Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Verfolgungsindex 2024 – Zunahme Gewalt gegen Christen

Verfolgungsindex 2024 – Zunahme Gewalt gegen Christen

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Die weltweite Verfolgung und Gewalt gegen Menschen christlichen Glaubens nahm weiter zu. Mit der aktuellen Statistik Verfolgungsindex 2024 zeigen sich teils dramatische Zunahmen bei den Angriffen gegen Christen.

Gewalt gegen Christen nimmt zu

Die weltweite Verfolgung der Christen hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Die Organisation „Open Doors“ veröffentlichte im Rahmen des Verfolgungsindex 2024 die neuesten Zahlen zu den teils schweren Bedrängnissen der Menschen mit einem christlichen Glauben (Quelle).
Demnach sind weltweit in 78 Ländern mehr als 365 Millionen Menschen aufgrund ihres Glaubens unter Druck geraten. Die große Mehrheit aus 317 Millionen Menschen leben in 50 Ländern, in denen die Verfolgung in einem extrem hohen Maß erfolgt.

Korridor

Für die Christen wird es immer enger

Zu den Schwerpunkten der Entwicklungen im vergangenen Jahr zählt das Gebiet der Subsahara in Afrika. Open Doors hebt für dieses Gebiet die vom islamistischen Extremismus hervorgehende Gewalt gegen Christen hervor. Südlich der Sahara stufte die Organisation insg. 26 Länder mit einer mindestens hohen Christenverfolgung ein. Davon wiesen 15 Länder in der Unterkategorie Gewalt einen extrem hohen Wert auf. Ein Jahr zuvor zählten hierzu insg. 13 Länder. Zum Anstieg beigetragen haben insbesondere Angriffe gegen Geschäfte von Christen, Kirchen und weitere christliche Gebäude. Binnen eines Jahres ist die Anzahl derartiger Angriffe auf öffentliche Gebäude mit einem christlichen Hintergrund von 22 auf 284 angestiegen. Eine Verzehnfachung der Fälle von Zerstörungen und Plünderungen gegen Christen wurde in der Zentralafrikanischen Republik und in Burkina Faso festgestellt. Im Erfassungszeitraum für den Index 2024 zählte Open Doors in den 26 Ländern südlich der Sahara insgesamt 4.606 wegen ihres Glaubens getötete Christen. Rund 90 Prozent dieser Fälle kamen alleine in Nigeria vor.

Komplexe Umstände

Obwohl die Zusammenhänge in den einzelnen Ländern individuell komplex sind, zeige sich dennoch ein roter Faden. Es finde ein Ausnutzen der instabilen Bedingungen durch extremistisch-islamischen Gruppen statt. Hinzu kamen in einzelnen Ländern Regierungswechsel durch militärische Putsche. Militärregierungen sind nur sehr selten religiösen Minderheiten wohlgesonnen, so die Organisation.

Einen großen Einfluss auf die Verschlechterung der Lage für die Christen nehmen demnach autoritäre Regime wie Russland und China ein. Autokratische Regime in Afrika erhielten Unterstützung seitens China für den Aufbau der Infrastruktur. Afrikanische Regierungen geben jährlich rund 1 Mrd. US-Dollar für Überwachungstechnologien aus und die Technik stamme vom in die Märkte eindringenden Konzern Huawai aus China.

Die Verbindung mit der Regierung Russlands schafft Open Doors anhand der Anwesenheit der privaten Söldner der Wagner-Gruppe. Es bestehe die Annahme, dass diese Gruppe enge Verbindungen mit Moskau habe. Die Anwesenheit der Wagner-Gruppe in afrikanischen Ländern, wie u.a. in Mali und Burkina Faso, habe den Lebensraum für Christen erheblich eingeschränkt.

Gewalt-Explosion in Indien

Taj Mahal

Christenverfolgung nimmt in Indien dramatisch zu

Einen deutlichen Anstieg der Gewalt gegen Christen stellte Open Doors in Indien fest. Das inzwischen bevölkerungsreichste Land der Erde hat die Angriffe gegen Menschen christlichen Glaubens ausgeweitet. Im Verfolgungsindex 2022 wurden 10 in Indien ermordete Christen gezählt. Im Jahr 2023 waren es bereits 17 Todesopfer. Für das Jahr 2024 zählte die Organisation insg. 160 ermordete Christen. Die Zahl der Angriffe auf christlichen Kirchen, Schulen und Einrichtungen stiegen zuletzt auf 2.228 (2022: 47) an. Während im Jahr 2022 noch rund 380 Christen aus ihren Wohnstätten und Regionen vertrieben wurden, waren es für den Bericht 2024 bereits 62.000 Menschen.

Unverändert auf Platz 1 – Nordkorea

Nordkorea liegt unverändert an erster Stelle der weltweiten Länder, in denen es eine extreme Verfolgung von Gläubigen gibt. Generell existiert in Nordkorea keine Religions- und Glaubensfreiheit. Als Christen identifizierte Menschen werden in Nordkorea deportiert. Deren Familienangehörige werden als politische Verbrecher behandelt, in ein Arbeitslager gesteckt oder umgehend getötet. Ein im Jahr 2020 verabschiedetes Gesetz gegen „reaktionäres Gedankengut“ setzte auch die Bibel auf die Liste der verbotenen Bücher.

Die 10 Länder mit dem größten Ausmaß an Verfolgung

Die folgende Aufstellung zeigt die Länder an den ersten 10 Positionen, in denen die christliche Bevölkerung jeglicher Verfolgung am meisten ausgesetzt ist.

Position Land
1 Nordkorea
2 Somalia
3 Libyen
4 Eritrea
5 Jemen
6 Nigeria
7 Pakistan
8 Sudan
9 Iran
10 Afghanistan

Die Lage wird sich weiter zuspitzen

Verfolgung-Transformation

Verfolgungen scheinen der Transformation dienlich zu sein

Die Zunahme der Verfolgungen gegen Menschen des christlichen Glaubens seitens extremen Islamismus und aus politisch-ideologischen Gründen stehen im Zeichen der Zeit. Das Christentum gerät immer mehr in Bedrängnis. In zahlreichen Ländern bereits seit vielen Jahren und in anderen Ländern potenziell aufgrund der anhaltenden Einwanderung der religiös-motivierten Gegner des Christentums. Eine Entspannung der Lage sieht anders aus. Angesichts der angestrebten „Transformation“ könnte die sich zuspitzende Lage sogar zuträglich sein, denn das Christentum gemäß dem Evangelium steht hier im absoluten Zentrum der auszulöschenden Dinge. Die gemäß der Bibel beschriebene finale Verfolgung des Volkes Gottes hat ohnehin ein „etwas“ anderes Bild (Info).

Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht!
Römer 12,14

Bibelverse aus Schlachter 2000

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