Reichtum und Armut. Ein in der Menschheitsgeschichte stets präsentes Phänomen, welches gerade dabei ist, sich in ungeahnte Ausmaße auszubilden. Eine nicht nur willkommene, sondern auch mutmaßlich gewünscht herbeigeführte Situation, um von “sozialer Gerechtigkeit” predigen zu können und, um die angeborene Heuchelei so richtig zur Geltung zu bringen, mit vollen Zügen einen “unverschämten Reichtum” anzuprangern.
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Wenn Reiche die Reichen anprangern
Reichtum ist eine Sache, aber “unverschämter Reichtum” eine ganz andere. In der Tat konzentriert sich immer mehr Vermögen auf immer weniger Personen. Eine geradezu “natürliche” Folge des als normal betrachteten Systems der Geldschöpfung (Fiat-Money) durch die Schuldenaufnahme (eigentlich Schuldanerkennung) und den verlangten Zinsen für scheinbar verliehenes Geld in Form eines Kredits. Aber wenn es um den “unverschämten Reichtum” geht und dies auf christlicher Ebene betrachtet, dann ist die “Beschwerde” darüber aus dem Munde des Papstes Leo XIV geradewegs als ein Treppenwitz zu bezeichnen.
Jesus Christus wusste darum, sprach dies auch an, und forderte dazu auf, die Armen und Bedürftigen zu speisen und mit Kleidern zu versorgen. Aber er hinterließ keinerlei Aufforderungen, dieses Ungleichgewicht durch Maßnahmen der Enteignung, heute “Lastenausgleich und soziale Gerechtigkeit”, zu beseitigen. Matthäus 26,11:
“Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.“
Vorab gefeierte Biografie Leo XIV

Als wenn die Welt mit Spannung und dem Zerreißen nahe darauf gewartet hätte, verkündet das römisch-katholische Magazin “katholisch.de” die heute angesetzte Veröffentlichung der Biografie des Papstes Leo XIV. Ein Werk nach dem Exklusiv-Interview an die Vatikan-Korrespondentin Elise Ann Allen vom Magazin CRUX. “Leo XIV, der Weltbürger und Missionar des 21. Jahrhunderts”, so die Übersetzung der Biografie “León XIV: cuidadano del mundo, misonero del siglo XXI” (Quelle).
Dass Leo kritische Punkte über die Vermögensverteilung in dieser Welt anzumerken hat, ist nicht verwunderlich. Schon bei seinem Antritt zum Pontifikat erklärte der frisch gewählte Papst, dass er mit seinem gewählten Papstnamen die geistige Nachfolgeschaft von Leo XIII antreten wolle. Der Verfasser der Sozial-Enzyklika “Rerum Novarum” (1891). Auch Papst Franziskus befasste sich mit der Vision “Brüderlichkeit und soziale Gerechtigkeit”, die er in seiner Enzyklika “Fratelli Tutti” (2020) zum Ausdruck brachte. “Böse Münder” bezeichneten sein Schreiben als eine Neuauflage des “Kommunistischen Manifests”.
Wieder die “brüderlich, soziale Gerechtigkeit”
Gemäß der Vorabeinsicht von Auszügen der Papst-Biografie prangert Leo XIV die wachsende Kluft zwischen den Einkommen der Arbeiterklasse und den Vermögen der Reichen an. Besonders verwerflich sei der gesellschaftliche Einfluss der Technologie-Milliardäre. Dazu sieht Leo den Multimilliardär Elon Musk als aussichtsreichen Kandidaten, der erste Billionär zu werden. Sollte dies der einzige übrig gebliebene Wert sein, “dann haben wir ein großes Problem”, so der Papst.
Das katholische Magazin erklärt, dass die “biblische Tradition” dazu verpflichte, nicht nur Partei für Benachteiligte zu ergreifen, sondern auch den “unverschämten Reichtum” abzulehnen. Die Propheten ließen in der “hebräischen Bibel” keine Gelegenheit aus, die schwer Reichen zu dieser Zeit zu kritisieren. Dazu habe Jesus die Botschaft verkündet, dass es reiche Menschen grundsätzlich schwer hätten, in das Reich Gottes zu gelangen.
Wie die Dinge tatsächlich aussehen

Erstaunlich, dass der vom Alltag belastete und von Reizen überflutete Mensch eine derartige Heuchelei gar nicht mehr wahrzunehmen scheint. Denn die beispiellose Geschäftstüchtigkeit des Papsttums, um auf allen erdenklichen Gebieten, wo es irgendeine Form der Vermögensvermehrung gibt, ist geradezu legendär.
Folgend ein Auszug der im Laufe der mehr als 1700-jährigen Historie der vom Papsttum betretenen “Geschäftsbereiche”.
- Ablasshandel
- Verkauf von Segen und Titel
- Goldraub (z.B. anteilig aus Kolonien)
- Ländereien (Preissteigerungen)
- Immobilien (Preissteigerungen)
- Wertpapierhandel
- Konzernimperium
- Hilfsorganisationen (gewinnorientiert, überwiegend dritt-finanziert)
- Leibeigenschaften, Sklavenhandel
- Inquisition (Enteignung, Vermögenseinzug)
- Hexenverfolgungen (Enteignung)
- Verkauf von Kleriker-Posten
- Einzug des Zehnten
- Prostitution, Betreiben von Bordellen
- Urkundenfälschungen, auch als Dienstleistung (z.B. durch spezialisierte Mönche)
- Erbschleicherei (Spezialgebiet des Jesuitenordens)
Die oben genannten Stichpunkte vermögen es nicht einmal im Ansatz zu beschreiben, welch unsägliches Leid damit verbunden war, besser gesagt, noch ist. Denn ganz nach dem Motto, “der Krieg brachte uns stets mehr Nutzen als der Friede”, ging auch das Papsttum aus dem Ersten Weltkrieg eindeutig als Gewinner hervor.
“Man ist zu der Überzeugung gelangt, daß der am besten aus dem Krieg herausgekommene Mann der Papst war!“, Kurienkardinal Gasquet, 1919, Katholikenkongress in Liverpool.
Vermögensfluss als Einbahnstraße
Im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ist der Vatikan der größte private Grundbesitzer. Rund 8,25 Milliarden Quadratmeter Grund und Boden. Jeweils rund 20 Prozent aller Felder in Spanien, Portugal und Argentinien sind Eigentum des Vatikans, der auch ca. 1,1 Millionen Hektar Ackerland in den USA sein Eigen nennt. Dies sind lediglich die für Anbau nutzbaren Flächen und enthalten noch nicht die Anteile von Wäldern und Weiden. Mit Stand 1977 (Journalist Paolo Ojetti) gehörtem den Vatikan in Rom rund ein Viertel aller Immobilien und Grundstücke. In der Stadt Verona sogar rund die Hälfte. Im Jahr 1998 war bereits rund ein Drittel aller Häuser in Rom in den Händen des Papsttums.
Damit das Vermögen der Kirche so wenig Abgänge wie möglich aufweist, quasi nur Geldzufluss gemäß Einbahnstraße, beteiligt sich die öffentliche Hand umfangreich an der Übernahme laufender Kosten. Dazu zählt auch die Unterhaltung von alten Gebäuden, die sich im Eigentum der Kirche befindet. Handelt es sich um Renovierung oder Restaurierung, dann greift “plötzlich” der Denkmalschutz und der Steuerzahler übernimmt. Neue Einrichtungen wie Kindergärten oder Horte werden mithilfe öffentlicher Gelder finanziert, aber nach Fertigstellung vollständig der Kirche überschrieben.
Bis heute geltende Vereinbarungen

Lediglich ein Beispiel: Im Jahr 1817 regierte mit Papst Pius VII der erste wiedereingesetzte Pontifex nach der Absetzung seines Vorgängers im Jahr 1798. Pius VII handelte mit dem König von Bayern, Maximilian I Joseph, eine Festlegung der Einkünfte für Erzbischöfe, Bischöfe, Pröbste, Dechanten, Kanoniker und Vikare in den Erzdiözesen München und Bamberg, den Diözesen Würzburg, Passau, Regensburg, Augsburg, Eichstätt und Speyer aus. Im Jahr 1924 folgte ein Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Bundesland Bayern. Diese Übereinkunft von 1817 wurde vollumfänglich beibehalten und gilt bis zum heutigen Tage.
Das Bundesland Bayern zahlte im Jahr 1986 an ehemalige Bischöfe und Erzbischöfe eine jährliche Rente von 900.000 DM (ca. 460.000 Euro), Gehaltszulagen für Weihbischöfe von 180.000 DM und für Domkapitulare eine Jahresrente von 8,98 Millionen DM. Da schließlich für die hauptamtlichen Mesner auch etwas bezahlt werden muss, legte Bayern weitere 200.000 DM obendrauf. (Quelle: “Hirtenwort und Schäferstündchen”, Horst Herrmann, Seite 23)
Wer bezahlt die Ausbildung der Kleriker? Man darf dies gerne erraten.
Entsprechend das Gottesbild der Menschen
Wie erhoben sich diese Kirche selbst betrachtet, belegt der Patriarch Johannes von Antiochia (Chrysostomus), ca. 349 bis 407, “Heiliger” und Kirchenlehrer.
“Nichts ist mächtiger als die Kirche […] Die Kirche ist stärker als der Himmel […] um der Kirche willen ist der Himmel, nicht des Himmels ist die Kirche da!“
Welchen Ruf die römische Kirche tatsächlich im Volk innehatte, lässt sich am enormen Jubel insbesondere in Frankreich während der Französischen Revolution ablesen, nachdem Papst Pius XI in 1798 seinem “politisch-staatlichen Amt” enthoben, verhaftet und ins Exil geschickt wurde. Der erklärte Nicht-Christ und Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche verdeutlichte den durch die Kirchen und ihre ausufernde Scheinheiligkeit am wahren Christentum angerichteten Schaden:
“Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt.“
Ein entsprechendes Gottesbild trugen und tragen auch heute noch die Menschen in ihren Köpfen herum.
Schon lange angekündigt

Wasser predigen, aber selbst den Wein in vollen Zügen saufen. Dies mit einer aufgesetzt christlichen Miene und damit die Zusammenfassung aller Heucheleien gemäß Matthäus 23 in einem Gesicht.
“Der Gräuel der Erde”, so die Bezeichnung dieser kirchlichen Institution in Offenbarung 17,5. Wie wahr!
“Unverschämter Reichtum”, so der Fingerzeig von sich weg, auf andere gerichtet. “Und die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen; und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Greueln und der Unreinheit ihrer Unzucht,” so eine weitere Beschreibung gemäß Offenbarung 17,4.
Diesen unermesslichen Reichtum des großen irdischen Widersachers sah bereits der Prophet Daniel in seinem Exil in Babylon:
“Und er wird [freche] Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben,” (Daniel 7,25)
“Er wird auch seine Hand nach den Ländern ausstrecken, und das Land Ägypten wird nicht entfliehen; sondern er wird sich der Gold- und Silberschätze und aller Kostbarkeiten Ägyptens bemächtigen; auch werden Lubier und Kuschiten zu seinem Gefolge gehören.“, so über den “König des Nordens” in Daniel 11,42-43.
Die biblische Darstellung

Das Papsttum glaubt sich in der Rolle des irdischen Vertreters Jesu, ja sogar der Papst als göttlicher und anbetungswürdiger Stellvertreter des Sohnes Gottes (Info). Dabei passt allein das äußere Erscheinungsbild des Gebildes Papsttums überhaupt nicht mit dem Bild Jesu Christi überein, das schon der Prophet im 8ten Jahrhundert vor Christi beschrieb.
“Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.
Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.” (Jesaja 53,2-4)
Eigenschaften, die in, an und rund um das päpstliche Gebilde aus römisch-katholischer Kirche und Heiligen Stuhl nicht im Ansatz zu entdecken sind. Eben in allen Aspekten, seien es Erscheinungsbild oder Lehren, das exakte Gegenteil dessen, was uns das Evangelium preisgibt.
Aber das Gericht wird sich setzen und ihm die Herrschaft wegnehmen, um sie endgültig zu vertilgen und zu vernichten.
Daniel 7,26
Bibelverse aus Schlachter 2000
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