Am großen Widersacher Jesu Christi ist nichts Positives abzugewinnen. Allerdings zeigt der sprachliche Umgang des Wortes Gottes mit diesem großen Gegner die Feinheiten des Evangeliums auf. Die Bezeichnungen Satan, Teufel, Schlange und Drache sind nicht rein zufällig gewählt.
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Kein einziges willkürlich gewähltes Wort
Das Wort Gottes ist kein Roman und bedient sich daher auch nicht vielfältiger Wortwahl, um so das “Lese-Erlebnis” zu erfrischen. Dabei ist die Schrift alles andere als langweilig oder einschläfernd, wenn man nur mit unbefangener, kindlicher Neugier herantritt. Die Wortwahl, und das ist immer wieder überraschend, ist nicht zufällig gewählt, sondern beschreibt einen bestimmten Zusammenhang oder auch einen Charakter. Leider sind die heutigen Sprachen des Alltags, z.B. in Deutsch oder Englisch, gegenüber den früheren Sprachen geradezu degeneriert. Das gilt für den Wortschatz ebenso wie für die Grammatik.
Nicht der evolutionäre Gedanke, dass einstige “Höhlenmenschen” im Laufe der Jahrtausende aus dem anfänglichen Prusten, Brabbeln und Grunzen eine Sprache entwickelten, trifft zu, sondern dass die antiken Völker generell ausgefeilter, weitaus komplizierter kommunizierten als der “moderne Mensch”. Hierzu ein Hinweis zu “Herkunft und Entwicklung der Sprachen – Linguistik kontra Evolution”, von Roger Liebi (Quelle).
Beim Bibelstudium tiefer gehen

Das Bibelstudium sollte stets davon begleitet sein, das in eigener Sprache geschriebene Wort auch im Urtext zu erfassen. Das bedeutet nicht, nun altes Hebräisch, Aramäisch oder Griechisch lernen zu müssen, was sicher von einem riesigen Vorteil wäre, aber hierfür gibt es entsprechende Nachschlagewerke. Diese enthalten die Schrift in ihrer Originalsprache und setzen darüber Wort für Wort die entsprechende Bedeutung in der eigenen Sprache. Besonders wertvoll ist hier die Aufschlüsselung des Ursprungs und die übliche Verwendung des hebräischen oder griechischen Wortes.
Oft ist es der Fall, dass das Deutsche oder Englische gar kein wirklich übereinstimmendes Wort zur Verfügung hat, die dem ursprünglichen Wort gerecht werden kann. Hierzu das Beispiel für “Liebe”. Im Griechischen findet man hierzu Wörter wie agapa, agapaó, agapé, je nach grammatikalischer Stellung und im Hebräischen a-hab-aw, dode, kheh-sed. Alle haben einen anderen Aspekt, werden aber in der Regel als “Liebe” übersetzt. Wobei diese Liebe nichts mit “Gefühlswallungen” und schon gar nichts mit “Erotik” zu tun hat (Info).
Unterschiedlich gewählte Bezeichnungen

Wie auch die vielen Namen Jesu Christi jeweils Seinen Charakter oder auch Sein Wirken beschrieben (Info), so tauchen in der Bibel auch für den großen Widersacher verschiedene Bezeichnungen auf. Diese sind nicht zufällig gewählt.
Der Gegner Jesu Christi schlechthin wird genannt: Satan, Drache, Teufel und Schlange. Auffälligerweise stehen die unterschiedlich verwendeten Bezeichnungen in einem jeweils anderen Zusammenhang. Die Unterschiede sind jedoch nicht ausführlichst und umfangreich beschrieben, was auch nachvollziehbar ist, denn mit dem Evangelium handelt es sich um die frohe Botschaft über den Erlösungsweg für den Menschen, nicht aber um eine Biografie über den Widersacher. Doch ist diese gesonderte Wortwahl allemal wert, gesondert betont zu werden, um damit die Feinheiten der Schrift hervorzuheben. Dazu darf man hierzu auch nicht allzu “haarspalterisch” vorgehen.
Vier Attribute des Widersachers
Die unterschiedlichen Bezeichnungen des großen Widersachers lassen sich (grob) folgend zuordnen:
– Satan: Widersacher, Ankläger
– Drache: Zerstörer, Kriegstreiber
– Teufel: Verführer
– Schlange: Täuscher
Satan – Widersacher & Ankläger
Die Bezeichnung “Satan” ist bereits im Alten Testament sehr häufig zu finden. Seine Handlungen und Absichten entsprechen dem Widersetzen des Willen Gottes. Sei es die Verführung Davids, entgegen Gottes Willen eine Volkszählung durchzuführen (1. Chronik 21,1) oder die Möglichkeit, Hiob durch einen provozierten Glaubensabfall anklagen zu können. Anklage erhob Satan auch gegen den Hohepriester Jeschua (Sacharja 3,1) und dem Petrus gegenüber erwiderte Jesus Christus, dass Satan weichen solle, weil dieser versuchte durch Petrus den Erlösungsweg durch den Tod Jesu Christi zu vereiteln (Matthäus 16,23).
Drache – Zerstörer & Kriegstreiber
Das Aufkommen eines zerstörerischen Drachens beschrieb auch der Prophet Jesaja. “…Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine Natter hervorkommen, und deren Frucht wird ein fliegender, feuriger Drache sein.“, so in Jesaja 14,29. Auch das in der Antike durch Eroberung und Kriegszüge groß gewordene Ägypten wurde als ein Sitz des Drachens, das stillsitzende Ungetüm bezeichnet (Jesaja 30,6-7). Auch der babylonische König, der sich über Juda und Jerusalem hermachte, wird als ein Drache bezeichnet (Jeremia 51,34).
Besonders interessant ist die Eigenschaft des Drachens als der Zerstörer mit dem zweiten Tier aus der Erde gemäß Offenbarung 13. Dieser hat zwei Hörner wie ein Lamm, aber seine Stimme ist die von einem Drachen. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, wer dieser brüllende Zerstörer sein könnte (Info).
Teufel – Der Verführer

Die wohl bekannteste Verführungstat des Widersachers, bzw. sein angestellter Versuch, ist sein Aufsuchen Jesu Christi am Ende der 40-tägigen Fastenzeit in der Wildnis (Matthäus 4, Lukas 4). Der Reihe nach wollte der Widersacher den Mensch gewordenen Jesus Christus dazu verführen, sich selbst zu retten, Gott zu versuchen, sich sogar vor ihm niederzubeugen. Den Pharisäern warf Jesus Christus vor, den Teufel als Vater zu haben (Johannes 8,44), da dieser die “geistlichen Hochstände” dazu verführte, seinen Willen zu tun, indem er die Macht- und Geldgier der Pharisäer auskostete. Einen Jünger von zwölf verführte der Teufel, Jesus Christus für 30 Silberlinge zu verraten, Judas (Johannes 13,2).
Schlange – Der Täuscher
Das beste Beispiel für die (listige) Schlange als “der Täuscher” ist Garten Eden und der erste Sündenfall. Durch raffiniert formulierte Lügen (Täuschung) brachte die Schlange Eva dazu, die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Sie war getäuscht durch die Versprechen der Schlange, dass sie keinesfalls sterben werde, von nun an zwischen Gut und Böse unterscheiden könne und sogar selbst wie Gott werde. Eine Täuschung, wie sie bis heute von der Kirche Roms praktiziert wird und dies sogar als offizielle Lehre (Info).
Die Täuschung ist es, die am Ende der Zeit für die auch gläubigen Menschen die große Gefahr darstellt (Info)!
Alle Eigenschaften auf der Erde
Die Bibel benennt den Widersacher sogar an zwei Stellen mit allen seinen Attributen in “einem Atemzug”.
Offenbarung 12,9:
“Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt; er wurde auf die Erde hinabgeworfen, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.“
Seither ist dieser auf der Erde gefangen und treibt zusammen mit den mit ihm gefallenen Engel das zerstörerische Werk aus Zerstörung, Täuschung, Verführung und Anklage.
Offenbarung 20,2:
“Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist, und band ihn für 1 000 Jahre.“
Damit ist der Zerstörer, Täuscher, Verführer und Ankläger handlungsunfähig. Die Erde ist ohne Leben, die Erlösten befinden sich im noch im Himmel befindlichen Neuen Jerusalem. Nach den 1000 Jahren wird Satan wieder losgelassen werden, um die bei der zweiten Auferstehung wieder lebendig gewordenen, verurteilten Menschen wiederholt zu täuschen (Offenbarung 20,7).
Das unselige Treiben wird aber ein Ende finden. Es wird weder Zerstörung noch Täuschung, Verführung oder Anklagen mehr geben.
Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Offenbarung 20,10
Bibelverse aus Schlachter 2000
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