Wie eigentlich regelmäßig gibt es auch für die Interpretation der Öffnung des Buches mit den 7 Siegeln verschiedene Variationen. Ein davon geht aus, dass die Öffnung des ersten Siegels erst in der Zukunft passiert, andere wiederum beschreiben die Abfolge der 7 Siegel als Ereignisse der Vergangenheit, die Gegenwart und auch die nahe liegende Zukunft.
Inhalt / Content
- 1 Die Zukunftsversion
- 2 Variante 1: 7 Siegel – Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
- 3 Nur Jesus Christus ist würdig
- 4 Grobe Zeiteinteilung der 7 Siegel
- 5 1. Siegel – Weißes Pferd:
- 6 2. Siegel – Rotes Pferd
- 7 3. Siegel – Schwarzes Pferd
- 8 4. Siegel – Fahles Pferd
- 9 Parallelen zu den Sendbriefen an 7 Gemeinden
- 10 5. Siegel – Seelen unter dem Altar
- 11 6. Siegel – Vorwarnung & End-Szenario
- 12 7. Siegel – Bindeglied Typus – Antitypus (?)
- 13 Variante 2: Das Gericht
- 14 Wir sind kurz vor dem Ende
Die Zukunftsversion
Das Buch mit den Sieben Siegel und die “apokalyptischen Reiter”. Eine durchaus bekannte Passage im Buch der Offenbarung des Johannes. Doch der Ausdruck “apokalyptisch” für vier nacheinander folgende Reiter deutet bereits darauf hin, dass die Abfolge dieser symbolischen Reiter auf ihren Pferden als eine zukünftige Vision der “kommenden Konflikte” gedeutet wird.
Diese Erzählweise passte allenfalls zu den Annahmen eines “kommenden Antichrist”, die (geheime) Vorentrückung der Christen-Gemeinde bevor eine 7-jährige Trübsalzeit einsetzte. Doch dies sind allesamt außerbiblische Erfindungen von eifrigen “Denkern” des Jesuitenordens (Info).
Deshalb ist es auch nicht wirklich überraschend, dass die Bedeutung der vier Pferde in dieser Zukunfts-Auslegung direkt auf den Kopf gestellt wird. Das weiße Pferd stelle demnach den “kommenden Antichrist” dar, welcher sich als ein Retter ausgebe. Das darauffolgende rote Pferd, welches Tod und Verderben auf die Erde bringe, sei dagegen von Gott gesendet. Also noch alles Zukunfts-Szenarien und zudem völlig umgedreht.
Variante 1: 7 Siegel – Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Tatsächlich erstreckt sich die Bedeutung des Buches mit den sieben Siegel über längst geschehene Ereignisse bis hin zur Gegenwart und auch darüber hinaus. Die Bedeutung des Buches der sieben Siegel ist daher brandaktuell und nicht nur eine symbolische Vorhersage ausschließlich künftiger Ereignisse.
Nur Jesus Christus ist würdig
Nur einer ist würdig, die sieben Siegel des Buches zu öffnen und auch in das Buch hineinzublicken. Das ist Jesus Christus, das geschlachtete Lamm Gottes. Das ist unmissverständlich in Kapitel 5 der Offenbarung erklärt. Offenbarung 5,9:
“Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen,“
Grobe Zeiteinteilung der 7 Siegel
Der Ablauf der 7 Siegel und die darin vorkommenden vier Pferde, deren Reiter und die beschriebenen Eigenschaften lassen sich geschichtlich sogar in einen gewissen Zeitrahmen einordnen. Die jeweiligen Jahreszahlen sind lediglich Eckpunkte.
- Das erste Siegel – Weißes Pferd: erstes Jahrhundert n.Chr.
- Das zweite Siegel – Rotes Pferd: ca. 100 bis 323 n.Chr.
- Das dritte Siegel – Schwarzes Pferd: 323 bis 538 n.Chr.
- Das vierte Siegel – Fahles Pferd: 538 bis 1798 n.Chr.
- Das fünfte Siegel – Seelen unter dem Altar: ab 1798
- Das sechste Siegel – Katastrophen brechen herein: ab 1798 & Zukunft
- Das siebte Siegel – Ende Mittlerdienst Jesu – Vergangenheit & Zukunft
1. Siegel – Weißes Pferd:
Gemäß Offenbarung 6,2 öffnet das Lamm Gottes das erste der sieben Siegel und es erscheint ein Reiter mit einem weißen Pferd:
“Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und es wurde ihm eine Krone gegeben, und er zog aus als ein Sieger und um zu siegen.“
Es handelt sich um Jesus Christus und das Evangelium. Ganz im Gegensatz der Apologeten, die diesen Reiter glatt zum “künftigen Antichrist” machen, der sich als falscher Retter ausgebe. Aber auch in den Details ist die Bibel sehr klar. Der Reiter hat eine echte Krone auf, denn handelte es sich um eine Fälschung, würde dies das Evangelium entsprechend darstellen. Ein Beispiel ist Offenbarung 9,7:
“Und die Gestalten der Heuschrecken glichen Pferden, die zum Kampf gerüstet sind, und auf ihren Köpfen [trugen sie] etwas wie Kronen, dem Gold gleich, und ihre Angesichter waren wie menschliche Angesichter.“
Diese Gestalten trugen “etwas wie Kronen, dem Gold gleich”, also klar eine Imitation nicht aus echtem Gold.
Jesus Christus hat den Sieg über den Widersacher davongetragen, das Heil verkündigt und diese frohe Botschaft zieht in die Welt hinaus. Der Reiter und das weiße Pferd symbolisieren die Nach-Christi-Zeit der ersten Stunde. Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, schrieb Johannes auf der Insel Patmos ungefähr 90-95 n.Chr.
2. Siegel – Rotes Pferd

Das zweite Siegel lässt ein rotes Pferd erscheinen, Offenbarung 6,4:
“Und es zog ein anderes Pferd aus, das war feuerrot, und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, damit sie einander hinschlachten sollten; und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.“
Feuerrot oder auch Scharlachrot sind klare Attribute des Drachens, also des Widersachers. Beispiele sind Offenbarung 12,3 und Offenbarung 17,3. Es handelt sich somit um eine satanische Macht, die Verderben mitbringt. Das kaiserliche Rom ist bekannt dafür, nicht gerade zimperlich mit den Menschen in den eroberten Gebieten umzugehen. Das römische Reich erreichte damals das größte Ausmaß der bisherigen und auch untergegangenen Weltreiche.
Die jungen Christengemeinden waren durch die Kaiser Roms heftigen und grausamen Verfolgungen ausgesetzt. Diese Verfolgung und das Hinschlachten der ersten Christen ging bis ins Jahr 312. Erst mit Konstantin wurde das Christentum offiziell anerkannt. Allerdings mit bereits erheblichen Beimengungen des Heidentums und deren Bräuche bzw. Traditionen. Ganz vorne dabei die Gemeinde in Rom.
3. Siegel – Schwarzes Pferd
Das nächste Pferd nach dem Öffnen des dritten Siegels ist in Offenbarung 6,5-6 beschrieben:
“Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sprach: Ein Maß Weizen für einen Denar, und drei Maß Gerste für einen Denar; doch das Öl und den Wein schädige nicht!”
Auf den ersten Blick ein Hinweis auf eine heftige Inflation, denn ein Denar war der durchschnittliche Tagelohn. Allerdings ist die Symbolik auch hier geistlich gemeint (Info). Doch mit dem Sonntagsgesetz im Jahr 321 und dem vom Konstantin einberufenen Konzil in Nizäa ging es steil bergab mit der Wahrheit des Evangeliums.
Die nachfolgenden Konzile im Laufe der Jahrzehnte manifestierten die Sonntags-Beachtung, verboten das Halten des biblischen Sabbats und erhoben so manche heidnische Tradition zu offiziellen Lehren der Kirche Roms. Diese haben gefälligst geglaubt zu werden. War das Weiß des ersten Pferdes noch die Symbolisierung der Wahrheit, so zeigt das schwarze Pferd das genaue Gegenteil auf.
Das Abschlachten der wahren Christus-Nachfolger erwies sich als ein Bumerang. Denn die Schaffung von Märtyrern, welche ihrem Schicksal mit erhobenen Hauptes entgegentraten und die zusehende Menge dadurch tief beeindruckten, führte zu mehr Bekehrungen als das Auslöschen der Gläubigen.
Unterdrücktes Evangelium
Das Evangelium wurde von nun an unterdrückt und den Menschen vorenthalten. Die Wahrheit war nicht mehr frei verfügbar. Um noch an die Wahrheit zu kommen, erforderte dies erheblichen, auch finanziellen Aufwand. Weizen in der Bibel steht für den Grundstoff des Brotes des Lebens. Die Gerste war ein Korn der Frühernte, die Erstlinge des Jahres und somit eine Darstellung der sich noch bekehren wollenden Heiden. Trotz des großen Widerstandes und der Verdunkelung des Evangeliums war es möglich, unter Aufwand an die Wahrheit zu kommen. Das Öl (Symbol für Heiligen Geist) und der Wein (Symbol für die Heilslehre) blieben erhalten.
4. Siegel – Fahles Pferd

Mit dem vierten Siegel erscheint das letzte der vier Pferde, Offenbarung 6,8:
“Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd, und der darauf saß, dessen Name ist »der Tod«; und das Totenreich folgt ihm nach. Und ihnen wurde Vollmacht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger und mit Pest und durch die wilden Tiere der Erde.“
Ein “fahles” Pferd, also alles andere als gesund aussehend, eher tot als lebendig. Von nun an sind weder Weizen noch Gerste mehr zu erhalten. Die Wahrheit ist zu Boden gedrückt. Hinzu kommen erneut Tod und Verderben. Auch hier wieder geistlich zu verstehen. Eine das Evangelium verdunkelnde Macht sorgt dafür, auch mit Gewalt ihre eigene Lehre zu verbreiten und die Menschen in den geistlichen Tod zu führen.
Tiere sind in der Bibel ein Symbol für staatliche Mächte. Somit sorgte diese verderbliche religiöse Macht auch dafür, dass politische Gebilde, bzw. Staaten ebenfalls daran beteiligt waren, den Menschen dieses “tote Evangelium” aufzuzwingen. Dieser Zustand hielt für 1260 Jahre an (z.B. Daniel 7,25; Offenbarung 11,3; 12,14; 13,5) und endete erst im Jahr 1798. Jenes Jahr, in der dem Papsttum die politische Macht weggenommen wurde (Info).
Parallelen zu den Sendbriefen an 7 Gemeinden
Die zeitliche Einordnung der Ereignisse zu den ersten 4 Siegeln und den symbolisierten Reiter und dessen Pferde weist deutliche Parallelen zu den Sendbriefen an die 7 Gemeinden in Asia auf (Offenbarung 2 und 3). Eine prophetische Sichtweise zu den Entwicklungen und Zuständen innerhalb des Volkes Gottes über die vielen Jahrhunderte hinweg (Info).
5. Siegel – Seelen unter dem Altar
Mit dem 5. Siegel erhält Johannes eine Vision über klagende Seelen unter dem Altar, Offenbarung 6,9-11:
“…sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Wie lange, o Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? Und jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben, und es wurde ihnen gesagt, daß sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch wie sie getötet werden sollten.“
Eine “Steilvorlage”
Ein “gefundenes Fressen” für diejenigen, welche unsterbliche Seelen der Menschen propagieren und über eine unmittelbare Höllen- oder Fegefeuer- oder Himmelfahrt nach dem irdischen Ableben erzählen. Beinahe ironisch ist, dass diese völlig aus dem Ruder gelaufenen Irrlehren genau jene Lehren sind, welche durch das fahle Pferd des 4. Siegels erklärt werden (Info). Jene Institution, die bereits im Zeitraum des schwarzen Pferdes vom einzigen “guten Geist” verlassen wurde und seither den Eingebungen des Drachens Folge leistet.
Seelen in der Symbolsprache

Wie gehabt, die Symbolsprache der Offenbarung befindet sich auch an dieser Stelle auf geistlicher Ebene, denn 1. Korinther 2,14:
“Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muß.“
Die zahllos vielen Seelen unter dem Altar stellen die von der während des “finsteren Mittelalters” von der antichristlichen Macht getöteten Menschen dar. Diese hielten sich an die Wahrheit des Evangeliums und waren nicht bereit, sich den Irrlehren der Kirche Roms zu unterwerfen. Das galt für den einzelnen Menschen ebenso, wie für ganze Volksgruppen, denen angelastet wurde, die “Einheit der Kirche” zu gefährden. Mord war eines der bevorzugten Antworten der römischen Institution.
Der Heilsplan des Evangeliums ist aber noch nicht abgeschlossen. Mit dem Jahr 1798 wurde der Kirche Roms die politische Macht genommen. Die “tödliche Wunde”, welche aber wieder heilen wird (Offenbarung 13,3). Noch sind Menschen auf der Erde, und es werden noch welche kommen, die sich retten lassen wollen und deshalb auch gerettet werden. Es wird auch wieder zu Verfolgungen kommen. Der Schlussstrich Gottes wird erst gezogen, wenn alle Menschen ihre eigene Entscheidung getroffen haben. Die “Seelen unter dem Altar” sollen sich deshalb noch etwas gedulden, ihr Heil ist aber gesichert.
6. Siegel – Vorwarnung & End-Szenario
Dieses Siegel und die damit verbundenen Ereignisse sind besonders interessant. Auf der einen Seite haben sich bereits vor 1798 Dinge ereignet, die auf die Beschreibungen zumindest im lokalen Bereich zutreffen können, und auf der anderen Seite weist das sechste Siegel auf das finale Szenario, der Wiederkunft Jesu Christi hin.
Offenbarung 6,12-14:
“Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete, und siehe, ein großes Erdbeben entstand, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der Mond wurde wie Blut; und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn er von einem starken Wind geschüttelt wird. Und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt.“
Lissabon Erdbeben
Im Jahr 1755, am 1. November, ereignete sich auf dem europäischen Kontinent ein gewaltiges Erdbeben. Das Epizentrum war rund 200km südwestlich von Lissabon, Portugal, unter dem Meeresboden. Die Hauptstadt wurde dabei fast vollständig vernichtet. Neben den durch die gewaltigen Erschütterungen eingestürzten Gebäude folgte im Anschluss ein großer Tsunami. Die Zahl der Todesopfer wird zwischen 30.000 und 100.000 Menschen geschätzt. Die geschätzte Magnitude lag im Bereich zwischen 8,5 bis 9.
Unheimliche Dunkelheit
Es gab bereits eine absolute Dunkelheit, die sich die Wissenschaft jedoch nicht erklären kann. Am 19. Mai 1780, um rund 11 Uhr, brach plötzlich über Neu England (USA) eine absolute Dunkelheit herein. Zuvor konnte beobachten werden, dass sie die Tiere vom Feld zurückzogen und in ihre Ställe gingen. Eine unnatürliche Dunkelheit, wie u.a. “History of Weare, New Hampshire” (1735-1888) berichtete. Man konnte demnach weder die Hand, noch ein Blatt Papier vor Augen sehen. “The Independent Chronicle” schrieb am 8. Juni 1780 von einer “krankhaften Dunkelheit”.
Gewaltiger Sternenschauer
Am 13. November 1833 erlebten die Einwohner Nordamerikas einen “Sternenregen”, welchen die Menschheit bis dahin noch nicht erlebte. Schätzungen sprechen von rund 200.000 Meteoriten pro Stunde. Die Nach war dadurch derart erhellt, dass ohne zusätzliches Licht die Zeitung gelesen werden konnte. Eine weitere Besonderheit an diesem Meteoritenschauer war deren Ausgangspunkt. Die Lichtstreifen waren nicht breit, parallel aufgeteilt, sondern scheinen einen gemeinsamen Ursprung gehabt zu haben, aus dem diese Meteoriten hervorgingen und gestreut wurden.
Das End-Szenario

Nachdem alles entschieden ist, ein jeder noch lebender Mensch seinen Weg wählte, wird Gott die Pforte schließen. “Wie zu Zeiten Noahs”, so Jesus Christus in Seiner Beschreibung der Endzeit. Dazu gehörte auch das Schließen des Tores der Arche. Es kommt zur Versiegelung des treu gebliebenen Volk Gottes (Offenbarung 7) und auf den “Rest” der Menschheit werden folgenreiche Zeiten eintreffen.
Die Passage des sechsten Siegels beschreibt in der Zusammenfassung den Ablauf der letzten 7 Plagen, welche auf die Menschheit währen der (tatsächlichen) großen Trübsalzeit einprasseln werden. Der Abschluss dieser niederfallenden Katastrophen bildet die Wiederkunft Jesu Christi, der Seine getreuen Nachfolger abholen und den Verbliebenen auf der Erde das Ende bereiten wird.
7. Siegel – Bindeglied Typus – Antitypus (?)
Das siebte und letzte Siegel erscheint als sehr spannend und in der Deutung auf “wackeligen Beinen”. Denn diese Szene beschreibt einerseits das Ende des Mittlerdienstes Jesu Christi im Heiligtum und andererseits rücken die 7 Posaunen ins Geschehen. Diese Posaunen können durchaus eine zweifache Auslegung (Typus – Antitypus) zulassen. Eine Variante für die Vergangenheit und die andere Variante für die Gegenwart und Zukunft. In diesem Fall wäre diese Welt bereits in der Phase der 6. Posaune (Info).
Die Beschreibung des 7. Siegels gemäß Offenbarung 8,1-5:
“Und als es das siebte Siegel öffnete, entstand eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott standen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben.
Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, der hatte ein goldenes Räucherfaß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar darbringe, der vor dem Thron ist. Und der Rauch des Räucherwerks stieg auf vor Gott, zusammen mit den Gebeten der Heiligen, aus der Hand des Engels. Und der Engel nahm das Räucherfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde; und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze und ein Erdbeben.“
So wie die 7 Posaunen eine doppelte Auslegung zulassen könnten, erscheint das 7. Siegel als eine Art Übergangsglied von Typus zum Antitypus. Die Einstellung des Mittlerdienstes Jesu im Heiligtum entspricht einmal das Ende der Gnadenzeit (Versiegelung der 144.000) mit den anschließenden 7 letzten Plagen und könnte auch die Abholung der erlösten Menschen darstellen.
Hier ergäben sich zudem Überschneidungen mit dem 6. Siegel. Trotz dieser Unsicherheit kann man sich dennoch sicher sein, dass die noch offen stehenden Fragen schon in greifbarer Nähe beantwortet werden.
Variante 2: Das Gericht
Eine weitere Version der Deutung des Buches mit den 7 Siegeln beschreibt grundsätzlich keinen chronologischen Ablauf der Entwicklungen bezüglich der Gemeinde Gottes. Die Überlegung dahinter ist schlicht, dass es gar kein versiegeltes Buch benötigte, um das als “Geheimnis” zu bewahren, was über die Geschichte hinweg von allen Augen in Echtzeit und mit Rückblick auf die Historie selbst gesehen werden konnte.
Die Abfolge der Pferde, insbesondere das rote, das schwarze und das fahle Pferd, sowie die dazu enthaltenen Beschreibungen sind allesamt auch im Buch Hesekiel zu finden. Da das Alte Testament ohnehin in sehr vielen Fällen den Typus darstellt, welcher sich im Neuen Testament als Antitypus wiederholt, liegt es daher auch nahe, dass die Pferde des Buches der 7 Siegeln einen gleichen Charakter haben.
Der Prophet Sacharja lebte während der Zeit des Perser-Königs Darius und war auch gegenwärtig, als nach dem babylonischen Exil der Aufbau des Tempels in Jerusalem begonnen wurde.
Die Nachtgesichter
Schon im “1. Nachtgesicht” in Sacharja, Kapitel 1, ist von Pferden die Rede, welche die Erde durchstreifen. So heißt es in Vers 8:
“Ich schaute bei Nacht, und siehe, ein Mann ritt auf einem rötlichen Pferd, und er hielt zwischen den Myrten, die im Talgrund stehen, und hinter ihm her rötliche, fuchsrote und weiße Pferde.“
Im “5. Nachtgesicht ist näher beschrieben, dass es die Augen des Herrn sind, welche die ganze Erde durchstreifen, Sacharja 4,10:
“Und jene Sieben werden mit Freuden das Senkblei in der Hand Serubbabels sehen, die Augen des Herrn; sie sind’s, welche die ganze Erde durchstreifen!“
Eine Kontrollinstanz, welche nicht nur überwacht, sondern auch bezeugt, dass der Wiederaufbau des Heiligtums des Herrn von Recht und Gesetz begleitet ist. Denn für den Wiederaufbau wird eine Messschnur verwendet (Sacharja 2,5). Der Maßstab, welcher nichts anderes als das Gesetz Gottes ist.
So tauchen die zu den Siegeln 2 bis 4 beschriebenen Details (Schwert, Hunger, Pest, wilde Tiere, etc.) auch in Hesekiel 14,12-23 auf, und zwar in Verbindung mit dem Gericht Gottes. Lediglich ein Überrest des Volkes wird verschont werden, weil diese Gott treu blieben. In Hesekiel, Kapitel 3 und 7, sind zudem die Versuchungen bzw. Anstöße aufgeführt, welche auch in 2. Thessalonicher 2 zu finden sind. Anhand dieser Anstöße wird bei einem jeden Menschen sichtbar werden, ob dieser gerecht oder in Sünde handelt. Eine Sichtung und die Welt ist Zeuge.
Siegel sind die Gerichte
In diesem Fall ist das 1. Siegel nach wie vor die (sieghafte) Einführung und Bekanntgabe des Evangeliums durch Jesus Christus. Das 2. bis 4. Siegel beschreiben das Gericht über die bereits verstorbenen Menschen, ganz nach dem in Sacharja und Hesekiel beschriebenen Prinzip des Gerichts. Das 5. Siegel ist ein Einschub, der vor allem die Märtyrer hervorhebt, welche ohnehin über jegliche Beweissammlung und Zeugenaussagen (“viele Augen”) erhaben sind. Mit dem 6. Siegel beginnt das finale Gericht über die noch lebenden Menschen.
Wir sind kurz vor dem Ende

Man kann insbesondere Siegel 6 und 7 etwas hin- und her deuten, sich für Variante 1 oder 2 entscheiden, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass diese Welt kurz vor ihrem Abschluss steht. Bis Siegel 5 sind die historischen Ereignisse gut einzuordnen. Was vor allem das 7te Siegel betrifft, die Beendigung des Mittlerdienstes Jesu Christi und das Einläuten der “Schnellabfolge” der 7 Posaunen im Antitypus, darf “ruhig” bedacht werden, dass dieser Hohepriester-Dienst im Allerheiligsten bereits im Jahr 1844 begann. Damit sind seit dem Beginn des “Versöhnungstages” (Jom Kippur) inzwischen gut 180 Jahre vergangen.
Der nächste wegweisende und auch alles entscheidende Schritt ist, die Menschen vor die Wahl zu stellen, entweder das Malzeichen des Tieres anzunehmen, oder Gott und Seinen Gesetzen treu zu bleiben (Info). Der Beginn der letzten Bewährungsprobe. Ist die Pforte geschlossen, dann dürfen die Beschreibungen gemäß Siegel 6 auch gerne wörtlich genommen werden, um einzuschätzen, was auf die Menschheit zukommen wird.
Offenbarung 16 beschreibt die 7 finalen Plagen und die letzte davon sieht folgend aus:
Und die große Stadt wurde in drei Teile [zerrissen], und die Städte der Heidenvölker fielen, und Babylon, der Großen, wurde vor Gott gedacht, damit er ihr den Becher des Glutweines seines Zornes gebe. Und jede Insel entfloh, und es waren keine Berge mehr zu finden. Und ein großer Hagel mit zentnerschweren Steinen kam aus dem Himmel auf die Menschen herab, und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, weil seine Plage sehr groß war.
Offenbarung 16,19-21
Bibelverse aus Schlachter 2000
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