Rechtfertigung Götzendienst – Anbetung oder Verehrung Heiliger?

Statuen Anbetung

English


Anbetung oder Verehrung oder nur Fürsprache? Dauerbrenner-Thema ist das Beten zu / an / durch “Heilige”, was gemäß römisch-katholischer Festlegung gar kein “Anbeten” sei und daher mit Götzendienst nichts zu tun habe. Entsprechend auch aufgeblasen die vermeintliche Rechtfertigung des gelehrten und praktizierten Heidentums des Katholizismus. Ein katholisches “Erklär-Magazin” will es erklären.

Eine widersprechende Doktrin rechtfertigen

Gestalte etwas als sehr kompliziert, umfangreich, unterstreiche dies mit dem einen und anderen (vermeintlichen) Fallbeispiel, und schon kann man sich aus dem Knäuel der selbst zusammengeschusterten Argumente eine Rechtfertigung herausziehen. Hinzu kommt, dass man anhand der Menge der dargebrachten Details auch noch als sehr kompetent erscheint. “Der kennt sich aber gut damit aus”. Ein Vorgehen, welches zu einem ziemlich jeder gewünschten Durchsetzung eines auch noch so wilden Narratives dient. Obwohl die Einfachheit der Sachlage eigentlich eindeutig zu erkennen gibt, dass es völliger Blödsinn und dazu grottenfalsch ist.

Ein solches Beispiel liefert das katholische Aufklärungsmedium “Catholic Answers” zum Dauerbrenner-Thema “Verehrung von Heiligen”. Natürlich könne man dies tun, schließlich habe sich diese Heiligenverehrung auch schon längst als eine Tradition manifestiert und sei darüber hinaus auch noch notwendig.

Bibel ist einfach, klar, eindeutig

Marien-Verehrung
Götzendienst. Was sonst?

Wie Gott darüber denkt, ist in seiner übersichtlichen Einfachheit z.B. in 2. Moses 20,4-5 beschrieben, das “originale” 2. Gebot:
Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!…

Manipulation ist ebenso eindeutig

Diese links und rechts förmlich ins Gesicht schlagende Einfachheit und damit auch Klarheit des Zweiten Gebotes ist nicht rein zufällig von der römisch-katholischen Kirche sehr rasch nach ihrer Manifestation in Rom in Angriff und kurzerhand unter den Teppich gekehrt worden. Zwar taucht dieses Gebot noch als ein Anhängsel an das Erste Gebot auf, aber nur im Katechismus, nicht aber im Rahmen der tabellarischen Aufstellung der 10 Gebote.

Es existiert nicht mehr, sondern die entstandene Lücke wird durch ein Nachrutschen sämtlicher folgenden Gebote geschlossen und das letzte Gebot in zwei Gebote geteilt, damit wieder die “10” erreicht wird (Info)

Nun wird es verkompliziert

Wie immer, ist es daher nur eine reine Definition dessen, was zur Geltung gebracht wird, selbst wenn eine Doktrin bei nüchterner Betrachtung problemlos als ein totaler Widerspruch biblischer Aussagen zu erkennen ist. So sind auch diverse Unterschiede definiert, welche zwischen Anbetung, Verehrung und Fürbitte unterscheiden sollen. Definiert von der Kirche selbst, von wem oder was sonst?!

Entsprechend auch der einleitende Satz zu einer vermeintlichen Rechtfertigung der Heiligenverehrung des Doktrin-Aufklärers (Quelle):
“Die katholische Kirche hat den wesentlichen Unterschied zwischen der Ehre, die wir Gott im Gebet erweisen, und der Ehre, die wir den Heiligen erweisen, definiert.”

Wirklich keine Bedeutung?

Statuen Anbetung
Maria und Luther beliebig austauschbar?

Gläubige Katholiken knien dagegen wie selbstverständlich vor “Heiligen-” Figuren, ganz besonders, wenn es sich um die katholische Version der Maria handelt (Info). Man “betet sie” schließlich nicht an, sondern erbiete lediglich Verehrung und bitte um Fürsprache. Als wenn es ohne Belang wäre, ob man nun vor der Holz-, Stein-, Marmor- oder Plastikfigur knie oder nicht.

Nun gut, mal “Hand auf’s Herz”, wenn die Gebete nicht an die Statue gerichtet sind, quasi als Abbild dessen, eine Schleuse, an denen die Bitten gerichtet sind, unterm Strich aber ohne Belang, denn das wäre ja Götzenverehrung, würde dieser devote Katholik das Gleiche tun, tauschte man die Marian-Statue einfach mit der Darstellung eines Martin Luthers, Kanzlerin Angela Merkels, oder Alice Schwarzers aus? Dieses Schäfchen der Kirche würde schneller wieder auf seinen Beinen stehen als ein Wimpernschlag.

Argument eines Protestanten

Das katholische Magazin befasst sich daher mit einem Kommentar des “protestantischen Apologeten” James White. Er war Pastor der Reformierten Baptistenkirche in Phoenix, USA und schrieb neben zahlreichen weiteren Büchern auch das im Artikel zitierte “Die römisch-katholische Kontroverse”. White hebt in seinem Buch hervor, dass es im Neuen Testament im Zusammenhang mit religiöser Anbetung keine Unterscheidung zwischen “dulia” und “latria” gebe. Damit widerspreche White, so der Autor, der Festlegung (Definition) der römischen Kirche auf dem Konzil zu Nicäa im Jahr 787, dass “latria” die alleine Anbetung Gottes bedeute.

Galater 4,8 verwendete das griechische Wort “edouleusate” (versklavt sein) und ist die Verbform von “dulia”.
Damals aber, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr denen [versklavt sein], die von Natur nicht Götter sind.” (Galater 4,8).

Wenn Paulus vom ehemaligen Götzendienst der Galater sprach, verwendete er das Wort entsprechend “dulia”. Hierzu James White:
Sollen wir nun, gestützt auf die römisch-katholischen Definitionen, annehmen, dass sie, weil sie nur diesen Götzen dienten, nicht des Götzendienstes beschuldigt wurden, da sie nicht auch noch Latria darbrachten? Natürlich nicht! Ihr Dienst an diesen Götzen war falsch, ob man nun Latria oder Dulia nennt.

Das Gegenargument

Katholischer Irrlehrer
Katholizismus anstatt Christentum

Der katholische Autor weiß um Antwort darauf. Er “kontert”, dass White annehme, ein Katholik würde die Bedeutung des griechischen Worts “edouleusate” bestreiten, dass damit die frühere Götzenverehrung der Galater gemeint sei. Das sei jedoch nicht der Fall, so der Autor. Demnach erkennen Katholiken an, dass der Dienst (douleia), den die Galater den falschen Göttern erwiesen, Götzendienst war.

Dabei zeige die Bibel anhand weitere Stellen, dass das Wort “doulos” einerseits für Dienste an anderen Menschen (Dienstleistungen) stehe, andererseits für den Dienst für Gott oder den Göttern.

Notwendige Neu-Definition

Derlei Beispiel zeigten auf, dass nicht das Wort an sich entscheidend sei, sondern ob und wie eine Verbeugung als Anbetung zu werten sei. Da sich Sprachen mit der Zeit verändern, können neue Situationen entstehen, so der Autor. Dies müsse mit präzisen Definitionen begegnet werden. Daher “entwickelte” die Kirche für die Unterscheidung zwischen “dulia” und “latria” eine Festlegung. “latreia” bedeute gemäß Definition göttliche Anbetung und “dulia” menschliche Verehrung und damit auch die der “Heiligen”.

Kirche Roms leugnet sich selbst

Wie praktisch. Man definiert die Bedeutung von Wörtern (neu) und schon findet man eine Rechtfertigung für den tatsächlich praktizierten Götzendienst. Damit ist auch die Haarspalterei zwischen Anbetung, Verehrung und Fürbitte eröffnet. Dabei ist es die römisch-katholische Kirche “höchst-selbst”, die eigentlich Klartext schreibt. Und zwar in der “Catholic Enzyclopedia” (1908), Volume IV, Seite 153:

Catholic Encylopedia - 1904 - p.153
Catholic Encylopedia – 1904 – p.153

Da er der einzig wahre Gott ist, gebührt ihm allein die Anbetung, und alles, was den Geschöpfen des Gottesdienstes dargebracht wird, was Ihm gehört, fällt unter das Verbot Seines Missfallens; die Herstellung von „geweihten Dingen“ wird verurteilt: nicht alle Bilder, Abbildungen und Kunstwerke, sondern solche, die zur Anbetung und Verehrung bestimmt sind (Erstes).

Da ist alles dabei, was die heute, mit allen möglichen semantischen und rhetorischen Tricks und Kniffs gerechtfertigte Praxis der römisch-katholischen Kirche mit Händen und Füßen leugnet.

Katholizismus – “Getauftes Heidentum”

“Verehrung ist nicht Anbetung”, so ein häufiges Argument. Doch aus den eigenen Federn der katholischen Kirche ist das exakte Gegenteil sogar richtig dargelegt. Punkt, fertig! Es handelt sich um handfesten Götzendienst, so wie es auch die Leute in Galatien betrieben, und viele weitere Völker auch. “Der römische Katholizismus ist nichts anderes als babylonisches Heidentum”, so einst die vielen Stimmen des Protestantismus. Und sie haben (hatten) Recht damit.

Und die übrigen Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten nicht Buße über die Werke ihrer Hände, so daß sie nicht mehr die Dämonen und die Götzen aus Gold und Silber und Erz und Stein und Holz angebetet hätten, die weder sehen, noch hören, noch gehen können. Und sie taten nicht Buße, weder über ihre Mordtaten, noch über ihre Zaubereien, noch über ihre Unzucht, noch über ihre Diebereien.
Offenbarung 9,20-21, zur 6. Posaune

Bibelverse aus Schlachter 2000

Rechtfertigung Götzendienst – Anbetung oder Verehrung Heiliger?
Beitrag teilen

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Scroll to top