Joseph in Ägypten – Musterbeispiel der Geschichtswiederholung

Joseph

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Die bekannte Geschichte des von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauften Josephs bietet ein Musterbeispiel für das Ablesen der Gegenwart und auch Zukunft in den vergangenen Ereignissen des Alten Testaments. Eine Prophetie im typischen Muster der Bibel, obwohl diese Erzählung gar nicht als eine Weissagung deklariert ist. Man braucht lediglich mit offenen Augen zu lesen und die jüngere Geschichte wie auch aktuelle Lage damit zu vergleichen. So lässt sich auch wunderbar abschätzen, was noch auf die Menschheit zukommen wird.

Joseph in Ägypten – Musterbeispiel

Die Geschichte wiederholt sich, wie wahr. Der Plan Gottes für diese gefallene Welt stand bereits fest, bevor Er diese Welt erschuf. Einst als Sein Geheimnis gehütet (“Geheimnis Gottes”, Offenbarung 10,7) und dann als Evangelium ausgerollt, anlässlich des von Gott ebenfalls vorausgesehenen ersten Sündenfalls. Gott kennt Seine Geschöpfe, einen jeden einzelnen besser als dieser sich selbst. In der Tat nicht gerade die vorzüglichsten Eigenschaften des Menschen in seiner gefallenen Natur. So entstand auch die Binsenweisheit, dass der Mensch nichts aus seinem Fehler lernt und die Geschichte sich (deshalb) wiederholt.

Der weise Spruch Salomons in Prediger 1,9 bringt es auf den Punkt:
Was [einst] gewesen ist, das wird [wieder] sein, und was [einst] geschehen ist, das wird [wieder] geschehen. Und es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Daher bietet die Bibel eine Fülle an Ereignissen im Alten Testament, welche nicht bedingt, sondern unmittelbar als ein Beispiel dienen, für das, was wir auch heute beobachten können und erleben, sowie was auf uns noch zukommen wird. Man bräuchte es “nur nachzulesen”.

Joseph – “Kanzler” von Ägypten

Ein sehr gutes Beispiel für die “zeitlose Aktualität” der Bibel bietet der sehr bekannte Bericht über die Zeit des Josephs, Sohn von Jakob (Israel), als dieser bereits von seinen eigenen Brüdern als verkaufter Sklave in Ägypten war. Joseph saß dort im Gefängnis, nachdem er von seiner Hausherrin fälschlich des Übergriffes auf sie beschuldigt wurde. Der Pharao hatte zu dieser Zeit in einer Nacht zwei aufeinanderfolgende, seltsame Träume.

Joseph deutet den Traum des Pharaos

Traum
Pharao träumte

Folgende Szenen stehen in 1. Moses 41. In der besagten Nacht träumte der Pharao von 7 fetten Kühen und 7 mageren Kühen. Die mageren Kühe fraßen die fetten Kühe auf, blieben aber immer noch sehr abgemagert. Der Pharao erwachte, wunderte sich und schlief wieder ein. Anschließend träumte der Pharao von 7 üppigen Weizenähren und von 7 verkümmerten Weizenähren. Die 7 mageren Ähren fraßen die 7 geradezu überladenen Weizenähren auf, blieben aber selbst unverändert dünn.

Der Pharao beauftragte seine “Hofweisen” und Wahrsager, ihm diese Träume zu deuten. Aber sie konnten es nicht. Ein Hofangestellter (der Mundschenk) erinnerte sich an Joseph, der bereits so gut wie vergessen noch im Gefängnis saß. Dieser hatte vorweg unter Beweis gestellt, dass er in der Lage ist, Vorhersagen zu treffen, die auch eingetroffen sind (1. Moses 40). Joseph wurde aus dem Gefängnis geholt, vor den Pharao gebracht, um diesem die Träume zu deuten.

Joseph bezeugte vor dem Pharao, dass er selbst nicht in der Lage ist, seine Träume zu deuten, sondern dass Gott dies tun wird. Die Antwort auf die seltsamen Träume des Pharaos waren auch gleich bei der Hand. Joseph erklärte dem ägyptischen Herrscher, dass auf das Land 7 Jahre der üppigen Ernte zukommen werden. Eine Phase des Überflusses. Daraufhin folgen 7 weitere Jahre der Dürre und große Hungersnot. Dass der Pharao diese beiden Träume nacheinander hatte, welche jeweils die gleiche Vorhersage bedeuten, weist darauf hin, dass Gott dies mit Sicherheit und schon in Kürze so geschehen lassen wird.

Vorsorgemaßnahmen werden getroffen

Joseph gab dem Pharao auch gleich den Ratschlag, wie mit der kommenden Situation umgegangen werden muss. Er riet dem Herrscher, seine Aufseher durch das Land zu schicken, damit diese während der Zeit des Überflusses den fünften Teil der Ernte einziehen und zur späteren Verwendung einlagern sollen. Somit wird ein Vorrat eingerichtet, der über die anschließenden 7 Dürre-Jahre hinweghelfen kann.

Der Pharao und seine Berater nahmen diesen Rat von Joseph umgehend an und erkannten auch, dass diese Vorhersage und die vorgeschlagenen Maßnahmen vom “Gott des Joseph” stammen müssen. Heute würde man sagen, ein “raketenhafter Aufstieg” folgte. Joseph, gerade noch aus dem Gefängnis herbeigeholt und im Alter von 30 Jahren, wurde vom Pharao zum höchsten Regenten des Landes ernannt. Lediglich der Pharao selbst steht noch über ihm. Der “absolute König” und sein “Kanzler”.

Wie gesagt, so auch getan

Einkorn Weizen
7 Jahre Überfluss – 7 Jahre Not

Und so geschah es auch. Während der 7 “fetten Jahre” wurde der 5te Teil der Ernte des ganzen Landes eingezogen und eingelagert. Es folgten die 7 Hunger-Jahre. Ägypten war in diesem Zeitraum der Herrscher über die damals bekannte Welt. Der Einzugsbereich beschränkte sich nicht auf das heute bekannte, geografische Ägypten in Nordafrika, sondern ging auch gen Norden weit darüber hinaus. Zum damaligen Reich zugehörig war auch die Levante, der Nahe Osten, unmittelbar östlich des Mittelmeeres. So herrschte dort eine große Hungersnot vor, während es im eigentlichen Land Ägypten, dank der Bevorratung, ausreichend Nahrung gab.

Die Menschen im weiten Gebiet des ägyptischen Herrschaftsbereiches zogen nach Ägypten, um dort Getreide und Brot zu kaufen. So auch die Familie von Joseph, wo es dann auch zu einer Begegnung mit seinen Brüdern kam, die ihn als Sklaven verkauften.

Weitaus mehr als nur nette Geschichte

“Ende gut, alles gut”, so das Resultat, wenn man dies “einfach nur liest” und als eine Geschichte alter Zeiten abtut. So wird es leider auch in aller Regel gelehrt, ohne in die Details und Hintergründe einzugehen. Es gibt vor allem noch eine kleine Fortsetzung des Ereignisses, der durchaus eine gewichtige Rolle spielt. Die Details betreffen den Ablauf der 7 Hungerjahre und diese sind in 1. Moses, Kapitel 47, beschrieben.

Das erste Jahr der Hungersnot

Ab Vers 13 ist erneut beschrieben, dass die Hungersnot sehr groß war. Die hungernden Menschen erhielten die eingelagerten Getreide nicht geschenkt, sondern sie mussten diese gegen Geld erwerben. Joseph sammelte die ganzen eingenommenen Gelder und übergab diese dem Pharao. Die Menschen waren dankbar, dass sie überleben konnten.

Das zweite Jahr der Hungersnot

Nachdem die Menschen ihr ganzes Geld für den Erwerb von Nahrung ausgaben und die Hungersnot angehalten hatte, blieb ihnen zum Überleben nur noch der Tauschhandel. Im zweiten Jahr bezahlten die Menschen mit ihrem Vieh. Sie übergaben ihre Pferde, Schafe, Rinder und Esel, um dafür Brot und Getreide zu erhalten. Die Menschen waren dankbar, dass sie überleben konnten.

Das dritte Jahr der Hungersnot

Wie vorhergesagt, herrschte auch im dritten Jahr extrem großer Mangel an Nahrung vor. Die Menschen hatten aber weder Geld noch Vieh. Dies ging bereits in den ersten beiden Hungerjahren gegen den Erwerb von Brot verloren. Alles, was die hungernden Menschen noch hatten, war ihr Land. So kam es, wie es kommen musste. Um überleben zu können, gaben sie ihr Land gegen Essen aus den Lagern des Pharaos. Und die Menschen waren dankbar, dass sie überleben konnten.

Lediglich die ägyptischen Priester konnten ihr Land bzw. die Äcker behalten. Sie erhielten ohnehin eine exklusive Zuwendung vom Pharao. Welche Machtposition diese Priester tatsächlich innehatten, lässt sich erahnen, wenn man ihre Fähigkeiten betrachtet, wie sie zum späteren Zeitpunkt gegenüber Moses auch ihre Stäbe in Schlangen verwandeln konnten und auch die ersten über Ägypten fallenden Plagen imitieren konnten. Da dürfte auch der große Pharao gegenüber den Priestern eine große Portion an Respekt übrig gehabt haben.

Ab dem vierten Jahr der Hungersnot

Armut
Enteignung bis zur Armut

Geld weg, Vieh weg, Land weg, aber noch immer große Dürre im großen Reich Ägyptens. Bereits im vorangegangenen Jahr der Hungersnot, als den Menschen nur noch übrig blieb, ihr eigenes Land gegen Brot zu geben, bahnte es sich an. Das Land ging in das Eigentum des Pharaos über, und dazu folgte auch gleich der Vorschlag von Joseph, von nun an auch das Land des Pharaos zu bestellen. Ab dem vierten Jahr gab es für die Menschen neben dem Brot auch Saatgut, um diese nun auf das dem Pharao gehörende Land zu streuen. Vier Teile davon, so gering wie dieser in der Zeit der Dürre auch ausgefallen sein mag, durften die Menschen behalten. Der fünfte Teil ging an den Pharao. Auch hier, die Menschen waren dankbar, dass sie überleben konnten.

Dauerhafte Einrichtung

Joseph verabschiedete ein Gesetz, welches festlegte, dass ab jetzt grundsätzlich gilt, dass der fünfte Teil der Erträge an den Pharao abzuführen sind. Das Gesetz war nicht für befristete Zeit angedacht, sondern mit “offenem Ende”.

Auffällig “moderne” Version

So manchen könnte es jetzt dämmern, dass dieser Verlauf der Ereignisse vor rund 3.900 Jahren ein vertrautes Gesicht aufweist (grafische Chronik Adam bis Gegenwart). Diese sichtbare Parallele zur “postmodernen” Welt hob der Prediger Dr. Conrad Vine in seiner Predigt “Heaven’s Reset Has Begun!” hervor (Quelle). Hierzu braucht man die Maßnahmen, Gesetzgebung und auch die Handlung der Menschen in einen aktuellen Kontext zu setzen.

Aus temporär wird dauerhaft

Der fünfte Teil der Ernte ist abzuführen. Das sind in anderen Worten 20 Prozent. Dieser Teil in Bezug wozu? Zur Ernte, also dem Einkommen. In diesem Sinne ist es ganz und gar nicht an den Haaren herbeigezogen, um von einer Einkommensteuer zu sprechen, und dies gleich mit üppigen 20 Prozent aus dem Stand weg. Eine weitere Parallele, die Conrad Vine betont, ist die Art und Weise der Einführung dieser Besteuerung. Diese Abgabe wurde am Anfang deklariert als eine temporäre Maßnahme, solange diese Notsituation besteht. Aber nach drei Jahren der Not wurde aus der vorübergehenden Maßnahme eine statische Angelegenheit. Ein wahrlich sehr “vertrautes” Schema auch zu unserer Zeit.

Not – Hilfe – Dankbarkeit – Bis zum Limit

Die Menschen erleiden Not und sind dankbar für die Hilfe. Sie gaben ihr ganzes Geld für Nahrung und waren dankbar. Die Menschen gaben ihr ganzes Vieh, also Handelsgut und “Arbeitsgeräte” für die Feldbearbeitung und somit eines ihrer Lebensgrundlagen, und waren dankbar, dass ihnen damit geholfen wurde. Sie gaben ihr Land und damit den Grundstock ihres eigenständigen Lebens, und waren dennoch dankbar, dass sie Hilfe erhielten. Es mündete sogar im Verlust ihrer Freiheit, indem sie von nun an Fronarbeit leisten mussten auf einem Land, das nicht mehr ihnen gehörte, führten dauerhafte Steuern ab, und waren dankbar, dass sie überleben konnten.

Kommt das nicht irgendwie sehr bekannt vor?

Nichts besitzen und dennoch glücklich sein

WEF
“Biblische Ambitionen”

Nach nur wenigen Jahren der ausgesetzten Notsituation befanden sich die Menschen Ägyptens und des Umlandes in einer Lage der Abhängigkeit. Dennoch nahmen sie der Situation gegenüber eine Haltung ein, die man durchaus bezeichnen kann mit: “Nichts mehr besitzen, aber glücklich sein”. Steuern und Abgaben sind längst so selbstverständlich, dass man nicht mehr über ihre Existenz meckert, sondern “nur noch” über deren Ausmaß und den zusätzlichen, mit teils sehr fraglichen Motiven eingeführten Steuern.

Wenn für derlei Zwecke keine wirkliche Notsituation vorliegt, dann erfindet man eben eine und setzt die Menschheit einer medialen Dauerbefeuerung aus, welche einem diese Not dann “in aller Ausführlichkeit erklären”. Da der Mensch dazu geneigt ist, glaubensbasiert zu reagieren, erklärt man diesen “Notstand” kurzerhand zur Religion (Info).

Die päpstliche Fortsetzung

Mit der stufenweise Enteignung der Bewohner Ägyptens konnte die Wandlung der einst freien, selbstständigen Menschen in den Stand der Leibeigenschaft beobachtet werden. Dies sogar mit mindestens “fahrlässiger Zustimmung” der Betroffenen aufgrund ihrer prekären Situation. Rund 2.900 Jahre später, also in der Zeit, die in Europa als das (finster) Mittelalter bezeichnet wird, war die Situation sehr ähnlich. Feudale Strukturen, das gemeine Fußvolk in einer Form der Leibeigenschaft gehalten und dem Frondienst verpflichtet.

Wer waren die Eigentümer von Grund und Boden? Die Grundherren waren durchwegs der hohe und niedrige Adel und ganz besonders direkte Einrichtungen der römisch-katholischen Kirche bzw. angeschlossene Einrichtungen. Das waren kirchliche Stiftungen wie Hoch- und Erzstifte (Fürstbistümer) und auch Klöster. Der römischen Kirche nicht fern standen die Patrizier. Ein Erbe der Oberschicht im antiken Rom. Vereinzelt kamen auch reiche Familien quasi aus dem “Nichts” auf, wie die schwäbische Kaufmanns-Familie Fugger (Hans Fugger, Augsburg, geboren ca. 1350). Diese vergab u.a. Papst Leo X ein Darlehen für die Finanzierung des Petersdoms im Vatikan. Leos Hinterlassenschaft war ein Schuldenberg, der den Obelisken in der Mitte des Petersplatzes um Weiten überragte.

Zum Entsetzen der römischen Kleriker kam auch noch ein Augustinermönch daher, der das für den Bau des Petersdoms und die Verbindlichkeiten an die Fugger notwendige Geschäftsmodell des Ablasshandels einen kräftigen Dämpfer verpasste. Sein Name war Martin Luther.

Frondienst des Adels

Das Leibeigentum, man möchte beinahe sagen, ganz nach dem Vorbild des antiken Ägyptens, war im Mittelalter gang und gäbe. Dies war aber nicht beschränkt auf der Ebene Herzöge und Fürsten “abwärts” zum Fußvolk, sondern ging noch um eine Etage nach oben. Besonders der italienische Adel hatte “starke Verbindungen” zum Papsttum. Das liegt in der Natur der Sache. Denn die Adelsfamilien hatten ihre Lehen entweder im damaligen Kirchenstaat oder erhielten ihre Adelstitel via Adelsbrief vom Papst. Dieser Brief konnte auch im Nachhinein, sofern es der Pontifex für angebracht hielt, in tausend Fetzen zerrissen werden.

Spätestens seit 1076 / 1077 wusste ein jeglicher Adel im “Heiligen Römischen Reich” darüber Bescheid, wer im Reich die Hosen anhatte. Nachdem der römisch-deutsche König Heinrich IV mitten im Winter die Alpen überquert hatte, um im Anschluss heulend und winselnd, barfüßig bei Frost und Schnee, für 3 Tage und Nächte vor verschlossenen Türen der Burg in Canossa beim Papst Gregor VII um Gnade flehte, waren die bis dahin diskutierten Rollenverteilungen abgeklärt. Damit war auch die “Nahrungskette” von einem Ende (Bauer) bis zum anderen Ende (Papsttum) klar definiert.

Nur gut ein Jahrhundert später wurden England und seine Könige von der Realität eingeholt. König Henry II und insbesondere John I knickten tief vor dem “Heiligen Stuhl” ein und final kassierte Papst Innozenz III “nebenbei” die englische Krone ein. Seither, unverändert bis heute, sind die Könige der britischen Insel dem “Kaiser Roms” tributpflichtig, mit allen “Rechten und Pflichten”. Dass sich dies auf die hiesige Bevölkerung und deren Schicksal niederschlägt, versteht sich von selbst.

Ein weiterer prophetischer Zusammenhang

Der wichtige Hinweis für eine weitere prophetische Perspektive ist bereits in 2. Moses 20,5 zum Zweiten Gebot zu finden:
…der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen
Bis zum “vierten Glied”. In Daniel 7 ist die Abfolge von 4 Tieren, jeweils Weltreiche erklärt. Löwe (Babylon), Bär (Medo-Persien), Panther (Griechenland), “Monster” (Rom). Sie alle haben gemeinsam, dass sie speziell Feinde des Volkes Israels, also das Volk Gottes waren. Vier Reiche, somit “vier Glieder”. Mit der Zerstörung Jerusalems in 70 n.Chr. und dem Bar-Kochbar Aufstand wurde das alte Israel aufgelöst.

Daniel 7 schildert das Aufkommen eines “kleinen Hornes” auf dem Kopf des “Monsters”, das antike Rom. Eindeutig, und das belegt die Historie, das Aufkommen des Papsttums im fließenden Übergang des untergehenden (West-) Roms. Eine quasi neue Generation der Widersacher gegen die ebenfalls neue Generation des Volkes Gottes, dem von nun an geistlichen Israel. Das Papsttum (gesamte Abolge das 5. Tier) als das erste Tier der “neuen Generation”. Gefolgt vom Staatswesen der Demokratien, abgelöst durch das nächste, nur für kurze Zeit bleibende Tier. Und final das achte Tier, welches aber eines der vorangegangenen Tiere sein wird. Das Buch der Offenbarung, Kapitel 17 erklärt hierzu mehr (Info).

Und wieder sind es (quasi) vier Glieder, aber dann folgt nicht eine erneute Generation, sondern der finale Untergang dieser Gott widerstrebenden Macht (Offenbarung 18).

War Joseph tatsächlich ein “Schuft”?

Joseph
Joseph – Verwalter Ägyptens

“Was? Der gute Joseph hat die Not der Ägypter auf diese Weise ausgenutzt?” Bisher ging man davon aus, dass der Sohn Jakobs, der von seinen eigenen Brüdern als Sklave verkauft wurde, sich mit ihnen wieder versöhnte und die ganze Familie ins üppige Land Ägypten holte, ein durch und durch aufrichtiger Mensch war. Eine solche Überraschung ist sogar nachvollziehbar. Aber nur wenn man die Bibel als eine Ansammlung bloßer Geschichten betrachtet, nach menschlichen Denkmuster vorgeht, die eigene Moral als Maßstab setzt und diese eigene Sicht auf einen engen Zeitraum begrenzt.

Conrad Vine hat es in seiner Predigt zwar nicht herausgearbeitet, aber dennoch verdeutlicht auch dieser Umstand etwas sehr Wichtiges. Gott denkt eben völlig anders als der Mensch, hat den Überblick auf jedes Detail des Gesamten und weiß auch, was künftig passieren wird. Jesaja 55,8:
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr;

Gottes Pläne (vorerst) nicht durchschaubar

Der Ablauf und die Veränderungen in dieser besagten Zeit der Not zeigt die Methode auf, mit der die Menschen in Abhängigkeit (oder besser, Versklavung) gebracht werden können, und dies gar nicht als Freiheitsentzug empfinden, ja sich sogar als “freie Bürger” fühlen und sogar dankbar sind. Es kommt hinzu, und das kann man auch als “Ironie der Geschichte” bezeichnen, dass das Volk Ägyptens bereits “Interna” selbst versklavt war, bevor es zur Versklavung des in Ägypten lebenden Volkes Israel kam.

Das sind eben die vorab undurchsichtigen Wege Gottes, wie Er die Dinge so leitet und gestaltet, damit diese zum anvisierten Ziel führen. Im Nachhinein, wenn das Resultat vollendet ist, waren Gottes Maßnahmen nur logisch. Ägypten war damals die Hochburg des Heidentums und der Götzenanbeterei. Derlei Dinge, auch wenn unmenschlich lange Geduld im Spiel war, ließ Gott nie unbeantwortet. Die 10 Plagen auf Ägypten, mit dem Auszug Israels zum Ziel, fielen Jahrhunderte nach der Regentschaft Josephs. Der Prophet Jesaja, also wiederholt sehr viel später, kündigte dann das große Gericht über das götzendienerische Ägypten an (Jesaja 19).

Auch der Prophet Hesekiel hatte etwas zum Gericht über Ägypten, das “Seeungeheuer”, zu sagen. In Kapitel 29 beschrieb der Prophet das kommende Ende des Großreiches Ägypten durch die Invasion des Babylonier-Königs Nebukadnezar. Wie eben die von Gott geleiteten Dinge ihren Weg nehmen.

Das Heidentum, wie durch die Ägypter, ist eine praktizierte Lüge, durch und durch. Kommt da nicht der Aussage, “die Wahrheit macht euch frei”, eine hervorragende Rolle zu?

Hand in Hand – Nahtloser Übergang

Und schon war mit der Prophetie und deren Verwirklichung die Grundlage gelegt für die weitere Prophetie des Daniels. Das große Gezerre zwischen dem Nordkönig und dem Südkönig in Daniel, Kapitel 11. Damals ein Typus mit einem buchstäblichen Babylon (Nordkönig) und einem buchstäblichen Ägypten (Südkönig). Und heute ist die Menschheit inzwischen in den Antitypus eingegangen, der eine Auslegung dieser Prophetie im geistlichen Sinne auf globaler Ebene verlangt (Info).

Bibel stets wieder überraschend

Bibellesung
Die Bibel – ‘Standardwerk’

Das von Gott an den Menschen gegebene Evangelium enthält Details, Muster, Strukturen und Zusammenhänge, die noch gar nicht alle überblickt wurden. Mit einem jeden Ansatz, eine schon bekannte Passage neu zu lesen, tun sich in aller Regel neue Erkenntnisse auf. Wie auch im Kleinen, z.b. die Struktur des Buches Daniel (Info), so auch im Großen.

Ein einfaches Beispiel ist der grobe “2.000-er Abstand”. Es begann mit der Schöpfung Gottes. Rund 2.000 Jahre später folgte der Meilenstein durch die Berufung Abrahams. Weitere rund 2.000 Jahre später erschien Jesus Christus als Mensch in dieser Welt, ein Höhepunkt. Seither sind weitere rund 2.000 Jahre vergangen und alle Zeichen stehen dafür, dass Jesus Christus bereits vor der Türe steht und anklopft (Offenbarung 3,20). Das wären 6 x 1.000 Jahre. Was folgt, gibt Offenbarung 20 bekannt. Weitere 1.000 Jahre der Ruhe (“Millenium“). Damit wären rund 7.000 Jahre komplett, wie 6 Tage Schöpfung und der siebente Tag der Woche als ein Tag der Ruhe (Sabbat – Info).

Tutmosis III.

Das historische Ereignis Joseph in Ägypten ist, im Gegensatz der zahlreichen Bestätigungen zu anderen Themen, bis dato (noch) nicht außerbiblisch belegt. Es liegt aber nahe, dass dies einen anderweitig historisch belegbaren Grund hat. Die alten Ägypter waren dazu geneigt, ihre eigene Historie der Nachwelt stets glorreich darzustellen. Was gründlich schiefging, wurde vernichtet oder “blumig gestaltet”. Musterbeispiele sind Hatschepsut und Thutmosis III. Schon zur damaligen antiken Zeit sollten die Andenken an beide Herrscher völlig ausgerottet werden. Dies geschah jedoch nicht gründlich genug. Archäologen bzw. Ägyptologen entdeckten sie dennoch.

Wie es der “Zufall” so will, ist es Tutmosis III, dessen Sterbedatum in verschiedenen Jahreszahlen vorliegt. Die älteste Angabe (z.B. Oxford Dictionary) beschreibt das Jahr 1.450 v.Chr. Jüngere Angaben nennen ungefähr 1.427 v.Chr. Zudem enthält die offizielle Mumie dieses Pharaos einen Körper eines rund 30-Jährigen, nicht aber eines gut 80-Jährigen, welcher Tutmosis III gewesen sein muss. Hinzu kommt, dass sein Nachfolger nicht der älteste Sohn war, sondern sein zweiter Sohn.

Soll etwa nicht sein, was nicht sein darf? Berechnet man gemäß biblischer Genealogie die Geburtsabfolge der alten Patriarchen, über Abraham und Moses, bis zum Auszug Israels aus Ägypten, dann erhält man als Jahr des Auszuges des Volkes Israel 1.450 v.Chr. (plus/minus wenige Jahre der Unsicherheit). Was erzählt die Bibel dazu? Die 10te Plage betraf den Tod jeder Erstgeburt im Land Ägyptens. Damit wäre auch der älteste Sohn Tutmosis III betroffen und es bliebe nur noch seine Nachfolge durch den Zweitgeborenen. Der Pharao selbst ertrank beim Nacheilen des abziehenden Volkes Israels im Schilfmeer und war damit “verschwunden”. Für seine Mumie bliebe nur ein “Ersatz”. Es traf wohl einen unglücklichen, weitaus jüngeren Zeitgenossen vom Hofe.

Indirekter außerbiblischer Beleg

Hyroglyphen
Antikes Ägypten – Nur das Schöne berichten

Zur Zeit des Wirkens Josephs in Ägypten hatte im Zentrum des riesigen Reiches ein Fremdvolk die Dominanz inne, wie Conrad Vine in seiner Predigt hervorhebt. Archäologen wissen um die Invasion des Volkes der Hyksos (bzw. Hykussos), aus dem asiatischen Raum. Hyksos ist ein Wort aus dem Mittelägyptischen, welches “Herrscher der Fremdländer” bedeutet. Sie regierten Ägypten für rund 108 Jahre im Zeitraum von ungefähr 1.648 bis 1.550 v.Chr. Die genauen Jahreszahlen sind eher nicht verbindlich, da die Wissenschaft nach Neufunden oft zu Anpassungen gedrängt ist. Für Ägypten war dies zumindest eine Zeit der Schmach und Schande und deshalb ist diese Periode in ägyptischen Aufzeichnungen nach bisherigen Funden nichts enthalten. Für die blumigen Selbstdarsteller Ägyptens ein “No-Go”. Dafür fand man darüber Angaben in externen Quellen.

Da Josephs Zeit in Ägypten mit den Einflüssen der Hyksos zusammentrifft, liegt es deshalb sehr nahe, dass auch Aufzeichnungen über ihn vermieden oder im Nachtrag vernichtet wurden, weil die Schande unter der Herrschaft der Invasoren aus den Geschichtsbüchern verbannt bleiben sollte.

Pferde waren im antiken Ägypten bis zu jener Dynastie unbekannt. Die Bibel berichtet allerdings in 1. Moses 47,17, dass zu den Zahlungsmitteln der hungernden und bereits alles Geld ausgegebenen Menschen auch Pferde gehörten. Spätere Aufzeichnungen Ägyptens zeigen jedoch klar, dass “plötzlich” Pferde im Reich vorhanden waren. Kein zwingender Beweis, aber doch ein starkes Indiz für die Wahrhaftigkeit des biblischen Berichtes zum “Fall Joseph”.

Unbefangen wie ein Kind

Dieses Nachvollziehen der biblischen Berichte an der geschriebenen, außerbiblischen Historie, das Forschungsgebiet der Archäologie, mit den jeweiligen Bestätigungen, war vor dem Zeitalter der “Aufklärung und Vernunft” eine Selbstverständlichkeit. Die Bibel galt für die einstige Historienforschung sogar als verbindliches Nachschlagewerk und als ein Standard. Bis heute degradiert als ein Märchenbuch für Erwachsene. Mit einer solchen Einstellung, wenn man die Bibel tatsächlich zum Lesen öffnet, lassen sich verständlicherweise die erstaunlichen Zusammenhänge im Typus und Antitypus, die Prophetien mit Gültigkeit für das Jetzt und Morgen, nur sehr schwer bis gar nicht erkennen.

Wer schon beim ersten Satz der Bibel, “im Anfang schuf Gott Himmel und Erde” (1. Moses 1,1) ins Stolpern gerät, könnte hier bis zum Neuen Testament vorgreifen und einen Rat von Jesus Christus befolgen.

Ein heute anerzogener Stolz und auch Hochmut des “aufgeklärten und vernünftigen” Menschen gegenüber dem geschriebenen Wort Gottes. Jesus Christus ermahnte hierzu in Matthäus 18,3-5:
Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen! Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.

und in Lukas 18,17:
Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gar nicht hineinkommen!

Predigt Dr. Conrad Vine – “Heaven’s Reset Has Begun!”

Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.
Johannes 17,17

Bibelverse aus Schlachter 2000

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