Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Urbi et Orbi – Gnade des Pontifex – Proteste zu hören?

Urbi et Orbi – Gnade des Pontifex – Proteste zu hören?

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Osterzeit ist wieder „Urbi et Orbi“-Zeit. Der vollkommene Ablass durch den Pontifex in seiner „großen Gnade“. Die protestantischen Kirchen werden ihren Namen gerecht und erheben laut ihre Stimme, um dem heidnischen Treiben Einhalt zu gebieten. Oder?

Ein Urbi et Orbi, wenn es „gedünkt“

Mit dem Ostersonntag drängt sich die katholische Welt entweder vor Ort auf dem Petersplatz in Rom, oder vor die Fernsehgeräte, um so den vom Papst ausgerufenen Segensspruch „Urbi et Orbi“ („die Stadt und den Erdkreis“) miterleben zu können. Dies gibt es in der Kirche Roms nur zu drei Anlässen. Ostern, Weihnachten und beim Beginn eines neuen Pontifikates. Hinzu kommen „Sonder-Orbis“, wenn dies der Papst für angemessen hält.

Vatikan-Petersplatz

Nur eine einzige Religion hat eine Stadt in ihrem Namen

So eine Ausnahme ist der kommende erste Tag des sog. „Heiligen Jahres 2025“. Sollte der Pontifex auch mal einen entzückten Moment haben, wie im März 2020, unmittelbar nach der Deklaration einer Pandemie, und seine geliebte „Mutter-Gottes“ in Form der Ikone „Salus Populi Romani“ beiseite stehen, dann darf es auch mal ein „Orbi“ aus der „ewigen Urbi“ sein (Quelle).

Vor Ablass ist Ritual notwendig

Eucharistie

Die Eucharistie ist ein Ritual der Blasphemie

Nun könnte man sich dieses Verbal-Ritual auch als mp3 abspeichern und zu jeder Zeit anhören wie die Lieblingspassage von einem bekannten Comedian. Aber in der katholischen Welt sind diese vom Pontifex zelebrierten Wörter weitaus gewichtiger als ein Schenkelklopfer vom Stammtisch oder eine abendliche Einschlafhilfe. Schließlich erwartet den gläubigen Katholiken, so zumindest die Erzählungen, die Möglichkeit eines vollkommenen Ablasses. Nicht die Vergebung der Sünden, denn gemäß dem katholischen Konzept kann ein Ablass erst gewährt werden, wenn ein Priester vorab die Absolution erteilt hat.

Selbst die Absolution ist nicht nur dadurch zu haben, indem man den Priester devot, reuig anblickt, wie ein Hund, der gerade etwas angestellt hat, sondern zuvor das hierfür geforderte Prozedere abgearbeitet hatte. Hierzu muss eine innere Abkehr von der Sünde vollbracht, die „heilige Kommunion“ eingenommen und für die Belange des Papstes gebetet worden sein.

Offensichtlich war dieser seit vielen Jahrhunderten vollzogene mystische Zauber nicht mehr genug. Vor einigen Jahren erließ der Vatikan dank seiner „göttlichen Autorität“ einen Erlass, dass anhand der modernen Medien-Technik dieser Ablass nicht nur bis zu acht Tage nach dem „Urbi et Orbi“ erhalten werden kann, was dem Stichwort „Nachhaltigkeit“ entgegenkommt, sondern, und man staunt, sogar bis zu acht Tage vorher.

Keine Comedy, sondern gezeigter Ernst

Dass die Kirche Roms derlei Rituale mit allem Ernst tatsächlich ernst meint, bewies bereits Papst Benedikt XVI, indem er die Vorhölle für ungetaufte und verstorbene Kinder (Limbus) einfach abschaffte. Gemäß katholischen Vorstellungen kamen dort die Seelen hin, die ohne Selbstverschulden(!) vom Himmel ausgeschlossen worden sind. Diese Idee wurde bereits im Jahr 418 auf der Synode zu Karthago beschlossen. Seither galt, dass ungetaufte Säuglinge in die Hölle kommen. Mit dem Limbus hat man dies etwas abgemildert.

Man muss sich nur in Erinnerung zu rufen, dass die römisch-katholische Kirche in ihrer Vergangenheit, als sie noch die politische Macht uneingeschränkt innehatte, für die Ermordung von unzähligen Menschen verantwortlich ist. Diese Kirche verfolgte, folterte und ermordete Menschen, weil sie nicht dem Heidentum Roms, sondern dem Evangelium Folge leisten wollten.

Schon der einfach zu verstehende Zusammenhang von „Hölle für ungetaufte Säuglinge“ und später der Limbus zeigt, dass die römisch-katholische Kirche auch zu diesem Thema das „geradeaus Gegenteil“ des Evangeliums verkündet, denn Jesus Christus sagte in Matthäus 19,14:
Laßt die Kinder und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Reich der Himmel!

Ablass – Vorhölle – Erbsünde

Höllenfeuer

Schon sehr früh führten die „Väter“ dieser auch als „Mensch der Sünde, Sohn des Verderbens, Mutter aller Huren, Gräuel der Erde“ bezeichnete römische Institution die Idee der „Erbsünde“ ein. Demnach habe der Mensch die Sünden Adams und Evas geerbt und seien nach katholischer Lehre bereits bei ihrer Geburt Sünder und daher zum Tode verdammt. Damit gehen „Erbsünde“ und quasi Taufzwang zum Säuglingsalter mit der Androhung einer Säuglings-Hölle Hand in Hand.

Zuerst die Sündenvergebung, dann der Ablass. Während das Evangelium lehrt, dass Gott an eine von Ihm (!) vergebene Sünde nicht mehr gedenkt, heißt es bei der Kirche Roms noch lange nicht „vergeben und vergessen“. Vielmehr müsse der bereits – nach katholischem Verständnis – vom Priester von Sünde reingewaschene Katholik noch die „gerechte“ Strafe erleiden. Wie das Strafmaß ausfällt, ist wiederum Ermessenssache des Priesters. Ein Dutzend „Rosenkranz“ mit fünfmaligem Hinaufkriechen einer „heiligen Treppe“, eine Spende, oder was auch immer. Gerechtigkeit durch Taten, also Werksgerechtigkeit. Alles, was nicht „abgestraft“ wurde zu Lebzeiten, wird im Fegefeuer nachgeholt.

Ein Geschäftsmodell

Hierzu entwickelte die Kirche Roms das Konzept des Ablasshandels. Ein Ablass gegen Geld. Zuerst gemanagt vom örtlichen Priester. Dieser wurde dadurch zu schnell zu reich, deshalb im Anschluss gesteuert vom zuständigen Bischof. Dieser wurde aber noch schneller noch reicher, bis der Papst diesen Ablasshandel nach Rom zentralisierte. Schließlich ist es der Pontifex, der über den „unerschöpflichen Schatz der guten Taten“ von Maria und den Heiligen verfügt, mit dem er die Ablassbriefe speisen kann.

Der vollständige Ablass durch „urbi et orbi“ ist also erst dann möglich, nachdem der Gläubige das komplette zentrale Paket des Heidentums mit maximaler Verhöhnung von Jesus Christus absolviert hatte. Dieses Paket besteht aus der Anmaßung des katholischen Priestertums, gegen Gott begangene Sünden vergeben zu können, die Huldigung eines fiktiven „Sonnen-Gottes“ durch das Hochhalten und Anbeten der Oblate („Hostie“), die damit verbundene erneute Opferung Jesu (Eucharistie – Info) und das Bitten für den irdischen Stellvertreter des großen Widersachers Gottes (Info).

Unüberhörbarer Protest der Evangelikalen?

Und die Proteste der evangelikalen Kirchen sind bei einem jeden „Urbi et Orbi“ mit voller Lautstärke zu vernehmen. Schließlich war der Ablass der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen und Martin Luther am 31. Oktober 1517 zum Anschlagen der 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nötigte. Oder?

Nicht die Spur eines Protests. Ja nicht mal eine Erwähnung oder Hinterfragung. Schon als Papst Johannes-Paul II einen Rekord-Massen-Ablass aufstellte, war aus den Reihen der evangelischen Kirchen nichts zu hören. Benedikt XVI erhöhte den Rekord und Franziskus legte sogar hier noch einen obendrauf.

Sieht man sich um bei den evangelikalen Medien, dann erzählt man etwas über ein Sieges-Lamm („Agnus Dei“), das in dieser Form seinen Ursprung in der Kirche Roms hat. Man zeigt alte Jesus-Bilder mit Sonnenscheibe hinterm Kopf und knüpft Verbindungen zu den Mythen einer Unterwelt gemäß dem antiken Ägypten und dem alten Griechenland. In „Christianity Today“, ein im Jahr 1556 von Billy Graham gegründetes Medium, verwirklicht sich ein baptistischer Theologieprofessor darin, den Grund zu erklären, warum Jesus Christus zwar Sünden-beladen starb, aber nicht in die Hölle kam.

Die evangelikalen Kirchen wissen um den heidnischen Hintergrund vieler Traditionen am Ostern (Info). Aber man dürfe sich durchaus daran erfreuen. Alles „nicht so tragisch“ und durchaus annehmbar.

Pseudo-Dasein der EV-Kirchen

Joker-Clown

Nicht gerade harmlose Gestalten

Bei den einstigen protestantischen, evangelikalen Kirchen handelt es sich nur noch um das letzte, semi-kontrollierte Zucken für das Vorgaukeln einer scheinbaren Lebendigkeit. Unverhohlen vertreten diese Kirchen längst die Positionen ihrer katholischen Mutterkirche (Info).

Die Belege dafür sind die Vereinbarungen der „Charta Oecumenica“ (Info), sowie der sehnliche Wunsch des ehemaligen evangelischen Bischofs, Heinrich Bedford-Strohm, doch endlich mit der katholischen Kirche gemeinsam Eucharistie feiern zu können (Info).

Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhaßten Vögel.
Offenbarung 18,2

Bibelverse aus Schlachter 2000

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