaltende Qual und Pein, während die Erlösten davon in Ewigkeit wissen, dass ihre vielleicht einst Geliebten dies erleiden müssen? Nein. Dies sagt die Bibel auch nicht aus. Die „Ewigkeit“ ist der ewige, unumkehrbare Tod. Der Mensch wird sein, als wenn dieser niemals existiert hätte. Doch dem verurteilten Menschen wird dies ebenso bewusst werden wie die selbst verursachte Disqualifikation vom Leben zusammen mit unserem Herrn, für Ewigkeiten. Dies in einer Welt, die wir uns heute nicht mal im Traum vorstellen können. Alleine die Vorstellung, sich diesen eigenen fatalen Fehler auf diese Weise bewusst zu werden, lässt es eiskalt den Rücken runterlaufen. Doch die Entscheidung liegt bei einem jeden einzelnen Menschen selbst.

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