Olli Dürr Gesell. Entwicklungen EV-Pfarrer erklärt Zen-Buddhismus mit Christentum für vereinbar

EV-Pfarrer erklärt Zen-Buddhismus mit Christentum für vereinbar

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Der Zen-Buddhismus scheint für gewisse Vertreter der sogenannten evangelischen Kirche eine besondere Anziehungskraft zu besitzen. Das verherrlichte Mystische der Kirche Roms schlug bereits über. Ein evangelikaler Pfarrer liefert ein Beispiel für einen der Gründe der aus dieser Kirche anhaltenden Massenflucht.

Begründete Flucht aus den Kirchen

Wiederholt liefern die evangelischen Kirchen in Deutschland selbst Anlass und Begründung zugleich, warum ihr die Schäfchen seit geraumer Zeit in Scharen davon laufen. Noch immer behaupten die einst protestierenden Kirchen, auf den Grundpfeilern des Evangeliums zu stehen, und zwar aus dem Blickwinkel der Reformatoren, allen voran Martin Luther. Offenbar versteht diese Institution bzw. eine ganze Armada von ihren Vertretern nicht, dass ein Gros ihrer behüteten Herde durchaus erkennt, dass grundsätzlich gepredigte Lehren und Philosophien vom Evangelium nicht weiter weg sein können. Dennoch zeigt sich der Dachverband Evangelische Kirchen in Deutschland (EKD) im Rätselraten, wie es denn so weit kommen konnte, dass sich die Reihen der Kirchenmitglieder bereits derart gelichtet haben.

Christentum und Zen-Buddhismus – Ausschluss?

Buddha-Kopf

Fernost-Philosophie habe Platz im Christentum?

Was hat Christentum mit Zen-Buddhismus zu tun? Nichts, könnte man nun zur Antwort geben und damit das Thema auch schon wieder abhaken. Nicht aber für die evangelische Kirche. Deren mediales Sprachrohr bietet dem Wiesbadener Pfarrer Thomas Hartmann eine (Werbe-) Plattform für sein neu geschriebenes Buch über die Verbindung zwischen Zen-Buddhismus und Christentum. Nicht sein erstes Werk dieser Art. In 2009 erschien sein Buch „Der Sinn im Leiden: Was uns heilen kann“. Der evangelische Pfarrer stellt hierin Methoden vor, wie der Mensch eine „Positive Psychologie“ zur Überwindung von Leid und Krankheit anhand von spirituellen und christlichen Aspekten erreichen könne. Hierfür dienten auch Zen-Meditationen nach buddhistischem Vorbild.

Das neue Buch trägt den Titel „Jesus und das Jetzt. Deshalb sorgt euch nicht um morgen – der nächste Tag wird für sich selber sorgen!“. In einem Gespräch mit einer Vertreterin des Dekanats Wiesbaden, also quasi ein Interview im eigenen Hause, schildert der Pfarrer seine Vorstellungen über die Gemeinsamkeiten des Christentums und des Zen-Buddhismus (Quelle).

„Passt wunderbar zusammen“

Pfarrer Hartmann erklärt, dass im Zen-Buddhismus die Meditation eine zentrale Rolle spiele. Zen bedeute der „Weg nach innen“, mit dem Versuch, „die reine Präsenz der Welt zu erfahren“. Dass Gott im „reinen Zen“ keine Rolle spielt, ist für den Pfarrer jedoch kein Ausschlusskriterium. Vielmehr ließen sich die Elemente des christlichen Glaubens und des Zen gut miteinander verbinden. Dies wolle er anhand seines Buches aufweisen. „Zen und Jesus – das passt für mich zusammen“, so Hartmann.

Das Buch enthalte zahlreiche Zitate „spiritueller Denker oder aus der Bibel“, so der Autor. Die vorzufindenden Praxisübungen könnten von einem jeden umgesetzt werden. Daher sei dieses spirituelle Lesebuch auch zum Verschenken geeignet, für diejenigen, die ihren Glauben und ihre Spiritualität vertiefen wollten.

Viele dieser beschriebenen Übungen praktiziere der Pfarrer selbst hin und wieder. Besonders faszinierend seien die vielen buddhistischen Sinnsprüche, die sog. „Kōans“. Diese Sprüche seien mit Vernunft nicht zu lösen, sondern zwingen den Menschen, den Weg des rationalen Denkens zu verlassen, so der Pfarrer. Ein Paradoxon, so als würde man beim Meditieren denken, dass es nun gelungen ist, an nichts zu denken.

Hartmann beschreibt, dass er schon derartige Momente erlebt habe. Dies bei Erledigung von Aufgaben mit großer Achtsamkeit, sondern mit einem vollständigen Fokus darauf. Damit könne man eine „Art Überschreitung der Subjekt-Objekt-Beziehung“ erleben.

Das Vorbild: Zen-Großmeister

Großes Vorbild für Hartmann sei Willigis Jägers, ein Benediktiner und Zen-Meister. Der Autor absolvierte einst eine Meditationswoche in einem von Jäger geführten spirituellen Zentrum.

Willigis Jäger, bereits im Jahr 2020 im bayerischen Holzkirchen verstorben, repräsentiert genau das, was bei einer jeglichen Aussage aus dem Mund oder den Federn eines modernen Theologen hinterfragt werden muss. Aus dem Christentum benutzte Bezeichnungen müssen noch längst nicht als das gemeint sein, wie sie im Evangelium definiert sind. Jäger erklärt dies in seinem Buch „Suche nach der Wahrheit. Wege — Hoffnungen — Lösungen“, 2. Auflage, von 1999, selbst. Wenn er das Wort „Gott“ benutze, heißt das noch lange nicht, dass dies den Gott der christlichen Vorstellung entspricht. Er selbst sei nicht von einem christlichen Gottesbild geleitet. Einen persönlichen, von der Schöpfung unabhängigen, allmächtigen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, gebe es nicht.
Das sind Worte eines „Benediktiners“, der einst Theologie studierte, und heute als das große Vorbild für den evangelischen Pfarrer Hartmann dient.

Zen habe nichts mit Selbstoptimierung zu tun, so der Pfarrer. Mit Zen handelte es sich um die Entwicklung des eigenen Selbst. Kern des Zens sei die „Absichtslosigkeit“ und diesen Aspekt habe er in seinem neuen Buch mit Nachdruck wiederholt.

Das Prinzip: Den Kopf ausleeren

Mandala-Zeugs

Geleerter Kopf bietet Platz für Abstraktes

Was der Buddhist „Zen-Meditation“ nennt, bezeichnet der Katholik als „Ignatianische Exerzitien“ und der Evangelikale „Kontemplative Mediation“. Was haben diese Gebiete mit dem Evangelium zu tun? Nichts, rein überhaupt nichts. Eine bezeichnende Entwicklung im Rahmen des Spiritismus in ihrer Reinstform. Das Ausleeren des Geistes anhand der Meditation nach fernöstlichem Vorbild entspricht exakt dem Gegenteil dessen, was die Meditation im Sinne des Evangeliums bedeutet.

Jesus Christus selbst hat es angedeutet, was es bedeutet, den Kopf freizuräumen und diesen im Anschluss nicht vom Heiligen Geist füllen zu lassen. Matthäus 12,43-45:
Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er; und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird zuletzt mit diesem Menschen schlimmer als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht!

Ein geleerter Kopf, das geleerte Haus, bleibt nicht lange leer. Entweder idealerweise gefüllt und damit belegt vom Heiligen Geist, oder von einer Schar vagabundierender Geister, die alles andere wollen, als das Heil des Menschen.

Synkretismus mit jesuitischer Anleitung

Was der Pfarrer wiederholt mit seinem Buch vertritt, ist reinster Synkretismus. So harmlos diese Bezeichnung auch daherkommen mag, dieser Zustand ist dem Herrn schon immer ein Gräuel gewesen. Darüber stolperte bereits vielfach das alte Volk Israel. Der Abfall vom wahren Glauben begann stets mit der Annahme von Heiden-Brauchtümern und das Vermischen mit den Lehren Gottes (Info).

Paul F. Knitter SJ

„Ohne Buddha wäre ich kein Christ“, so bereits im Jahr 2013 der Jesuit Paul F. Knitter (Original-Titel Buch: „Without Buddha I Could Not be a Christian“), nachdem er im Jahr 1999 das Buch „Die Zukunft der Erde – Die gemeinsame Verantwortung der Religionen“ herausbrachte. Für Knitter sei Gott vom Menschen abhängig, der „göttliche Geist“ brauche die Welt und deshalb musste der Geist die Welt erschaffen. Von welchem „Geist“ hier der Jesuit Knitter spricht, lässt sich bereits erahnen.

Arul Maria Arokiasamy SJ

Arul Maria Arokiasamy („Ama Samy“), ein indischer Zen-Meister und – wen wundert es noch? – Jesuit, hält das Christentum und den Buddhismus nicht nur für kombinierbar, sondern diese Verbindung für eine Pflicht, wenn der Mensch das Erwachen in der wahren Natur der Wirklichkeit erreichen wolle.

Alexander Löffler SJ

„Auf einen Retter von außen zu hoffen, sei es ein Buddha oder ein Gott, ist aus Sicht des Dalai Lama deshalb sinnlos“, so Alexander Löffler, Jesuit, Dozent für Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/M., in seinem Aufsatz „Religiöser Atheismus? Die Herausforderung des Buddhismus“ (2015).

Formation für den Einheitsbrei

Die Ökumene spielt für diese scholastischen Philosophien die antreibende Rolle. Vorreiter, Denker und Lenker sind die „Brüder“ aus dem bereits im Jahr 1540 auf die Menschheit losgelassenen Jesuiten-Orden (gegründet 1534). Es liegt auf der Hand, dass das Christentum mit dem eigentlich auf dem Atheismus basierenden Buddhismus in seinen unterschiedlichen Formen zu einer Schnittmenge geführt werden muss. Angestrebt ist die Vereinigung sämtlicher Religionen unter dem Dach einer anerkannten, zentralen Institution in Rom. Vordergründig zur „Bewahrung der Schöpfung“, die inzwischen formulierte „Einheits-Theologie“ (Info).

Buddhismus und evangelische Ordination?

Justiz

Nach Ordination auch eine rechtliche Frage

Nun noch eine grundsätzliche Frage zu den Weltanschauungen und vor allem dem Verständnis zum Evangelium seitens des evangelischen Pfarrers. Bevor in der evangelischen Kirche ein angehender Pfarrer auf die Menschheit losgelassen wird, erfolgt die Ordination. Hier leistet der „frisch Studierte“ ein Gelöbnis, das wie folgt, bzw. in einer ähnlichen Form aussieht:

Im Aufsehen auf Jesus Christus, den alleinigen Herrn der Kirche, bin ich bereit, mein Amt als Diener des göttlichen Wortes zu führen und mitzuhelfen, dass das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und in den Bekenntnissen der Reformation bezeugt ist, aller Welt verkündigt wird.

Ich will in meinem Teil dafür Sorge tragen, dass die Kirche in Verkündigung, Lehre und Leben auf den Grund des Evangeliums gebaut werde und will darauf achthaben, dass falscher Lehre, der Unordnung und dem Ärgernis in der Kirche gewehrt werde.

Ich will meinen pfarramtlichen Dienst im Gehorsam gegen Jesus Christus nach der Ordnung unserer Landeskirche tun und das Beichtgeheimnis wahren„.

Wie ließe sich dieser oder ähnliche, vom Pfarrer unterzeichnete Wortlaut mit dem Einbringen des Buddhismus in die Kirche vereinbaren? Handelt es sich womöglich um die Unterscheidung zwischen beruflicher Christ und privater Zen-Buddhist, ebenso vereinbar wie ein interkontinentaler Flug nach Bali auf Privatreise, während man als „Aktionist“ gegen Emissionen protestiert? Dies kann wohl nur erst nach ein paar Stunden Zen-Meditiation und Kopf Ausleeren beantwortet werden.


er fängt die Weisen in ihrer List, und der Rat der Verschlagenen wird über den Haufen geworfen;

Hiob 5,13

Der Herr erkennt die Gedanken der Menschen, daß sie nichtig sind.
Psalm 94,11

Bibelverse aus Schlachter 2000

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