Verhängnisvolles Vertrauen in “kompetenten Irrlehrern”

Doppelzunge-Schlange

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Auf der Suche nach Antworten auf offene Fragen zum Evangelium ist man heilfroh, eine kompetente Info-Seite zu entdecken. Außerdem sieht man, dass sie von einem Millionen-Publikum aufgesucht wird, um dort die notwendigen Wissenslücken zu schließen. Werden dann die oder anderen bereits aufgeschnappten Infos auch noch bestätigt, dann wiegt man sich ganz schnell in Sicherheit. Das Vertrauen nimmt zu. Hauptsache, es klingt “gut”. Wenn man jedoch die gottgegebene Vernunft und das Potenzial der Eigenverantwortung nutzt und selbst auf Quellen-Forschung geht, folgt darauf mit anwachsender Sicherheit eine handfeste Überraschung.

“Passionierte Evangeliums-Spezialisten”

Die möglichst effektive Verwirrung, bzw. das Abbringen der an das Evangelium (“trotzdem”) noch interessierten Menschen läuft auf Hochtouren. Ausgerechnet jene, die sich als “universelle Antwortgebende” für jegliche theologische Fragen präsentieren, servieren die absonderlichsten Varianten, die aber allesamt dem allgemeinen Narrativ entsprechen. Derlei Internetangebote erfreuen sich großer Beliebtheit, leider.

So der Fall mit der “Antworten-Seite”, die sich auf die Themen des Evangeliums spezialisierte, “gotquestions.org“. Bei mehr als 10.000 Antworten und gut 17 Millionen Besucher pro Monat, ist die Resonanz auf die Beantwortung einer Menge Aspekte sehr ausgeprägt.

Die stichpunktartige Recherche zu den Themen “für Christen gültige 10 Gebote”, “was passiert nach dem Tod?” und “was der Sabbat bedeutet”, ergeben “natürlich” ebenfalls ein Ergebnis.

Sind 10 Gebote für Christen gültig?

10 of 10 laws
10 von 10 Geboten – Nicht 9 von 10 Geboten

Die entsprechende Antwort beginnt schon mit den ersten Sätzen wegweisend. “Das Gesetz des Alten Testamentes wurde dem Volk Israel gegeben und nicht den Christen”. Es habe zum Ziel gehabt, dem Volk Gottes den Weg in das Gelobte Land zu leiten, so schon der Beginn. Zwar beschreibt der Antwortgebende diverse Unterscheidungen zwischen Zermonialgesetzen und Zivilgesetzen, die allesamt einen bestimmten Zweck erfüllen sollten, z.B. die Organisation ihres Zusammenlebens, die Vergebung der Sünden und zur Unterscheidung zu den umliegenden Heidenvölkern, aber “keines der Gesetze des Alten Testamentes ist für Christen heute noch bindend”, so die Schlussfolgerung.

AT-Gesetz obsolet

Die Christen stünden anstelle des “alten Gesetzes” heute unter dem “Gesetz Christi (Galater 6,2), sowie das Gesetz Jesu gemäß Johannes 13,34 (“Liebesgebote” – Info).

Gospel-Blind
Sicht auf das Evangelium

Doch schon an dieser Stelle wird “einfach übersehen”, dass Jesus Christus kein neues Gesetz definierte, sondern zitierte, ausgerechnet aus dem Alten Testament und ausgerechnet aus dem Buch Mose (3. Moses 19,18 und 5. Moses 6,5).

Das Gesetz des Alten Testamentes sei aber deshalb nicht nutzlos oder irrelevant, so die Antwort. Diese offenbarten viel über Gottes Wesen und zeige unsere tatsächliche Distanz zu Gott auf. Hierzu der “Beweis” Römer 5,20a:
Denn Gottes Gesetz wurde gegeben, damit alle Menschen erkennen, wie sündig sie sind“, so zumindest die angegebene Aussage dieses Verses. Blickt man aber selbst in die Bibel, dann ergibt sich folgendes Bild:
Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden,”

Weil es Gelegenheit bietet

Dann folgt eine weitere, sehr bedenklich Begründung. “Wer verpflichtet ist, den Sabbat gemäß dem Gesetz zu halten, darf auch keinen Wels essen und keine Kleidung aus Baumwollmischgewebe tragen. Alle, die sich auf die Werke des Gesetzes verlassen, stehen unter dem Fluch

Eine grundsätzlich keine falsche Aussage, das raffinierte Konstrukt aber liegt in diesem Zusammenhang in der Verbindung mit dem Sabbat. An dieser Stelle wird suggeriert, der Sabbat gehöre zu den abgeschafften Gesetzen, welche, wie auch die anderen, bei strikter Befolgung, zum Rückfall in die Gesetzlichkeit führten und somit auch unter den Fluch. Man schlägt, was auch zutrifft, die Gnade Jesu aus. Starker Tobak.

Als Referenz werden Römer 3,20 ; Galater 2,16 angegeben. Eigentlich macht es Paulus im gleichen Kapitel (Römer 3), wenn man diesen nur selbstständig weiterverfolgte als nur den als “Beleg” angegebenen Vers, unmissverständlich klar, Römer 3,31:
Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.

Selbst nachprüfen!

Bible-Study
Bibel selbst studieren!

Ebenso ergibt die selbstverantwortlich Prüfung einer derlei Aussage ein anderes Ergebnis. Der antwortende Autor bezieht sich auf eine Aussage in Galater 5. Inhaltlich sehr ähnlich, wie folgt:
Wenn ihr euch beschneiden laßt, wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden läßt, daß er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten.” (Galater 5,2-3)

“Beschneiden”, das ganze Gesetz halten. Steht da irgendwas über den “Sabbat”? Nirgends, auch nicht im Umfeld! Einfach selbst kontrollieren.

Der Sabbat, das Vierte Gebot, ist, selbsterklärend, ein Teil der unveränderlichen Gebote und kein Zeremonialgesetz Mose (Info). Der Unterschied zwischen Gesetz Gottes (10 Gebote) und dem Gesetz Mose (Zeremonialgesetz) ist viel tiefgreifender als in der Antwort angedeutet (Info).

Was heute der Sabbat bedeutet

Eine Antwort behandelt explizit die heutige Bedeutung des Sabbats, das Vierte Gebot (2. Moses 20,8-11). Hierzu wird einleitend zitiert: “Gedenke des Sabbattages und heilige ihn”. Definiert ist der Sabbat als der “Siebte Tag”. Und schon folgt die suggerierte Einschränkung, denn “die Israeliten unter dem mosaischen Gesetz mussten” diesen beachten. Bei heutiger Betrachtung, so die Antwort, mache das Gebot(!) heute keinen Sinn mehr.

Der Sabbat für die Israeliten sei ein Bestandteil des Alten Bundes, so die Hervorhebung. Heute ist der Christ nicht mehr an den Alten Bund gebunden, und damit entfalle auch die Pflicht, den Sabbat zu halten, so das Resümee.

Aus Gebot wird Zeremonialgesetz

“Geflissentlich” wird einfach übersehen, dass es sich mit dem Vierten Gebot um 1 Gebot von insg. 10 Geboten handelt. Weder Gebote 1 bis 3, noch 5 bis 10 ist verändert, und ausgerechnet das Vierte Gebot sei aus eines der Steintafeln durch Herausmeißeln annulliert worden? Schon alleine das klingt völlig unlogisch und nicht zu rechtfertigen. Tatsächlich sind die klaren Hinweise auf einen unverändert, für alle(!) Menschen gültigen Sabbat, auch im Neuen Testament sehr zahlreich präsent (Info).

Wer sich für die historische Entwicklung des Christentums interessiert, sollte auch einen Drang dafür zu haben, sich generell für Historie zu begeistern. Dann stehen die Chancen sehr gut, zu erkennen, dass der Sabbat, der Siebente Tag der Woche, von Anbeginn durch einen regelrecht geführten Feldzug massiv bekämpft wurde, bis heute (Info).

Was geschieht nach dem Tod?

Drei Affen
Wer nicht selbst prüft, muss alles glauben

Ein weiteres elementar wichtiges Thema ist der Umstand des menschlichen Zustandes nach seinem Tod. Damit ist automatisch auch die Eigenschaft der menschlichen Seele verbunden. Die informierende Webseite beginnt auch zu diesem Thema mit einer korrekten Feststellung. Über dieses Thema herrsche große Verwirrung, so die Bemerkung. Einige glaubten, der Mensch nach seinem Tod bis zum Jüngsten Gericht “schlafen” und danach entweder im Himmel oder in der Hölle endeten. Andere wiederum gingen davon aus, dass der Mensch unmittelbar nach seinem Tod gerichtet und seiner festgelegten Zukunft in eines der beiden “Einrichtungen” überführt werde.

Da gäbe es die weitere Kategorie derjenige, die Seelen der Menschen gelangten temporär in ein “Vorhimmel” oder in eine “Vorhölle” und müssten dort die Zeit verbleiben, bis das Jüngste Gericht das endgültige Urteil fällte. Dann folgt die vielversprechende Frage, was den die Bibel tatsächlich darüber berichte.

Und schon folgen die Narrative

Zu Beginn lehre die Bibel, so der Beitrag, die Seele bzw. der Geist des Gläubigen werden nach seinem Tod in den Himmel aufgenommen. Schließlich nahmen diese Christus als Retter an und deren Sünden wurden dadurch vergeben. Als Stütze für diese Pauschal-These werden 2 Verse angegeben:
Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.” (Johannes 3,16).

Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.” (Johannes 18,36)

An dieser Stelle schon ein erstes Problem. Beide verwendeten Verse beschreiben ein “verwandtes” Thema, unterstützen aber in keiner Weise die propagierte Version des Autors.

“Richtig” interpretiert

Fehler
Irrtum bis zum Schluss

So auch bei der nächsten angestellten Interpretation. “Für Gläubige bedeutet der Tod, ‘vom Leib getrennt und beim Herrn zu Hause'”, so die als Fakt beschriebene Bibelstelle, konkret 2. Korinther 5,6-8:
Darum sind wir allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leib daheim sind, sind wir nicht daheim bei dem Herrn. Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und wünschen vielmehr, aus dem Leib auszuwandern und daheim zu sein bei dem Herrn.

Paulus spricht klar vom “Wunsch” der Gläubigen, nicht aber von einer Ankündigung, dass diese “Auswanderung aus dem Leib” so eintreffen wird.

Schon die ersten “Belege” präsentieren extrem “faule Eier” und entsprechend auch die gewandelte Erwartungshaltung, ob da ausnahmsweise mal gemäß Evangelium “gelehrt” wird.

Wiederholt: Bibel selbst studieren!

Es folgt mit einer weiteren vermeintlichen Tatsachenbeschreibung. Wiedervereinigte Seele, und der Geist und der verherrlichte Körper in Ewigkeit im neuen Himmel und auf der neuen Erde existieren. Hierzu angegeben die Kapitel 21 und 22 der Offenbarung.

Man ist auch hier dazu eingeladen, die Bibel selbst in die Hand zu nehmen, und die beiden Kapitel selbst zu lesen (die richtige Bibel! Info). Am besten auch Kapitel 7 und Kapitel 19.

Hellenistisch-römische Tradition

Plato-Aristotel-Socrates
Hellenistische Klugschwätzer

Denn es hakt grundsätzlich gewaltig am Umstand, dass tatsächlich von separaten Einheiten Seele und Körper ausgegangen wird. Das ist aber mitnichten der Fall, denn der Mensch HAT keine Seele, sondern der lebendige Mensch IST die Seele. Das weiß im Kern sogar die römisch-katholische Kirche sehr genau, was die Bibel im AT und NT tatsächlich darüber aussagt, lehrt aber “frech” dennoch das Gegenteil (CCC 366) – Detaillierte Infos – hier.

Dass die Kirche Roms genau darüber Bescheid weiß, offenbart diese Doktrin-Institution aus eigener Feder – hier.

So hält auch das “Aufklärungs-Portal” eisern an den Urheber bzw. Verbreiter der rein hellenistischen Philosophie fest und kommt zum Resümee, dass der Mensch sich nach seinem Tod entweder an einem Ort des Trostes oder an einem Ort der Qual befinde. Also klar nicht biblisch.

Sehr bekannte Handschrift

Doppelzunge-Schlange
‘Wie deren Meister’

Der Urheber, bzw. Verantwortlicher dieser Info-Webseite nennt sich “Got Questions Ministries”, mit Sitz in Colorado Springs, USA, und ist offenbar schon seit 2002 online aktiv. Selbst beschreibt sich die Webseite als ein Portal des Netzwerkes von Websites mit einer “gemeinsamen Mission”. Die Ausrichtung sei “christlich, evangelikal, theologisch konservativ und überkonfessionell”.

Pikant ist besonders die Selbsterklärung, warum man “GotQuestions.org” vertrauen solle.
Moderne Technologien bieten uns viele neue Möglichkeiten, Informationen auszutauschen. Leider lassen sich mit denselben Technologien Gerüchte, Mythen und Missverständnisse genauso leicht verbreiten wie die Wahrheit. In einer Welt voller Fake News ist Vertrauen schwer zu gewinnen. Deshalb ist es wichtig, Quellen zu überprüfen.

Dem letzten Satz kann man durchaus uneingeschränkt zustimmen. Der “Rest” erinnert an eine nicht obsolete, sondern bis heute vollumfänglich gültige Aussage:

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes,
1. Moses 3,1

Bibelverse aus Schlachter 2000

Verhängnisvolles Vertrauen in “kompetenten Irrlehrern”
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