Sabbat – Ignoriert – Verpönt – Gehasst – Ohne Rechtfertigung

Gebot Sabbat

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Der Sabbat ist nicht nur einfach ein Gebot von insgesamt 10 Geboten Gottes, sondern das zentrale Gebot, an dem das gesamte Gesetz hängt. Alles steht und fällt mit dem bereits zur Vollendung der Schöpfung eingesetzten Sabbat. Umso erstaunlicher ist es, dass es sich genau mit diesem Gebot um das am meisten umstrittene, sogar bekämpfte Gebot handelt. Vielfach einfach nur ignoriert, oft auch verpönt und sogar gehasst. Die hierfür angewandten Rechtfertigungsversuche hängen allesamt hilflos in der Leere.

Das Herauswinden aus Pflichten

Wenn es darum geht, ein womöglich als unangenehm oder ungelegen empfundenes Gesetz Gottes zu vermeiden, erschiene es doch als sehr praktisch, wenn dieses Gebot gar nicht mehr obligatorisch, sondern nur noch optional erschiene. Weil dies auch zum gewünschten Resultat führte, hält man eisern an den Begründungen fest, welche die eigene “Wahl zur Missachtung des Gesetzes” zu rechtfertigen scheinen. Nur lange genug derartig gehandhabt, wird es sogar zu einer “felsenfesten Überzeugung”.

Mose - Stone Plates
10 Gebote Gottes an Moses

10 Gebote beschreiben Gottes Wille und auch Charakter. Jene 10 Gebote, die Gott selbst in 2 Steintafeln schrieb und diese Seinem treuen Knechten Mose auf dem Berg Sinai übergab. Nicht erst seitdem als “neues” Gesetz, exklusiv für Israel formuliert, sondern das immer währende, unveränderliche Gesetz, das Gott Seinem auserwähltem Volk schriftlich in Stein in Erinnerung brachte und diese eindringlich anmahnte. 10 Gebote, angefangen von “du sollst keine anderen Götter neben mir haben”, bis zu “du sollst nicht begehren”.

Eigeninitiative erforderlich

Leider ist bereits an dieser gering erscheinenden Herausforderung, sich über die 10 Gebote Gottes zu informieren, die erste Hürde errichtet. Denn dazu haben die zahlreichen Gegner des Evangeliums schon vor langer Zeit Hand angelegt, um die wahren 10 Gebote Gottes kurzerhand zu modifizieren. Nicht, was Gottes tatsächlichen Willen betrifft, das ist gar nicht möglich, diesen zu ändern, sondern was die zur Verfügung gestellten Info-Materialien betrifft. Der schnelle Blick zeigt in aller Regel eine Auflistung der 10 Gebote Gottes, die den Willen Gottes nicht mehr widerspiegeln.

Das zeigt sich ganz besonders an den Geboten 2, 4 und 10. Ersteres wurde einfach gestrichen. Gebot 4 wurde damit zu Gebot 3 und auch gleich umformuliert von “Sabbat” zu “Feiertag”, wenn nicht sogar (frech) zu “Sonntag”, und Gebot 10 wurde in 2 Teile zerlegt, um so wieder die Gesamtzahl 10 zu erreichen (Info).

Gnostische Grundtexte für moderne Bibeln

Da schließlich das Giftmischen nicht ausreichte, geht man längst auch der Strategie der Schlange nach. Ganze Bibeln werden nach “Neu-Evangelium” einfach neu gestaltet. Das einfache Rezept dahinter ist, den historischen Mehrheitstext (textus receptus) einfach beiseitezulegen und dafür gnostische Schriften aus dem Raum Alexandrien als Übersetzungsgrundlage zu verwenden. Da muss dann die Liebe zur Wahrheit schon ausgeprägt sein, um diesen diabolischen Umständen die kalte Schulter zu zeigen. Aber es gibt sie noch, die Bibeln gemäß Mehrheitstext (Info).

Anpassungen bei Gesetz Gottes

Forger
Fälscher & Zinker seit eh und je

Die römisch-katholische Kirche leistete auf dem Gebiet der Gesetzesänderung Pionierarbeit. Diese argumentiert, dass die tatsächlichen 10 Gebote gemäß 2. Moses 20 und 5. Moses 5 gar nicht nummeriert seien und daher die Positionsnummern durchaus auch in anderer Weise zulässig sei. Außerdem habe man Gebot 2 gar nicht gestrichen, sondern siehe dieses Gebot als ein Bestandteil des 1. Gebotes. Eine sehr fadenscheinige Begründung, denn immerhin war es notwendig, das 10. Gebot in 2 Gebote aufzuteilen.

In der Tat findet sich das biblische 2. Gebot im römisch-katholischen Katechismus wieder, als ein Bestandteil des 1. Gebotes, aber die offenbar angestellte Kalkulation ging auf. Wen kümmert’s? Denn wer sieht da schon rein, liest eigenhändig nach, und, macht sich darüber Gedanken, wenn etwas unschlüssig erscheint? Schließlich, und das ist das einzig Wichtige, der Priester sagt das so, damit ist es auch so.

Reformation hat es verpennt

Schlaf Couch
Aufwecken unerwünscht

Der Protestantismus war an dieser Stelle schon zu ihrer Entstehung sehr inkonsequent. Diese setzte nicht nur das geänderte Prinzip der angepassten Gebote Gottes einfach fort, sondern pflegte auch eine ganze Reihe römisch-katholischer Traditionen. “Sola Scriptura” wurde zwar als ein Erkennungsmerkmal des Protestantismus eingeführt, aber die Praxis zeigt ein differenziertes Bild. Und das betrifft ganz besonders das (originale) Gebot Nr. 4, das Sabbat-Gebot. Deutlich erkannt, denn es steht an mehreren Stellen schwarz auf weiß in der Bibel, man diskutierte dies auch, aber letztendlich äußerte sich hierzu Martin Luther, “man dürfe nicht schneller gehen als das Volk”. Man hielt somit am von der römisch-katholischen Kirche eingeführten Sonntags-Gottesdienst fest und legte den Sabbat ad acta.

Ein “Kunstgriff”, der bis heute sehr konsequent zur Geltung gebracht wird, ist die Deklaration des Sabbat-Gebotes als ein Zeremonialgebot. Das wurde während der Reformation schon 1530 zur Augsburger Konfession in Stein gemeißelt (Info). Sinnbildlich könnte man sich das so vorstellen, als wenn man die erste Gebotstafel in die Hand nahm, und das 4. Gebot einfach mit Spachtelmaße übertünchte, um im Anschluss eine neue Formel einzutragen. Das Gebot selbst landete schließlich in der Kiste der ebenfalls von Gott an Mose diktierten, aber von diesem eigenhändig aufgeschriebenen, Satzungen für die Zeremonien, Feiertage und Opferdienste.

Alles war vorhergesagt

Die Zeit der Reformation findet sich prophetisch in Offenbarung 3 wieder. Die Gemeinde Sardes erfüllt chronologisch wie auch inhaltlich die Reformationszeit (Sendbriefe an 7 Gemeinden). Hierzu hatte Jesus Christus eine unmissverständliche Bewertung:
Werde wach und stärke das Übrige, das im Begriff steht zu sterben; denn ich habe deine Werke nicht vollendet erfunden vor Gott. So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es[1] und tue Buße!” (Offenbarung 3,2-3)

Doppelmoral

Spannend wird es besonders dann, wenn sich Nicht-Katholiken, besonders Lutheraner, Evangelikale, Reformierte, über die Handhabe der römisch-katholischen Kirche, die eigene Tradition über die Bibel zu stellen, kräftig empören, selbst aber an derlei Tradition nicht nur festhalten, sondern diese auch als “felsenfeste Doktrin” verteidigen. Obwohl das nüchterne, unvoreingenommene, objektive Lesen der Bibel an den entsprechenden Stellen etwas ganz anderes beschreibt. Dann tritt meist etwas zum Vorschein, worin sich Psychologen weitaus besser auskennen. Als wenn ein Kind die Augen schließt, sich die Ohren zuhält und schreit, weil es die als unangenehm empfundene Wahrheit einfach nicht hören will.

Wo kein Wille, da auch kein Weg

Israel-Protest
40-jährige Wanderung – 40 Jahre murren

Der Prophet Jeremia kannte dieses Phänomen,
So spricht der Herr: Tretet hin an die Wege und schaut und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, welches der gute Weg ist, und wandelt darauf, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Sie aber sprechen: »Wir wollen nicht darauf wandeln!«” (Jeremia 6,16),
und Jesus Christus sowieso,
Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!” (Matthäus 23,37).

Dieser Unwille wie auch die dadurch herbeiführte, geistliche Blindheit gilt ganz besonders für die Gemeinde in der heutigen Endzeit. Hierzu nannte Jesus Christus das helfende Rezept:
Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst!” (Offenbarung 3,18)

Ansätze falscher Rechtfertigung

Die angesetzten Rechtfertigungsversuche, das 4. Gebot, den 7ten-Tag-Sabbat, überhaupt nicht beachten zu müssen, sind sehr vielfältig. Während eigene Interpretationen, wie z.B. “man beachte stattdessen den Auferstehungstag Jesu”, oder, “die Apostel haben sich Sonntags versammelt”, naturgemäß nicht stichhaltig sind, um damit einen abgeschafften Sabbat zu begründen, besinnt man sich auf “Sola Scriptura” und sucht sich die passenden Stellen in der Schrift heraus. Schließlich stehe es ja so drin und das sei dann unumstößlich bewiesen.

Gäbe es einen Chart für die Top-Erklärungen, dann befände sich folgende biblische Aussage auf dem Siegerpodest: Römer 14,5-6:

Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiß! Wer auf den Tag achtet, der achtet darauf für den Herrn, und wer nicht auf den Tag achtet, der achtet nicht darauf für den Herrn. Wer ißt, der ißt für den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht ißt, der enthält sich der Speise für den Herrn und dankt Gott auch.

Damit ist es “glasklar”. Es ist völlig egal, ob man den Samstag hält, den Sonntag oder gerne auch den Mittwoch. Jeder, wie dieser gerne möchte. Da steht’s doch drin!

Lieblingsrosinen sammeln

Hier eröffnet sich ein nächstes, durchaus folgenreiches Phänomen. Ganz nach dem Motto, “Sola Scriptura Versus Isolati”, pickt man sich einen oder zwei Verse heraus und setzt diese in den Rahmen, welcher hierzu selbst mitgebracht wurde. Mit dem Römer-Brief begnügt man sich, dass es Paulus erklärte und er muss das schließlich wissen.

Zur lieb gewonnenen Tradition kommen noch der Gruppenzwang, der Druck der Mehrheit, der möglich zu zahlende Preis in der Gesellschaft und das Ansehen der Nachbarn, Freunde, Bekannte und Familie, wenn man tatsächlich Gottes Wille tun will. “Alle halten den Sonntag. Ist doch klar, dass ich das auch tu!”

Ein solch isoliert dargestellter Vers ist für alle möglichen Interpretationen geeignet, solange dieser nur alleine stehen gelassen wird, ohne den Zusammenhang mit einzubeziehen.
Ein derartiger Vergleich, wie häufig mit der Schrift umgegangen wird, wäre ein Mann, der zum Autohändler kommt und sich lauthals beschwert, dass sein Fahrzeug enorm viel Treibstoff verbraucht und die hinteren Bremsklötze ständig erneuert werden müssen. Letztens waren sogar neue Bremsscheiben nötig. Es stellt sich heraus, dass er ständig mit angezogener Handbremse gefahren ist. “Ja klar, steht doch so im Handbuch. »Handbremse anziehen!«”

“Ja, aber doch nicht beim fahren!” “Was reden sie da! Es steht doch drinnen! Kennen sie ihre eigenen Fahrzeuge nicht und sie schimpfen sich Autohändler?!”

Nur um eine Seite zurückschlagen, um diese Passage vollständig zu erfassen, hätte jedoch ausgereicht, um den Sinn dahinter zu begreifen. Diese Aussage befindet sich in der Rubrik: “Sicheres Parken”.

Eigentlich ein Trauerspiel

Festmahl
Wie es beliebt – Hauptsache zu Ehren Gottes

So einfach und auch lächerlich es aussehen mag, aber exakt so verhält es sich auch mit dem Umgang der Aussage Römer 14,5-6. Die Frage hierzu müsste sofort lauten, wer sagt dies, zu wem sagt er dies, unter welchen Umständen sagt er dies? Das Kapitel von Beginn an gelesen gibt Aufschluss darüber. Paulus spricht darüber, die in der noch jungen Gemeinde ankommenden Nicht-Christen nicht mit Verboten ihrer alten Traditionen zu belasten. Diese stellen überhaupt kein Problem dar, sofern sie nicht gegen Gottes Gebot verstoßen. Der erste Vers in Kapitel 14 lautet:
Nehmt den Schwachen im Glauben an, ohne über Gewissensfragen zu streiten.” (Römer 14,1)

Wer meint, er müsse freitags Fisch und jeden Dienstag Grünkohl essen, warum nicht? Darf er. Wer am Sonntag die Auferstehung Jesu gedenken möchte, auch kein Problem. Dessen Tradition es ist, zum Passah (noch immer) ungesäuertes Brot zu essen, gerne. Das alles gibt aber an keiner einzigen Stelle die Rechtfertigung, das Gebot Nr. 4 Gottes zu annullieren, diesen einfach als aufgehoben, abgeschafft und obsolet zu erklären!

Gesetz Gottes & Gesetz Mose

Grundsätzlich gilt zu beachten, dass im Alten Testament und auch im Neuen Testament eine wesentliche Unterscheidung besteht, zwischen den 10 Geboten (Gesetz Gottes) und den Zeremonialgesetzen (Gesetz Mose). Das ist eminent wichtig, denn während die Zeremonialgesetze tatsächlich aufgehoben worden sind, mit der Kreuzigung Jesu, blieben die 10 Gebote Gottes völlig unverändert bestehen. Und so wird es auch immer sein (Info).

Zusätzliches hebt Altes nicht auf

“Wir vom Automobilclub tragen beim Autofahren einen Helm, daher schnallen wir uns nicht mehr an”. “Wer macht das?”. “Wir alle machen das”. “Seit wann?”. “Schon immer”.
Was wird der Richter wohl dazu sagen, wenn dieser das Gesetzesbuch öffnet und darin liest, dass “generelle Anschnallpflicht” besteht? Helm, sogar Bomberjacke und Fliegerbrille beim Autofahren heben das Gesetz des verbindlichen Gurtanlegens jedoch nicht auf. Entsprechend wird auch die Urteilsfindung aussehen.

Sabbath-Sunday
Gottes Wille oder Tradition?

So auch der biblische Sabbat. An keiner Stelle der Bibel wird das 4. Gebot Gottes aufgehoben (Info). Vielmehr wurde gegen den biblischen Sabbat seit den “Kirchenvätern” der römisch-katholischen Kirche ein regelrechter, bis heute anhaltender Krieg geführt (Info).

Es wäre zu erwarten, dass der wütende Autofahrer mit seiner beständig angezogenen Handbremse einsichtig wäre, nachdem der Autohändler diesen über die “Wahrheit des Handbuches” aufklärte”. Weit gefehlt. Im Fall des Evangeliums trifft viel eher zu, dass der auf die Wahrheit hinweisende böse angeblickt und beschimpft wird als, “Irrlehrer, Legalist, falscher Prophet, Sektenanhänger, Judaisierer, Spalter!” Die Bibel wird hierbei zugeschlagen und das Thema abgehakt.

Wer Jesus erkannte, will Sabbat halten

Doch der Sabbat ist wie auch alle anderen 9 Gebote Gottes universal gültig, bis heute, künftig und sogar in aller Zukunft (Matthäus 5,18). Wer Jesus Christus tatsächlich erkannt hat (1. Johannes 2,4), der erkennt auch den von Ihm gegebenen Sabbat (Lukas 6,5). Dieser empfindet es gar nicht, den Sabbat als Pflicht halten zu müssen, sondern dieser will den Sabbat halten. Am Sonntag an Jesu Auferstehung gedenken? Klar, kein Problem. Aber nicht dafür den Sabbat auslassen!

Denn gleichwie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor meinem Angesicht bleiben werden, spricht der Herr, so soll auch euer Same und euer Name bestehen bleiben. Und es wird geschehen, daß an jedem Neumond und an jedem Sabbat alles Fleisch sich einfinden wird, um vor mir anzubeten, spricht der Herr.
Jesaja 66,23-33

Bibelverse aus Schlachter 2000

Sabbat – Ignoriert – Verpönt – Gehasst – Ohne Rechtfertigung
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