Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Toleranz gegenüber Mitmenschen – Intoleranz gegen Synkretismus

Toleranz gegenüber Mitmenschen – Intoleranz gegen Synkretismus

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Der Begriff „Toleranz“ ist nach einer Zeit der „Toleranzbesoffenheit“ längst zu einem selbstverständlich vorausgesetzten Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. So einseitig wie die Toleranz auch toleriert wird, so intolerant müssen jedoch alle Evangelium-Treuen gegenüber Kompromisse und Glaubensvermischungen (Synkretismus) eingestellt sein.

Toleranz ist längs „eingebürgert“

Vor einigen Jahren wurde das Bundesgebiet von der Welle der „Toleranz“ überrollt. Ein Begriff, der in den Schlagzeilen zu unterschiedlichen Themen rauf und runter gepredigt wurde. Inzwischen schon als selbstverständlich vorausgesetzt, ist die „Toleranz“ längst von anderen Narrativen abgelöst worden. Es gilt schließlich, die Gesellschaft „fortschrittlich“ zu formen.

So wie die annähernd grenzenlose Toleranz gegenüber „Allem und Jedem“ angemahnt wurde, so einseitig wird diese von den gleichen Institutionen und deren Sprachrohre angewandt. Teddybären werfen als ein Zeichen der Toleranz und Gastfreundschaft, aber Menschen mit einer anderen Meinung als „Querdenker“ nicht tolerieren wollen. Die Toleranz ist sichtlich nur innerhalb eines engen Korridors akzeptiert und auch nur dann, wenn sie der eigenen Agenda zugutekommt.

Die Wandlung der Toleranz

Chamaeleon

Alte Begriffe werden oft gewandelt

Was heute philosophisch und sozialethisch als „Geltenlassen“ und jemanden „gewähren lassen“ ausgelegt wird, hat jedoch einen etwas anders klingenden Ursprung. Das lateinische Wort „tolerare“ bedeutet „erdulden“ oder „ertragen“. Eine Erweiterung dieses Begriffs im Sinne von „Duldsamkeit, Nachsicht, Großzügigkeit“ erhielt das Wort Toleranz erst im Laufe des 18ten Jahrhunderts, also zur „Hochzeit“ der großen Dichter, Denker und Aufklärer.
Wer das Benehmen eines Anderen toleriert, der hält dieses Benehmen aus, bzw. kann dies verkraften.

Toleranz – Eine Steilvorlage für die EKD

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wäre nicht die EKD, wenn sie sich wie gewohnt fernab vom Evangelium nicht auch auf den Begriff „Toleranz“ gestürzt hätte, um diesen auf gesellschaftspolitischer Ebene zu beleuchten und auszulegen. Toleranz sei das „wichtigste Unterpfand für die Zukunft Europas“, so im Jahr 2013 der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte (Quelle).

Im Jahr 2008 erklärte Bischof Wolfgang Huber, damaliger EKD-Ratsvorsitzender, dass Toleranz in christlicher Perspektive in einer Glaubensgewissheit gründen müsse. „Toleranz ist nicht Beliebigkeit“, so Huber (Quelle). Abweichende Glaubensweisen müssen respektiert werden.

Ein „Aufklärer“ muss aushelfen

Immanuel Kant Denkmal

Dichter – Denker – Aufklärer – Die Weltveränderer

Die Toleranz ist von den evangelischen Kirchen entdeckt worden, um im Sinne des Weltkirchenrates eine den Erdball umziehende gemeinsame Linie zu ziehen. Bischof Huber begriff den Toleranzgedanken nicht in einer „religiösen Indifferenz“, sondern in einer Glaubensgewissheit. Damit könne sich niemand von der „Wahrheitsfrage freisprechen“. Der evangelische Bischof bediente sich für diese „Weisheit“ nicht irgendwelchen Aussagen der Bibel, sondern dem Werk „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing. In seiner Zeit im 18ten Jahrhundert galt Lessing als einer der bedeutendsten Dichter der „Aufklärung“.

Also jene Bewegung, die u.a. die Aussagen der Bibel in Zweifel zogen und diese anhand der menschlichen Vernunft zu ersetzen suchten. Immanuel Kant gehörte ebenso zu dieser Riege wie M. de Voltaire und Adam Weishaupt. Diese Aufklärung mündete in der Französischen Revolution, bei der nicht nur der Papst aus seinen Gefilden gezogen wurde (Info), sondern es auch zu Religionsverbot und Bibelverbrennungen gekommen ist.

Toleranz für gemeinsamen Nenner

Die Frage nach Frieden und Toleranz könne nicht anhand eines „Projektes Weltethos“ beantwortet werden, so der Bischof, sondern anhand einer Weise, die für das Austragen der Unterschiede im Glaubensverständnis nicht für die Gefährdung des Friedens, sondern für dessen Stärkung sorge. Dies betreffe insbesondere die Frage, „ob das Bekenntnis der drei monotheistischen Religionen zu dem einen Gott ein Bekenntnis zu demselben einen Gott darstellt.“ Wenn in den anderen Religionen Gott wirklich vorkommt, dann müsse es der eine Gott sein, der von der biblischen Botschaft bezeugt wird „und zu dem wir uns als Christen bekennen“, so der Bischof.

Kompromisse sind unmöglich

Zu dieser Frage müsste eigentlich die Frage zur Toleranz ohne weitere Diskussionen beendet sein. Der Gott des Islam kann nicht der gleiche Gott des Christentums sein (Info) und wer Jesus Christus, der eingeborene Sohn Gottes, der als der in Daniel 9 angekündigte Messias in Fleisch und Blut unter uns wohnte, als solchen nicht akzeptiert, kann ebenfalls nicht „kompatibel“ sein. Wo sollte an dieser Stelle die Toleranz anfangen? Irgendwelche Kompromisse? Hier hat die Toleranz schon aufgehört, bevor diese überhaupt begonnen hatte. Ohne Kompromisse ist die Kompatibilität unmöglich. Es ist die Quadratur des Kreises.

Flexibilität bei der Betrachtung Gottes

Kaugummi

Sog. Theologen zeigen bei Gott-Betrachtung sehr viel Flexibilität

Um dieses Dilemma der „erzwungenen Intoleranz“ zu umgehen, hat man sich auf der Seite des „Christentums“ ran gesetzt und einfach den Begriff „Gott“ umdefiniert. Inzwischen sind seit der Stellungnahme des Bischofs rund 15 Jahre vergangen und das Resultat ist heute sehr sichtbar geworden. Gott wurde inzwischen „eingeweicht“ (Info) und dazu die Sünde einfach „umdefiniert“ (Info).

Toleranz in der Bibel

Der Griff zur Lektüre eines „großen Aufklärers“ anstatt zur Bibel war für den Bischof offenbar ein Notbehelf. Der Begriff Toleranz kommt in der Bibel insgesamt 0 Mal vor. Entsprechend „wenig“ haben die Propheten und auch Jesus Christus über die Toleranz gepredigt. Das Modewort „Toleranz“ konnte aus biblischer Sicht nicht bedient werden.

Sagt das Evangelium indirekt etwas über Toleranz aus? In einer gewissen Weise, ja. Dies bezieht sich jedoch nur auf das Ertragen (tolerieren) Andersgläubiger und den evtl. ausgesetzten Angriffen, nicht jedoch auf die Vermischung des Evangeliums mit den Praktiken und Zeremonien anderer Religionen. Der Umgang mit den Mitmenschen („Liebe deinen Nächsten“, „Liebe deinen Feind“) ist von Toleranz im aktuellen Sinne geprägt. Vollständig intolerant sollte der Evangeliums-treue Mensch jedoch gegen jeglichen Ansatz des Synkretismus eingestellt sein. Derartiger Toleranz ist das alte Volk Israel zahlreich unterlegen. Die Konsequenzen folgten regelmäßig bei Fuß.

indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens:
Epheser 4,2-3

Bibelverse aus Schlachter 2000

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