Das Buch Ruth, ein kleiner Abschnitt im Alten Testament mit gerade mal 4 Kapiteln. Eine “nette” Geschichte mit Happy Ending. Schön. War’s das? Nein, denn die vermeintlich beiläufige Anekdote enthält das Wirken Jesu Christi, Sein Erlösungsprinzip und auch die Hintergründe, warum dies alles so kommen musste.
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Mit Ruth ein weiterer Typus
Das Alte Testament enthält zahlreiche Ereignisse sowie darin handelnde Menschen, welche als ein jeweiliger Typus die Eigenschaften und das Werk Jesu Christi symbolisieren. Neben den bekannten Figuren wie David, Joseph (der nach Ägypten als Sklave verkauft wurde) und Moses, erzählt auch die Geschichte von Ruth eine Parallele zu Jesu Wirken und das Prinzip Seines bereiteten Heilsweges. Die folgende Aufstellung umfasst das Buch Ruth mit allen vier Kapiteln.
Elimelech und Naemi verlassen Juda
In der Zeit der Richter, eine Periode nach dem Einzug Israels in Kanaan (ca. 1410 v.Chr.) und bevor in 1051 v.Chr. der erste König Saul gekrönt wurde, herrschte in Juda eine Hungersnot vor. Ein Mann namens Elimelech und seine Frau, Naemi, zogen aus, um das Land der Moabiter aufzusuchen. Dort gab es offensichtlich bessere Möglichkeiten, dem Hunger aus dem Weg zu gehen. Beide ließen sich zusammen mit ihren Söhnen Machlon und Kiljon in Moab nieder.

Während des insgesamt 10-jährigen Aufenthaltes in Moab starb Elimelech. Beide Söhne nahmen sich vor Ort moabitische Frauen, der eine Sohn heiratete Orpa und der andere Sohn Ruth. Doch auch Machlon und Kiljon starben und es blieben nur noch die verwitweten Frauen übrig. Naemi und ihre beiden Schwiegertöchter Orpa und Ruth. Alle drei verließen Moab, um in die ursprüngliche Heimat Naemis zurückzukehren, nach Bethlehem.
Zurück, wurde Naemi von einigen Einwohnern Bethlehem erkannt und angesprochen. Sie wollte aber nicht mehr Naemi genannt werden, sondern Mara. Dies aufgrund ihrer Verbitterung aufgrund ihrer erlittenen Verluste. Mara bedeutet “Verbitterung” und war schon im Volk Israel bei der Wüstenwanderung von Bedeutung. Sie kamen dürstend an einer Wasserquelle an. Dies war aber ungenießbar vor lauter Bitterkeit. Diese Wasserstelle wurde Mara genannt. Gott zeigte Moses im Anschluss ein Stück Holz, das er ins Wasser werfen sollte. Die Bitterkeit verschwand (2. Moses 15,23-25).
Der Zeitpunkt, an denen Naemi, Orpa und Ruth in Bethlehem ankamen, war zur Gerstenernte. Ein Verwandter von Naemis verstorbenen Mann Elimelech war Boas. Er war sehr wohlhabend und in der Region von Bethlehem ein angesehener Mann. Ruth sah, dass gerade die Gerstenernte beginnt und bot sich an, auch auf das Feld zu gehen, um die von den vorauslaufenden Schnittern abgeernteten Gerstenähren aufzusammeln. Dieses Feld gehörte Boas. Als dieser vorbeikam, nahm er Notiz von der ihm noch unbekannten Ruth.
Die ersten klaren Parallelen
Schon die ersten Szenen enthalten eine ganze Reihe von Beschreibungen, welche auf das Heilswerk Jesu Christi hinweisen. Bekanntlich ist Jesus Christus in Bethlehem geboren (wie auch David). Die dort vorherrschende Hungersnot weist auf eine Maßnahme Gottes aufgrund des untreu gewordenen Volkes hin. Hinzu kommt, dass die Söhne sich Heidinnen als Ehefrauen nahmen. Etwas, was Gott Seinem Volk untersagte, sich mit den Heiden zusammenzutun. Diesen ein Vorbild sein, durch ein sorgenloses Leben den wahren Gott beweisen, nicht aber deren Riten, Traditionen, geschweige Götzendienst übernehmen.
Moab, das Land der Moabiter. Der Stammvater Moab war ein Sohn von Lot, gezeugt durch seine ältere Tochter. Sie machte Lot nach der Vernichtung Sodoms betrunken und wollte um Nachwuchs sorgen. Die jüngere Tochter Lots tat es der älteren Schwester gleich und dadurch wurde Ben-Ami gezeugt, der Stammvater der Ammoniter.
Bethlehem, der Geburtsort Jesu Christi, hat die passende Bedeutung “Brothaus”, oder auch “Haus des Brotes”.
Die Männer, Elimelech, der Bethlehem und damit das Volk verließ, sowie Machlon und Kiljon, die sich Heidinnen als Frauen nahmen, starben im Land der Heiden.
Gerstenernten fanden in der Region Bethlehem im Frühjahr statt (März-April). Die Frühernte, welche auch Anlass war, am 16ten des Monats Nisan das Fest der Erstlingsfrucht zu feiern (Info). Es symbolisiert zudem die ersten aufgehenden, wertvollen Früchte nach der Aussaat des Evangeliums. Die im Jahr später vollzogene Weizenernte (Späternte) symbolisiert dagegen den Abschluss. Vorab fällt der Spätregen, um die Frucht zur Ernte vollenden zu lassen. Dann erfolgt die (finale) Ernte, an denen Weizen vom Unkraut getrennt werden (Gläubige und Gottlose).
Ruth begegnet Boas

Nachdem Boas die Ruth auf dem Feld bemerkt hatte, fragte dieser einer seiner Knechte, wer diese Frau denn sei. Der Knecht erzählte, dass Ruth fleißig im Feld tätig ist, von morgens bis abends und kaum Zeit zu Hause verschwendet. Boas sprach Ruth an und sagte ihr, dass sie sein Feld nicht verlassen solle, um auf einem anderen Acker zu arbeiten. Ruth solle stets ihre Augen auf die vorauslaufenden Schnitter halten und ihnen hinterhergehen. Wenn sie durstig ist, solle sie einfach zu dem Wasser gehen, welches von den Knechten Boas’ geschöpft wurde.
Ruth war beschämt und wunderte sich darüber, dass sie als Fremde in Boas’ Augen Gnade gefunden hat. Boas hatte aber zuvor schon gehört, dass sie ihrer Schwiegermutter trotz ihres eigenen schweren Verlustes treu bei ihrer Hand geblieben ist, sogar ihren Ort der Geburt verließ, um zusammen mit Naomi in ein Land mit einem ihr völlig unbekannten Volk zu ziehen. Boas fügte hinzu:
“Der Herr vergelte dir deine Tat, und dir werde voller Lohn zuteil von dem Herrn, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln!” (Ruth 2,12).
Boas – Ein Typus Jesu Christi
Mit dieser Aussage hat Boas den Hinweis auf Jesus Christus ohnehin schon klar dargestellt. Das Arbeiten auf dem Feld von Boas symbolisiert das Werk Gottes zu tun. Wie auch die Arbeiter im Weinberg des Herrn, während Jesus selbst der Weinstock ist, ohne diesen die Reben zu nichts fähig sind. Fähig, für alle möglichen Dinge, ja, nicht aber fähig, Gottes Werk zu tun.
Boas wies Ruth darauf hin, in seinem Feld zu bleiben und nicht in fremden Äckern zu arbeiten. Es gibt nur ein Feld Gottes, auf dem auch Gottes Werk verrichtet wird. Andere Felder und die darauf verrichteten Werke entsprechend das Gebiet des Heidentums. Es gibt eben kein “Zwischenfeld” oder ein “Neutralfeld”. Entweder der Mensch und Seine Werke, dank der Kraft Gottes, befindet sich auf dem Feld Gottes, oder auf dem Feld des Unkraut-Säers.
Ruth kam in das Volk Gottes, über das der Herr Seine schützende Flügel ausgespannt hat. Eine Darstellung, welche auch David gebrauchte,
“er wird dich mit seinen Fittichen decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; seine Treue ist Schirm und Schild.” (Psalm 91,4)
und gut 1100 Jahre später auch Jesus Christus selbst. Allerdings unter sehr traurigen Umständen:
“Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!” (Matthäus 23,37)
Boas behütet Ruth
Boas sorgte dafür, dass auf Ruth Acht gegeben werden solle. Sie solle sich auch um die Lese zwischen den Garben kümmern und die Knechte erhielten von Boas die Anweisung, dass ihr nichts zuleide getan werden darf. Die Knechte sollten sogar von den Ähren-Bündeln etwas herausziehen und es liegen lassen, damit Ruth diese aufsammeln kann. Sie dürfe aber dafür nicht gescholten werden.
Gott behütet Sein Volk

Die Arbeit auf dem Feld Gottes ist kein “Zuckerschlecken”. Es werden Herausforderungen aufkommen, vor allem Beharrlichkeit und Geduld sind gefragt. Auch werden Menschen sich “bockig” und verhärtet erweisen, aber davon nicht abschrecken lassen. Gott weiß um die Seinigen, welche die Arbeit in Seinem Feld verrichten und jene behütet Er auch, ja, behandelt diese wie Sein eigener Augapfel (Psalm 17,8; Sacharja 2,12; 5. Moses 32,10).
Ruth möchte im Feld Boas’ bleiben
Ruth kehrte nach ihrem Tag der Feldarbeit zurück nachhause und sprach mit ihrer Schwiegermutter Naemi über ihre Erlebnisse. So erfuhr Naemi, dass Ruth es mit Boas zu tun hatte. Naemi erzählte ihrer Schwiegertochter, dass es sich mit Boas um einen Blutsverwandten handelt. Ruth erzählte, sie solle auf dem Feld Boas’ bleiben, bis die ganze Ernte fertig ist. Für Naemi waren dies sehr gute Nachrichten, denn sie betonte, dass es ohnehin besser ist, auf Boas’ Feld zu arbeiten, als auf irgendeinem anderen Feld, und um dort womöglich auch noch belästigt zu werden.
Ruth blieb also auf dem Feld von Boas und sollte darauf so lange tätig bleiben, bis die Gersten- und auch die Weizenernte beendet waren.
In Gottes Feld arbeiten – Bis zum Schluss
Nun, es liegt auf der Hand, dass dies darauf hinweist, dass das gute Werk nur auf Gottes Feld verrichtet werden kann. Dies nicht für eine gewisse Zeit lang, sondern bis zum Ende. Die Weizenernte symbolisiert den (Jahres-) Abschluss, und somit die finale Ernte, wenn die Engel als Schnitter durch diese Welt ziehen, um den Weizen vom Unkraut zu trennen. Es steht die Rückkehr Jesu Christi an (Offenbarung 14,14-20).
“Und ein weiterer Engel kam aus dem Tempel hervor, der rief mit lauter Stimme dem zu, der auf der Wolke saß: Sende deine Sichel und ernte; denn die Stunde des Erntens ist für dich gekommen, weil die Ernte der Erde überreif geworden ist! Und der auf der Wolke saß, warf seine Sichel auf die Erde, und die Erde wurde abgeerntet.” (Offenbarung 14,15-16)
Ruth richtet sich her
Naemi sorgte sich darum, für ihre verwitwete Schwiegertochter Ruth einen Ehemann zu besorgen, der sich um sie kümmern könnte. Sie riet Ruth, sich zu baden, einzusalben und schöne Kleidung anzulegen. Derart vorbereitet, solle sie im Anschluss zur Tenne gehen. Das ist der Ort, wo die Ernte gedroschen und Getreide und Spreu voneinander getrennt werden. Ruth solle sich aber solange unauffällig verhalten, bis der Mann mit Essen und Trinken fertig wurde. Wenn dieser sich schließlich zum Schlafen niederlegt, solle sie ihm nachfolgen, sich zu seinen Füßen dazulegen und das tun, was der Mann zu ihr sage.
Dieser Mann ist Boas. Er legte sich hin, Ruth folgte ihm nach und legte sich zu seinen Füßen. Er sprach sie an, wer sie denn sei und Ruth gab sich zu erkennen. Sie erwiderte: “Ich bin Ruth, deine Magd! So breite deine Flügel über deine Magd; denn du bist ja Löser!” (Ruth 3,9)
“Löser” (hebräisch: “ga’al”), jemand vom gleichen Ahnengeschlecht, ein Verwandter, der gemäß orientalischem Verwandtschaftsrecht das Eigentum eines Verwandten zurückkaufen, bzw. seine Witwe heiraten kann.
Die Braut Christi bereitet sich vor

Ruth erfüllt hier die Darstellung des Volkes Gottes, die Braut Jesu Christi. Sie richtet sich her, reinigt sich, zieht sich schöne Kleider an. Die Reinigung des Volkes geschieht anhand der Heiligung eines jeden Einzelnen. Die Überwindung der Sünde, mithilfe der Kraft Gottes. So war auch das Volk Israel dringendst dazu angehalten, sich vor dem großen Versöhnungstag (Jom Kippur, 10. Tischri) zu reinigen, Buße zu tun und sich bereitzumachen. Dies gilt auch für die Vorbereitung für die “Hochzeit mit dem Lamm”.
“Laßt uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. 8 Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.” (Offenbarung 19,7-8).
Jesus Christus, übrigens, hat nur eine einzige Braut. Es bleibt überhaupt kein Platz, für irgendeine separate Betrachtung verschiedener Glaubensgruppen, welche womöglich zu einem Teil durch eine “Vorentrückung” emporgehoben und die anderen auf einem anschließenden Friedensreich auf Erden regieren werden (Info).
Boas wird es zu Ende führen
Boas lobte Ruth, dass sie nicht wie so manche andere Mägde den jungen Männern nachgelaufen ist, egal ob diese reich oder arm waren. Boas wollte, dass ein jeder seiner Leute wissen solle, dass Ruth von Tugend ist und versprach ihr, ihre Wünsche zu erfüllen. Boas betonte zwar, ein Löser zu sein, hob aber hervor, dass es außer ihm noch ein weiterer Löser gebe, der Ruth sogar näher stehe. Ruth blieb bis zum nächsten Morgen zu den Füßen Boas’ liegen.
Frühmorgens stand Ruth auf, bevor einer der weiteren auf der Tenne Anwesenden sie bemerkte. Es sollte nicht bekannt werden, dass eine Frau zugegen gewesen ist. Boas forderte Ruth auf, ihr Obergewand ausgebreitet in ihren Händen zu halten und füllte es mit sechs Maß Gerste. Ruth kehrte zur Naemi zurück und berichtete ihr und erzählte, dass diese Gerste von Boas ist, da er nicht wollte, dass sie nicht mit leeren Händen zur Schwiegermutter zurückkehrte. Sie aber riet Ruth, in Stille abzuwarten, denn Boas werde sicher nicht ruhen, bis die Sache zu Ende geführt ist.
Jesus zieht es durch bis zur Vollendung
Jesus Christus macht keine “halben Sachen”. Der Plan der Erlösung steht seit Urzeiten fest und so wird es auch kommen. Jene, die in Seinem Feld arbeiten, haben es zwar nicht leicht, schließlich ist Arbeit auch tatsächlich Arbeit, hinzu kommt viel Widerstand, aber niemand wird mit leeren Händen nachhause gehen. Schließlich tragen die Arbeiter ihre Früchte auch in die umliegenden Gebiete des Feldes. Und es soll ihnen zugutekommen, wenn sie dies nur annehmen. Eine Einladung, um auch auf das Feld Gottes zu kommen und Sein Werk zu tun.
Betont ist auch, eisern auf dem Feld Gottes zu verbleiben und nicht auf irgendwelchen anderen Feldern tätig zu sein. Sprich, andere Lehren als das Evangelium zu vertreten, geschweige zu lehren. Auch nicht irgendwelchen Philosophien nachzulaufen.
Boas kauft das Land der Witwe Naemi

Boas ging zwischenzeitlich in die Stadt und traf dort auf den anderen Löser, von dem er zuletzt sprach. Er sollte sich zu Boas dazusetzen. Hinzu kamen zehn der Ältesten der Stadt. Boas sprach den anderen Löser darauf an, dass Naemi, die aus dem Land Moab zurückkehrte, das Land ihres verstorbenen Ehemannes Elimelech verkaufen wolle. Boas fragte den Löser, ob er es erwerben wolle und wenn ja, dann sollen die anderen anwesenden Zeugen sein. Der Löser willigte ein. Boas wies darauf hin, dass er mit dem Kauf des Landes aus Naemis Händen es auch von Ruth, der Moabiterin, erwerbe. Damit richte der Löser den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil wieder auf.
Das brachte den Löser zur gegenteiligen Entscheidung. Er sah davon ab, das Land zu erwerben, weil er durch den Anteil der heidnischen Moabiterin sein eigenes Land verderben würde. Er forderte Boas dazu auf, das Land selbst zu kaufen. Boas tat dies und ging sogar noch einen Schritt weiter. Er sprach zu den Ältesten und dem Rest der Anwesenden:
“Ihr seid heute Zeugen, daß ich aus der Hand Naemis alles erworben habe, was Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon gehörte. Dazu habe ich mir Ruth, die Moabiterin, die Frau Machlons, zur Ehefrau erworben, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil wieder aufzurichten, damit der Name des Verstorbenen nicht verschwinde aus der Mitte seiner Brüder und aus dem Tor seines Ortes. Ihr seid heute Zeugen!” (Ruth 4,9-10)
Es kam, wie angekündigt. Das anwesende Volk bestätigte, Zeuge zu sein und beteuerte, dass Ruth in das Haus des Herrn kommen solle, wie bereit Rahel und Lea. Sie wünschten Boas, dass sein Haus mächtig werden solle, durch seine Nachkommen. Naemi blieb im Haus und pflegte den ersten hervorgekommenen Spross.
Das Prinzip von Eigentum und Erbe
Diese Passage enthält einen gewichtigen Kern, welcher nicht nur das Prinzip der Erlösung beschreibt, sondern auch gleich das “Weshalb und Warum”. Die Zusammenhänge sind zwar etwas kompliziert, aber “kompliziert” heißt “verwickelt” und nicht “schwierig”.
Der Beginn des Dilemmas

Es geht um Eigentumsrecht und Erbe. Wer hat diese Welt geschaffen? Schöpfer ist Gott durch Jesus Christus (Römer 11,36; Kolosser 1,16; Johannes 1,1-2;14). Wer hat sich diese Welt (Erde) unter den Nagel gerissen? Das war Satan. Er hat sie allerdings nicht gestohlen, sondern sich durch Täuschung einverleibt. Das geschah im Garten Eden. Dadurch, dass Adam und Eva Gott ungehorsam wurden und den Versprechungen (Lügen) der Schlange Folge leisteten. Sie wählten als Autorität den Widersacher und wurden Gott untreu. Da dem Menschen die Herrschaft über den Rest der (irdischen) Schöpfung gegeben wurde (1. Moses 1,26; Psalm 8), kassierte der Widersacher dies auch gleich mit ein.
Diese Art der geschlossenen Rebellion der Menschheit (damals waren es eben nur 2) war auch ein Anliegen Satans schon bald nach der Sintflut. Nimrod und der Turmbau zu Babel war ein solcher Ansatz. Es misslang. Aber genau das ist das Ziel Satans bis zur heutigen Gegenwart geblieben. Die Rebellion durch Ungehorsam, sprich Missachtung des Gesetzes Gottes.
Macht ist klar – Aber auch Gerechtigkeit?
Satan einfach zu beseitigen, wäre für Gott ein Leichtes gewesen. Aber das ist nicht Gottes Charakter. Alle sind sich darin einig, dass Gott allmächtig ist. Weniger überzeugt war aber immerhin ein Drittel aller Engel, dass Gott tatsächlich gerecht und die Liebe in Person ist. Diese hat Satan in seiner Rebellion gegen Gott auf seine eigene Seite geschafft (Offenbarung 12,3-4). Doch auch unter den Gott treu gebliebenen Engeln war die Saat des möglichen Zweifels bereits ausgestreut. Damit war auch erstmals Sünde in das gesamte Universum eingezogen. Gott schuf diese unsrige Welt und damit auch den Menschen. Satan setzte unverdrossen sein unheilvolles Werk kurzerhand fort.
Nun liegt es am Menschen, durch Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz auch dadurch Gott zu verherrlichen und schlussendlich auch damit unter Beweis zu stellen, dass das Gesetz Gottes im Gegensatz zu Satans Vorwürfen durchaus gehalten werden können. Dank Gottes Kraft. Das führt wiederum zum Beweis, dass Gott nicht nur die Liebe ist, was durch den Tod Jesu am Kreuz über die Gänze hinaus bewiesen ist, sondern auch gerecht. Nicht einfach proklamierte Gerechtigkeit, sondern erwiesene Gerechtigkeit (Info).
Alles, was Gott bzw. Jesus Christus unternimmt, ist weder unlauter noch geheim. Die Welt ist Zeuge (gemäß Ruth, die Ältesten und das Volk als Zeugen). Die gerechten Taten sind nicht alle jetzt erkennbar, werden aber offenbar, sprich verständlich und nachvollziehbar gemacht werden (Offenbarung 15,4).
Das gleiche Prinzip bis zum Finale
Da Satans Ziel es ist, ausnahmslos alle Menschen zur Rebellion gegen Gott zu vereinen, ist der Zorn gegen jene Menschen um so größer, die trotz aller Widerstände Gott dennoch treu bleiben. Gegen jene, und nur gegen jene, die das Gesetz Gottes beachten und das Zeugnis Jesu Christi haben, wird der Drache seinen finalen Krieg ausrichten (Offenbarung 12,17). Und die Zeugen sehen dabei zu. Bis es soweit ist, dass die letzten Übrigen, welche auch das Malzeichen des Tieres nicht annahmen, sondern dafür das Siegel Gottes erhielten (Offenbarung 7,1-3), getötet werden sollen. Das ist der Moment, wo Gott eingreifen und dies alles beenden wird.
Gottes Gerechtigkeit ist endgültig erwiesen und ebenso erwiesen sind Satans falsche Anklagen. Somit ist auch erwiesen, dass Satans Eigentumsansprüche auf Lügen, Betrug und Täuschung basieren.
Das Resultat ist äußerst sichtbar. Der Mensch ist seit Eden in Sünde, eine gefallene Natur. Sünde ist “eigentlich” ein Nicht-Zustand, ein Unding, ein No-Go, in von Gott geschaffenenem Universum. Seine Liebe zu seiner Schöpfung ist Gottes Charakter und der Erlösungsplan auch Gottes logische Konsequenz. Er will nicht, dass jemand verloren geht. Aber der Mensch entscheidet selbst. So wie auch Satan sich für seinen Weg entschieden hatte. Die Sünde wird wieder aus diesem Universum verschwinden, und mit ihr auch diejenigen, die an der Sünde festhielten und das Geschenk Gottes abgelehnt hatten.
Rückkauf und Erbe

Jesus Christus “kauft” das Land zurück. Das tat Er insbesondere durch Sein eigenes Blut. Er löst es aus. So sind auch die wahren Gläubigen und Gott treuen Menschen die “Erkauften”.
“Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht Knechte der Menschen!” (1. Korinther 7,23).
Und es ist auch das Erbe. Anspruch auf ein Erbe haben nur Verwandte. So auch Söhne. Gott treu gebliebene Menschen sind auch die “Söhne Gottes” und damit erbberechtigt. Jesus Christus teilt das zurückgekaufte Land unter den Erben auf. Römer 8,17:
“Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden.“
Dass diese Erbberechtigung von Herkunft und Abstammungslinie völlig unabhängig ist, weisen vor:
“Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.” (Johannes 1,12-13)
und
“Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.” (Galater 3,29)
Es mündete in Jesus Christus
Der gemeinsame Sohn von Boas und Ruth war Obed. Nach ihm folgten in den Generationen Isai, Eliab, Abinadab, Schimea, Nethaneel, Raddai, Ozem und dann schließlich David, 10ter nach Juda und König Israels. Und “nur” 27 Generationen später war Jesus Christus, der 40te nach Abraham.
Die menschliche Ahnenreihe Jesu Christi war nicht, wie viele vielleicht vermuten mögen, ohne “Flecken und Runzeln”. Mit Ruth handelt es sich um eine direkte Vorfahrin Davids. Sie wird deshalb auch als die “Stamm-Mutter des Hauses Davids” bezeichnet. Somit befindet sich in der Linie eine Heidin. Doch auch die Mutter Boas’, Rahab, hatte eine nicht gerade schmeichelhafte Vergangenheit. Sie kam ebenfalls von “Außerhalb” und heiratete den Judäer Salmon. Rahab war zuvor in der Stadt Jericho beheimatet als eine Prostituierte. Nicht gerade eine makellose Linie, aber durchaus unproblematisch, zum Glück (Info).
Der Verweis auf das Wirken Jesu und sogar auf die Ursachen und Gründe für den Erlösungsweg im Buch Ruth enthalten auch im Detail Symbole, die sich u.a. in den jeweiligen Namen verbergen.
Naemi bedeutet “meine Liebliche”
Elimelech bedeutet “mein Gott ist König”
Kiljon bedeutet “Kränklichkeit, Verschmachten”
Orpa bedeutet “hartnäckig”
Ruth bedeutet “Freundin, Gefährtin”
Boas bedeutet “in ihm ist Stärke”
Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
Offenbarung 21,7
Bibelverse aus Schlachter 2000
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