Wenn sich ein Jesuit mit dem Thema Sabbat beschäftigt

Schwarze Katze

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Wenn ein Jesuit das Thema “Sabbat” aufgreift und diesen gesonderten Tag in das Licht des Evangeliums rückt, dann wird es regelmäßig interessant. Ein durchaus aufschlussreicher Beitrag eines “Loyola-Bruders” und seine Sicht auf den Sabbat und die Rolle Jesu Christi.

Sabbat stets im Visier des Widersachers

Der Sabbat, der 7te Tag der Woche (“Samstag”), war bereits von Beginn der noch sehr jungen Christengemeinden ein zentrales Thema, auch wenn der Ball über dieses Thema stets sehr flach gehalten wurde. Schließlich sollte nicht zu großer Staub aufgewirbelt werden, denn sonst könnten sich die Menschen darüber ernstliche Gedanken machen. Es war aber genau dieser Sabbat, das Vierte Gebot Gottes (Info), der besonders in den Glaubenszentren Roms und Alexandrien rigoros abgelehnt und durch den ersten Tag der Woche (“Sonntag” – Sonnen-Tag) ersetzt wurde.

Das Sonntagsgesetz von Kaiser Konstantin im Jahr 321 war lediglich ein wichtiger Meilenstein im Zuge der Ausmerzung des Sabbats, aber nicht der Beginn (Info).

Anstatt den von Gott zum Abschluss Seiner Schöpfung eingesetzten Sabbat (1. Moses 2,2-3) so anzunehmen, wie dieser vom Schöpfer angedacht war, als Sein Autoritätszeichen des Schöpfers (2. Moses 20,8-11) und als Befreier des gefallenen Menschen aus der Sünde (5. Moses 5,12-15), strickten die Gegner Gottes rund um den 7ten Tag der Woche bevorzugt Fabeln und Legenden, um einerseits Gottes Gebot aus den Köpfen der Menschen auszulöschen und andererseits den eigenen, auf Heidentum basierenden Sonnen-Anbetungstag (“Sol Invictus”) für den 1ten Tag auch für die Christenheit einzuführen (Info).

Wenn sich Jesuiten mit dem Sabbat beschäftigen

Bandsalat
Das Evangelium eines Jesuiten

Es erscheint besonders interessant, wenn das jesuitische Magazin, “America – The Jesuit Review”, diesen einen, von Gott eingeführten, selig gesprochenen und geheiligten 7ten Tag, der Sabbat, thematisiert und sogar dessen Heiligkeit betont. “Die Heiligkeit des Sabbats”, so die Überschrift zur Betrachtung des Sabbats (Quelle). Der Autor dieser “Sabbat-Betrachtung” ist ein Jesuit.

Israel mit “gesondertem Gott”?

Schon der erste Satz verdeutlicht ein auch im Rahmen der Ökumene forciertes Narrativ. Der Autor bezeichnet die Heiligkeit des Sabbats als ein “grundlegendes Merkmal der Religion Israels”. Als wenn das Volk Israel eine andere Religion, wenn nicht sogar einen “eigenen, besonderen Gott” gehabt habe, als das Christentum. Es sei deren Glaube gewesen, so der Autor, dass ein “jeder siebte Tag Gott gehört”. Dies sei eine der “großen Neuerungen der religiösen Vorstellungskraft Israels” gewesen. Und tatsächlich. Israel scheint einen anderen Gott gehabt zu haben, denn Israel habe einen Gott, der diesen Sabbat für die Ruhe der gesamten Schöpfung als einen Akt der Anbetung einführte.

Zwar stellt der Autor richtig heraus, dass der Sabbat auch ein Erinnerungstag für die Herausführung Israels aus der Sklaverei in Ägypten (Exodus) ist, aber auch an dieser Stelle hält der Jesuit an einer scheinbaren Exklusivität für das damals buchstäbliche Volk Israel fest.

Sabbat ein Politikum?

Der Autor setzt seine verwirrenden Ungenauigkeiten fort. Demnach diente der Sabbat in der Zeit Jesu als ein “Akt des Widerstandes”. Israel sei mehrere Jahrzehnte vor dem Erscheinen Jesu Christi von den Römern erobert worden. Allein diese Aussage ist nicht ganz korrekt, dient aber sichtlich der Pflege des Narratives der gesonderten Gepflogenheiten Israels. Denn das, was der jesuitische Autor Israel nennt, war tatsächlich nur das Land Judah, einschließlich des kleinen Anteils des Stammes Benjamin. Rund 930 vor Christus kam es zur Trennung Gesamt-Israels in Nord- und in Süd-Israel, mit den jeweiligen Hauptstädten Samaria und Jerusalem. Im Jahr 721 vor Christus wurden Nordisrael, unter König Hosea, samt Samaria von den Assyrern dem Erdboden gleichgemacht. Es existierte seither nicht mehr.

Aber mit Vorliebe werden das verbliebene Juda und seine einstigen Bewohner, ein Stamm von insgesamt zwölf, mit dem Begriff Israel in einem Topf verrührt.

Jesus ein Produkt dieses Umfeldes

Eine gesonderte Gruppe der Bewohner Juda waren die Pharisäer. Der Autor hebt diese hervor als jene, die gegen die ausländische Opposition für den Erhalt der eigenen Kultur ankämpften. Demnach stellten die Pharisäer drei wesentliche Dinge in den Mittelpunkt. Dies betraf die Durchsetzung der Reinheitsgesetze, die Vorschriften an einem Sabbat und der Tempel Jerusalems. Diese seien die Grundlage für den “kulturellen Widerstand” gegen die römischen Besatzer gewesen.

Jesus sei ein “Produkt dieses Umfeldes” gewesen, und er widersetzte sich der Logik der Pharisäer, so der Autor. Jesus, selbst aus dem Stamm Juda, habe oft Gesellschaft mit den Pharisäern gepflegt und dies sei ein Beleg, dass Jesus deren Erwartungen entsprochen habe. Doch Jesus habe gegenüber den Reinheitsgeboten, den Sabbatvorschriften und dem Tempel Jerusalems nicht die gleiche “ängstliche Ehrfurcht” gezeigt wie die Pharisäer.

Wie allerdings Jesus Christus tatsächlich über die Pharisäer dachte, ist eindrucksvoll in Kapitel 23 im Buch von Matthäus festgehalten.

Die Katze aus dem Sack gelassen

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Geistlich vollkommene Dunkelheit

Als wenn die Menschen selbst die Evangelien nicht selbst lesen würden, aber damit könnte der Jesuit sogar recht haben. Denn ansonsten dürfte er wohl kaum den Versuch unternehmen, den Evangelien einen neuen Inhalt zuzuschreiben. Demnach berichteten die Bücher Matthäus, Markus, Lukas und Johannes davon, dass Jesus diese von den Pharisäern hochgehaltenen Traditionen als “göttliche Weisheit” betrachtete. Gott habe damit die Menschen in Rechtschaffenheit erziehen und den Sinn Gottes verstehen lassen wollen. Der Menschensohn war “Herr des Sabbats”, so der Autor, deshalb stand es ihm und seinen Anhängern frei, die Sabbat-Traditionen anzunehmen oder aufzugeben, ohne die damit verbundene Freiheit oder Anbetung aufzugeben.

Wenn ein König proklamiert, “Ich bin Herr über meine Gesetze”, bedeutet dies deren Aufhebung? Oder wenn ein Hausherr betont, “Ich bin der Herr über mein Haus”, kommt dies einer Haushaltsauflösung gleich? Darauf kämen wohl die wenigsten Menschen. Aber wenn Jesus sagt, “Ich bin Herr auch über den Sabbat” (Matthäus 12,8), dann sei dies die Beseitigung des Sabbats! Was muss passiert sein, um einen – gelinde gesagt – derartigen Unsinn vermitteln zu können. Oft sind vermeintliche Kleinigkeit entscheidend. So auch bei der Aussage des Jesuiten, Jesus “war” der Herr über den Sabbat. Nein! Jesus “ist” Herr über den Sabbat.

Jesus nur einfacher Wanderprediger

Dass der “Loyola-Bruder” Jesus Christus nicht als Mensch gewordenen Gott (Johannes 1,1-3;14) betrachtet, sondern als ein zeitliches Phänomen, zufällig in der Zeit der römischen Besatzer, in der Gestalt eines einfachen Wanderpredigers, belegt dieser indirekt anhand seines Resümees:

Wenn uns die heutigen Lesungen in irgendeiner Weise herausfordern, dann vielleicht, in unseren Herzen zu stöbern und uns daran zu erinnern, dass der „Menschensohn der Herr“ der Dinge ist, die uns vielleicht lieb und teuer sind, die uns aber auch von einer wahren Beziehung zu Gott abhalten könnten.

Der Menschensohn sei “Herr der Dinge”, welche uns als wertvoll erschienen, aber auch eine “wahre Beziehung zu Gott” verhindern können. Die eigentliche Aussage: Jesus habe in diesem Sinne mit Gott gar nichts gemein, schon gar nicht seien sie eins (Johannes 10,30). Vielmehr hege Jesus das Potenzial, den Menschen von Gott abzubringen.

Eigentlich “mustergültig”

Warnung
Vorsicht ist geboten!

In diesem Sinne ist dieser Beitrag des Jesuiten mustergültig für die Vorgehensweise, das Evangelium mit aller rhetorischer Kunst zu verdrehen. Narrative bedient, Vermengungen von grundverschiedenen Dingen, gezielte Ungenauigkeiten, einfach nur geschickt gemacht. Aber eben nur die Umkehrung des Evangeliums und die Bedienung jenen, der die Herrschaft über die Welt für sich beansprucht. Jener, welcher dem Tier “Kraft und seinen Thron und große Vollmacht” verlieh (Offenbarung 13,2). Die Bücher Daniel und Offenbarung wissen darüber zu berichten (Info).

Der Sabbat, das Vierte Gebot Gottes, war zu keinem Zeitpunkt ein exklusiv für das Volk Israel eingerichtetes Gebot. Jesus Christus betonte dies zudem gemäß Markus 2,27:
Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen.
Um des “Menschen” willen, und nicht um des “Israeliten” willen! (Info)

Apostel Paulus wusste es schon zu seiner Zeit, dass die Falschspieler und Betrüger in die Gemeinde Einzug halten werden. Er warnte in seinem Brief die Gemeinde Ephesus, jene Gemeinde, die Johannes auf Patmos als erste anzuschreibende Gemeinde in Asia genannt erhielt (Info).

Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen;
Apostelgeschichte 20,29

Bibelverse aus Schlachter 2000

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