Wächter – Fundamental wichtig – Oft ignoriert & verachtet

Wächter auf Standmauer

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Gefahren für das Volk Gottes lauern in dieser Welt in allen Ecken und Enden, in jeder Ritze, in allen Facetten der Gesellschaft, zu jeder Epoche. Hierzu bewirkte Gott den Einsatz von Wächtern, welche die meist hinterlistigen Angriffe von Außen frühzeitig erkennen und das Volk entsprechend warnen können. Doch die Wächter führten schon immer regelmäßig ein Dasein in der Ausgrenzung und Missachtung durch die eigenen Leute. Das wird so bleiben, bis zum großen Tag des Herrn.

Wächter – Von entscheidender Bedeutung

Um das Volk Israel bzw. das Volk Juda vor möglichen Angriffen, seien es Hinterhalte, Überraschungsangriffe oder auch Spionage-Aktivitäten zu schützen, wurden Wächter eingesetzt. Über die Epochen und Regierungszeitalter der Könige hinweg hatten die Wächter allesamt eine Gemeinsamkeit. Das war deren “schweres Leben”. Denn einerseits hatte sie eine große Verantwortung, andererseits stießen sie regelmäßig auf Widerstand. Zu allem Überfluss der Hindernisse gegenüber dem erklärten Feind kamen auf die Wächter auch Konflikte aus den eigenen Reihen zu.

In aller Regel pflichtbewusst meldeten die Wächter verdächtige Bewegungen, seien es Gruppen von Menschen oder auch nur einzelne. Doch sogar Könige wimmelten die Wächter ab und vermieden gerade noch, den betreffenden Wächter eine “Phobie” zu diagnostizieren. Davon wusste auch der Prophet Samuel zu berichten. In 2. Samuel 18 beschreibt der von Gott berufene Ermahner des Volkes, wie ein solcher Wächter auf großen Widerstand stieß. Samuel selbst schrieb lediglich einen Teil der beiden Bücher. Nach seinem Tod berichteten andere, von Gott inspirierte Propheten über Samuel, sein vergangenes Wirken und den Entwicklungen im Volk.

Wächter oft einsam und ungehört

Ignorierter Wächter
Wächter – Ignoriert, ausgegrenzt, verachtet

Aber was nützt ein Wächter, dessen Warnungen ignoriert werden? So auch schon von König Salomon in Psalm 127,1 festgehalten:
Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen; wenn der Herr nicht die Stadt behütet, dann wacht der Wächter umsonst.
Der Prophet Jeremia wusste um eine solche Zeit, in der die Wächter und ihre warnenden Rufe einfach ignoriert wurden.
Und ich habe Wächter über euch bestellt: Achtet doch auf den Schall des Schopharhorns! Sie aber sprechen: »Wir wollen nicht darauf achten!«” (Jeremia 6,17)

Samuel, aus dem Hebräischen für “Schemuel”, so viel wie “Von Gott erhört”. Er wirkte zum Ende der Richterzeit. Eine Periode zwischen dem Einzug des Volkes Israel in Kanaan und dem Einsetzen des ersten Königs. Er erlebte auch den Einsatz des ersten Königs über das damalige noch gesamte Israel, Saul (1. Samuel, Kapitel 8 bis 10). Saul regierte von 1051 bis 1011 v.Chr. Nach ihm folgte König David. Der Prophet Samuel starb während der Regierungszeit Sauls (1. Samuel 25) und wurde in Rama begraben.

Ein Bericht über das Zusammenspiel zwischen den Wächtern und dem König zeigt auch 2. Samuel 18 auf. Die Aufpasser waren, so würde man heute vielleicht sagen, etwas “kleinlich”, aber eben pflichtbewusst. Der Wächter meldeten dem König, dass er einen einzelnen Mann hat herumlaufen sehen. David antwortete:
Ist er allein, so ist eine Botschaft in seinem Mund! Und er kam immer näher.” (2. Samuel 18, 25)
Der Wächter beobachtete kurz darauf eine weitere verdächtige Bewegung. Ein anderer unbekannter, einzelner Mann lungerte herum. König David erwiderte die erneute Meldung mit: “Der ist auch ein Bote!” (2. Samuel 18,26).

Wächter blieb eisern ein treuer Wächter

Der Wächter ließ nicht locker und mutmaßte, mit dem ersten Mann handelte es sich um Achimaaz, der Sohn Zadoks. David wusste jedoch, dass Achimaaz ein guter Mann sei und gute Botschaften mitbringe. So geschah es dann auch. Achimaaz warf sich vor David nieder und vermittelte Frieden. Ein hinzugenommener Kuschit hatte dagegen schlechte Nachrichten. Er wusste davon zu berichten, dass es ein Getümmel gebe, mit der Absicht, sich gegen den König aufzulehnen. Außerdem erlitten Absolom und seine Kämpfer eine Niederlage. Absolom war der dritte Sohn von David. Ausgerechnet Absolom war es, der einen Aufstand gegen seinen eigenen Vater anzettelte. Der Sohn aber starb auf tragische Weise. Der Kuschit berichtete David von diesem Vorfall.

Im Buch 2. Könige, Kapitel 9 ist ein weiterer Bericht über das Wirken der Wächter zu finden. Zur Zeit des Königs Joram (auch Jehoram, 852 bis 841 v.Chr.), im Norden, mit der Hauptstadt Samaria. Damals mit dem strategisch wichtigen Stützpunkt Jesreel. Jehoram war ein Verbündeter des Königs des Südens, Ahasja (841 bis 835 v.Chr., nicht zu verwechseln mit Ahasja, König des Nord-Israels, 853 bis 852 v.Chr. Tatsächlich etwas “verwirrend”). Ahasja und Joram hatten gemeinsam, den wahren Glauben durch Götzendienste und Baals-Anbetungen verworfen zu haben.

Wenn Isebel ihre Tentakel im Spiel hat…

Thyatira - Isebel
Isebel – Verschlagene Heidin und Götzendienerin

“Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm”, so ein gar nicht so falsches Sprichwort. So auch für König Joram. Er war ein Sohn Ahabs und Isebels. Der letzte König aus der kurzweiligen Linie der Familie Ahabs. Beendet hat dieses unselige Treiben beider Könige der spätere König Nord-Israels, Jehu (841-814 v.Chr.) Jehu startete eine gründliche “Aufräumaktion”. Dazu machte er sich nach Jesreel auf.

Der auf dem Turm von Jesreel stehende Wächter meldete das Ankommen einer Schar von Männern Jehus. König Joram, womöglich schon mit einer “bösen Vorahnung”, wollte nicht lange abwarten und entsandte Reiter entgegen, um zu erfahren, ob sie Frieden mitbrächten. Jehu zeigte sich aber “bissig” und wimmelte ab, versuchte aber, den Reiter für seine Seite zu gewinnen. Joram schickte einen weiteren Reiter, doch Jehu verfuhr mit diesem auf gleiche Weise.

Jehu und Joram begegneten sich. Wiederholt hakte Joram nach, ob Jehu Frieden mitbringe. Seine Antwort war unmissverständlich:
Er aber sprach: Was, Friede? Bei all den Hurereien und Zaubereien deiner Mutter Isebel? Da wandte sich Joram zur Flucht und sprach zu Ahasja: Verrat, Ahasja!” (2. Könige 9, 22-23)

Jehu bereinigte den Abfall

Jehu fackelte nicht lange und streckte Joram mit einem Pfeil nieder. Isebel, das Sinnbild der Verdorbenheit und geistliche Katastrophe für das Volk Israel. Sie gilt als Typus für den Abfall vom wahren Glauben, hin zum Götzendienst und zur Falschgötterei. Sie brachte den ganzen Unrat gen Nord-Israel mit, samt einer ganzen Kolonne von Baalspriestern und Ascherapriestern, als König Ahab sie zur Frau nahm. Isebel gilt auch als historisches Abbild der römisch-katholischen Kirche. Deutlich hervorgehoben in der prophetischen Sicht der 7 Sendbriefe an die 7 Gemeinden (Offenbarung 2 und 3), betreffend des Ortes Thyatira (Offenbarung 2, 18-29). Diese Zeit deckt das 6te bis Anfang 16te Jahrhundert nach Christus ab (genauer 538 bis 1517 n.Chr. – Info).

Jehu machte auch kurzen Prozess mit dem Süd-König Ahasja. Den Abschluss der Befreiung des Volkes Gottes von der Falschgötterei machte Jehu mit der Niederstreckung Isebels. Diese wurde, wie vorab vorhergesagt, auf das Feld geschliffen, wo sie von den Hunden gefressen wurde.

Phasen der schlafenden Wächter

Party-Wächter
Wenn Wächter feiern statt wachen!

Die Wächter waren aber nicht zu einer jeden Epoche vorbildlich. So auch in der extrem abgefallenen Phase des Süd-Volkes, zur Zeit des Propheten Jesajas.
Seine Wächter sind blind; sie wissen alle nichts; stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können; sie liegen träumend da, schlafen gern.” (Jesaja 56,10).

Wächter stehen auch in tiefer Verantwortung Gott gegenüber. Das machte der Herr dem Propheten Hesekiel glasklar:
Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht und nicht ins Schopharhorn stößt und das Volk nicht gewarnt wird und das Schwert kommt und einen von ihnen wegrafft, so wird derjenige zwar um seiner Sünde willen weggerafft, aber sein Blut werde ich von der Hand des Wächters fordern.” (Hesekiel 33,6).

Das bedeutet nichts anderes, unabhängig, wie es aus den eigenen Reihen zurückschallt, ob man ignoriert wird, verhöhnt oder ausgegrenzt, der Wächter ist zum Wachen und Warnen verpflichtet!

Micha – Ein Ermahner auch für heute

Wächter schlägt Alarm
Wächter schlägt Alarm – Seine Pflicht!

Der Prophet Micha (Michajah, Bedeutung: “Wer ist wie der Herr?”), ein Zeitgenosse von Jesaja, Amos und Hosea (ca. 750 bis 686 v.Chr.) verkündete ebenfalls äußerst wichtige Botschaften, welche vor allem als Antitypus in die heutige Zeit des Endes nahtlos passen. Das schlafende, ignorante und abfällige Volk Gottes verachtet die Wächter, denn sie “bringen Unruhe, Unfrieden und Spaltung”. Micha weiß, was genau mit jenen geschehen wird, die die warnenden Rufe des Wächters verwerfen, Micha 7,4-6:

Der Beste von ihnen ist wie ein Dornstrauch, der Redlichste schlimmer als eine Dornhecke. Doch der Tag, den deine Wächter schauten, deine Heimsuchung ist gekommen; da werden sie nicht aus noch ein wissen! Verlaßt euch nicht auf den Nächsten, vertraut dem Verwandten nicht; bewahre die Pforte deines Mundes vor der, die in deinen Armen liegt! Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter lehnt sich auf gegen die Mutter, die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter; die Feinde des Menschen sind seine [eigenen] Hausgenossen!

So (natürlich) auch Jesus Christus, in Matthäus 10,34-36:
Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert! Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein.

Die Wirklichkeit ist meist das Gegenteil

Jesu eigene Worte widerlegen nicht nur die heute immer penetranter werdende Behauptung, Er habe bei Seinem damaligen Wirken als Mensch den Frieden mitgebracht, sondern belegt auch die brutale Spaltung innerhalb der Gesellschaft, insbesondere innerhalb der eigenen Familie. So tragisch es auch ist, aber der wertvolle Weizen unterscheidet sich vom abfälligen Spreu durch das Festhalten an Gottes Gesetz oder die Akzeptanz menschlicher (päpstlicher) willkürlicher und gotteslästerliche Satzungen. Denn die Ernte kommt gewiss, wo Weizen und Unkraut voneinander getrennt werden (Offenbarung 14,14-20).

So soll der Wächter auch in den schwierigsten Zeiten seine Aufgabe als Wächter, Ermahner und Alarmgeber um keinen Strich vernachlässigen! Die Selbstverantwortung liegt beim Anderen. Versäumt der Wächter jedoch seine Pflicht, so wird dieser vor dem Herrn dafür gerade stehen müssen!

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich [Jesus Christus], der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
Matthäus 10,37

Bibelverse aus Schlachter 2000

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