Alkohol & Wein biblisch – In “Maßen” okay oder ein Tabu?

Wein-Saft


Der Genuß von Wein und “leichtem Alkohol” gilt als selbstverständlich und völlig harmlos, wenn dieser in “Maßen” genossen wird. Sogar gesund soll er sein. Auch die Bibel erzählt viel vom Genuss des Weines. Doch Wein ist nicht gleich Wein.

Wein ist nicht gleich Wein

Das im Neuen Testament im Griechischen Wort für Wein lautet “οἶνον” (“oinon, oinos”). Der Ursprung dieser Wortverwendung findet sich im Hebräischen in “yayin”, was ebenfalls einfach nur Wein bedeutet. Im Gegensatz zum Griechischen gibt es im Hebräischen durchaus eine Unterscheidung zwischen Wein (alkoholisiert) und Traubensaft. Während z.B. in 1. Moses 9,21 das Wort “yayin” zu finden ist, für fermentierten Wein, wird in Jesaja 65,8 das hebräische Wort “tirosh” verwendet. Was aber bei den unterschiedlichen Übersetzungen auch unterschiedlich gehandhabt wird.

1. Moses 9,21:
Als er aber von dem Wein [yayin] trank, wurde er betrunken und entblößte sich in seinem Zelt.
Jesaja 65,8 (dt. Schlachter 2000):
So spricht der Herr: Wie wenn sich noch Saft in einer Traube [tirosh] findet, und man dann sagt: »Verdirb sie nicht; es ist ein Segen in ihr!«, so will auch ich handeln um meiner Knechte willen, daß ich nicht das Ganze verderbe.
Jesaja 65,8 (engl. Kings James Version):
Thus saith the LORD, As the new wine [tirosh] is found in the cluster,…

Die Kings James Version umschreibt dies mit “neuem Wein”. In der griechischen Übersetzung des hebräischen Alten Testaments (Septuaginta, LXX) steht an dieser Stelle “Trauben-Steine”.

Es ist somit deutlich, dass zwischen “neuem” und “altem” Wein, also nicht fermentiert und fermentiert (alkoholhaltig) unterschieden wird. Für die Deutung des Wortes Wein im Neuen Testament (griechisch) ist daher besonders der Kontext zu beachten.

Allgemein selbstverständlich akzeptiert

Essen-Party
Ausgelassenheit beim Tröpfchen

So vertreten auch die meisten evangelikalen, bzw. lutherischen Kirchen die Ansicht, dass Wein selbstverständlich “in Maßen” getrunken werden könne. Bei der römisch-katholischen Kirche steht die Frage außen vor. Da muss es sogar ein ausgesuchter, fermentierter, also alkoholisierter Wein sein, wenn es darum geht, das zu zelebrieren, was allgemein als Messe oder Eucharistie bezeichnet wird. Nur, dass der Priester seine Schäfchen davon nichts abgibt, es sei ja ein “blutloses Opfer”, dafür den Wein aber selbst zu Munde führt. Aber schnell ist die Antwort parat, dass die Bibel den Wein zig mal erwähnt und dies auch die Wichtigkeit des Weines hervorhebe. Das erste Wunder Jesu Christi war schließlich die Verwandlung von Wasser in Wein auf einer Hochzeitsfeier.

Dabei fehlte es auch auf säkularer Ebene ganz generell, was eigentlich “in Maßen” bedeutet. Was ist “nur ein kleines bisschen”, was ist “moderat” und wie lange sei es noch “gesund” und wann beginn das “Zuviel”? So sind auch schnell Thesen bei der Hand, dass ein Gläschen Rotwein am Abend sogar gesund sei. Dies ist aber nur die Meinung einer Gruppe, die andere sagt, nein, Alkohol (Äthanol) ist und bleibt ein Nervengift, auch in kleinen Mengen.

Ginge man jedoch unbeirrt davon aus, dass es sich mit dem in der Bibel genannten Wein generell um einen fermentierten Wein handelte, und nicht (auch) um alkoholfreien, heute als Traubensaft bezeichneten Wein, so müssten eigentlich diverse Widersprüche auffallen. Denn der Wein dient auch als ein Symbol für die Lehre. Der reine Wein ist das reine Evangelium und der babylonische Wein (verdorbener Wein) ist die gefälschte Lehre. Auch symbolisiert der Wein das Blut Christi beim Abendmahl. Also alles sehr positive Attribute für den reinen Wein.

Noahs Schande – Schande über Kanaan

Umgekehrt gibt die Bibel auch preis, dass Wein nicht gerade für die besten Entscheidungen des Menschen sorgt, ja sogar zu tödlichen Fehlern führt. Eine bekannte Stelle beschreibt eine Szene nach der Sintflut, Noah und seine Familie. 1. Moses 9,21;24-25:
Als er aber von dem Wein trank, wurde er betrunken und entblößte sich in seinem Zelt.
Als nun Noah von dem Wein erwachte und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte, da sprach er: »Verflucht sei Kanaan! Ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern!«

Das führte zum prophetisch dargelegten Ausblick auf alle Nachfahren der Söhne Noahs, Sem, Ham und Japhet. Ham machte sich bei seinen Brüdern darüber lustig, dass er den Vater entblößt im Zelt liegen sah und dies führte zu den Verwünschungen Noahs, welche bereits bei Hams Sohn Kanaan Früchte trug. Ganz zu schweigen von weiteren Generationen mit Kusch und Nimrod.

Tödlicher Fehler

Alkohol tödlich
Alkohol und Risiken?

Beziehungsvorteile, oder Ansehen der Person gab es nie und wird es bei Gott auch nie geben, wenn es darum geht, den Maßstab der Gerechtigkeit zur Anwendung zu bringen. So hatten auch die beiden ältesten Söhne des ersten Hohepriesters Aaron, Nadab und Abihu, keinen Bonus wegen ihres hohepriesterlichen Vaters. Sie trugen in ihrer feierlichen Stimmung ein Feuer in das Heiligtum, was hätten sie nicht tun dürfen. Gott gebot, nur das Feuer hineinzutragen, was Er selbst zur Einweihung der Stiftshütte entfacht hatte. Das durfte auch niemals erlöschen. Nadab und Abihu starben auf der Stelle (3. Moses 10). Das Feuer symbolisiert zudem das Wirken des Heiligen Geistes (z.B. Feuerzungen über die Köpfe der Apostel zu Pfingsten). Aber nur der reine Geist Gottes, kein fremder und damit falscher Geist.

Hemmungslosigkeit Belsazars

Der letzte König des Großreiches Babylon, Belsazar, verlor bei einer ausgiebigen, sehr “flüssigen” Feier jegliche Hemmungen und ließ zur großen Party die wertvollen Becher und Geräte herantragen, welche von König Nebukadnezar aus dem Tempel Jerusalems geplündert wurden. Das Fass war übergelaufen. “Mene, Mene Tekel, Upharsin”, so die vom Herrn an die Wand des Festsaales geschriebene Botschaft an Belsazar. Das war keine Warnung, sondern die Bekanntgabe einer nahen Vollstreckung. Bereits in der folgenden Nacht überraschten die Medo-Perser die doch ziemlich angetrunkenen Wachmannschaften, eroberten Babel im Handumdrehen und Belsazar verlor sein Leben. Das Ende des babylonischen Großreiches und der Beginn des Reiches der Medo-Perser (Daniel 5).

Lot’s Nachkommen – Feine Israels

Alkohol war es auch, der für doch sehr ungewöhnliche Nachkommenschaft des Neffen Abrahams, Lot, verursachte. Nachdem Lot, Frau und Töchter aus Sodom “geflüchtet wurden”, die Frau zudem wegen ihres Ungehorsams starb, aber die beiden Töchter doch sehr von den Gepflogenheiten in Sodom beeinflusst waren, setzten sie ihren Vater Lot der Reihe nach unter Alkoholeinfluss, um so von ihm die eigene Nachkommenschaft zu sichern. Beide Töchter brachten jeweils einen Sohn zur Welt, Moab und Ben-Ammi (1. Mose 19). Der eine der Stammvater der Moabiter, der andere der von den Ammonitern. Beide Völker zählten zu den ärgsten Gegnern Israels.

Warnung vor Alkohol und dessen Wirkung

Alkohol Risiko
Alkohol-Tabu ist angebracht

Die Bibel warnt an einigen Stellen vor dem Genuss von Alkohol, bzw. alkoholisierten Wein.

Sprüche 23,31-33:
Schau nicht darauf, wie der Wein rötlich schimmert, wie er im Becher perlt! Er gleitet leicht hinunter; zuletzt aber beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter! Deine Augen werden seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird verworrenes Zeug reden;

Habakuk 2,15:
Wehe dir, der du deinem Nächsten zu trinken gibst und ihm deinen Gluttrank einschenkst und ihn auch betrunken machst, um seine Blöße zu sehen!

Widerspruch erkennbar?

Andererseits steht der Wein in einem positiven, sogar in einem erstrebenswerten Kontext.

1. Moses 14,18:
Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten.

Ist hier ein Widerspruch zu erkennen? Einerseits dürfen Priester kein Alkohol trinken, aber Melchisedek, der Priester Gottes, bringt selbst Wein herbei?

3. Moses 10,9:
Du und deine Söhne mit dir sollen weder Wein noch berauschendes Getränk trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht, damit ihr nicht sterbt. Das sei eine ewige Ordnung für eure [künftigen] Geschlechter,

Es gibt noch eine weitere hervorgehobene Gruppe, die es tunlichst unterlassen sollte, irgendeinen Alkohol zu trinken.

Sprüche 31,4-6:
Es ziemt sich für Könige nicht, Lemuel, es ziemt sich für Könige nicht, Wein zu trinken, noch für Fürsten der Hang zu starkem Getränk! Sie könnten über dem Trinken das vorgeschriebene Recht vergessen und die Rechtssache aller geringen Leute verdrehen. Gebt starkes Getränk dem, der zugrundegeht, und Wein den betrübten Seelen!

Guter Wein – Schlechter Wein

Rotwein
Wein fermentiert – oder nicht

Das von Jesus Christus in Wein verwandelte Wasser (Johannes 2,1) erhielt vom beauftragten Speisemeister des Hochzeitfestes das Prädikat “guter Wein”, welcher eigentlich zuerst serviert werden sollte und nicht erst der schlechte Wein vorweg. “Guter Wein” und “weniger guter Wein”, das Unterscheidungsmerkmal betraf sicher nicht die Lage des Weinbergs, Ost- oder Südlage, in Frankreich oder Australien, sondern ob frisch und süß, oder fermentiert und alkoholisiert. Das wäre in der Tat völlig widersprüchlich, sollte Jesus durch Sein Wort verkünden, dass Alkohol den Kopf vernebelt, aber dann selbst für vom Alkohol berauschtes Festgelage sorgte.

Frischer, nicht-fermentierter Wein, heute schlicht Traubensaft genannt, war der “gute Wein”, verdorbener Wein, also fermentiert und alkoholhaltig, der schlechte Wein. Schließlich bedarf es nur noch einen weitere Zerfalls- bzw. Oxidationsschritt bis zum endültigen Verderben, Essig. Entsprechend symbolisiert der frische, nicht alkoholisierte Wein auch die reine, unverfälschte Lehre des Evangeliums und der die Sinne berauschende, alkoholisierte Wein eine falsche Lehre, z.B. der Wein Babylons (z.B. Offenbarung 17,2).
mit der die Könige der Erde Unzucht getrieben haben, und von deren Wein der Unzucht die, welche die Erde bewohnen, trunken geworden sind.

Priester und Könige

Ein weiterer gewichtiger Aspekt spricht gegen jeglichen Genuss von Alkohol. Könige sollten dies nicht tun und Priestern war es strikt verboten, aus gutem Grund. Wer werden die geretteten bzw. erlösten Menschen sein?

Offenbarung 1,5-6:
und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten und dem Fürsten über die Könige der Erde. Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut, und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater – Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen

Offenbarung 20,6:
Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1 000 Jahre.

Die Geretteten werden Könige und Priester Gottes sein!

Alkohol ist ein No-Go!

Forschungsfinanzierung
Jede Studie muss finanziert werden

Man mag sich über die schulmedizinischen Aspekte, pro und contra alkoholisierter Wein streiten. Das ist das Feld der Wissenschaft und deren säkulare Priesterkaste im weißen Kittel. Das sollte für den ernsthaften Christen, der Gottes Willen tun will, ohne Belang sein, unabhängig davon, zu welchen “Tagesform-abhängigen” Studienergebnissen die von wem auch immer beauftragten und bezahlten Forscher kommen mögen. Alkohol, auch ein “bisschen, moderat oder mäßig”, ist ein Tabu. Vor allem in dieser Zeit, wo die Täuschung allgegenwärtig wirkt, ist ein anhaltend klarer und besonnener Geist von größter Wichtigkeit.

Alkoholisierter Wein gilt in der Bibel als ein unreines Getränk, der neue Wein, bzw. unfermentierte Wein ist dagegen der gute Wein, unverdorben und rein. Entsprechend steht auch der Kontext, in dem der Wein genannt wird. Das gilt damit ganz besonders, wenn Jesus Christus Wasser in Wein verwandelt hat. Er hat nicht unreinen, verdorbenen Wein erzeugt, sondern den reinen und unverdorbenen Wein, sprich Traubensaft.

Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.
Offenbarung 3,10

Bibelverse aus Schlachter 2000

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Alkohol & Wein biblisch – In “Maßen” okay oder ein Tabu?
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