Religiöser Kult & Sekten – Merkmale – Vor allem Vorwurf prüfen

Totem

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Ja, es gibt im religiösen Sinne viele Kulte und Sekten. Doch was sind diese eigentlich, welche Merkmale weisen sie auf und vor allem, ist eine jegliche derartige Bezeichnung tatsächlich gerechtfertigt? Schnell ist der Vorwurf, es handelte sich um eine “kultische Sekte”, bei der Hand, weil es schließlich andere auch so sagen.

Was ist der Maßstab?

Auf dem Gebiet der christlichen Religionen ist man inzwischen schon schnell bei der Hand, eine “andere” Glaubensgemeinschaft als einen Kult oder eine Sekte zu bezeichnen. Kommen zu dieser Behauptung keinerlei Belege hinzu, um diesen Vorwurf auf irgendeine Weise zu untermauern, dann ist der Verdacht nahe, es handelt sich in erster Linie um eine versuchte Diffamierung.

Das Wort “Kult” stammt vom Lateinischen “cultus” und stand in der Antike in der Regel mit einer Form der Götterverehrung in Verbindung. Die Bezeichnung “Sekte” stammt ebenfalls aus dem Lateinischen (“secta”) und heißt soviel wie Lehre, Partei, Schulrichtung. Die “Sekte” unterscheidet sich durch ihre Lehre, ihren Ritus oder ihr Dogma von den “vorherrschenden Überzeugungen”.

Wer aber heute eine Religion bzw. eine Denomination als einen solchen Kult oder eine Sekte bezeichnet, setzt meist den Maßstab des “Normalen” an seiner eigenen, womöglich auch mehrheitlich geglaubten Lehre an und schiebt damit die davon abweichende Lehre an den Rand des “Kultischen”. Pikant ist es besonders dann, wenn lediglich entgegengeworfen wird, dass eine bestimmte Denomination als Kult oder Sekte gilt (“man sagt”), ohne aber Hinweise zu geben, wer das sagt und aus welchem Grund. In diesem Fall plappert jener einfach nur das Gelesene bzw. Gehörte einfach nur nach. “Viele sagen dies, also sage ich dies ebenfalls”.

Maßstab kann nur das Evangelium sein

Es dreht sich nicht um die “Bewertung” grundsätzlich unterschiedlicher Religionen, wie z.B. Islam, Buddhismus oder Hinduismus, sondern um die Lehren und Traditionen innerhalb derer Glaubensgemeinschaften, die sich selbst als christlich bezeichnen. Hier darf es nur einen einzigen Maßstab geben, wenn man sich denn schon selbst christlich bezeichnet, nämlich das Evangelium bzw. die Bibel.

Eine Abweichung von der (flexiblen) “Norm”

Heidentum
Totenkult – Geister – Dämonen – Spielwiese der Kirche Roms

Der Kult- bzw. Sekten-Vorwurf kann durchaus auch als ein Druckmittel wirken, obwohl dies primär gar nicht unbedingt beabsichtigt sein muss. Die Ökumene macht dies vor. Wer will schon “Außenseiter” sein und womöglich als Sonderling oder gar Sekte bezeichnet werden? Dann doch lieber mitmischen und die gewünschte Anerkennung erhalten. Das hat aber einen gewaltigen Haken. Denn die Lehre der Ökumene kann schon allein aus der Logik heraus nicht der Wahrheit des Evangeliums entsprechen, da in der “bunten Vielfalt” schließlich irgendwie ein Kompromiss bzw. ein gemeinsamer Nenner gefunden werden muss. Daher auch das im Zuge der Ökumene neu geschaffene Motto: “Versöhnte Verschiedenheit”.

Aus diesem Grund ist es ebenso einfache Logik, dass z.B. die Vereinbarung “Charta Oecumenica”, in der auch der Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) kräftig mitmischt, eine gewichtige Aussage des Evangeliums einfach ignoriert, ja direkt ignorieren muss. Und zwar, dass das ewige Evangelium (Offenbarung 14,6) schon zur Zeit der Apostel in ihrer Reinheit dem Menschen bekanntgemacht wurde, Galater 1,6-7:

Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen.

Ein sichtbarer Beleg für einen bereits umtriebigen Geist der Ökumene ist auch die Einstellung, die Gemeinde und auch die verkündeten Lehren gemäß betriebswirtschaftlichen Aspekten leiten bzw. gestalten zu müssen, anstatt das blanke, reine, unverfälschte Wort Gottes zu verbreiten. Man wolle ja “volle Häuser” haben und da müssen eben neue Geschäftsideen greifen, welche die Menschen ansprechen. Auch hierzu hatte Paulus etwas zu sagen, Galater 1,10:
Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.

Das Evangelium stand im 1. Jahrhundert fest

Am bisherigen Evangelium wurde nichts mehr geändert. Mit der Prophetie Jesu an den Johannes kam final das Buch der Offenbarung hinzu, damit die “Knechte Jesu” wissen können, was “rasch geschehen soll”. Die letzten Worte in Offenbarung 22 bezeugen zudem den damit erfolgten Abschluss des Evangeliums, in Wort und Schrift. Das war noch vor dem Jahr 100 n.Chr. Alles, was danach noch hinzukam, waren entweder nachträglich “gefundene Schriften” aus der Zeit zwischen dem letzten Propheten des Alten Testamentes, Maleachi, und dem Wirken Jesu Christi, oder neu entwickelte Geschichten ab dem 2ten Jahrhundert nach Christus.

Die Glaubenssätze und auch Selbstverpflichtungen der Ökumene-Teilnehmer bilden inzwischen die Mehrheit ab und damit auch die neue “Norm”. Abweichler davon sind “Sonderlinge” und wenn dies nicht mehr reicht, dann eben sogar ein Kult, oder auch Fundamentalisten.

Jene, die am lautesten gegen “Sekten” rufen

Der Kult innerhalb der Religion lässt sich festmachen an bestimmten Abläufen beim Gebet, das Abhalten von Ritualen, Opferungen, an der Musik, Mystik, die Liturgie im Allgemeinen. Basieren diese nicht auf dem Evangelium, sind dies menschliche Ideen und über Generationen hinweg als eine Tradition gehandhabt. An dieser Stelle ragt wieder ganz besonders die Kirche Roms hervor, die klar vorgibt, dass bei Widersprüchen zwischen Tradition und dem Evangelium der Tradition der Vorzug gegeben wird.

Wenn es eine Kirche gibt, die sehr schnell die Vokabeln “Kult” und “Häresie” auf der Zunge trägt, dann ist es die römisch-katholische Kirche, bzw. das Papsttum. Diese römische Organisation ist nicht nur einfaches Mitglied der Charta Oecumenica, sondern hat diese Vereinbarung zusammen mit der Konferenz Europäischer Kirchen anhand dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen selbst vorgelegt (Charta Oecumenica). Da die römische Kirche sich selbst als die “Mutter aller Kirchen” betrachtet, liegt es nahe, dass sie auch die Nähe zu ihren “Töchtern” vorzieht und ist deshalb auch ein Mitglied der ACK (Quelle).

Merkmale eines Kults – Einer Sekte

Eine Sekte, das Evangelium hier als Maßstab, zeichnet sich u.a. durch folgende Eigenheiten aus:

  • Die Religionsgemeinschaft hat ihr eigenes Lehrbuch, das ihre eigene Interpretation der Bibel und auch exklusive, verbindliche Lehrsätze darstellt.
  • Nur qualifizierte Glieder dürfen die Bibel für die “Unterworfenen” interpretieren, also das Fußvolk und die Laien.
  • Sie verfügen über eine Führungsklasse von Mitgliedern, welche die Untergebenen anführen und behaupten von sich selbst, dass sie mit ihren Lehren nie falsch liegen.
  • An der Spitze der Kirche ist ein zentraler Anführer, der im Rang über allen anderen Mitgliedern steht.
  • Anstatt Jesus Christus beständig im Mittelpunkt zu halten, beschäftigen sie sich vorwiegend mit dem Sterblichen und auch den Toten.
  • Sie verfügen über ein durchdachtes, auf Werken basierendes System der Erlösung, welches auch diverse Exklusivität bzw. Erkennungsmerkmale aufweist.

Exklusivität im Katholizismus

Sämtliche vorangegangenen Merkmale weist auch die römisch-katholische Kirche auf. Diese aus dem römischen, kaiserlichen Heidentum entsprungene Religions-Einrichtung weist zudem durchaus exklusive Merkmale auf, wie folgende:

  • Die Kirchenlehre besagt, dass es außerhalb ihrer Kirche keine Erlösung gibt. Sie stellen sich selbst als Voraussetzung für jegliche Hoffnung der Erlösung dar, anstatt Jesus Christus im Mittelpunkt zu belassen.
  • Sie selbst sei die Mutter aller Kirchen, die einzig wahre, von Christus gegründete Kirche, und alle anderen Kirchen seien falsch oder minderwertiger als sie.
  • Im Selbstverständnis wird behauptet, dass sie als Kirche allein die Wurzeln bis ins 1. Jahrhundert zurückverfolgen kann. Petrus sei der erste Papst gewesen.
  • Viele ihrer religiösen Rituale haben ihren Ursprung im Heidentum, nicht im Christentum.

Wie gehabt, das Evangelium als Maßstab, gibt es kein besseres Beispiel für einen “sektenhaften Kult” als die römisch-katholische Kirche. Die Abweichungen vom Evangelium sind im Katholizismus derart enorm, dass es nicht als zu weit aus dem Fenster gelehnt erscheint, ihre Lehren sogar als das Gegenteil des Evangeliums zu bezeichnen (Info). Im Griechischen würde man sagen “anti eu-angélion”.

In diesem Sinne ist die Kirche Roms, das größte Nebelhorn der Historie, wenn es um den verlautbarten Vorwurf der Sektiererei und der Häresie, samt deren Vernichtung geht, auch der größte praktizierte religiöse Kult in der Menschheitsgeschichte.

Wirklich alles selbst prüfen

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Man sollte schon genau hinsehen

Wenn (hochgestellte) Kleriker der katholischen Kirche die Worte “Jesus” oder “Christus” benutzen, ist damit noch lange nicht sichergestellt, ob Jesus Christus, das Wort Gottes, der eingeborene Sohn Gottes, tatsächlich damit gemeint ist, sondern vielmehr eine Kult-Figur, welche nur getarnt im Gewand des Christentums dargestellt wird (Info).

Wenn aus den Turmspitzen, Dom-Kuppeln und Kanzeln dieser Kirche, und ihre treuen Töchter, wieder laute Warnungen vor “Kulte, Sekten und Häretikern” zu hören sind und erneut zur unbarmherzigen Verfolgung im Kampf für die “Einheit der Kirche” aufgerufen wird, dann wieder einmal nach dem Prinzip, “haltet den Dieb!” Daher, nicht alles einfach nachplappern, sondern selbst prüfen. Dies mit dem einzigen Maßstab in der Hand, das Evangelium.

Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort [argwöhnisch] achtgehabt, so werden sie auch auf das eure [argwöhnisch] achthaben.
Johannes 15,20

Bibelverse aus Schlachter 2000

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