Olli Dürr Geheime Vorentrückung Christen – Ein Märchen aus jesuitischer Feder

Geheime Vorentrückung Christen – Ein Märchen aus jesuitischer Feder

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Große Teile der evangelikalen Kirchen warten auf eine geheime Vorentrückung der gläubigen Christen bevor die große Drangsal beginnt, samt Erscheinen eines künftigen Antichristen. Kaum eine These hat so viel Menschen in die Irre geführt wie die Ideen einiger Jesuiten und deren nützlichen Handlanger. Vor rund 430 Jahren formuliert und heute auf die Erfüllung eines Märchens wartend. Ein Verwirrspiel der Meisterklasse und Rom lacht sich kaputt.

Alles wartet gebannt auf die rettende Entrückung

Im bereits laufenden Endzeitszenario erwartet ein Großteil der evangelikalen Welt schon in Kürze ein Entrücken der christlichen Gemeinden (Dispensationalismus). Ein Entrücken wohin? Die vor allem in den USA weit verbreitete These geht davon aus, dass Jesus Christus sein treues Volk, die Christen, auf einen Schlag und urplötzlich von dieser Erde nehmen wird, um diese in das sichere Gefilde des himmlischen Reiches zu versetzen. Die Gottlosen, also Atheisten und Menschen anderen Glaubens müssen dagegen eine darauf folgende Phase der Drangsal erleben. Dieser Zeitraum der heftigen Trübsal werde verursacht vom erscheinenden „Antichristen“.

Begründet werde dieses Endzeitszenario anhand der Bibel, doch eine Frage nach den entsprechenden Stellen in der Schrift, bleibt regelmäßig unbeantwortet, oder es folgen lediglich Angaben einzelner Verse. Ein Kontext kann jedoch nicht hergestellt werden und dies ist auch nicht überraschend. Diese „geheime Entrückung“ oder auch „Vorentrückung“ existiert schlicht und einfach nicht in der Bibel und wird deshalb auch nicht auf diese Weise eintreffen.

Etwas in der Bibel nicht Existierendes kann nur sehr schwer nachgewiesen werden und ist lediglich dadurch möglich, die Schrift gemeinsam Zeile für Zeile vom Anfang bis zum Ende durchzulesen, nur um festzustellen, dass da nichts zu finden war. Deshalb steht derjenige, der eine solche These wie die „geheime Vorentrückung“ postuliert, dies auch anhand der Schrift zu belegen.

Das weitverbreitete Endzeitszenario

Klimahysterie

Eine Menge ominöser Erwartungen

Ein sehr populäres Bild des Ablaufes beginnt mit der plötzlichen (geheimen) Entrückung der christlichen Gemeinde. Diese werde im Himmelsreich in Sicherheit gebracht. Erst jetzt verliere Satan seine Position im Himmel und werde auf die Erde geworfen. Dieser große Widersacher Gottes werde umgehend zwischen dem „Fürsten“ und „dem Volk“ einen Bund schließen. Es folgen 3,5 Jahre „Friede und Sicherheit“.

Im Anschluss überkomme dem Volk Juda für weitere 3,5 Jahre ein „plötzliches Verderben“. Jerusalem werde zerstört und Babel zur Hauptstadt dieser Welt. Nun erscheine Jesus Christus auf dem Ölberg und es beginne für eine Phase von 33 Jahren die große Drangsal über die Nationen. Die Verkündigung von 144.000 Israeliten leite die Gründung des Reiches Christi auf Erden ein. Parallel dazu werden „Antichristliche Reiche“ errichtet.

Mit dem Abschluss der 33 Jahre werden Märtyrer wieder zum Leben erweckt, um zusammen mit Jesus Christus zu herrschen. Babel werde verwüstet und Jerusalem zur Hauptstadt des neuen Königreiches. Das Tier und der falsche Prophet werden ergriffen. Satan wird in den Abgrund geworfen und für 1000 Jahre dort gebunden sein. Damit beginne das 1000-jährige Friedensreich auf Erden. Danach werde das große Endgericht über Satan und einen jeden einzelnen Menschen gehalten. Das „Ende des Zeitalters“ bzw. der „Jüngste Tag“. Final folgt das offene Ende der Ewigkeit.

Nebenher gibt es noch weitere Szenarien mit Abweichungen. Aber sie haben alle gemein, dass es eine (geheime) Vorentrückung und auch ein 1000-jähriges Friedensreich auf Erden geben werde.

Bibel sagt etwas völlig anderes

Diese in den evangelikalen Kreisen weit verbreitete Beschreibung des finalen Ablaufs wird gestützt von Hollywood-Produktionen wie die Serie „Left Behind“. Hier steht in der ersten Folge das plötzliche Verschwinden von vielen Menschen im Mittelpunkt, also die sogenannte Vorentrückung.

Worauf stützt sich diese Erzählung, die auch in größeren Kreisen von Gemeinden in Deutschland (z.B. Baptisten, Pfingstler, Charismatiker) längst Einzug gehalten hat? In der Bibel ist diese Abfolge nicht zu finden und vom heiteren Himmel ist diese Geschichte auch nicht gefallen. Die Urheber des heute weit verbreiteten Endzeitszenarios waren ausschließlich „geistliche Köpfe“ aus den Reihen der römisch-katholischen Kirche, vornehmlich Jesuiten. Die Widersprüche dieser Endzeitbeschreibungen gegenüber den Aussagen der Bibel sind offensichtlich – Hier.

Auch sind die tatsächlich zahlreichen Beschreibungen im Alten und Neuen Testament über den Zustand der Erde, nachdem „alles passiert ist“, eindeutig. Ein 1000-jähriges Friedensreich auf der (bewohnten) Erde ist völlig ausgeschlossen. Die Belege dafür gibt es Hier.

Anlass und Motive

Vatikan

Die „unantastbare Heiligkeit“ des Vatikans

Mit dem Beginn der Reformation im Jahr 1517 fühlte sich die römisch-katholische Kirche dazu genötigt, gegen ihren zunehmenden Machtverlust und die gewonnenen Erkenntnisse der Bibel mit allen möglichen Mitteln zu bekämpfen. Mit dem Konzil zu Trient (1545 bis 1563) positionierte sich die römische Kirche hinter ihre eigenen Dogmen und verurteilte das „ketzerische Treiben“ der Reformation aufs Schärfste. Gegen die Verbreitung der jüngst von Martin Luther ins Deutsche übersetzte Bibel, und das englische Gegenstück von William Tyndale, konnte die Kirche kaum mehr etwas unternehmen. Das Papsttum war nicht mehr in der Lage, ihre irrigen Lehren weiterhin zu verbreiten, ohne dass es den Menschen möglich war, dies anhand des geschriebenen Wortes Gottes selbst zu prüfen.

Eines der größten Desaster für die Kirche Roms war die Erkenntnis des an vielen Stellen der Bibel beschriebenen irdischen Widersacher Gottes, der Antichrist (Info). Die Reformatoren erkannten das Papsttum mit allen seinen Eigenschaften unzweifelhaft als den „Sohn des Verderbens“ und den „Mensch der Sünde“.

Diese Erkenntnis wird heute gerne dem Reformator Martin Luther als Einzelperson zugeschrieben. Dieser „verwirrte Mönch“ könne schließlich etwas zu tief in seinen Bierhumpen geblickt haben. Und heute erscheine diese These über das antichristliche Papsttum ohnehin als nicht mehr „zeitgemäß“. Doch eine derartig behauptete Monopol-Erkenntnis Luthers ist bereits eine solche Irreführung. Zwischen dem 14ten und dem Beginn des 19ten Jahrhunderts waren es mindestens 80 namhafte Theologen bzw. Reformatoren, die die römisch-katholische Kirche anhand der biblischen Beschreibung einhellig als den Antichristen erkannten (hier).

Die Gründung des Jesuiten-Ordens

Nach dem Beginn der Reformation vergingen nur wenige Jahre, bis der Orden „Societas Jesu“ (SJ) gegründet wurde. Im Jahr 1534 von Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Peter Faber, Diego Laínez, Simão Rodrigues, Nicholas Bobadilla und Alfonso Salmerón formiert und am 27. September 1540 vom Papst Paul III offiziell ins Leben gerufen. Ziel dieses Ordens: die Vernichtung des Protestantismus und die Wiederherstellung der ursprünglich uneingeschränkten Macht der römischen Kirche. Koste es, was es wolle, denn der „Zweck heiligt die Mittel“.

Interventionen nur bedingt erfolgreich

Der Verbreitung der Bibel konnte kein Einhalt mehr geboten werden. Dafür war es bereits zu spät. Selbst der „Großversuch“ der vom Papst engagierten Spanischen Armada gegen den König Englands, der die Übersetzung der Bibel (King James Version) in Auftrag gab, scheiterte kläglich. Auch der vom Erz-katholischen Offizier Guy Fawkes im Jahr 1605 geplante Terroranschlag auf den englischen König Jakob I und das Parlament ging gründlich schief. Dieses Ereignis hat sich derart tief eingebrannt, dass sogar heute noch traditionell an die „Guy Fawkes Nacht“ und „Gunpowder Plot“ gedacht wird.

Urheber der Vorentrückungs-These

Sabotage, Mord und Totschlag seitens des vom Papst „geduldeten“ Jesuiten-Ordens versetzen hier und dort Wunden, konnten die Reformation jedoch nicht mehr abwenden. Eine parallel laufende Strategie der Jesuiten erschien weitaus vielversprechender. Die neue Auslegung der biblischen Prophetie. Schließlich hätte die Kirche Roms sehr schlechte Karten in der Hand, wenn sich die Erkenntnis über ihre Identität des Antichristen weiter herumspräche. Dieses Wissen anhand der Bibel muss daher unbedingt aus den Köpfen der Menschen getilgt werden. Das gilt ganz besonders für den Antichristen, der schließlich niemals das Papsttum sein dürfe (Info).

Jesuit Franciscus Ribera

Francisus Ribera

Einer der Pioniere für die Neuauslegung der biblischen Beschreibungen und den Prophetien war der Jesuit Franciscus Ribera (Spanier, 1537–1591). Er widmete sich insbesondere dem Buch der Offenbarung, die sogenannte Johannes-Apokalypse. In nicht weniger als 500 Seiten beschrieb Ribera seine Sicht auf die Aussagen der Prophetien. Der Jesuit stellte hierzu über einen erst in der Zukunft erscheinenden Antichristen und seinem Wirken folgende Thesen auf:

– Der künftige Antichrist werde das Volk Gottes lästern und verfolgen
– Er werde die christliche Religion abschaffen
– Er werde wieder einen Tempel in Jerusalem errichten
– Jesus Christus werde von ihm verleugnet
– Rom werde zerstört
– Der Antichrist werde von den Juden empfangen werden
– Er wird sich selbst als Gott ausgeben
– Er tötet die beiden Zeugen Gottes
– Er wird die Welt erobern

Die Handhabung der prophetischen Zeiträume verwarf Ribera und legte Angaben wie 1260 Tage, 42 Monate und 3,5 Zeiten als wörtlich aus (prophetische Zeitangaben – Info). Die von Ribera formulierten Auslegungen sind heute auch als „Futurismus“ bekannt.

Jesuit Robert Bellarmine

Robert Bellarmine

Eine weitere gewichtige Rolle bei der Neuinterpretation der Prophetie war der Italiener und Jesuit Robert Bellarmine (1542-1621). Bellarmine war es, der den Naturforscher Galileo Galilei im Jahr 1616 dazu zwang, die Erkenntnis einer feststehenden Sonne und die darum kreisende Erde zu widerrufen.

Bellarmine stellte im Jahr 1593 das Buch „Disputationes de Controversiis Christianae Fidei Adversus Huius Temporis Haereticos“ („Disputationen über die Kontroversen des christlichen Glaubens gegen die Ketzer dieser Zeit“) fertig. Sein wohl am meisten einflussreiche Buch, ganz besonders in Deutschland und in England. Eben jene Länder, wo die Bibelübersetzung der Reformatoren weit verbreitet waren. Der Jesuit gilt heute als einer der größten „Verteidiger der römisch-katholischen Kirche“. Bellarmine übernahm den von seinem Ordens-Bruder Ribera ausgearbeiteten Futurismus und verfeinerte einzelne Aussagen. Zielsetzung war die (vermeintliche) Widerlegung der Erkenntnisse der protestantischen Reformatoren.

Futurismus wurde etabliert

Mit den Arbeiten von Ribera und Bellarmine wurde die Grundlage für eine Vorentrückung der christlichen Gemeinde geschaffen, wenn dies auch nicht unbedingt die Absicht war. Vordergründig wollten die beiden Jesuiten die römisch-katholische Kirche vom erkannten Antichristen abtrennen. Denn erscheine der Antichrist erst in der Zukunft, dann folgte daraus, dass die Kirche Roms dieser Widersacher Gottes gar nicht sein könne. Da der Jesuiten-Orden exzessiv die jeweilige Leitung der „fortschrittlichsten Bildungsstätten“ einnahm, ganz besonders die Schulen der Theologie, fand der Futurismus eine erste große Verbreitung. Sogar protestantische Adelhäuser schickten fatalerweise ihre Zöglinge mit Vorliebe in von Jesuiten geführten Bildungsstätten.

Jesuit Manuel Lacunza – Vorentrückung

Manuel Lacunza

Mit dem nächsten Jesuiten, Manuel de Lacunza (1731-1801), Sohn von sehr wohlhabenden Eltern durch Kolonial-Handel in Chile, taucht erstmalig die These über eine geheime Vorentrückung der christlichen Gemeinde auf. Unter dem Pseudonym „Juan Josafat Ben-Ezra“ (ein jüdischer Rabbi) stellte Lacunza in 1812 sein bedeutendstes Buch, „Das Kommen des Messias in Majestät und Herrlichkeit“ fertig. Der Jesuit übernahm hierbei die These des von Ribera und Bellarmine formulierten Futurismus und fügte lediglich einzelne Ereignisse mit ein. Dazu zählt auch die sogenannte Vorentrückung.

Lacunza war es, der den „Tag des Herrn“ auf das Ende einer Phase der Menschheitsgeschichte bezog. Der Jesuit war bei Inquisition und beim Papst in Ungnade gefallen. Offenbar passte seine Darstellung des „Tag des Herrn“ mit der offiziellen Doktrin Sonntagsheiligung nicht zusammen (Info). Damit wäre der Jesuit Lacunza zwar „partikular“ richtig gelegen, aber im Kontext war dies nicht seine Absicht. Denn im Deckmantel eines Rabbis (Etikettenschwindel) schrieb Lacunza über ein Gericht über die Lebenden und die Bekehrung der Juden im Vorfeld eines 1000-jährigen Reiches des Friedens auf Erden.

Presbyterianer Edward Irving

Edward Irving

Mit dem presbyterianischen Prediger Edward Irving (Schotte, 1792-1834) fand die aus den Federn von Jesuiten erfundene Vorentrückungsthese einen Weg in die evangelikale Welt. Irving tat sich hervor als ein Bindeglied zwischen römisch-katholischer und den evangelikalen Kirchen.

Passend zur im Jahr 1830 gestarteten „Oxford-Bewegung“ innerhalb der anglikanischen Kirche Englands. Hier tat sich besonders der einstige anglikanische Pfarrer John Henry Newman hervor. Er brachte Stück für Stück die römisch-katholischen Gepflogenheiten in die Kirche ein und konvertierte kurzerhand zum katholischen Glauben. Es dauerte nicht lange, bis Newman quasi vom Stand weg zum Kardinal gekürt wurde.

Edward Irving leistete Vorarbeit durch die Eröffnung von „katholisch-apostolischen“ Gemeinden, später auch „Irvingianismus“ genannt. Quasi als ein Maulwurf tätig, verbreitete Irving die These einer Vorentrückung in der evangelikalen Welt anhand der Übersetzung des vom Jesuiten Lacunza verfassten Buches.

John Nelson Darby – Dispensationalismus

John Nelson Darby

Einen immensen Beitrag für die Verbreitung der Vorentrückungs-These leistete der Engländer John Nelson Derby (1800-1882). Unter seinem Zutun wurde der sog. Dispensationalismus auch in den protestantischen Kirchen populär. Darby reiste in die USA, nach Australien, Neuseeland und sah es als seine Hauptaufgabe, die von Edward Irving übersetzten Schriften aus den Federn des Jesuiten Lacunza zu verbreiten. Der Glaube an den Dispensationalismus verbreitete sich in den gesamten USA ebenso wie in den britischen Kolonien und auch in Europa.

Darby wandte sich zwar im Rahmen seiner von ihm gegründeten Brüderbewegung gegen die römisch-katholische Kirche, verbreitete aber dennoch (bewusst oder unbewusst) die Lehren einer Vorentrückung, die aufgrund der jesuitischen Herkunft gar nicht mehr katholischer sein können.

Cyrus I. Scofield – Vorentrückungs-Bibel

Cyrus Scofield

Um der Verbreitung der Vorentrückungs-These quasi noch die Krone aufzusetzen, machte sich der US-Theologe Cyrus I. Scofield (1843-1921) heran und verfasste eine eigene Bibel. Die „Scofield Reference Bible“ wurde erstmals im Jahr 1909 veröffentlicht und erhielt im Jahr 1917 eine Revision. Scofield hob anhand seiner Kommentierung der Bibel die These der geheimen Vorentrückung hervor.

Diese Schrift fand besonders in den USA großen Anklang. Scofield kommentierte z.B. die Prophetie im Buch Hesekiel, Kapitel 38, dass Russland in der Schlacht von Harmagedon eine große Rolle spielen werde. Eine These, die auch in katholischen Kreisen in Deutschland eine gewisse Anhängerschaft gefunden hat.

Zusammenfassung Werdegang Vorentrückungs-These

  • Der Jesuit Franciscus Ribera interpretierte Ende 16tes Jahrhundert den Antichristen als eine erstmalige Erscheinung in der Zukunft (Futurismus)

  • Der Jesuit Robert Bellarmine verfeinerte den Futurismus mit einigen Details

  • Der Jesuit Manuel Lacunza formulierte erstmalig eine geheime Vorentrückung der christlichen Gemeinde (Dispentationalismus)

  • Der Presbyterianer Edward Irving übersetzte Lacunzas Schreiben und leitete die Verbreitung ein

  • Der evangelikale Prediger John Nelson Darby verbreitete die Vorentrückungs-These auf verschiedenen Kontinenten

  • Der US-Theologe Cyrus I. Scofield schrieb eine Bibel, in die Kommentare die Vorentrückungs-These stützen

Alles wartet gebannt auf Vorentrückung

Menschenmenge

Gebanntes Warten auf Erfüllung eines Märchens

So viel Interpretation und Aufwand, wenn doch zur Zeit des Jesuiten Franciscus Ribera alles schon seit rund 1.400 Jahren in der Bibel stand? Das Dilemma für die Kirche Roms fing eben mit der Verbreitung der Heiligen Schrift in der Muttersprache des gemeinen Volkes an. Statt des biblischen Berichtes mussten dann neue Erzählungen verbreitet werden. Während die beabsichtigte Vernichtung der Bibel ein vollkommener Fehlschlag war, entpuppte sich die Neuerfindung einer Endzeit-These dagegen als ein durchschlagender Erfolg. Dies belegt der heute weit verbreitete Irrtum einer Vorentrückung, eines künftigen Antichristen und eines 1000-jährigen Friedensreiches auf Erden.

Alles blickt gebannt auf einen ominösen 3. Tempel in Jerusalem, so wie es sich der Jesuit Ribera einst ausdachte. Auch das Verstecken hinter dem Namen eines jüdischen Rabbis spricht nicht gerade für ehrenvolle Absichten des Jesuiten Lacunza. So kommt es auch, dass diese Kombination Futurismus und Dispensationalismus auch wunderbar mit der Erwartung der jüdischen Gemeinden zusammenpasst. Diese warten immer noch auf das (erstmalige) Erscheinen des Messias, der dem bösen Treiben eines Tyrannen (Antichrist) ein Ende bereiten und im Anschluss sein Königreich auf Erden aufrichten werde. Zu Jesu Christi Zeiten herrschte die gleiche Erwartung vor. Damals war es die Tyrannei der Besatzungsmacht des kaiserlichen Roms.

Eigene „Prophetie“ selbst erfüllend

Prophetie-Antworten

Die Bibel enthält die Wahrheit auch über das Ende

Die Prophetien der Bibel, so wie sie niedergeschrieben sind, können vom Menschen nicht beeinflusst, geschweige verhindert werden. Die Ereignisse werden exakt so eintreffen, wie sie angegeben. Eine eigene Geschichte, bereits vor rund 430 Jahren begonnen, kann durchaus die Grundlage für eine ebenso selbst inszenierte Entwicklung darstellen. Welch ein Kunststück, die Dinge so passieren zu lassen, wie sie bereit vor hunderten Jahren quasi als Drehbuch festgelegt wurden. Fatal für alle Menschen, die nach wie vor blind hinterherlaufen, ohne sich selbst um die Wahrheit zu kümmern, indem sie die Schrift einfach nur selbst (-denkend) studieren.

Das heute päpstliche Rom gibt sich nach der politischen Entmachtung in 1798 und besonders nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) im Zeichen der Ökumene äußerst friedlich, verständlich, demütig und sich der Ethik und Moral verschrieben (Info). Das derzeitige Säuseln aus Rom (nicht Jerusalem!) wird sich einst wandeln in einen starken, eiskalten Sturm. Die durchaus in der Bibel beschriebene (kleine) Trübsal zum Ende der Zeit wird jedoch nicht diejenigen betreffen, die an der von Jesuiten vorgegebenen und mehrheitlich angenommene Erwartung festhalten, sondern diejenigen, die felsenfest am geschriebenen Wort Gottes und damit der Wahrheit festhalten werden.

Hinweise auf die Aussagen der Bibel

Der von den Reformatoren erkannte Antichrist ist schon längst aktiv – hier
Es gibt kein 1000-jähriges Friedensreich auf Erden – hier
Es gibt weder Vorentrückung noch einen künftigen Antichristen – hier
Die Bibel beschreibt die Details zum Ende der Zeit – hier
Das Papsttum trägt die „berühmte 666“ im eigenen Titel – hier
Die finale Verfolgung wird nur wenige betreffen – hier

Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.
Offenbarung 12,17

Bibelverse aus Schlachter 2000

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