Ein unspektakulärer, aber klarer Beitrag in den sozialen Medien über die Verbindlichkeit des biblischen Sabbats löst regelmäßig eine Welle der Empörung aus. Kaum eine biblische Wahrheit vermag die “Christen” derart in Rage zu bringen, wie die Betonung des Vierten Gebotes Gottes.
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Sabbat – Stein des Anstoßes
Ein von einem Pastor aus den USA online gestellter Videobeitrag stellt dar, dass die Bibel vom Anfang bis zum Ende für das Auffinden eines Hinweises vergeblich durchsucht werden könnte, der aufzeigte, dass der Sabbat jemals vom 7ten Tag der Woche (“Samstag”) auf den 1ten Tag de Woche (“Sonntag”) geändert wurde. Es gibt keinen derartigen Eintrag. Dennoch behaupteten viele Christen, die Bibel beschreibe eine solche Änderung. Wie üblich, im Gegensatz zu den meisten anderen Themen, ist der Kommentarbereich zum Thema Sabbat rasch gefüllt. Als würde man mit dem Stichwort “Sabbat” in ein Wespennest hineinstochern.
Folgend ein Auszug der Argumente derjenigen User im Kommentarbereich des Videobeitrages, die vehement die verbindliche Beachtung des Sabbats ablehnen.
Argumente:
“In Apostelgeschichte steht, dass Christen begannen, sich am Sonntag zu treffen, anstatt am Samstag“
“Im Alten Testament und einigen Neuen Testamenten feierten sie den Sabbat am Samstag. Nach der Auferstehung Christi beziehen sie sich auf den Tag, an dem sie sich treffen, den „Tag des Herrn“, den Tag, an dem Christus auferstanden ist.“
“Apostelgeschichte 20 dokumentiert, dass sich die Jünger Jesu am ersten Tag der Woche trafen. Die frühe Kirchengeschichte berichtet, dass sie dies zum Gedenken an seine Auferstehung taten.“
“Die frühen Christen waren Juden und trafen sich am siebten Tag wie gläubige Juden in den Synagogen. Sie trafen sich auch am ersten Tag zur Gemeinschaft und zum Brotbrechen im Gedenken an die Auferstehung. Die nichtjüdischen Gläubigen trafen sich nur am ersten Tag, da sie keine Juden waren.”
Brotbrechen – Treffen

Hier fehlte “nur” der Hinweis, wo in der Bibel nachzulesen ist, dass der Auferstehungstag Jesu Christi gefeiert werden muss. Durchaus möglich, aber nicht obligatorisch. Die Apostel trafen sich, auch am ersten Tag der Woche, eben wie auch zu anderen Tagen in der Woche. Gerne verwendet ist auch das Argument, der Ausdruck “Brot brechen” stelle explizit das Abendmahl bzw. die Kommunion dar. Angeführt wird hierzu regelmäßig Apostelgeschichte 20.
Das ist überhaupt nicht der Fall. “Brot brechen” ist der Ausdruck für die Einleitung eines gewöhnlichen gemeinsamen Essens. Das verdeutlicht zudem eine Stelle in Apostelgeschichte 2,46:
“Und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens;“
Dass sich die Apostel am 1ten Tag der Woche trafen, hatte zudem (auch) den Zweck, die Abgaben, bzw. den Zehnten einzusammeln. Das Hantieren mit Geld sollte schließlich nicht am vorangegangenen Sabbat, also gemäß Viertem Gebot am zu beobachtenden 7ten Tag der Woche passieren.
Tag des Herrn
“Der Tag des Herrn” sei der Sonntag. Dies wird einfach für selbstverständlich genommen. Aber warum, mit welcher Rechtfertigung? In der Bibel gibt es tatsächlich zahlreiche Beschreibungen zum “Tag des Herren”, aber nicht ein einziger Hinweis bezieht sich auf den Sonntag, bzw. 1ten Tag der Woche (Info). Die Bezeichnung des Sonntages als den “Tag des Herren” ist ein Erbe der römisch-katholischen Tradition, kann aber biblisch überhaupt nicht gerechtfertigt werden (Info).
Man hat durchaus schlechte Karten in der Hand, um eine von Gottes Gebot abweichende Tradition mit einer weiteren Tradition rechtfertigen zu wollen.
Täglicher Sabbat in Jesus
Argumente:
“Ist das wirklich wichtig? Man sollte Ihn jeden Tag anbeten“
“Jeder Tag ist Sabbat, weil wir in Jesus ruhen. Handelt es sich beim Sabbat um einen Tag oder um eine Person? Jesus muss täglich respektiert und verehrt werden.”
Anbetung täglich und auch Bestandteil Sabbat
In der Tat. Jeden Tag beten, nicht nur einmal, gerne auch zweimal und öfter. Daniel betete dreimal täglich. Ändert dies irgendetwas am Vierten Gebot, die Beachtung des Siebenten-Tag-Sabbats? Rein gar nichts. Anbeten allein beschreibt schließlich nicht den Sabbat. Es ist ein Teil davon. Der Sabbat ist wie das Betreten einer Heiligen Stätte, jedoch nicht räumlich, sondern zeitlich. Der Sabbat war das Erste, das Gott heiligte. Kein bestimmter Ort, kein Mensch, kein ganzes Volk, sondern ein Zeitraum.
Wer in Jesus Christus ist, der ist auch in Seiner Ruhe. Dieser wandelt im Geist und nicht gemäß dem Fleisch (Galater 5). Wiederum ist dies weder ein Synonym, noch ein Ersatz für das von Gott persönlich in Stein geschriebene Vierte Gebot.
Nur 1 Tag ist der Sabbat
Ein “Muss” gibt es nicht, aber durchaus ein “sollte”. Wer Jesus Christus wirklich erkannt hat, der will Ihn täglich anbeten. So wie Jesus selbst in Johannes 14,15 sagte, dass die wahre Liebe ihm gegenüber dazu führt, seine Gebote auch halten zu wollen. Hierzu gehört auch das Vierte Gebot, der Sabbat. Dieser wurde von Gott zur Vollendung Seiner Schöpfung eingesetzt, der 7te Tag (1. Moses 2,2-3). Auch 2. Moses 20,8-11 beschreibt unmissverständlich, dass an 6 Tagen zu arbeiten und am 7ten Tag zu ruhen ist. Also an einem Tag von insgesamt sieben. Daher ist nicht jeder Tag ein Sabbat.
Rätsel – Kalendertage
Argument:
“Paulus sagt ganz klar, dass jeder Tag, der Ihnen heiliger ist, großartig ist.“
Eine Formulierung, die so in der Bibel nicht existiert. Das verlangte mindestens einen Hinweis auf eine entsprechende Bibelstelle.
Argumente:
“Wer weiß überhaupt, wann der eigentliche Sabbat sein sollte, wenn wir den Gregorianischen Kalender übernommen und auf 12 Monate umgestellt haben??“
“Niemand weiß, wann der Sabbat ist, weil wir nicht denselben Kalender kennen wie diejenigen, die den Sabbat aufgeschrieben haben.“
“Jesus wurde also vom Heiligen Geist gezeugt, lebte ein sündenfreies Leben, ertrug Folter und Verrat, wurde ans Kreuz genagelt, verspottet, getötet und ist von den Toten auferstanden, nur damit unsere Erlösung davon abhängt, einen bestimmten Tag im Kalender einzuhalten? Verstanden!“
Eine durchaus irreführende Suggestion. Kalender sind Schall und Rauch. Eine über den 7-Tagesrhythmus der Woche gelegte Schablone. Es ist der 7te Tag, egal, ob dieser nun Samstag heißt, oder nicht. Das spielt überhaupt keine Rolle.
Jesus Christus erlitt dieses Martyrium, um sich das Recht zu erkaufen, unsere (bisherigen) Sünden vergeben zu können und uns die gerechte Strafe, den Tod, damit zu ersparen. Die Sünde ist die Übertretung des Gesetzes (1. Johannes 3,4). Ein Gesetz, das Vierte Gebot, ist der Sabbat. Mitnichten sind auch nur ein Buchstabe, nicht einmal in Strichlein vom Gesetz vergangen, bis heute (Matthäus 5,18).
1. Johannes 2,4:
“Wer sagt: »Ich habe ihn erkannt«, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht;”
Wer den Sabbat nicht einhält, aber dennoch behauptet, Jesus Christus (wirklich) erkannt zu haben, ist ein solcher, wie es Johannes beschreibt.
Sabbat nur für Israel

Argument:
“Während Sie dort lesen, untersuchen Sie, welche Nation angewiesen wurde, den Sabbat zu halten, und prüfen Sie dann, ob Sie ein Mitglied der Nation Israel sind. Wenn nicht, wurde Ihnen der siebte Sabbat nicht gegeben.“
Der 7te Tag, der Sabbat, wurde von Gott eingerichtet zur Vollendung der Schöpfung. Selig gesprochen und geheiligt. Zu diesem Zeitpunkt gab es weder ein Volk Israel, noch den einen Stamm von Zwölf, Juda. Das Gesetz Gottes (10 Gebote), ein Spiegelbild Seines Charakters, ist ewig. Diebstahl, Mord- und Totschlag, Begehren, Ehebruch, nur einen Gott, keine Götzen, etc. galten nicht erst seit dem Berg Sinai, sondern schon von Beginn dieser Welt an (Info).
Der Sabbat ist nicht einer ganz bestimmten Volksgruppe gegeben worden, sondern der gesamten Menschheit. Israel hatte die Aufgabe, das Licht in dieser Welt zu sein, um die Heidenvölker zu bekehren und auch die verbindlichen Gesetze Gottes zu erklären. Sie taten es aber nicht. Vielmehr schotteten sie sich im Selbstbewusstsein eines privilegierten Volkes ab und ließen es obendrein zu, dass das Heidentum in die eigenen Reihen einfließen konnte.
Gebote Gottes – Gesetze Mose
Argument:
“„Gedenke des Sabbats“ ist das einzige Gebot, das im Neuen Testament fehlt. „So lasst euch nun von niemandem wegen Speise und Trank, wegen eines bestimmten Feiertags, Neumonds oder Sabbats verurteilen. Diese sind nur ein Schatten der zukünftigen Dinge, aber ihr Wesen gehört Christus.“ Mit anderen Worten: Jesus ist unsere Ruhe, nicht irgendein besonderer Tag.“
Das leidige Thema um das Vermischen der 10 Gebote Gottes und die Gesetze Mose. Wenn an dieser Stelle nicht unterschieden wird, ist jegliches richtiges Verständnis zum Scheitern verurteilt. Beide Gesetzeswerke sind unterschiedlicher Natur und auch unterschiedlich begründet. Das eine ist ewig, das andere ist aufgehoben. Hier die Infos.
Das übliche Paradoxon
Argument:
“Ich bin Christ und stimme zu, dass der Sabbat am Samstag ist. Für einen Christen spielt das aber keine Rolle. Als Christen gilt das „Gesetz“ nicht für uns. Die Grundlage des Christentums ist, dass wir durch Gnade erlöst werden. Aus demselben Grund müssen wir uns nicht beschneiden lassen, wir dürfen Cheeseburger und Schweinerippchen essen. Juden sind verpflichtet, den Sabbat heiligzuhalten, Christen nicht.“
Derlei Aussagen machen Gott zu einem willkürlichen Herrscher. Christen seien “unter der Gnade” und Juden seien dazu verpflichtet, das Gesetz zu halten. Was soll das sein? Gerechtigkeit sieht anders aus.
Zudem, welche Gnade, aus welchem Anlass? Gäbe es für Christen nicht mehr die Verbindlichkeit des Gesetzes (10 Gebote), so gäbe es auch nichts mehr, was man übertreten könnte. Damit drohte auch keinerlei Strafe und machte eine Gnade völlig überflüssig. Es handelt sich um ein Oxymoron-Argument, ein waschechtes Paradoxon (Info).
Niemand kann durch das Einhalten des Gesetzes gerechtfertigt werden. Das ist wahr. Damit schließt dieses Argument jegliche Rettungsmöglichkeit für das jüdische Volk aus, denn sie seien ja nicht unter der Gnade, sondern ausschließlich dem Gesetz verpflichtet, so die Schlussfolgerung.
Es bliebe noch die Behauptung, die Gnade Jesu schwebe quasi über die Christen und bewirke eine permanente, vollautomatische Begnadigung bei einer jeden aktuellen und künftigen Sünde. Wobei die Sünde allerdings durch die Übertretung eines Gesetzes begründet ist, aber es gebe kein Gesetz mehr. Es ist wirklich total unsinnig. Eine “pauschale Dauergnade” hätte zudem die Folge, dass ein jeder tun und machen könne, was dieser wolle, ganz nach dem Motto, “tu was du wills. Das soll das Ganze des Gesetzes sein”. Diese Lehre ist Satans Doktrin!
Die Speisegesetze sind keine Zeremonialgesetze, die einst dem Volk Israel gegeben wurde, weil das Gesetz übertreten wurde. Schon Noah wusste zu unterscheiden zwischen reinen und unreinen Tieren (Info). Also wie auch die 10 Gebote Gottes ebenfalls kein Novum zum Zeitpunkt am Berg Sinai.
Einfach nur 9 statt 10

Argumente:
“Es steht nirgends Samstag, und dieses Gesetz der Juden stand im Alten Testament, und die meisten Gesetze wurden abgeschafft, mit Ausnahme der 9 Gebote. Apostelgeschichte 20:7 ist eindeutig genug. Die STA ist eine von Menschen gemachte Sekte mit von Menschen gemachten Lehren und Glaubenssätzen. Die wirkliche Kirche ist die KIRCHE CHRISTI. Matthäus 16:18, Römer 16:16“
“Ich suche auch nach dem Vers mit der Aufschrift „Samstag“.“
Man findet in der Bibel auch keinen Tag, der “Sonntag” bezeichnet wird, wie auch ein jeder anderer Name eines Wochentages. Daher ist auch das Argument, man könne wegen des gregorianischen Kalenders gar nicht wissen, ob der Sabbat der Samstag sei, ein reines Scheinargument. Außerdem, wenn unsicher sei, ob der Sabbat wirklich Samstag ist, dann gilt das für den Sonntag als 1ter Tag ebenso.
Eigentlich hat sich der Nutzer mit seinem Argument, “meisten Gesetze wurden abgeschafft, mit Ausnahme der 9 Gebote”, selbst entblößt. Gott formulierte 10 Gebote, nicht 8 und auch nicht 9, sondern 10. Dieser streicht einfach eines weg, quasi das von Gottes Finger in Stein geschriebene Sabbat-Gebot zugespachtelt. “Das wollen und akzeptieren wir nicht, das gilt deshalb nicht”. Apostelgeschichte 20,7 ist wiederum diese substanzlose Umformulierung des “Sonntags-Treffs” zu einem “ersten gehaltenen Gottesdienst an einem Sonntag”.
Das Voranstellen von Matthäus 16,18, der vermeintliche “Fels Petrus”, outet den kommentieren Kritiker ohnehin als einen Katholiken.
Ein Abbild der traurigen Realität
Argument:
“Ich habe noch nie einen Christen das Behaupten hören, und ich bin seit über 50 Jahren ständig mit ihnen zusammen.“
Tja, so beschreibt dieser “Sabbat-Kritiker”, wie es tatsächlich aussieht. Er behauptet, bereits seit einem halben Jahrhundert habe dieser es noch nie erlebt, dass Christen den Sabbat hervorheben. In der Tat ein Armutszeugnis und tatsächlich auch ein Zeugnis für die katastrophale Situation. Man weiß hier nicht, in welchen Kreisen sich der Kritiker in den letzten 50 Jahren bewegt hatte, aber einer Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten ist er offenbar noch nie begegnet, oder hat sogar noch nie von einer solchen gehört.
Sabbat – Allergische Reaktionen
Ein unscheinbarer Beitrag zur Hervorhebung des gültigen, biblischen Sabbats, und die Reaktionen gleichen eines aufgeschreckten Ameisenbaus. Kein Gebot Gottes hegt soviel Potenzial an Abwehr und Widerwille wie das Vierte Gebot, der Sabbat am 7ten Tag der Woche. Es wird immer deutlicher, dass die Frage zur Einhaltung des Sabbats, die Befolgung Gottes Regel, oder die Beobachtung des Sonntags, ein Gesetz des Tieres (Offenbarung 13) zur alles entscheidenden Gewissensfrage werden wird (Info)
Die Heilige Schrift sagt klar, wer am Ende die Verfolgten sein werden und weshalb:
Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.
Offenbarung 12,17
Bibelverse aus Schlachter 2000
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