Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Staatlicher Druck auf religiöse Gruppen steigt an

Staatlicher Druck auf religiöse Gruppen steigt an

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Der Druck auf religiöse Gruppen steigt weltweit an. Hierbei spielen die hiesigen Regierungen der Länder die einzige Rolle, denn die Repressalien seitens der Gesellschaft sind weniger geworden.

Staatliche Repressalien nehmen zu

Das US-amerikanische Statistik- und Meinungsumfrage-Unternehmen Pew Research Center ist einer interessanten Frage nachgegangen. Wer übt größeren Druck auf die Ausübung von Religionen aus, die Regierungen oder das Volk? So kommt das Unternehmen nach Auswertung der gegenwärtigen Lage in 198 Ländern und Gebieten zum Ergebnis, dass die Feindseligkeit der Gesellschaften gegenüber Religionen zwar abgenommen habe, aber das Ausmaß der Beschränkungen der Religion weltweit zum Stand 2021 den bisherigen Höchststand erreicht hat (Quelle).

Gemäß dem Pew 10-Punkte-Index von 0 bis 10 stiegen die von Regierungen über Religionsgemeinschaften verübten Restriktionen von durchschnittlich 1,8 Punkte in 2007 auf 3,0 Punkte in 2021. Dieser Index bildet insgesamt 20 gegen Religionsgemeinschaften eingeleiteten Maßnahmen ab. Dies umfasst staatliche Gesetze und Richtlinien, die religiöse Überzeugungen und Praktiken einschränken, inkl. vollständiger Verbote von bestimmten Glaubensrichtungen. Berücksichtigt sind auch Einschränkungen bei Predigten, Missionieren und Bekehren sowie die Bevorzugung anderer religiöser Gruppen.

Vier Länder mit „sehr hohem“ Druck

Staatsgewalt

In aller Welt wird der Staat immer übergriffiger

In 55 Ländern (anteilig 28 %) waren die staatlichen und gesellschaftlichen Restriktionen gegen religiöse Gruppen „sehr hoch“ oder „hoch“. Lediglich vier Länder wurden mit „sehr hoch“ bewertet, und zwar Syrien, Pakistan, Afghanistan und Ägypten.

In den USA stieg der staatliche Indexwert in 2021 auf 2,1 (2007 1,0). In Europa kletterte der Wert von vormals 1,7 auf 3,1 Punkte hoch. Der Index-Wert in der Region Asien-Pazifik ging von 3,2 auf 4,2 Punkte aufwärts. Im Nahen Osten und Nordafrika stieg der Wert von 4,7 auf 5,9 Punkte an, während es im Gebiet Subsahara-Afrika von 1,7 auf 2,6 Punkte aufwärts ging.

Den Höchstwert der staatlichen Einschränkungen erreichte China mit 9,1 Punkten. Mit dauerhaft teils massiven staatlichen Einschränkungen müssen Religionsgruppen in Iran, Indonesien, Kasachstan, Myanmar, Malediven, Russland, Singapur, Saudi-Arabien, Tadschikistan und Usbekistan rechnen.

Der Index-Wert für die gesellschaftlichen Einwirkungen auf religiöse Truppen sank von vormals 2,0 im Jahr 2018 auf 1,6 Punkte ab. Der bisher niedrigste Wert mit 1,2 Punkten wurde im Jahr 2009 erreicht.

Pandemie als Begründung

Im Jahr 2021 dominierten weltweit die staatlich verordneten Belästigungen religiöser Gruppen und die Einmischung in den Gottesdienst. Derartige Maßnahmen stellte Pew in 183 Ländern fest. Die Belästigungen reichten von abfälligen Äußerungen von Amtsinhabern bis hin zur Anwendung körperlicher Gewalt.

Zahlreiche staatliche Eingriffe in Gottesdienste im Jahr 2021 wurden mit der deklarierten Covid-Pandemie begründet. In Kanada wurden lt. Pew drei Kirchen mit jeweils einer Geldstrafe belegt, weil sie sich weigerten, den verhängten Lockdown-Maßnahmen Folge zu leisten. Die betroffenen Kirchen reichten eine Klage ein, weil andere Glaubensgemeinschaften, wie orthodoxe oder jüdische Gruppen, sowie auch Restaurants von diesen Beschränkungen weniger betroffen waren. Hinzu kamen einige Verhaftungen von Geistlichen, weil sie entgegen den Maßnahmen des Staates Gottesdienste abhielten.

Die größten Beschränkungen gegen Religionen veranlasste im Jahr 2021 die Regierung Chinas. Der größte Druck seitens der Gesellschaft wurde dagegen in Nigeria ausgeübt.

Auch Begünstigungen üblich

In 161 Ländern gewährten in 2021 die jeweiligen Regierungen den religiösen Gruppen Vorteile. Umgekehrt zählte das Umfrageunternehmen 149 Länder, in denen die Regierungen Religionsgruppen schikanierten: In 134 Ländern mischten sich die Regierungen in die Gottesdienste ein.

Die größte Unterstützung der Regierungen liegt in der Gewährung von Religionsunterricht (127 Länder). In 107 Ländern sorgten die Landesführungen auch für den Schutz von religiösen Eigentümern.

Größten Gruppen am meisten bedrängt

Bahai Religion

Religionen allgemein unter Druck

Zu den am stärksten bedrängten Religionsgruppen gehören Christen und Muslime. Im Jahr 2021 wurden in 160 (von vormals 155) Ländern die Christen von den Regierungen ins Visier genommen. Im Jahr 2007 waren es noch 107 Länder.
Muslime hatten in 141 (vormals 145) Ländern mit staatlichen Belästigungen und Schikanen zu rechnen. Im Jahr 2007 lag die Anzahl bei 96 Länder.
Auch die jüdischen Gemeinden hatten in 91 Ländern (vormals 94) Einschränkungen erfahren müssen. Der Ausgangspunkt lag im Jahr 2007 bei 51 Ländern.

Weniger Schikanen mussten Zoroastrier, Sikhs und Bahá’í erleiden, aber immerhin in 64 Ländern. Ebenfalls weniger betroffen waren Buddhisten (28 Länder), Hindus (24 Länder) und die Gruppen der Agnostiker, Atheisten und Humanisten (27 Länder).

Zeit, die Prioritäten neu auszurichten – hier

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!
Johannes 14,6 (ungekürzt)

Bibelverse aus Schlachter 2000

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