Das Kommen eines rettenden Messias waren bereits Adam und Eva bekannt. Dessen angekündigte Erscheinung ging dem Volk Gottes “nur” regelmäßig aus dem Blick verloren. Hinzu kam, dass Jesus Christi ein völlig Anderer war, der von den Menschen allgemein hin erwartet wurde. Nicht das Bild eines Helden-Königs, sondern das einer armseligen Bettlerfigur.
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Vielfache Ankündigung Jesu Christi
Das Alte Testament enthält zahlreiche Stellen, die den damals kommenden Messias ankündigen. Sei es die direkte Vorhersage Seines Erscheinens, oder die Hervorhebung bestimmter Eigenschaften, womit jedoch verdeutlicht wird, dass ein kommender Retter als selbstverständlich zugrunde liegt. Das Wissen um das Kommen Jesu Christi war schließlich nicht nur eine gutgemeinte Ankündigung, um so bei den Menschen die Hoffnung am Leben zu halten, sondern elementarer Bestandteil des eröffneten Erlösungsweges.

Am (festen) Glauben, besser eigentlich Wissen, um den kommenden Retter, hing das gesamte Zeremonialsystem des Alten Testamentes. Die Feiertage, Feste und Opferdienste waren schließlich nichts Anderes als die symbolisierte Darstellung des Heilswerk Jesu Christi. Ein Schatten dessen, was Jesus Christus durch Sein Wirken erfüllen und final auch vollenden wird. Zwar war es dem Blut von Stieren und Böcken unmöglich, die Sünden der Menschen von ihren Sünden zu befreien (Hebräer 10,1-4), aber auch für die Menschen des Alten Testamentes galt schlicht, “Gerechtigkeit durch Gnade aufgrund des Glaubens”. Nicht durch die Tat selbst (Werksgerechtigkeit), sondern durch die feste Überzeugung davon, dass es so IST (Glaubensgerechtigkeit).
Doch keine Sündenvergebung ohne Blutvergießen, so in Hebräer 9,22. Das war das vergossene Blut von Jesus Christus. Er, durch den alle Dinge geschaffen sind, war deshalb zwingend der Einzige, dessen Blut die Sünden der Menschen austilgen kann durch Sein stellvertretendes Erleiden der Folge der Sünde, der Tod (Römer 6,23). Daher ist es auch unmöglich, dass irgendein Mensch, sei dieser noch so “heilig gekleidet” und in einer selbst überhobenen Position, die Sünden eines anderen Menschen zu vergeben. Das ist nicht nur Anmaßung, sondern per biblischer Definition geradeaus Blasphemie:
“Wer ist dieser, der solche Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?” (Lukas 5,21)
Erlösungsplan stand von Beginn an fest
Somit war es “glasklar”, dass ein Messias erscheinen wird. Darüber wussten, und das darf man als gegeben voraussetzen, Adam und Eva bereits Bescheid. Denn beide unterlagen der gleichen Sündhaftigkeit, wie ein jeder nachfolgender Mensch auch. Die ihnen zum “Rausschmiss” aus dem Garten Eden umgelegten Felle waren mit Sicherheit Lammfelle. Das erste Opfer, das erste Blutvergießen in der einst von Gott “sehr gut” geschaffenen Welt (1. Moses 1,31). Spätestens bei den ersten Söhnen Kain und Abel wurde es offensichtlich. Beide gaben Brandopfer. Nicht aus “Spaß an der Freude”, sondern als Schatten für den angekündigten Retter. Aus diesem Grund konnte Gott das eigenwillige, aus Obst und Gemüse bestehende Opfer Kains nicht annehmen (1. Moses 4,5). Es fand kein Blutvergießen statt, daher war auch keine Sündenvergebung möglich.
Der Prophet Jesaja verkündete dem störrischen, vom Heilsweg hoffnungslos abgefallenen Volk Juda erneut den kommenden Messias. Er sollte “Immanuel” heißen (Jesaja 7,14). “Gott mit uns”, so die Bedeutung dieses Namens. Aber das war konditioniert, denn wie so oft galt auch diese Ankündigung unter der Voraussetzung, dass das Volk doch wieder umkehrt und den Willen Gottes tut. Das war letztlich nicht der Fall. Dem Volk fehlt es schlicht und einfach am Willen (Jeremia 6,16, Matthäus 23,37).
Jesaja 53 geht ins Detail

Doch wie angekündigt, so kam es auch, unabhängig davon, ob das Volk Gottes sich endlich besonnen hatte, oder nicht. Der Messias erschien, sogar um rund 450 Jahre voraus angekündigt auf das Jahr genau von Daniel (Buch Daniel, Kapitel 9 – Info). Er wurde allerdings nicht Immanuel (Gott mit uns) genannt, sondern Yeshua (Gott rettet), griechisch Ieosus, deutsch Jesus. Messias ist Hebräisch und bedeutet “der Gesalbte”, in Griechisch “Christos”, deutsch “Christus”. Jesus der Messias, Jesus der Christus, oder geläufig gekürzt: Jesus Christus.
Eine sehr detaillierte Beschreibung des kommenden Messias bietet der Prophet Jesaja. Er erklärt das Erscheinungsbild, das Wirken und ganz besonders den Grund für das Handeln des kommenden Retters. Es handelt sich um das vor allem in den jüdischen Gemeinden sehr vernachlässigte Kapitel 53. Hier liegt schlicht das Problem vor, dass vor allem die orthodoxen Juden die gleiche Einstellung zur Behandlung des geschriebenen Wortes eingenommen haben, wie es auch in der römisch-katholischen Kirche ein geschriebenes Gesetz ist.
Hürden für “Normal-Gläubigen
Die Auslegung der Schrift dürfe nur vom “autorisierten Personal” vorgenommen werden. Auf der einen Seite nur im “Lichte des katholischen Katechismus”, auf der anderen Seite “im Lichte des Talmud”. Nachdem die römische Kirche nicht mehr die Macht hatte, die drastischen Sanktionen gegen Besitz und Auslegung der Bibel durchzusetzen, gibt man sich in der Kirche Roms etwas “lockerer”. Aber dennoch behält man sich das letzte Wort zu dieser Angelegenheit vor:
“Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes authentisch auszulegen, ist allein dem lebendigen Lehramt der Kirche” (KKK 85).
In anderen Worten, man dürfe gerne die Bibel selbst lesen und interpretieren, sei aber daran gebunden, seine Erkenntnisse vom autorisierten Personal bei Bedarf korrigieren zu lassen. Schließlich wolle man kein Häretiker genannt werden, sollte die eigene Erkenntnis von der Lehrmeinung des Lehramtes der Kirche abweichen. Noch mit der alten Macht in der Hand (bis 1798) behielt es sich die Kirche in ihrer ausdrücklichen Barmherzigkeit vor, einen solchen Häretiker durch die öffentliche Hand kurzerhand zu töten, oft durch lebendige Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.
Die Autorität des Rabbis

In den jüdischen Gemeinden ist Derartiges nicht bekannt. Aber es ist die unumstößliche, unantastbare Autorität des Rabbis, der es den durchschnittlichen Orthodoxen verbietet, Tora (5 Bücher Mose) oder Tanach (entspricht Altem Testamt, ohne Bücher Mose) aufzurollen, selbst zu lesen, geschweige das darin geschriebene Wort verstehen zu wollen. Ein Tabu, sogar ein Affront, als Außenstehender daraus zu zitieren, ganz besonders aus dem Buch des Gesetzes (Mose-Bücher). Entsprechend unbekannt ist daher der Inhalt von Jesaja 53.
Denn darin ist klar und eindeutig der kommende Messias beschrieben, welcher gemäß jüdischem Verständnis dann doch nie erschienen sei. Man warte noch immer auf seine erste Ankunft. Mit einer Anwandlung der Einsicht begründet man dies durch die fehlende Bereitschaft des Volkes, das noch zu sehr vom richtigen Weg abgedriftet war und der Messias deshalb “keine Lust” hatte, hier sein Königreich aufzurichten. Daher ist Daniel, Kapitel 9,24-27, ebenfalls so ein unantastbares heißes Eisen.
Anerkennung? Weit gefehlt!
Wer als “Heide” mit stolz geschwellter Brust einem Rabbi gegenübertritt und diesem erzählt, er studiere die Tora und halte dazu den Sabbat, braucht nicht zu erwarten, ein glückliches Lächeln und zustimmendes Schulterklopfen zu empfangen. Je nachdem welche Aussage des (widersprüchlichen) Talmuds der Rabbi favorisiert, könnte die Antwort folgend aussehen:
Antwort Möglichkeit 1

Und Rabbi Jochanan sagt: Ein Nichtjude, der sich mit dem Tora-Studium beschäftigt, kann mit dem Tode bestraft werden; denn es heißt: „Mose hat uns ein Gesetz [die Tora] geboten, ein Erbe der Gemeinde Jakobs“ (Deuteronomium 33,4), was darauf hindeutet, dass es ein Erbe für uns ist und nicht für sie.
Antwort Möglichkeit 2
Alternativ wäre möglich:

“Ein Nichtjude, der die Tora studiert, muss sterben. Er soll sich nur mit dem Studium seiner sieben Gebote befassen. Ebenso muss ein Nichtjude, der ruht, selbst an einem Wochentag, und diesen Tag als Sabbat begeht, sterben. Selbstverständlich muss er diese Strafe auch tragen, wenn er sich ein Fest einrichtet.“
Mit den “sieben Geboten” sind die Gesetze Noahs gemeint. Diese finden sich nicht in der Tora, sondern ausschließlich im Talmud. Somit müsste der “Heide” es schlicht irgendwie wissen, bzw. gewusst haben, zuerst den Talmud zu studieren, bevor dieser es wagte, die Tora in die Hand zu nehmen. Ergo, immer zuerst den Rabbi fragen und seinen Rat befolgen.
Antwort Möglichkeit 3
Die Antwort eines “liberalen” Rabbis könnte aber auch folgend lauten:

“Die Gemara fragt: Erhalten sie denn keinen Lohn für die Erfüllung dieser Gebote? Wird in einer Baraita nicht gelehrt, dass Rabbi Meir sagt: Woher kommt die Annahme, dass selbst ein Nichtjude, der sich mit der Tora beschäftigt, wie ein Hohepriester angesehen wird? Der Vers besagt in Bezug auf die Gebote: „Wer sie tut, wird von ihnen leben“ (Levitikus 18,5). Es heißt nicht: „Wer sie tut, wird von ihnen leben“, sondern: „Wer sie tut, wird von ihnen leben“, was bedeutet, dass alle Menschen eingeschlossen sind. Daraus haben Sie gelernt, dass selbst ein Nichtjude, der sich mit dem Tora-Studium beschäftigt, wie ein Hohepriester angesehen wird.“
Das in Aussicht gestellte Schicksal eines die Tora studierenden “Heiden” hat im Talmud somit die erstaunliche Bandbreite von einem “Todgeweihten” bis zu einem “Hohepriester”. Man darf es sich also aussuchen, je nach Sympathie und Wetterlage. An dieser Stelle wird es auch verständlicher, warum es im Evangelium hervorgehoben ist, dass Jesus Christus in den Synagogen “mit Autorität” (“Vollmacht”) predigte (z.B. Markus 1,22). Er schwadronierte nicht herum mit, “Rabbi X” sagte, “Rabbi Y” meinte und “Rabbi Z” hatte jene Meinung, sondern “Ich sage euch…” (z.B. Matthäus 3,9; Matthäus 5,18; Matthäus 9,20; Matthäus 6,2; Markus 14,15; Lukas 3,8; Johannes 6,47; Johannes 16,20; etc.). Etwas, wo die Pharisäer ein ernstes Problem damit hatten, bis heute.
Der Messias – Jesaja 53

Das “ungeliebte” Kapitel 53 im Buch des Propheten Jesaja beschreibt eindeutig den kommenden Messias, Sein Handeln und auch eine ganze Reihe Seiner Eigenschaften. Hartnäckige Leugnungen behandeln dieses Kapitel als eine Beschreibung über das Volk Israel als Ganzes, wie es tatsächlich getan wird (Info). Das ist in der Tat Auslegungssache, auch wenn in Jesaja 53 beschrieben steht, dass “dieser” durchbohrt und zerschlagen wird. Na, jeder kann selbst sein Urteil bilden.
Jesaja 53,1-3
Jesaja 53 beginnt gleich mit einer Suggestivfrage:
“Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden?” (Jesaja 53,1).
Das legt nahe, dass der Unglaube an einen kommenden Messias bereits allgegenwärtig gewesen ist. Entsprechend schwerer ist es auch gefallen, den tatsächlich erschienenden Messias als den zu aktzeptieren, wer Er tatsächlich war. Das betraf vor allem Sein Erscheinungsbild und Seine Umstände.
“Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht.” (Jesaja 53,2).
Wie sich die Menschen verhielten, ist in Vers 3 beschrieben:
“Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.“
Die Erwartung sah dagegen völlig anders aus. Man erwartete eine heroische Erscheinung, mit “Posaunen und Trompeten”, der sich gemäß Obelix die Römer einzeln vornimmt und diese in einem hohen Bogen aus Jerusalem und ganz Juda hinausbefördere. Ein solcher Retter müsse natürlich von königlicher Gestalt sein, da dieser schließlich als König kommt und auch hier sein Königreich aufrichten wolle.
Und wer kam? Eine ärmliche Gestalt, nicht einmal einen Wanderstock besaß Er. Der einzige “Luxus” an seinem Leib war das Obergewand ohne Saum. Aber selbst dieses Detail hatte Symbolwert, denn das nahtlose Gewand deutete auf eine besondere einheitliche Reinheit hin, ohne Übergänge, kein Flickwerk. Sogar die Römer waren scharf darauf und warfen das Los um dieses Obergewand, als es Jesus zu Seiner Kreuzigung abgenommen wurde (Matthäus 27,35).
Jesaja 53,4-6
Die folgenden Verse beschreiben die grundlegenden Gründe dafür, warum Jesus Christus ans Kreuz genagelt worden ist:
“Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.“
Der letzte Satz muss hier hervorgehoben werden. “Der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.” Jesus Christus hat mit Seiner Selbstopferung sich nicht nur das Recht erkauft, unsere Sünden vergeben zu können (Gnade), sondern Er hat auch unsere Schuld gesünd! Man kann dem “Fachpersonal” der römisch-katholischen Kirche durchaus unterstellen, die Schrift, wie diese z.B. an dieser Stelle geschrieben ist, richtig zu verstehen.
Aber was zählt, so mit den Worten eines ehemaligen Bundeskanzlers, “ist, was hinten herauskommt”. Diese Kirche nimmt sich das Recht, nicht nur die Sünden durch ihre Priester vergeben zu können, sondern definiert auch noch, dass die Schuld abbezahlt (Ablässe), abgearbeitet (gute Werke, Rosenkranz-Mantra, Treppen hochkriechen, etc.) oder abgebrannt (Fegefeuer) werden müsse. Die glatte Verleugnung des Heilswerk Jesu Christi!
Jesaja 53,7-9

Die folgenden Verse sind im Detail prophetischer Natur, denn das Schweigen wie ein Lamm erfüllte sich, als Jesus vor dem Hohen Rat stand und dieser Ihm die falschen Anklagen und Aussagen falscher Zeugen vorhielt (Matthäus 26,59-63).
“Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.” (Jesaja 53,7)
Auch die Grablegung Jesu war in dieser Passage vorhergesagt. Der reiche Judäer Joseph aus Arimathia suchte Pontius Pilatus nach dem Tod Jesu auf, um diesen darum zu bitten, Jesus schon jetzt mitnehmen zu dürfen, um Ihn in das noch unbenutzte Grab in seinen Besitz beisetzen zu dürfen (Matthäus 27,57-60):
“Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen [war er] in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war.” (Jesaja 53,9)
Jesaja 53,10-11
Wer es mit Vers 6 noch nicht verstanden hat, dass Jesus Christus unsere Schuld auf Sich nahm und dafür vollständig und abschließend bezahlte, der wird in Vers 10 erneut daran erinnert:
“Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen. Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.” (Jesaja 53,10-11)
Die römisch-katholische Kirche kennt diese Stelle ganz genau. Sie macht aber prompt eine semantische Modifikation daraus, so in KKK 615:
“die Sünden von vielen trug“ und so „die vielen gerecht macht“, indem er „ihre Schuld auf sich lädt“. Jesus hat unsere Sünden wiedergutgemacht und Gott dem Vater für sie Genugtuung geleistet”
Hierzu wird in der Fußnote sogar auf Jesaja 53,10-12 bezogen. Aber aus der “Schuld” wird dann einfach die “Sünde”. Das sind jedoch zwei unterschiedliche Schuhe.
Jesaja 53,12
“Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, daß er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.” (Jesaja 53,12)
Somit steht fest, Sünde UND Schuld. Jesus kann “rechtens” Sünde vergeben, Er opferte sich selbst, da Er die einzig definierte Strafe für die Sünde, der Tod, selbst erlitt. Somit erkaufte (1. Korinther 6,20) sich Jesus dieses Recht, ohne Seine ewige Gerechtigkeit opfern zu müssen. Das hätte nur dem Widersacher in die Hände gespielt, denn dessen Vorwurf lautet u.a., Gott und Sein Gesetz seien willkürlich und ungerecht. Und Jesus Christus nahm auch die Last der Schuld auf Sich. Da gibt es nichts mehr zu bezahlen, weder durch bare Münze, noch durch irgendwelche (heidnischen) Rituale.
Aufgeblasener Filz

Der römisch-katholische Katechismus und der Talmud haben gemeinsam, das einfache Prinzip des Evangeliums zu einem undurchdringlich komplizierten Filz aufzublasen, der dann als etwas deklariert werden kann, nur von “eingeweihtem, gelehrten, erleuchteten, göttlich erlesenen Fachkräften” verstanden werden zu können. Dabei ist das Prinzip der Erlösung, zwischen 1. Moses 1,1 und Offenbarung 22,21 nur etwas komplizierter als das Rezept für ein Spiegelei aus der Pfanne.
Wenn so einfach, warum dann mind. 35.000 verschiedene Denominationen? Tja, immerhin sind die Hauptzweige in ihrer Anzahl wesentlich geringer. Die einen meinen, Frauen sollten Kopftücher tragen, die anderen sagen, “egal”, man wird sich nicht einig, trennt sich und bildet eine eigene Gemeinde. Das Hauptproblem liegt aber darin, dass die Hauptzweige (z.B. Calvinisten, Lutheraner, etc.) nicht viel weiter gingen als die Erkenntnisse ihrer Gründer. Sie nahmen es wie gelehrt und setzten sich nicht selbst hin, um die Bibel ausführlich zu studieren. So waren auch die Erkenntnisse Martin Luthers nicht in der Nacht vom 30. zum 31. Oktober 1517 vollkommen, sondern ein lebenslanger Lernprozess. So manche ursprünglichen Aussagen hatte Luther selbst revidiert.
Für die römisch-katholische Kirche natürlich ein Wunschzustand. Denn so kann sie mit dem Finger auf die zersplitterten Rebellen-Töchter deuten und die eigene Einheit hervorheben. Allerdings, wie gehabt, mit einem heuchlerischen Unterton, denn durch eigene Interventionen hatte diese Kirche diesen Zustand selbst provoziert bzw. herbeigeführt (Info).
Ein königlicher Held war erwartet
Dass das erwartete Bild des angekündigten Messias für die Judäer, insbesondere nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil derart falsch gestaltet war (teils bis heute – Futurismus), kann nur gemutmaßt werden. Nach dem Wiederaufbau Jerusalems gab es keine Könige mehr. Die Vorherrschaft übernahmen die Hohepriester. Nahe läge, dass vor allem die Zeit der griechischen Vorherrschaft (331 – 63 v.Chr.) diese Vorstellung zementierte. Rund einhundert Jahre lang kämpften die Juden gegen das Seleukidenreich der Griechen. Der sog. Makkabäeraufstand (165 – 63 v.Chr.). Besonders Antiochos IV Ephiphanes tyrannisierte das jüdische Volk und ging sogar so weit, in deren Heiligtümern provokativ Schweine zu opfern.
Der Aufstand war letztendlich erfolgreich und der Tag der Befreiung führte zum jährlichen Chanukka-Fest (Lichterfest). Dieses Fest findet auch eine indirekte Erwähnung im Evangelium. In Johannes 10,22 wird berichtet, dass Jesus Christus sich gerade in Jerusalem aufhielt, als dort das “Fest der Tempelweihe” stattfand. Die (Wieder-) Einweihung des Tempels war nötig, da es die Seleukiden durch ihr heidnisches Treiben vollständig entweiht hatten.
Historie und Fiktionen

Wie es solche Erfolgsgeschichten wie der Ausgang des Makkabäeraufstandes an sich haben, bildeten sich auch Sagen und Legenden für noch mehr “Heldentum”. Da die griechische Philosophie, der Hellenismus, einen derart massiven Einfluss ausübte, dass sogar unsere Denkweise heute in Teilen derart gestaltet ist, blieb es nicht aus, dass die Fantasien so mancher Schriftgelehrten und Schriftsteller ihre eigenen Wege gingen. Auch die Hohepriesterschaft in Jerusalem war (mutmaßlich) ägyptischen Einfluss ausgesetzt, sprich Raum Alexandrien, und damit schwer hellenistisch.
In diesem Zeitraum entstanden eine ganze Reihe von Bücher, die heute als Apokryphen eingestuft werden. Darunter fiele eigentlich auch der griechische Grundtext “Sinaiticus”, aber nein, diesem wird gegenüber dem Mehrheitstext (textus receptus) bei den modernen Bibelausgaben sogar der Vorzug gegeben (Info).
Die auch in dieser Zeit entstandenen Schriften “2 Bücher Makkabäer” fanden sogar einen Weg in den römisch-katholischen Bibel-Kanon, bzw. wurden diesem beibehalten (Info). Das zweite Buch hebt insbesondere die Opfergaben für bereits Tote und auch die Fürbitten für Verstorbene hervor. Eine typische katholische Tradition.
Auch Zukunft sieht “etwas” anders aus
Es liegt auf der Hand, dass ein solches erwartetes Heldentum wie der Kampf der Makkabäer gegen die Besatzer auch für die Befreiung von den Römern eine wesentliche Rolle gespielt hatte und wie passend, dass da der Messias angekündigt ist, welcher sein Volk rette und sein Königreich errichten wolle, im Hier und Jetzt, auf der Erde. Eine Vorstellung, die bis heute gilt und auch in evangelikalen Kreisen als Futurismus (& Dispensationalismus) gelehrt wird (Info).
Dieses sichtbare, auf Erden errichtete Königreich, für 1000 Jahre, wird es aber nicht geben. Nicht, wenn man der Bibel Glauben schenkt (Info).
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
Matthäus 15,3
Bibelverse aus Schlachter 2000
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