Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Umfrage zeigt geringe Religiosität in Deutschland auf

Umfrage zeigt geringe Religiosität in Deutschland auf

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Die aktuelle Auswertung einer Umfrage zur Religiosität der Menschen in Deutschland und ihren Wünschen zu ihrer jeweiligen Kirche zeigt auf, welch leichtes Spiel es ist, eine neue „interreligiöse“ Theologie zu platzieren.

Der (miserable) Stand der Dinge

Um die evangelischen Kirchen in Deutschland ist es nicht sonderlich gut bestellt. Die „Flüchtlingszahlen“ aus dieser Institution sind beachtlich. Dass in der Dachvereinigung EKD eine gewisse Ratlosigkeit über wirksame Gegenmaßnahmen vorliegt, kann an der sehr unorthodoxen Vorgehensweise, Berater aus der Wirtschaft zu bemühen, deutlich abgelesen werden (Info).

Umfragen

Neue Zahlen nach aktueller Umfrage

Den aktuellen Stand der (miserablen) Lage erkundet die EKD mit regelmäßigen Umfragen anhand der sog. „Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU), inzwischen die KMU6. Seit 1972 frischt der Dachverband der evangelischen Kirchen die Daten alle 10 Jahre neu auf. Die Ergebnisse liegen inzwischen vor und die Präsentation der Zahlen sind begleitet mit einem wohl psychologisch aufbauendem Zweckoptimismus (Quelle). Es wurden demnach 5.282 Menschen befragt mit einem Katalog aus 592(!) Fragen. Das angegebene Durchschnittsalter der Antwortenden betrug 49,8 Jahre, also bereits in einem gehobenen Altersbereich.

Von den Befragten gehörten 43 Prozent keiner Religion an, 23 Prozent waren evangelisch und 25 Prozent katholisch. Zu den Freikirchen gehörten 2 Prozent, zu den „postmigrantischen christlichen Gemeinschaften“ (z.B. orthodoxe Kirchen) zählten ebenfalls 2 Prozent und zu den nicht-christlichen Religionen (z.B. Islam) zählten 5 Prozent der Befragten.

„Spannende“ Ergebnisse

Die EKD fasste die „spannendsten Ergebnisse“ aus der aktuellen Umfrage zusammen. Demnach seien mehr als drei Viertel aller evangelischen Kirchenmitglieder mit der gegenwärtigen Richtung der Reformen in der Kirche zufrieden. Unabhängig von der Konfession gebe es eine große Zustimmung zur laufenden Ökumene und der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen. Bei den Befragten liege eine Erwartungshaltung vor für mehr Einsatz der Kirche über das Religiöse hinaus.

Der Anteil derjenigen, die von ihrer Kirche mehr interreligiöses Engagement erwarten, liegt demnach bei 75 Prozent. Deutlich ist auch der Anteil von 80 Prozent der evangelischen Befragten, die für ihre Kirche grundlegende Änderungen als erforderlich sehen, um in der Zukunft noch eine Existenzchance zu haben. Von den Katholiken sind 96 Prozent der gleichen Ansicht.

Beherzt die Chance ergreifen

Die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus weiß sich wohl nicht anders zu helfen, als auf diese doch sehr aussagekräftigen Umfrageergebnisse mit abstrakten Formulierungen zu antworten:
Die Ergebnisse der KMU helfen uns dabei, wegweisende Entscheidungen zu treffen, um die Kirche überzeugend zu gestalten. Dabei bin ich gewiss: Die Kirche erleidet keinen Wandel, sie gestaltet ihn – inspiriert, aktiv und kreativ.

Die EKD begreift den „inspirierten, aktiven und kreativen“ Wandel als eine Chance. Bei der Umfrage stellte sich heraus, dass der Widerstand der Menschen bei tiefgreifenden Veränderungen in der Kirche sehr gering ausfiele. Verantwortliche der Kirche sollte dies nutzen, um „beherzt“ die Mitgestaltung des „ohnehin unausweichlichen Wandels in der Kirche“ voranzutreiben.

Leichtes Spiel für die Kirche

Schachbrett

Kirchen haben hier ein leichtes Spiel

Bei derlei Begehren hat die Kirche ein leichtes Spiel. Bereits ab dem kommenden Jahr 2024 wird in Deutschland der Anteil der Konfessionslosen größer sein als die der Angehörigen einer Kirche. Selbst innerhalb der evangelischen Kirche bezeichnet sich rund ein Drittel der Mitglieder als nicht religiös. Entsprechend ist auch das Bild in der gesamten Bevölkerung, in der die Nicht-Religiosität schon die Mehrheit beschreibt. Knapp ein Drittel (32 %) der Befragten bezeichnet sich als „uneingeschränkt nicht religiös“. Lediglich 13 Prozent halten sich für religiös.

Bei einer Skala von 1 (nicht religiös) bis 10 (religiös) stuften sich 32 Prozent bei der „1“ ein, gerade mal 4 Prozent bei der „9“ und nur 3 Prozent bei der „10“. Fast zwei Drittel (67 %) der Befragten nimmt nie eine Bibel in die Hand. Lediglich 32 Prozent beten mindestens mehrmals pro Jahr und 47 Prozent beten überhaupt nicht.

Religion spielt kaum mehr eine Rolle

Die Religion spielt beim Thema Sexualität für 79,5 Prozent der Befragten keinerlei Rolle. Ebenso wenig spielt die Religion irgendeine Rolle bei den Themen Arbeit, Beruf (73,6 %), Politik (69,4 %), Kindererziehung (44,2 %) und der Umgang mit schwierigen Situationen (48,6 %). Wenn es im eigenen Leben brenzlig wird, scheint die Religion bei vielen Menschen dann doch wieder eine Rolle zu spielen, denn mit einem Anteil von 12,9 Prozent, die der Religion bei Schwierigkeiten eine große Bedeutung zuschreiben, ist dies unter den abgefragten Kategorien die größte Gruppe.

Der Kirchenpräsident der EKD, Dr. Volker Jung, hat für die offenkundig geringe Religiosität der Menschen eine „geschmeidige“ Antwort parat:
Viele Menschen sehen sich nicht als religiöse Menschen. Deshalb gibt es bei vielen auch keine unbefriedigte religiöse Sehnsucht. Umso wichtiger ist es, auf die Lebensfragen zu hören, die Menschen stellen und darüber ins Gespräch zu kommen.

Bei solchen Voraussetzungen fällt es natürlich leicht, irgendwelche tiefgreifenden Reformen vorzunehmen, die einen weiteren Ausschluss des Evangeliums zum Ziel haben. Warum als Institution, die sich noch immer als eine christliche, auf dem Evangelium basierende und in den Fußstapfen Luthers befindliche Kirche bezeichnet, den Menschen etwas über das Wort Gottes erzählen, wenn sie dies doch gar nicht hören wollen? Dann erzählt man den nicht religiösen Menschen eben das, was sie so im Alltag bewegt und hier findet sich auch schon die Schnittstelle zur allgemein gefahrenen politischen Agenda.

Neue Theologie befriedigt juckende Ohren

Klimakatastrophe

Vakuum wird mit neuer Religion ausgefüllt

Die sog. evangelischen Kirchen verstehen sich in ihrer Rolle als christliche Institution nicht mehr mit dem Evangelium verbunden, sondern in der Pflicht, den „juckenden Ohren“ der Menschen Befriedigung zu verschaffen. Damit können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Man zeigt sich einfühlsam und verständig und auf diese Weise lässt sich auch gleich die neue „Agenda“ der Ersatz-Religion „Bewahrung der Schöpfung“ befeuern. Diese neue Theologie ist deckungsgleich mit den „Klima-Schutzprogrammen“ in der säkularen Welt (Info). Die Kirche fährt auf der identischen Schiene und kann daher für die verängstigten und Trost suchenden Menschen einen erwünschten geistlichen Beistand leisten.

Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben;
2. Timotheus 4,3

Bibelverse aus Schlachter 2000

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