Bibel als Gesamtes – Wahrhaftig & Zeitlos – Das Verständnis

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Die Bibel, das niedergeschriebene Wort Gottes, wird nur noch von einer kleinen Minderheit als uneingeschränkt wahrhaftig angesehen. Tatsächlich muss man heute sehr wählerisch sein, welche Bibelausgabe gewählt wird. Hier zeigt sich, dass “Neu” nicht automatisch besser, sondern sogar grottenschlecht sein kann. Einmal die richtige Bibel in der Hand, heißt es nun, das Wort Gottes so aufzunehmen, wie Er es uns hinterlassen hat. Dazu gehört das unvoreingenommene Studium des geschriebenen Wortes. Studium bedeutet tatsächlich Studieren und nicht nur das oberflächliche Hinweglesen.

Die Bibel – “Könnte Gottes Wort enthalten”

Die Bibel, das Wort Gottes, oder eine Schriftensammlung mit anteiligen Worten Gottes? Die Schrift “enthalte Wort Gottes”, so eine inzwischen überwiegende Lehrmeinung evangelikaler bzw. lutherischer Kirchen. So beschreibt der Dachverband, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), über die Bibel:
Schon lange in der Kirchengeschichte war klar, dass die Bibel von Menschen geschrieben worden war. Trotzdem hielten auch die Reformatoren und ihre Nachfolger daran fest, dass die Bibel „Gottes Wort“ sei. Heute sagen die meisten Theologen und Theologinnen, dass die Bibel keine Tatsachen berichtet, sondern beschreiben will, welche Erfahrungen Menschen machen, die Gott vertrauen. Die Bibel ist dann insofern „Gottes Wort“, als sich Gott dort finden und entdecken lässt.” [1]

Ein “konsequentes Erbe” der sogenannten wissenschaftlichen Bibelkritik, deren Entstehungsgeschichte auch Ross und Reiter kennt (Info).

Eigene Evangeliums-Kreationen

Dachziegel-Bruch
Aus Einzelteilen eigenes Evangelium basteln

Die Konsequenz daraus geht weit darüber hinaus, als man es auf erste Sicht wahrnehmen möge. Denn wer bestimmt, und vor allem warum, was genau nun menschliche Ansicht und welche Zeilen von Gott inspiriert seien? Mit einer derartigen Grundlage verschafft man sich Freiraum, die Schrift willkürlich für die eigenen Ansichten und Bedürfnisse zu interpretieren. Man erklärt das Genehme für von Gott eingegeben, das Unangenehme als menschlich motiviert, und schon steht einem mit der Bibel ein Baukasten zur Verfügung, welches das Basteln eines Favoriten-Evangeliums ermöglicht. Das “Beste”, in der selbst geschaffenen Illusion lässt es sich so richtig wohlfühlen.

Grundsätzlich werden anhand derartiger Lehrmeinungen die Menschen der absoluten Glaubensgrundlage beraubt. Verunsicherung, Verwirrung und Irrleitung sind somit vorprogrammiert. Eine Spielwiese für derartige Apologeten, wie sie zur Genüge auf den Kanzeln der institutionellen Kirchen vertreten sind und ihre abenteuerlichen, dem Zeitgeist angepassten “Baukasten-Evangelien” auf die Menschheit loslassen.

Zum “kleinen Einmaleins” der Bibel zählt das erste Kapitel des Johannes-Evangeliums. Schon die ersten Verse verdeutlichen, worum es sich mit dem Wort Gottes eigentlich handelt, Johannes 1,1-4::
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Vers 14:
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Angriffsziel ist stets Jesus Christus

Eine erste logische Konsequenz des “systematischen Anzweifelns” des Wortes Gottes ist damit das gleichzeitige Anzweifeln Jesu Christi. Denn Er ist das lebendige Wort Gottes. Als Mensch antwortete Jesus Christus den Zweiflern, Anfechtern und Verführern regelmäßig mit: “Es steht geschrieben…”. Selbst ließ Er sich nicht zu eigenen, von Situation und kulturellen Hintergründen abhängigen Aussagen hinreißen, sondern hielt stetes am bis dato geschriebenen Wort fest.

Derartigen, von eigenen Traditionen behafteten “Schriftgelehrten”, antwortete Jesus gemäß Johannes 5,30;45-47:
Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.
Denkt nicht, daß ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Hermeneutik

“Hermeneutik”? Oje, klingt sehr wissenschaftlich und nur etwas für Gelehrte. Die Wissenschaft hat es sich zu eigen gemacht, einem jeden noch so unscheinbaren oder selbstverständlichen Ding eine beeindruckende Bezeichnung zu geben. Somit handelt es sich mit Hermeneutik im Großen und Ganzen um die “simple Lesekompetenz”, wie sie vor allem auch beim Lesen von Berichten bzw. Nachrichten der Medien selbstverständlich sein sollte. Handelt es sich um spezielle Gebiete, wie zum Beispiel das Evangelium, kommen zum Aspekt Hermeneutik eben entsprechende Spezialgebiete hinzu.

Der Text will richtig verstanden, ausgelegt und auch erklärt werden können. Sei es nun ein Epos oder das Evangelium. Zusammenhänge erkennen und auch den Sinn herauslesen. Das war es im Prinzip auch schon.

Für die Hermeneutik auf dem Gebiet des Wortes Gottes gibt es ein paar Faustregeln, die folgend grob beschrieben sind.

Prinzip Sola Scriptura

Bibellesung
Die Bibel und nur die Bibel

Nur die Schrift, bzw. die Schrift alleine. Mit diesem, von der Reformation nicht erfundenen, sondern hervorgehobenen Leitsatz, steht und fällt alles, was mit dem geschriebenen Wort Gottes in Verbindung steht. Fällt “Sola Scriptura”, dann fallen gleichzeitig alle weiteren “Sola-Leitthesen” (Info). Denn in der Schrift ist alles enthalten, was sich auch daraus ableiten lässt. Die Schrift erklärt, warum “nur Jesus Christus” (Solus Christus), warum nur durch Seine Gnade (Sola Gratia), warum nur durch den (wahren) Glauben (Sola fide) und warum nur Gott alleine die Ehre gebührt (Soli Deo Gloria).

Alles, was vom geschriebenen Wort abweicht, oder sogar widerspricht, hat kein Licht, so bereits Jesaja:
»Zum Gesetz und zum Zeugnis!« – wenn sie nicht so sprechen, gibt es für sie kein Morgenrot.” (Jesaja 8,20).

Die Schrift, das Wort Gottes, ist die einzige Autorität. Weder neuartige Ideen, noch seit Jahrhunderten gepflegte Traditionen, vermögen das Wort Gottes in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen oder gar aufzuheben, geschweige vorgegebene Zeiten und Gesetze Gottes zu ändern (z.B. Daniel 7,25 – Info)

Tota Scriptura

“Tota” wie “total”, also alles. Nicht Teile, nicht irgendwelche willkürlich als “ausnahmsweise glaubwürdig” befundene Auszüge, sondern die ganze Schrift. Ein jeder Vers, angefangen von 1. Moses 1,1 bis hin zu Offenbarung 22,21, sind das Wort Gottes.

2. Timotheus 3,16-17:
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.

Jesus Christus selbst erklärte dem erschienenen Widersacher bei seiner Versuchung klipp und klar, von was der Mensch tatsächlich lebt, Matthäus 4,4:
Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!«

Die zweite Vershälfte fehlt in vielen modernen Bibelausgaben. Eine “Phänomen”, das der systematischen Untergrabung des Wortes Gottes geschuldet ist (Info).

Das Herauspicken von einzelnen Versen, um somit gemäß Baukastenprinzip ein fantasievolles Evangelium zusammenzustellen, ist längst zu einem “Pastoren-Sport” geworden. Zu den Musterbeispielen zählt Matthäus 5,17, um damit “abgeschaffte Gesetze Gottes” zu begründen. In aller Regelmäßigkeit wird aber der schon unmittelbar nächste Vers 18 bewußt verschwiegen. Matthäus 5,18:

Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
Diese Aussage Jesu widerspricht der These, die Gesetze Gottes würden zu einem gewissen Zeitpunkt (Kreuzigung Jesu) abgeschafft werden (10 Gebote – Info). Einer Erklärung dieses offenkundigen Widerspruchs wollen derlei Falsch-Verkünder natürlich aus dem Weg gehen.

Geistliches auch geistlich beurteilen

Salböl
Mit Heiligem Geist ‘volltanken’

Wer die Bibel selbst mit aller Aufmerksamkeit liest, dies aber anhand weltlicher Maßstäbe oder gar Voreingenommenheit, wird an der eigentlichen Botschaft des Evangeliums nicht nur knapp vorbeischrammen, sondern in die entgegengesetzte Richtung davonlaufen.

Das ganze (elendige), seit rund 6000 Jahren vorherrschende Drama in dieser Welt ist ein Kampf zwischen Gut und Böse. Der Krieg zwischen Licht und Dunkelheit. Oft werden derlei Kämpfe, wie der Kampf Michaels und seine Engel gegen den Drachen und dessen Engel (Offenbarung 12) mit Ross, Reitern und gezücktem Schwert dargestellt. Auch der finale Kampf bei Armageddon (Offenbarung 16) ist meist illustriert als eine Versammlung aller irdischen Armeen im Kampf gegen eine “himmlische Erscheinung”. Dies alles führt aber an der Wahrheit völlig vorbei. Es war, ist und bleibt bis zum Ende ein geistlicher Kampf. Wahrheit gegen Lüge.

Entsprechend falsche Vorstellungen herrschen über die Zeit des Endes vor. Überwiegend formuliert und verbreitet von den Loyola-Anbetern des Jesuitenordens (Info). Deren tatsächliche Gottlosigkeit unterscheidet sich in Grundzügen nicht von der Gottlosigkeit des heute fleischlichen Welt-Menschen, nur dass sie ihre Weisung für das “Finden von Entscheidungen” aus den finsteren Gefilden des praktizierten Spiritismus beziehen (geistliche Übungen, kontemplative Meditation).

Ein geistlicher Kampf wird in geistlichen Aspekten geführt und die rettende Antwort, die frohe Botschaft, das Evangelium, ist deshalb ebenfalls geistlich zu begreifen. Wie in aller Welt sollte die symbolhafte Darstellung eines “zweischneidigen, scharfen Schwertes, welches aus seinem Mund hervorgeht” anders als geistlich verstanden werden können? Das Schwert ist das Wort Gottes, das durch Mark und Bein schneidet und damit zur Trennung zwischen Gläubigen und Ungläubigen (auch Irrgläubigen) führt. Ein Aspekt der Bibel, der dem weltlichen Narrativ der vereinigten Menschheit völlig entgegensteht.

Das gilt auch für eine “vereinigte Christenheit”, wie sie heute im Rahmen der Ökumene propagiert wird. Es gibt aber nur das eine Wort, es gibt aber nur einen einzigen Weg (Jesus Christus). Wie kann es jemals zu einer vereinigten Christenheit in der Wahrheit kommen, wenn dieser Verbund aus einem Werk der (faulen) Kompromisse besteht? Das ist unmöglich. Das, was tatsächlich dabei entsteht, ist exakt das, was in Offenbarung 18 als das “Babylon” bezeichnet wird, aus dem der Mensch schleunigst herauskommen sollte.

Wer also das Wort Gottes mit weltlichen Gesichtspunkten betrachtet, wird nicht auf einen grünen Zweig kommen können, denn wie es auch geschrieben steht, 1. Korinther 2,12-14:
Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so daß wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären. Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muß.

Die Schrift legt sich selbst aus

Diese äußerst wichtige Leitlinie zur Hermeneutik der Bibel ist vor allem für die Kirche Roms ein giftiger Pfeil. Traditionell spricht die römisch-katholische Kirche dem ohnehin von ihr selbst erfundenen Hierarchie mit Klerikern und Laien dem gemeinen Volk die Fähigkeit des Bibelverständnisses ab. Die Auslegung der Bibel sei ausschließlich einer gelehrten Auswahl des Klerus vorbehalten. Schließlich müsse das Wort Gottes im Lichte der Tradition verstanden werden, so die Behauptung.

Daher wird die Feststellung, die Schrift legt sich selbst aus (scriptura sui ipsius interpres), regelmäßig mit verhöhnender Polemik ins Lächerliche gezogen. Nur braucht man sich nicht zwangsläufig mit der überwiegend infantilen Argumentation auseinanderzusetzen. Wer die Bibel selbst studiert, wird schon bald darauf stoßen, dass die Schrift tatsächlich an anderen Stellen die Antworten liefert, wenn irgendwo etwas vorerst Unverständliches erschienen ist. Das gilt ganz besonders für die Symbolsprache im Rahmen der Prophetie. Die Bilder und Bedeutungen der Offenbarung finden sich durchaus im Klartext (Info).

Jesus Christus, das lebendige Wort Gottes, hatte es während Seines irdischen Wirkens durchaus häufig mit “Dickköpfen” zu tun. So auch mit den Jüngern von Emmaus, Lukas 24,25-27:
Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen, wie ist doch euer Herz träge, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht.

Daher kommen Hohn und Spot gegen die Tatsache, dass sich die Bibel selbst auslegt, nur von diejenigen, die das Evangelium dem gemeinen Volk traditionell vorenthalten wollte. Dies sogar unter Androhung von Konsequenzen gegen Leib und Leben. Kurz: Das Papsttum.

Kritische Betrachtung

“Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser”. Ein bekanntes Sprichwort, das auch für die Wahl der Bibel (leider) ausschlaggebend ist. Das Wort Gottes ist in seiner heute erhältlichen Form nicht mehr ausschließlich unbefleckt. Die Bibelgesellschaften haben sich mit Absprache und “freundlicher Genehmigung” seitens der Kirche Roms überwiegend auf den Grundtext gemäß Nestle-Aland geeinigt (Neues Testament). Liegt dazu für das Alte Testament die lateinische Vulgata oder die griechische Septuaginta zugrunde, ist die Katastrophe perfekt (Info).

Die mit nichts anderem Erklärbaren als nur mit Mutwilligkeit motivierten Textveränderungen, basierend auf dem Gedankengut des Gnostizismus, haben einheitlich das Ziel, Jesus Christus die Göttlichkeit abzusprechen, den Menschen selbst als göttlich zu erheben und die Schnittmenge mit anderen Religionen für das Gelingen der Ökumene deutlich zu vergrößern. Werden z.B. gezielte Angriffe gegen die englische Bibelversion King James Version (1611) geführt, speziell über dubiose Hintergründe des Auftraggebers, dann ist das lediglich eine Ablenkung vom eigentlichen Angriff auf den vor allem von der Kirche Roms verhassten Mehrheitstext (textus receptus).

Keine subjektiven Interpretationen

Türenöffner
Der Heilige Geist öffnet Türen und führt zur Wahrheit

Dieser Bereich der Hermeneutik ist verwandt mit der tatsächlichen Selbstauslegung der Bibel, wenn es sich um die Erklärung von Symbolsprache handelt. Für zahlreiche Darstellungen im Neuen Testament gibt es Parallelstellen im Alten Testament. In der Regel gemäß Typus und Antitypus. Ein Musterbeispiel sind die “acht Nachtgesichte” im Buch des Propheten Sacharja. Eine Vorabansicht des endzeitlichen Geschehens. Als ein weiteres Beispiel für die historische Parallele ist Offenbarung 11 und Jesaja 1 geeignet. Offenbarung 11,2:
Aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels ist, laß aus und miß ihn nicht; denn er ist den Heidenvölkern übergeben worden, und sie werden die heilige Stadt zertreten 42 Monate lang.

Jesaja 1,11-13:
Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber überdrüssig, und am Blut der Jungstiere, Lämmer und Böcke habe ich kein Gefallen! Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer verlangt dies von euch, daß ihr meine Vorhöfe zertretet? Bringt nicht mehr vergebliches Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Greuel!

Während Offenbarung 11 für die Zeit des Endes (während der 6. Posaune) eine Rolle spielt, auf globaler Ebene, bezieht sich Jesaja 1 mit dem exakt gleichen Problem jedoch auf das Volk Israel. Auf dem Vorhof befand sich der Brandopferaltar. Es wurde für die Vergebung der Sünden beständig geopfert, aber, ohne dass die Menschen sich darum scherten, sich von den Sünden abzuwenden. Für Gott schon beim Volk Israel ein großes Ärgernis und deshalb erschienen Ihm die geheuchelten Opferzeremonien als ein Gräuel.

Offenbarung 11 beschreibt die gleiche Situation, jedoch symbolisch. Der Vorhof, auf den sich “Gläubige” aufhalten (den Vorhof zertreten), ohne sich zur eigenen Heiligung (Abkehr von der Sünde) ins Heiligtum zu begeben, werden final als Heiden angesehen. An ihnen werden Charakter Gottes bzw. Sein Gesetz gar nicht zur Bewertung (Maßstab) angesetzt werden. Wer sich noch immer da draußen im Vorhof befindet, wird quasi pauschal verloren gehen.

Nicht überraschend, dass diese Auslegung in der Bibel selbst zu finden ist, konkret in Sacharja 2,5-7;16. Aus diesem Grund sind keine fantasievollen Auslegungen aus eigenen “geistigen Anstrengungen” nötig. Das einzige Bemühen liegt lediglich darin, die Bibel selbst zu studieren, nicht einfach “drüberlesen”, sondern sich tatsächlich über ein jedes geschriebene Wort nachzudenken, ggfs. gezielt Parallelstellen aufzusuchen, damit die Erklärung für evtl. nicht Verstandenes prompt folgen. Besser ist es deshalb, weniger, dafür aufmerksamer und geistlich tiefer zu lesen, als ein täglicher Lese-Marathon zu veranstalten, ohne wirklich über die von Gott hinterlassene Botschaft großartig nachzudenken.

Übrigens ist dieses Verfahren, die Stimmigkeit von verschiedenen Aussagen in unterschiedlichen Stellen der Bibel zu erforschen, sogar vermeintliche Widersprüche dadurch in Luft aufzulösen, auch angewandt worden für die Bewertung von einzelnen Büchern, die letztendlich aus dem Kanon herausgefallen sind. Apokryphen und unter Pseudonymen geschriebene Werke fallen insbesondere dadurch auf, dass sie mit dem “großen Rest” der Bibel in weiten Bereichen völlig inkompatibel sind. Es sind und bleiben einfach Fantasieschriften, durch die Bank nach dem letzten Propheten des AT, Maleachi, niedergeschrieben, die mit dem inspiriertem Wort Gottes überhaupt nichts zu tun haben. Sie fielen zurecht aus dem Kanon. Es sind gnostische Werke, überwiegend aus dem hellenistischen Gebieten des alten Alexandriens.

Einordnen des geschriebenen Textes

Eine “Spielwiese” für diejenigen, die sich einzelne Verse bzw. Passagen der Bibel auswählen, um diese in einen eigenen Kontext zu setzen. Hier wird die Eigenverantwortung des Menschen besonders deutlich, das Erzählte selbstständig anhand des Studiums der Bibel zu überprüfen.

Die Bibel enthält nicht nur Berichte von historischen Ereignissen und Ankündigungen von künftigen Geschehnissen, sondern auch Ermahnungen anhand geschriebener Briefe, Erzählungen, Poesien und auch Weisheiten für das Leben im Glauben. Nicht zuletzt eine Beschreibung und Anleitung, warum und wie überhaupt der Mensch gerettet werden kann. Jesus Christus bediente sich bei Seinem Wirken als Mensch sehr häufig der Erzählweise in Gleichnissen. Botschaften, greifbar vermittelt anhand lebhaft vorstellbarer Beispiel-Schilderungen.

Wie selbst diese Gleichnisse von fehlgeleiteten Geistern als wörtlich zu nehmende Lehre missbraucht werden können, zeigt das ziemlich bekannte Gleichnis über den armen Lazarus, der im Schoß Abrahams sitzt (Lukas 16,19-31). Eine Erzählung, eingebettet vorangegangenen und nachfolgenden Gleichnissen, aber genau die Geschichte über Lazaraus, der im Himmel auf den reichen Mann im finsteren Totenreich blickt, sei plötzlich für bare Münze zu nehmen.

Dieser Ansicht ist zumindest die römisch-katholische Kirche, die u.a. damit die unmittelbare Himmel- oder Höllenfahrt (alternativ Fegefeuer) nach dem Tod eines Menschen als belegt ansieht. Schon alleine die erzählerische Darstellung, dass Blick- und Kommunikationskontakt zwischen Himmel und Hölle bestünde, sollte doch eigentlich vergegenwärtigen, dass es geradezu absurd ist, dieses tatsächliche Gleichnis als eine Darstellung der wahrhaftigen Existenz von derartigen Himmel und Hölle zu erklären.

Es liegt auf der Hand, dass z.B. das Buch Johannes einen völlig anderen Charakter aufweist als die Bücher Sprüche, Psalme, Richter oder auch Hiob. Generell gilt es den Kontext, den Hintergrund zu berücksichtigen. Die vielen Briefe von Paulus an die jungen Gemeinden enthalten in aller Regel wertvollste Hinweise zum richtigen Verständnis des Evangeliums und auch zahlreiche “Fallbeispiele”, wie man es eben nicht handhaben sollte.

Selbst Martin Luther war drauf und dran, das Buch Offenbarung aus dem Kanon zu werfen. Anfänglich kam er mit diesem derart “exotischen Buch” überhaupt nicht zurecht. Doch auch der einstige stock-katholische Augustinermönch war nur ein Mensch, der einen Lernprozess durchlaufen musste. Schließlich war und ist bis heute das Bibelverständnis für den durchschnittlichen katholischen Priester nicht gerade die Paradedisziplin. Deren Schwerpunkt liegt dafür in der Tradition, der Liturgie, festgehalten im Katechismus. Luther erkannte schließlich die enge Verwandtschaft zwischen dem Buch Daniel und das Buch der Offenbarung. Nachdem er das Neue Testament fertig übersetzt hatte, legte er sogleich mit dem Alten Testament los und begann prompt “mittendrin”, mit dem Buch Daniel.

Historie gegenüberstellen

Kampf vor Sonne
Geschriebene Historie zur Hand nehmen

Die Bibel ist voll von Prophetien. Der mit Abstand größte Anteil der Ankündigungen hat sich in der Vergangenheit bereits erfüllt (Beispiele). Ein Leichtes, die biblischen Prophetien mit den historischen Aufzeichnungen zu vergleichen. Hier sind vor allem die außerbiblischen Entdeckungen und Forschungsergebnisse der Archäologen, Historiker und auch Sprachwissenschaftler von Relevanz.

Der Reihe nach werden die Vorhersagen z.B. im Buch Daniel bestätigt. Nicht ohne Grund hat sich bis heute ein gestreutes Gerücht hartnäckig festgesetzt, mit dem Buch Daniel handelte es sich um eine Nacherzählung zu einer späteren Zeit. Aber die längst erfolgte Widerlegung wird einfach ignoriert (Info).

Biblische Aussagen bzw. Argumente in Verbindung mit den damaligen kulturellen Hintergründen, also mehr als 2.000 Jahre in der Vergangenheit, sind zudem zu berücksichtigen. Es war einfach eine andere Zeit, mit entsprechenden Denkmuster in der Region des Nahen Ostens. Dies mit der Denkweise des modernen Mitteleuropäer zu vergleichen und vor allem zu bewerten, führt zu entsprechend “erstaunlichen” Unterschieden. “Anders, aber nicht unbedingt falsch oder schlecht”.

Beachtung Textaufbau

Das Detail macht es aus. Vor allem die antiken Sprachen, wie hebräisch oder alt-griechisch, sind Belege, dass auch die Sprachentwicklung keiner evolutionären Entwicklung unterliegt. Anhand des Narratives der Evolutionstheorie hat sich in den Köpfen der Menschen gefestigt, dass es sich früher um primitive Sprachen und Satzaufbauten gehandelt haben müsse. Dabei ist das Gegenteil die Wahrheit. Die alten Sprachen sind durchgehend komplexer, detaillierter und ausgefeilter als die heutige, völlig degenerierten Alltagssprachen.

Verständlich ist es daher, dass die Übersetzer der Bibel sich oft den Kopf zerbrechen mussten, wie das eine oder andere Wort in einem bestimmten Kontext in die andere, moderne Sprache zu übermitteln sei. Grammatik und Wortschatz müssen entsprechend in ganzen Sätzen umschrieben werden, andernfalls mit einer Übersetzung, die es aber nicht auf den Punkt zu bringen vermag. Daher gehört zum Studium des Wortes Gottes auch das Studium des einzelnen Wortes dazu. Hierzu braucht man nicht unbedingt hebräisch oder alt-griechisch zu studieren. Schon Konkordanzen, Wort-für-Wort-Übersetzungen, mit den einzelnen Worterklärungen, Querverweisen zu anderen Fallbeispielen, sind sehr hilfreich.

Wer die Wichtigkeit des Wortes Gottes tatsächlich begriffen hat, die Liebe zur Wahrheit annahm, wird dies auch so tun. Es gibt eben wichtigere Dinge als “Entertainment” zur Gestaltung der eigenen Freizeit. Die eigenen Prioritäten sind entsprechend geordnet.

Kernelemente der Theologie erkennen

Hier sollte das Wort “Theologie” so verstanden werden, was es tatsächlich bedeutet. Theos (Gott) und Logos (Wort), also das Wort Gottes. Beim Studium der Bibel gilt es deshalb zu berücksichtigen, was eigentlich die Kernaussage ist. Dies auch mit Einbezug des Kontextes im Rahmen des gegenwärtigen Themas. Notizen für das Festhalten von Auffälligkeiten (Symbole, bestimmte Muster) können sehr hilfreich sein, um diese an einer anderen Stelle wiederzuerkennen, bzw. wiederzuentdecken. Das Prinzip Typus und Antitypus, z.B. der Bericht über ein lokales Ereignis, das in der Prophetie für ein globales Ausmaß erneut in Erscheinung tritt.

Beim Thema Prophetie ist stets überzeugend der Hinweis auf die tatsächlich eingetroffene Erfüllung. Die Bibel ist voll mit bereits erfüllten Vorhersagen. Das betrifft Jesus Christus alleine ebenso wie für geopolitische Entwicklungen (z.B. Daniel 7).

Persönlichen Bedarf berücksichtigen

Ein jeder Mensch ist anders gestrickt und in sehr unterschiedlicher Verfassung, vor völlig differenzierten Hintergründen, wenn dieser mit dem Wort Gottes in Kontakt kommt. Man kann aber mit Sicherheit sagen, dass die Bibel für jeden etwas Passendes bereithält. Allerdings nicht in der Natur eines “schlauen Sprüche-Kalenders”, wo man sich das Wohlgefällige einfach nur herauszupicken braucht, sondern für den Einstieg.

Ungeschickt und auch nicht im Sinne des Wortes Gottes ist es, einen irre gelaufenen Menschen mit einem glühend-heißen Kreuz zu bedrohen und diesem ewigen Tod und nie endendes Verderbnis nahezulegen. Die ewig brennende, die Seele für alle Zeiten quälende Hölle ist ohnehin ein Schauermärchen, diese gibt es nicht (Info).

Derlei gelehrte Schreckenszenarien erfüllten zudem den Zweck, kirchliche Drohungen mit Interdikt und Exkommunikation Wirkung zu verleihen. Die Menschen waren schlicht in Angst und Schrecken versetzt, da schließlich die römische Kirche die Macht für sich beansprucht (bis heute), über Rettung und Untergang des Menschen entscheiden zu können. Gott habe sich an die Entscheidung der Priester zu fügen (Info).

Die Bibel ist wahrhaftig und zeitlos

Sanduhr
Gottes unveränderlicher Charakter bis heute und in ewig

Zeitgemäße Auslegung der Bibel, dies auch noch durch gezieltes Rosinenpicken einzelner Passagen und Verse. Ein “erfolgreiches” Mittel, um die Menschen in der Dunkelheit zu belassen. Denn wer nicht zum Zeugnis und dem Gesetz redet, in dem ist kein Licht.

Ein paar Verse, natürlich als Anhaltspunkt bzw. Ausgangspunkt für das selbstständige Nachlesen im Kontext, verdeutlichen den Charakter der Worte Gottes.

Psalm 119,89;160:
Auf ewig, o Herr, steht dein Wort fest in den Himmeln;
Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jede Bestimmung deiner Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

Jesaja 40,8:
Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit!«

Römer 1,1-2:
Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, das er zuvor verheißen hat in heiligen Schriften durch seine Propheten.

1. Petrus 1,23-25:
denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt. Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie die Blume des Grases. Das Gras ist verdorrt und seine Blume abgefallen; aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.« Das ist aber das Wort, welches euch als Evangelium verkündigt worden ist.

2. Petrus 2,21:
Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.

Anmerkungen von Ellen G. White

Ellen G. White, “Der große Kampf” (Vom Schatten zum Licht), Seite 251:
Die unfehlbare Autorität und Macht der Heiligen Schrift als Richtschnur des Glaubens und des Wandels war der große, von diesen Reformatoren aufgestellte Grundsatz, den auch die Waldenser, den Wiklif, Jan Hus, Luther, Zwingli und ihre Mitarbeiter hochgehalten hatten.

Ellen G. White, “Der große Kampf” (Vom Schatten zum Licht), Seite 578:
Durch die Verachtung der Wahrheit verwerfen die Menschen deren Urheber. Indem sie das Gesetz Gottes mit Füßen treten, leugnen sie die Autorität des Gesetzgebers. Es ist ebenso leicht, sich einen Götzen aus falschen Lehren und Theorien zu errichten, wie ein Götzenbild aus Holz oder Stein zu formen.

Dass sich beim Abfall einer Gemeinde sogar eine gewisse Dynamik entwickeln kann, zeigt folgende Aussage von E.G. White (Review & Herald, 22. März 1887, Abs. 4):
Wir haben von innen weit mehr zu fürchten als von außen. Die Hindernisse für Stärke und Erfolg kommen von der Kirche selbst weitaus stärker als von der Welt. Ungläubige dürfen erwarten, dass diejenigen, die sich zu den Geboten Gottes und dem Glauben an Jesus bekennen, durch ihr konsequentes Leben, ihr gottesfürchtiges Beispiel und ihren aktiven Einfluss mehr als jede andere Gruppe tun, um die Sache, die sie vertreten, zu fördern und zu ehren. Doch wie oft haben sich die angeblichen Verfechter der Wahrheit als größtes Hindernis für deren Verbreitung erwiesen! Der Unglaube, die geäußerten Zweifel und die gehegte Dunkelheit fördern die Anwesenheit böser Engel und ebnen Satans Plänen den Weg.

Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Sproß Davids, der leuchtende Morgenstern.
Offenbarung 22,16

Bibelverse aus Schlachter 2000

Themen rund um das Evangelium - Glaubensalltag - Gesundheit

Topics related to the Gospel - Everyday Faith - Health

[1] https://www.ekd.de/Bibel-10807.htm

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