Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Rechtfertigung Fegefeuer in „postmoderner“ Erzählweise

Rechtfertigung Fegefeuer in „postmoderner“ Erzählweise

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Das Fegefeuer gehört zu den unauslöschlichen Lehren der römisch-katholischen Kirche. Unbeirrt des offenkundigen Unsinns, hält diese Institution am einstigen Instrument der Angst und Panik weiterhin fest. Die Rechtfertigung dafür kommt aber einer Pervertierung schon des „einfachen gesunden Menschenverstandes“ gleich. Trotz allem kann sich diese Mutterorganisation im Rahmen der Ökumene einer großen Anhängerschaft erfreuen.

Eine alte Geschichte neu betrachtet

Das Fegefeuer, der „Ort der Läuterung“, gehört heute zu den Exklusivideen der römisch-katholischen Kirche. Die biblische Grundlage für ein solches Fegefeuer steht daher auf einem sehr wackligen Bein. Zu den genannten Stellen der Bibel zählt nur die Aussage im 1. Korinther 3,13-15:
so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

Fegefeuer

Fegefeuer – Ein rein katholischer Ort der Läuterung

Enthalten ist ein Aussage, die nur als ein Fegefeuer, so wie es die katholische Kirche definiert, gebraucht werden könnte, wenn der Kontext völlig außer Acht gelassen wird. Ein Zusammenhang, der wohl schon deshalb nicht im Gesamtbild erbracht werden soll, da bereits in Vers 11 eine sehr aufschlussreiche Aussage enthalten ist:
Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Andere Übersetzungen verwenden für das Wort „Grund“ (griechisch: themelion) die Bezeichnung „Fundament“. Eine Aussage, die Jesus Christus als der Grund, das Fundament und damit auch als der Fels Seiner Gemeinde hervorhebt. Damit wäre der Schwindel, der Petrus als das Fundament der Kirche und den Papst als seinen Nachfolger festlegt, ganz einfach aufgedeckt.

Der Kontext steht im Glaubensfundament

Im Kontext zu 1. Korinther 3,13-15 steht das Fundament, bzw. die Stärke des eigenen Glaubens. Reine Lippenbekenntnisse sind nicht auf dem Fundament Jesu, sondern auf „Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu und Stroh“ erbaut (Vers 12). Hier kommt das Feuer ins Spiel. Ein Feuer würde einen Untergrund aus Holz, Heu und Stroh sofort als völlig wertlos aufdecken. Auch ein jeglicher Reichtum (Gold, Silber, kostbare Steine) ist nicht gegen die Folgen eines Feuers gefeit. Das alles hält das Feuer nicht stand. Ein solches Feuer verbrennt nicht nur der Untergrund, sondern auch jegliches Werk, was darauf erbaut wurde. Es ist nichtig und daher schon von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Die Kirche Roms bastelte sich aber aus dieser Aussage Paulus‘ an die Korinther ein „reinigendes Feuer“ zur „Läuterung der unvollkommenen Seelen“.

Gnostische Schriften müssen aushelfen

Schriftrolle

Katholische Kirche hat Vorliebe für gnostische Schriften

Eine weitere vermeintliche Stütze für das Fegefeuer der katholischen Kirche ist eine Stelle im 2. Buch der Makkabäer, Kapitel 12, Verse 43-45:
Er veranstaltete eine Sammlung, an der sich alle beteiligten, und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem, damit man dort ein Sündopfer darbringe. Damit handelte er sehr schön und edel; denn er dachte an die Auferstehung. Denn hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten.

Das Buch Makkabäer ist ebenso eine Exklusivität der katholischen Kirche wie ihre Fegefeuer-Geschichte. Das obige Beispiel ist deshalb aus der deutschen „Einheitsübersetzung“ übernommen, da dieses Buch, wie auch andere Apokryphen kein Bestandteil des Wortes Gottes sind. Alleine dieser Vers begründet sehr deutlich, warum dieses Buch in der Bibel, das Wort Gottes, nichts zu suchen hat.

Offensichtlich befürwortete der Autor des Makkabäer-Buches die Anbetung der Toten. Das ist Spiritismus pur und steht dem Evangelium gegenüber. Schon alleine die Lehre über eine „unsterbliche Seele“ steht im krassen Widerspruch zum Wort Gottes (Info). Das Gebet für Tote ist nicht nur sinnlos und überflüssig, sondern für Gott auch ein Gräuel.

Doch selbst aus diesen Versen, enthalten in einem Buch aus den Federn von hellenistischen Gnostikern, lässt sich nur mit äußerster Mühe ein Fegefeuer der römisch-katholischen Kirche ableiten.

Prinzipien des Fegefeuers

Es bleibt, was es ist. Das Fegefeuer ist ein Fantasieprodukt der „Kirchenväter“ Roms. Ein Mittel zur Verängstigung der Menschen für ihre Gefügigkeit. Eine Lüge als Druckmittel, um den Menschen auch noch über den Ablasshandel das Geld aus der Tasche zu ziehen. Papst Leo X. „industrialisierte“ diese Geldmaschine Ablasshandel und schickte auch Johann Tetzel bis nach Wittenberg, im damaligen Sachsen. Dort war zu dieser Zeit auch ein Augustinermönch, namens Martin Luther zugegen. Er hatte exakt 95 Gründe, um diesen durch und durch verlogenen Ablasshandel der Kirche Roms in der Öffentlichkeit anzuprangern.

Die römische Kirche teilt dieses Fegefeuer, bzw. das „Dings irgendwo zwischendrin“, in unterschiedliche Kategorien ein. Eines ist das „Standard-Fegefeuer“. In diese Einrichtung kommen alle Seelen, die ihre Sünde zwar einem kath. Priester beichteten, aber diese Schuld nicht mit ausreichend vielen guten Werken ausgleichen konnten. Diese Seelen müssen die noch verbliebene Schuld erst „abbrennen“.

Dann gibt es noch ein „Zwischending“ mit Ewigkeitscharakter, der sog. Limbus. Dort landen alle Menschen, bzw. vor allem Kinder, die gestorben sind, ohne vorher die Taufe empfangen zu haben. In diesem Limbus, irgendwo zwischen Himmel und Hölle positioniert, müssen diese armen Seelen bis in alle Ewigkeit verbleiben.

Es „gibt Grund für Hoffnung“

Limbus

Ungetaufte Kinder können vielleicht ins Paradies

Doch es gäbe eine „gute Nachricht“. Papst Benedikt XVI. hat in seiner „von Gott gegebenen Autorität“ im April 2007 den Limbus einfach abgeschafft. Dank seines Erbarmens, kommen nun ungetaufte Kinder geradewegs ins Paradies. Ist das wirklich so?
So sicher ist dieses automatische Durchschleusen ungetaufter Kinder direkt ins Paradies leider nicht. Es wäre auch zu einfach gewesen. Denn eine im Zustand der „Unfehlbarkeit“ verkündete Lehre lässt sich nicht einfach so korrigieren. Der verbliebene Limbus-Haken: Aus der Sicht der Theologen gebe es lediglich aufgrund anwendbarer Liturgien eine Grundlage für die Hoffnung, dass ungetaufte Kleinkinder erlöst werden könnten.

Das ist eben katholische Theologie (Philosophie). Dieses völlig verwirrte Geflecht aus einem über viele Jahrhunderte angesammelten Sammelsurium von „Geistesblitzen“ ist beispiellos. Um es mit Luthers Worten zu beschreiben: Das alles gehörte mit auf den Misthaufen der römischen Dekretalien.

Das „ex cathedra-“ Fegefeuer habe Bestand

Am Fegefeuer hält die Kirche auch heute noch fest. Sie kann auch gar nicht anders, denn ihre selbst zugeschriebene Unfehlbarkeit bei derlei Lehren zwingt nur noch zu weiteren Fantastereien. Die Geschichte über ein Fegefeuer wurde im Konzil zu Trient „ex cathedra“ verkündet und muss deshalb nach Außen als unumstößlich kommuniziert werden.

Eine derartige Verteidigung der Fegefeuer-Mär versuchte das „Fachmagazin“ catholic.com (Quelle). Dass aber der einst als Seelenqual vermittelte Akt der puren Grausamkeit (katholisches Gottesbild) heute kaum mehr für bare Münze genommen wird, haben auch die, wie in Offenbarung 17,4 beschrieben, in Purpur und Scharlach geschmückten Kleriker eingestehen müssen. Ihr derzeitiger oberster, in Rom platzierte Hirte brachte den „Wind of Change“ in diese Kirche ein.

Papst Franziskus, ein Jesuit, setzt auf die „bedingungslose Liebe“ anstatt auf Furcht, Schrecken und Grausamkeit, wie diese einem jeden nicht geschichtsvergessenen Menschen sofort in den Sinn kommen müsste. Die derzeit von dieser Kirche noch nachgetrauerten „guten alten Zeiten“ werden noch früh genug wieder einkehren (Info).

Ein Versuch der Rechtfertigung

Justicia ohne Augenbinde

Katholische Rechtfertigung – Die Augenbinde ist abgenommen

Schon bei der Einleitung für die vermeintliche Rechtfertigung der Fegefeuer-Lehre zeigt der Autor, wie schwer es dieser Kirche inzwischen fällt, diesen historischen Unsinn noch heute aufrecht zu erhalten. „Einige Protestanten kritisieren die Lehre vom Fegefeuer, indem sie sagen, es handele sich um eine ’schlechte Nachricht‘ im Gegensatz zu der ‚guten Nachricht‘ der Erlösung, die in der Bibel offenbart wird“.

Sollte es wirklich solche „Protestanten“ geben, oder jemals gegeben haben? Die Bibel enthält keinerlei Hinweise auf ein Fegefeuer, wie bereits oben aufgezeigt wurde. Ein Protestant lehnt diese Fegefeuer-Mär deshalb ab, weil sie auf einem Geist basiert, der mit dem Evangelium überhaupt nichts zu tun hat.

Aber ganz nach der Methode der Schlange kann man es durchaus wagen, so eine steile These aufzustellen. Der katholische Autor behauptet einfach etwas, was womöglich gar nicht gesagt wurde, und widerlegt dies auf eine „souveräne“ Art und Weise. Das Beispiel hierfür gibt es bereits in 1. Moses 3,1:
Sollte Gott wirklich gesagt haben, daß ihr von keinem Baum im Garten essen dürft?

Der römisch-katholische Katechismus enthält die 3 Lügen der Schlange im Garten Eden als offizielle Lehre (Info).

„Fegefeuer ist ein Segen für die Menschen“

Was aber nun zur vermeintlichen Rechtfertigung der von einem „durch und durch rachesüchtigen und grausamen Gott“ (vermitteltes Gottesbild) eingerichteten Anstalt für die pure Qual der Seelen folgt, ist ein Beleg für den degenerierten, ja vermoderten Geist dieser Kirche Roms. Man dreht den Spieß einfach um und erklärt das Fegefeuer nun als einen Segen für alle direkt und indirekt beteiligten Menschen.

Der Autor erklärt anhand von 4 Punkten, warum das Fegefeuer für die katholische Kirche „in der Tat eine gute Nachricht“ darstellt.
Hierzu reichen lediglich die aufgestellten Hauptthesen. Wer sich die Details unbedingt zumuten will, kann dies auf der besagten Seite dieses katholischen „Fachmagazins“ gerne tun.

1. Das Fegefeuer tröstet die Gläubigen über geliebte Menschen, die ohne die für den Himmel erforderliche vollkommene Heiligkeit sterben.
2. Das Fegefeuer tröstet die Gläubigen mit dem Wissen, dass die Beziehung zu unseren Lieben nach dem Tod fortbestehen kann, auch wenn sie die selige Vision im Himmel noch nicht erlangt haben.
3. Das Fegefeuer tröstet die Gläubigen mit dem Wissen, dass die Seelen im Fegefeuer für uns beten können.
4. Das Fegefeuer tröstet die Gläubigen, weil sie wissen, dass unsere Gebete unsere Lieben im Fegefeuer trösten.

Der Zynismus ist kaum zu überbieten

Das Fegefeuer, nach ur-katholischer Definition ein Ort der schrecklichen Qualen, sei nach „postmoderner“ Erzählweise in Wirklichkeit ein Glücksfall!
Was muss in einem Kopf nur alles falsch laufen, um derlei Thesen nicht nur zu glauben, sondern diese auch noch zu verbreiten?
Die Kirche Roms heimste durch den florierenden Ablasshandel zig Milliarden ein, indem sie den Menschen erzählten, ihre Verwandten müssten schlimmste Qualen erleiden und diese Zeit könne mit dem Kauf von Ablassbriefen um wenige „tausend Jahre“ verkürzt werden. „Wenn die Münze im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt“, so eines der bekanntesten überlieferten „Werbeslogans“.

Der Autor legt aber noch eins oben drauf.
„Der heilige Thomas von Aquin lehrt, dass Liebe darin besteht, ‚jemanden Gutes zu wünschen‘, ’so wie er sich selbst Gutes will‘.“ Anhand dieser Definition von Liebe ließe sich ableiten, „dass das Gute, das die Seelen im Fegefeuer durch die Beseititung ihrer Hindernisse für den Himmel erfahren, als unser eigenes Wohl erfahren wird.“ Der Trost der im Fegefeuer befindlichen Seelen sei auch unser Trost, deren Quelle der Freude sei auch unsere Quelle der Freude. Für Katholiken sei es eine besondere Freude, für die Toten zu beten.

In anderen Worten: Das Fegefeuer eröffnet nicht nur die Möglichkeit, die Liebe zum Ausdruck zu bringen, sondern sei selbst eine Einrichtung der praktizierten Liebe.

Eine einzige Pervertierung des Evangeliums

Daran erkennt man deutlich, welch Pervertierung des „gesunden Menschenvertandes“ notwendig ist, um derartige unumstößliche Lehren früherer Jahrhunderte in einen neuen Zeitgeist zu pressen. Dabei ist hier noch gar nicht das Evangelium als Maßstab gegenüber gestellt. Die 4 Thesen dieses Autors sind jedoch Kahtolizismus in der Reinform. Spiritismus und Verdrehung des Wortes Gottes ins völlige Gegenteil. Wer wollte mit einer solchen Institution, die unverkennbar den diabolischen Geist des Drachens in sich hat, jemals gemeinsame Sache machen?

Schulterschluss durch die Ökumene

Bahai Religion

Ökumene ist die große Täuschung und Verführung – Blinde folgen

Diese vermeintliche Rechtfertigung des Fegefeuers stammt nicht aus dem 5ten, 16ten oder 18ten Jahrhundert, sondern aus dem Jahr 2023!
Umso weniger verständlich ist es, mit einer solchen Institution, die in der Bibel als der „Sohn des Verderbens“, der „Mensch der Sünde“, der „Gräuel der Erde“ und die „Hure Babylons“ beschrieben ist, im Kreise einer Ökumene gemeinsame Sache machen zu wollen. Der Schulterschluss mit der Kirche Roms als Mutterorganisation, Haupt und als oberste Moral-Geberin, ist die direkte Verleugnung des Evangeliums, die Ablehnung Jesu Christi, der Sohn Gottes, unser Schöpfer, unser König und Erlöser.

Jene im Kreise der Ökumene, auf welcher Ebene auch immer, sollten sehr darauf achten, nicht künftig auch nur einen weiteren Schritt dieser Mutterkirche zu folgen. Die Gefahr, einst in die Fußstapfen der einstigen Verfolger zu geraten, ist sehr groß, wenn nicht vorprogrammiert. Es bleibt nur dir Rückbesinnung zum geschriebenen Wort Gottes, das Verlassen, das Herauskommen aus Babylon (Info). Doch wer heute am gemeinsamen Tisch dieser mütterlichen Vereinigung sitzt, kann diese Zusammenhänge aufgrund der eigenen Blindheit ohnehin nicht mehr erkennen. Das gilt auch für die Unfähigkeit, die neu in die Welt gesetzten Lehren über die „Bewahrung der Schöpfung“ (Pantheismus) als die im Evangelium angekündigte große Täuschung in der Zeit des Endes zu begreifen.

Was kann da noch helfen? Jesus Christus selbst gab die Antwort. Offensichtlich nichts, denn laßt sie! Jesus Christus kennt keinen Zwang und Er belässt die freie Entscheidung des Menschen. Zwang, Nötigung, Irreführung und Gewalt dagegen sind die Werkzeuges des Widersachers und seines irdischer Handlangers mit dem Sitz in Rom.
„Aber die Kirche hat sich zum Guten verändert?!“ Die Kirche Roms hat ihren Charakter, ihre Ziele und Motive zu keinem Zeitpunkt geändert. Lediglich ihre politische Entmachtung in 1798 führte zu einem vorübergehenden Ende ihrer Tyrannei. Ihre inzwischen zurückgewonnene Macht und ihr harmloses Auftreten ist lediglich der aktuellen Zeit geschuldet. Diese Kirche ist ein Chamäleon und änderte lediglich ihre Strategie. Von ihrer einstigen Brutalität über die sog. Aufklärung bis hin zur gegenwärtigen „Liebe und Sanftmut“ einer verzehrenden Circe.

Laßt sie; sie sind blinde Blindenleiter! Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, werden beide in die Grube fallen.
Matthäus 15,14

Bibelverse aus Schlachter 2000

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