Umfangreiche Studie über Glaubens-Zustand der STA

Rosinen

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Eine durchaus umfangreich durchgeführte Studie über die Lage innerhalb der protestantischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zeigt ein paar überraschende und auch besorgniserregende Ergebnisse. Die Tentakel der Krake “Babylon” sind sichtbar geworden.

Umfangreiche Studie

Die im Februar 2024 veröffentlichte Studie ging weit über Stichproben hinaus und stellt daher durchaus ein repräsentatives Bild über die tatsächliche Situation in der Kirche dar. Die Umfragen fanden in sämtlichen Divisionen statt, also global, und ergaben in der ersten Umfrage I (2012-2013) insgesamt 24.581 ausgewertete Fälle. In der zweiten Umfrage-Welle kamen 63.756 ausgewertete Antworten hinzu. Während der dritten Umfrage wurden auch Regionen berücksichtigt, mit dem Ergebnis von 150.182 bewerteten Antworten (Quelle Studie).

Die Division ist nach der Generalkonferenz die zweithöchste Ebene. So umfasst die Euro-Afrika Division, mit ihrem Sitz in Bern (Schweiz) 22 Länder in Europa sowie Nordafrika, Mosambik, Angola, Principe und Sao Tome. Amerika ist mit der Nordamerikanischen Division, Mittelamerikanischen Division und Südamerikanischen Division in drei Einheiten eingeteilt. Diese Divisionen sind jeweils eingeteilt in Verbände, gefolgt von Vereinigungen und letztendlich von der Ortsgemeinde.

Gemäß den Studienergebnissen herrscht in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine relative Ausgewogenheit beim Verhältnis zwischen Frauen und Männer als Gemeindeglieder vor. 52 Prozent der STA-Glieder sind männlich und 48 Prozent weiblich. Ein weiterer interessanter Aspekt ist das Alter der Kirchenglieder als sie der Gemeinde beitraten. Demnach sind 44 Prozent der Gemeindeglieder seit ihrer Geburt (durch Eltern) Glieder. 5 Prozent verließen die Kirche einst, kehrten aber wieder zurück. 7 Prozent kamen als Kinder hinzu, als die Eltern der Kirche beitraten. Ohne Eltern waren es 4 Prozent im Kindesalter. Als Jugendlicher sind 15 Prozent hinzugekommen. Ein Viertel (25 %) der Gemeindeglieder traten als Erwachsener bei.

Noch Mehrheit pro Ellen G. White

Vom Schatten zum Licht
Ein Buch von E.G. White

Neben den weiteren zahlreichen von der Studie abgebildeten demografischen Verhältnissen steht vor allem der Glaubensalltag der Gemeindeglieder im Fokus. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten betont, auf dem Fundament der Schrift zu stehen. Die autoritäre Quelle ist die Bibel. Ein hervorstechendes Merkmal dieser Kirche ist die anerkannte Prophetin Ellen G. White. Ihre Schriften ist die weltweit am meisten übersetzte Literatur. Kritiken gegen E.G. White kommen (noch) überwiegend von außerhalb der Kirche.

In den geführten Kontroversen ist auch ein erheblicher Anteil von Polemik im Spiel. Fakt ist, dass sich Ellen G. White nie selbst als Prophetin bezeichnete und auch ihre Schriften nie über das geschriebene Wort Gottes erhob. Sie betonte selbst, dass ihre Schriften “das kleine Licht” seien, welche zum “großen Licht” (Evangelium) führen sollen. Das Fundament Bibel und Ellen G. White spiegeln sich auch in den weltweit einheitlichen 28 Glaubenspunkten wider.

Die Studie ergab zumindest, dass Ellen G. White von 70 Prozent der Befragten umfassend als Prophetin akzeptiert ist.

Glaubensleben

Die offizielle Lehre der STA steht fest. Zu den zentralen Punkten, welche sich von den mehrheitlich weiteren protestantischen bzw. evangelisch-lutheranischen Kirchen unterscheiden, zählen das Einhalten des biblischen Sabbats (das 4. Gebot – Info), der Zustand der Toten in einer Art Seelenschlaf (es gibt keine unsterbliche Seele – Info), die Heiligtumslehre und das damit verbundene Voruntersuchungsgericht (Info), die buchstäbliche Wiederkunft Jesu Christi, und die Erkenntnis des Papsttums als das antichristliche System anhand der biblischen Prophetien (Info).

Sabbat

Gemäß der Studie halten 11 Prozent der STA-Glieder den Sabbat (7ter Tag der Woche, “Samstag”) alleine im Haushalt. 17 Prozent sind zu zweit. Die Statistik geht bis 16 Prozent Anteil der Glieder, in deren Haushalt mindestens 7 Menschen den Sabbat beachten.

Bibelstudium

Die Bibel, das Wort Gottes, ist das absolute und einzige Fundament, auf das der eigene Glaube stehen sollte. Die Schrift zu studieren, ist deshalb essenziell. STA-Glieder nehmen diese Voraussetzung offensichtlich sehr unterschiedlich wahr. Gemäß Auswertung lesen 5 Prozent der Glieder die Bibel höchstens einmal pro Monat. 8 Prozent nehmen die Schrift sicher einmal im Monat in die Hand. Einmal pro Woche lesen die Bibel 10 Prozent der Glieder. 26 Prozent studieren die Schrift mehrmals pro Woche und fast die Hälfte (49 %) forschen im Wort Gottes täglich. 2 Prozent nehmen die Bibel niemals in die Hand.

Literatur Ellen G. White

So kontrovers die Diskussionen über die Schriften von Ellen G. White, so auch der durchschnittliche Umgang mit ihrer Literatur innerhalb der Kirche. 18 Prozent der STA-Glieder verzichten gänzlich auf ihre Schriften, 14 Prozent nehmen eines ihrer Bücher höchstens einmal pro Monat in die Hand. Wenigstens einmal pro Monat lesen ihre Schriften 18 Prozent der STA-Glieder. Einmal pro Woche 14 Prozent, mehrmals wöchentlich 18 Prozent und täglich sind es 17 Prozent.

Gebet

Wer sich Jesus Christus zum Vorbild nimmt (nähme), der weiß auch, dass Er ein intensives Gebetsleben führte und damit auch das entsprechende Beispiel gab. Jesus Christus als Beispiel hat sich allerdings nicht einheitlich durchgesetzt, denn 4 Prozent der STA-Glieder verzichten auf jegliches Gebet. 16 Prozent beten immerhin mehr als einmal pro Woche. Wenigstens noch die deutliche Mehrheit (64 %) nehmen sich täglich Zeit zum Beten.

Wahrer Sabbat ist 7ter Tag

Eine Säule der STA ist der 7te Wochentag als Sabbat und auch durchaus biblisch begründet. Doch sogar an diesem Punkt gibt es keine einheitliche Ansicht. Absolute Zustimmung, dass der 7te Tag der wahre Sabbat ist, kommt von 83 Prozent der STA-Glieder. 14 Prozent stimmen einfach zu. Die restlichen 3 Prozent teilen sich auf in den Kategorien “nicht sicher”, “Ablehnung” und “absolute Ablehnung”.

Heiliger Geist

Überall ein “heißes Thema”, so auch in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Grundsätzlich stimmen der 3er-Konstellaton “Vater, Sohn und Heiliger Geist” 81 Prozent der STA-Glieder zu. Wenn es aber zur Unterscheidung kommt, ob es sich mit dem Heiligen Geist um “Gottes Kraft” oder um eine Persönlichkeit handelt, sieht die Lage ganz anders aus. 34 Prozent “stimmen ausdrücklich zu”, dass der Heilige Geist keine Persönlichkeit, sondern eine Kraft Gottes sei. 23 Prozent stimmen dem einfach zu. Dagegen lehnen 25 Prozent diese Ansicht ausdrücklich ab.

STA-Lehren & Bibel

Eigentlich ein sehr interessanter Aspekt, vor allem wenn man selbst ein STA-Glied ist. Bei der Frage, ob die Lehre der STA auf der Schrift basiert, stimmten dies 69 Prozent ausdrücklich und 24 Prozent einfach zu. Die restlichen 7 Prozent teilen sich auf in “nicht sicher”, “Ablehnung” und “ausdrückliche Ablehnung”.

Heißes Eisen – Schöpfung

Das erste Buch Mose berichtet über die gesamte Schöpfung durch Gott. Aber glauben die STA-Glieder allesamt daran, was in Genesis zu lesen ist? Das gilt ganz besonders für die Aussage, dass die Schöpfung in 6 buchstäblichen Tagen abgeschlossen war. Dem gegenüber steht das Narrativ der in der Mitte des 19ten Jahrhunderts in die Welt geworfene Evolutionstheorie (Info).

79 Prozent der STA-Glieder glauben daran, dass Gott das gesamte Universum erschuf, und zwar mit ausdrücklicher Zustimmung. Einfach zustimmend sind 15 Prozent der Befragten. Die restlichen 6 Prozent teilen sich die Kategorien “nicht sicher”, “ablehnend” und “ausdrücklich ablehnend”.

Wenn es zur Frage kommt, ob Gott die Welt in buchstäblichen 6 Tagen erschaffen hatte, dann stimmen dem ausdrücklich 65 Prozent der STA-Glieder zu. 21 Prozent befürworten dies. 5 Prozent sind sich nicht sicher, während 4 Prozent dies ablehnen und 5 Prozent ausdrücklich ablehnen.

Erlösung durch Jesus alleine

“Eigentlich” erklärt der Vers Johannes 14,6 es eindeutig. “Niemand kommt zum Vater außer durch mich”. Dem stimmen ausdrücklich 79 Prozent der STA-Glieder zu und 16 Prozent auf einfache Weise. Dennoch bleibt ein Rest von 5 Prozent, die sich nicht sicher sind, dies ablehnen oder gar ausdrücklich ablehnen.

Wenn es zu Gehorsam kommt

Ablehnung
Widerstand gegen Gehorsam

Offensichtlich tun sich nicht unerheblich viele STA-Glieder schwer, Gott gehorsam zu sein. Denn die Frage, ob die Berechtigung zum Eingang in den Himmel “perfekter Gehorsam” notwendig sei, brachte durchwachsene Antworten. 43 Prozent stimmen “perfekten Gehorsam” ausdrücklich zu, 24 Prozent befürworten dies, 8 Prozent sich nicht sicher, 11 Prozent lehnen dies ab und 14 Prozent lehnen dies ausdrücklich ab.

Damit ist auch automatisch die Frage über die Überwindung der Sünde verbunden, insbesondere in der Zeit zum Ende. Dies sei ausdrücklich möglich, so 41 Prozent der Befragten und 30 Prozent stimmten dies einfach zu. 13 Prozent sind sich nicht sicher, 8 Prozent verneinen dies und weitere 8 Prozent halten dies für ausgeschlossen.

Um Gnade zu erhalten, müsse man nach Gottes Regeln leben, so eine weitere Frage. 28 Prozent stimmten diesem ausdrücklich zu und 25 Prozent befürworteten dies. 8 Prozent schwebten in Unsicherheit, während 14 Prozent dies ablehnten und 25 Prozent ausdrücklich ablehnten.

Gebiet des Spiritismus

Der Zustand der Toten ist ein elementares Thema. Offizielle Lehre der STA (biblisch begründet), und auch Ansicht des großen Reformators Martin Luther, ist die Art Seelenschlaf der Verstorbenen. Es gibt daher keine sich vom Körper abtrennende Seele, die “irgendwo” eine Existenz fortsetzte. 72 Prozent der STA-Glieder stimmten ausdrücklich zu, dass der verstorbene Mensch sich selbst und seiner Umwelt völlig unbewusst ist. 20 Prozent stimmten dies einfach zu. Die weiteren 8 Prozent sind sich nicht sicher, lehnen dies ab, bzw. lehnen dies ausdrücklich ab.

Tote kommunizieren mit den Lebenden und beeinflussen diese, so eine weitere Frage. 70 Prozent lehnen diese Lehre kategorisch ab und 12 Prozent mit weniger Nachdruck. 5 Prozent sind sich nicht sicher, aber 5 Prozent befürworten dies und 7 Prozent sogar ausdrücklich.

Nicht “ganz überraschend”

Rosinen
Einige Trauben des Weinstocks sind bereits vertrocknet

Der kleine Auszug aus der sehr umfangreichen Studie mit noch sehr vielen weiteren Umfrageergebnissen, vor allem auch im Bereich der wichtigen Gesundheitsbotschaft, zeigt auf, dass es insbesondere in den Kernbereichen des Glaubens schon erhebliche Abweichungen von der offiziellen Lehre und damit auch von der Schrift gibt. Einerseits besorgniserregend, andererseits aber nicht überraschend, denn, wer die Prophetie studiert, es war vorhergesagt.

Kommt es hart auf hart, die letzte und ultimative Gewissensfrage, dann wird sich der Spreu endgültig vom Weizen trennen. Eine Bereinigung der Gemeinde, die ohne Zweifel auch oberflächliche Glieder beherbergt, welche schnell davon ablassen werden und sich entfernen, sollte ihr bisher augenscheinlich praktizierter Glaube zu einem persönlichen Nachteil werden (Stichwort: Malzeichen des Tieres).

Einflüsse durch Außen, vor allem auch durch Unterwanderung, das Bestreben nach Anerkennung und die darauf folgende Teilhabe an der Ökumene (einzelne Verbände und Vereinigungen), sind wesentliche Faktoren, sich den Narrativen durch das Eingehen von (faulen) Kompromisse anzupassen. Diese Einflüsse “Babylons” sah bereits der Prophet Daniel voraus:

Und er wird sein Prachtzelt zwischen dem Meer und dem herrlichen Berg des Heiligtums aufschlagen; da wird er sein Ende finden, und niemand wird ihm helfen.
Daniel 11,45

Bibelverse aus Schlachter 2000

Umfangreiche Studie über Glaubens-Zustand der STA
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