Olli Dürr Gesell. Entwicklungen WEF: Erzbischof bezeichnet Papst als Diener der Eliten

WEF: Erzbischof bezeichnet Papst als Diener der Eliten

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Wiederholt ist scharfe Kritik gegen Papst Franziskus zu vernehmen. Der schon als „berufener Kritiker“ bekannte Erzbischof Viganò bezeichnet den Pontifex als einen Diener der Eliten des WEF. Auch der angekündigte „Antichrist“ ist verlautbart. Allerdings sind auch bei diesem vorgetragenen Theaterstück die Rollen vertauscht.

Papst-Schreiben an WEF löst Wirbel aus

Wieder einmal schwere Unruhen um die Person Papst Franziskus und einem seiner nach außen augenscheinlichen Gegnern. Diese erneute Gefechtsrunde wird ausgetragen im Rahmen des jüngst zu Ende gegangenen jährlichen Treffens des Weltwirtschaftsforums in Davos für das Jahr 2024. Wie gehabt, zeigte sich Papst Franziskus um das Ergebnis dieser Zusammenkunft aus Vertretern der Politik und Wirtschaft umsorgt. Er schrieb erneut einen wohlwollenden Brief an den Gründer und Veranstalter des WEF, Klaus Schwab. Der Vatikan hat dieses Schreiben am 17. Januar 2024 veröffentlicht (Quelle).

Geforderte Gerechtigkeit überall

No Justice

Papst fordert selbst gesetztes Narrativ ein

Das zentrale Anliegen des Pontifex war wie üblich die „Gerechtigkeit in dieser Welt“. Seien es Reichtum, Armut, Klima, Hunger, Verschwendung von Lebensmitteln, Ausbeutung durch wenige Nutznießer, Bildung, medizinische Grundversorgung und ein Dach über dem Kopf, überall stecke eine moralische Verantwortung drinnen. Nun sei es Zeit, dem Prozess der Globalisierung ethisch „einwandfreie Modell“ zu fördern, so der Pontifex in seinem Brief an den WEF-Gründer. Dies müsse zum Wohle „unserer Menschheitsfamilie“ geschehen und dies führe zu „naturgemäß eine Unterordnung des Machtstrebens und des individuellen Gewinns“ bei gleichzeitigem Vorrang der „Armen, Bedürftigen und Menschen in den schwächsten Situationen“. Der Papst drückte in diesem Schreiben seine Hoffnung aus, dass sich die Teilnehmer des Forums der moralischen Verantwortung bewusst seien. Dieses Schreiben schloss der Pontifex damit ab, dass er „allen Teilnehmern bereitwillig eine Fülle göttlichen Segens“ herabrief.

Erzbischof sah mal wieder Rot

Für den ehemaligen Botschafter des Vatikans in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, war dieses Schreiben des Papstes an den WEF offenbar wie ein rotes Tuch. Schon zum vor rund 25 Jahren geschriebenen und jetzt plötzlich wiederentdeckten Buch (Info) des gegenwärtigen „Chef-Inquisitors“ Kardinal Víctor Manuel Fernández forderte Viganò sogar die Verhaftung des Autors und den Papst gleich dazu (Quelle).

Jetzt tobte Erzbischof Viganò aufgrund der vermeintlichen Komplizenschaft des Papstes mit den „transatlantisch-globalistischen Netzwerken“, die sich auch in diesem Jahr in Davos zusammensetzten (Quelle).

Der Erzbischof stößt sich vor allem daran, dass dieses Schreiben des Papstes an den WEF keinerlei Erwähnung von Christus, Gott und nicht mal die Religion findet. Lediglich „die Fülle des göttlichen Segens“ wurde vom Papst gewünscht. Bereits im Jahr 2015 segnete Franziskus in New York die „Agenda 2030“ der UNO und nun sprach er seinen Segen für die „Agenda des World Economic Forums“ aus.

Papst ein „Diener der Eliten“

Slave

Papst sei den Eliten als Bittsteller unterworfen

In seiner Stellungnahme kritisierte Viganò die Motive des WEF. Demnach erklärten sie offen, „dass sie die Weltbevölkerung durch Kriege, Hungersnöte und organisierte Seuchen reduzieren wollen„. Diese bedienten sich der Komplizenschaft der Regierungen, den internationalen Institutionen und insbesondere der Hochfinanz und Medien. Der Erzbischof erinnert an die Aussagen des Papstes Leo XIII., die sich nun bewahrheitet hätten. Dazu habe die „Liebe Frau in La Salette“ vorhergesagt, dass Rom den Glauben verlieren und zum Sitz des Antichristen werde. Das Schreiben des Papstes sei ein Beweis, „dass der argentinische Jesuit ein Diener der globalistischen Elite ist“, so Viganò.

Diverse Merkwürdigkeiten

Der Erzbischof Viganò hatte in der Vergangenheit schon zahlreiche derartige Auftritte in der Öffentlichkeit. Er gilt als ein Schismatiker. Die Liste seiner äußerst Papst-kritischen Töne ist sehr lang.

Genau an diesem Punkt erhält diese ganze Geschichte einen seltsamen Geruch. Papst-kritische Töne gab es bereits auch aus anderen Ecken dieser Kirche. Viele blieben unbeantwortet, andere wiederum zogen Konsequenzen mit sich. Kardinal Raymond Burke, eins auch ein Oberer des Ordens von Malta, kann ein Lied davon trällern. Er wurde wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem päpstlichen Weltbild an allen vorhandenen Knubbeln zur Kirche abgesägt (Info). Papst Franziskus kann frei handeln gemäß „Hire and Fire“ und dies demonstrierte der er schon mehrmals.

Automatik-Rauswurf außer Betrieb?

Anfang Januar 2024 sorgte ein katholischer Priester in der Toskana, Italien, für Aufsehen, als er in seiner Gemeinde über den „Papst der Usurpator“ predigte (Info).

Notausgang

Der Notausgang scheint beim Erzbischof verschlossen zu sein

Der Priester war schneller abgesägt als er Amen sagen konnte. Und genau hier wird es interessant. Denn gemäß dem katholischen Kirchengesetz hat sich der Priester quasi selbst demontiert. Eine derartige Aussage, die den Primat des Papstes in Zweifel zieht, hat eine automatisch eintretende Exkommunikation zur Folge (Canon 751). Doch der Erzbischof Carlo Maria Viganò läuft nach Jahren der offen praktizierten Kirchentrennung (Schisma) noch immer in seinen purpurnen Gewändern herum.

Wie ist das möglich? Seine jüngste Bezichtigung, Papst Franziskus sei ein „Diener der Eliten“ und die Bestätigung des vorhergesagten „Antichristen“, ist zwar kein unmittelbarer Angriff auf den Papst als Primat dieser Kirche, aber die in dieser Institution eingebaute „Auto-Eject-Funktion“ scheint beim Erzbischof zu klemmen. Eine klare Unterwanderung der Autorität des Papstes, aber die „Not-Aus-Flinte“ hat einen Rohrkrepierer.

Gemäß dem Kirchengesetz Canon 212 darf ein jedes Schäfchen seinen Unmut der Kirche kundtun. Angehörige der Kurie haben auch das Recht, ihre Fragen anhand einer „Dubia“ zur gewünschten Beantwortung vorzulegen. So tat es auch einst der inzwischen deaktivierte Kardinal Burke. Doch Erzbischof Viganò scheint eine Art Narrenfreiheit erhalten zu haben. Mit seiner Erwähnung des Papsttums als „Antichrist“, liegt der Erzbischof nicht mal grundsätzlich verkehrt. Allerdings um viele Jahrhunderte zu spät vermutet (Info). An dieser Stelle könnte die Nachfolgeschaft Franziskus eine gewichtichte Rolle spielen.

Mal wieder ein übliches Manöver?

Das ganze Aufsehen könnte sich um ein Manöver und damit auch als eine übliche Ablenkung handeln. Denn so wie Viganò die Zusammenhänge präsentiert, passt der Schuh überhaupt nicht. Wenn man den Schuh aber einfach umdreht, dann passt dieser wie angegossen. Nicht der Papst ist der „Diener der Eliten“, sondern die „Eliten sind Diener des Papstes“. Eines der Geschicke der Kirche Roms bestand schon immer darin, ihre Agenda als nur hinterher laufendes und unschuldig dreinschauendes Schäfchen umzusetzen.

Man braucht dazu gar nicht so weit auszuholen. Der vom Erzbischof erwähnte Papst Leo XIII. veröffentlichte im Mai 1891 die berühmte erste Sozial-Enzyklika „Rerum Novarum“. Das ist quasi die Ur-Schrift der heute von dieser Kirche geführten Sozial-Ethik. Die von Papst Franziskus im Oktober 2020 veröffentlichte Sozial-Enzyklika „Fratelli Tutti“ ist im Prinzip eine Aufwärmung von „Rerum Novarum“ in die aktuelle Zeit hinein. Auch der Blick in das Kompendium der (katholischen) Soziallehre, sowie das Schreiben „Gaudium et Spes“ nach dem 2. Vatikanischen Konzil weisen den Geist Leos auf.

Wer besucht wen am laufenden Band? Kommt Papst Franziskus nicht mehr zur Ruhe aufgrund seines beständigen Abklapperns der „Eliten“, oder gibt sich vielmehr die „Elite“ im Vatikan gegenseitig die Türklinke in die Hände? Spielt Franziskus in den Gremien lediglich eine bittende Nebenrolle, oder steht er bei einem jeden gewichtigen Anlass stets im Mittelpunkt, so wie es auch sehr eindrucksvoll bei der „Eliten-Versammlung“ in dem von ihm gegründeten „Council for Inclusive Capitalism“ der Fall ist? (Quelle)

Papst sitzt auf dem Thron – Hoch droben

Holz-Sessel

Der Thron wirkt jetzt noch sehr unscheinbar

Der WEF hat den Papst ohnehin schon als globalen Wegweiser für die Moral identifiziert. Im Jahr 2016 veröffentlichte diese Organisation ein Positionspapier über das entdeckte Potenzial „glaubensbasierter Narrative“ und stellte hierfür den Papst ins Zentrum (Info). „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ und das gilt ganz besonders, wenn die Kirche Roms eine Rolle spielt.

Das gilt ganz besonders, wenn die Haus-Presse seines Vereins, „America – The Jesuit Review“ bereits im Frühjahr 2023 resümierte: „Die Franziskus-Revolution: In den letzten 10 Jahren hat der Papst die wahre Macht der Kirche wiedererlangt“ (Info). Diese längst festgelegten Positionen brachte der Papst in seinem Schreiben an den WEF selbst zum Ausdruck. Er schickte keinen wohlwollenen Segen Gottes, sondern „göttlichen Segen von oben“ im eigenen Namen.

Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Reich empfangen haben; aber sie erlangen Macht wie Könige für eine Stunde zusammen mit dem Tier. Diese haben einen einmütigen Sinn, und sie übergeben ihre Macht und Herrschaft dem Tier.
Offenbarung 17,12-13

Bibelverse aus Schlachter 2000

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