Ein der EKD und der VELKD vorgelegter Bericht über die Entwicklungen der Ökumene und die damit verbundenen Perspektiven offenbart eine mehr oder weniger gelungene Scharade, die im eigentlichen Sinne gar nicht mehr ernst genommen werden müsste. Tenor ist, dass sich die Kirche Roms dahingehend geändert habe, und auch von Papst Leo XIV weiter verfolgt werde, dass man inzwischen “erstaunliche” Übereinkünfte mit der Sozialethik der evangelischen Kirche erkennen könne.
Man zeigt sich ernsthaft bemüht
Der Ökumene mit vorsichtiger Zuversicht entgegen. Landesbischof Christian Kopp, Ökumene-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), präsentiert den “Catholica- und Ökumenebericht” hausintern der EKD sowie auch der verbundenen Organisation VELKD (Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands), eine weltweit tätige Glaubensgemeinschaft, basierend auf Martin Luthers “Kleinem Katechismus” (1529). Die VELKD hat sich dazu verpflichtet, sich an der ökumenischen Arbeit der “gesamten Christenheit” zu beteiligen. Wie es die Umstände stets passend parat stellen, ist Landesbischof Kopp auch Catholica-Beauftragter der VELKD.

Der nun vorgelegte Bericht stellt das neue Pontifikat von Papst Leo XIV in den Mittelpunkt. Die vom neuen römisch-katholischen Kirchenoberhaupt gesetzten Akzente beschreiben demnach “Frieden, Synodalität und Schöpfungsverantwortung” (Quelle – pdf). Diese gesetzten Akzente seien für die Ökumene bedeutsam. Die Chance erkennt Kopp im Papsttum “als Dienst der Einheit”.
Bekämpfung der Armut – Für Gerechtigkeit
Papst Leo XIV hat mit seiner ersten Apostolischen Exhortation “Dilexi te” eine buchstäbliche Liebeserklärung an die Armen veröffentlicht. Für Leo eine “geistliche und gesellschaftliche Erneuerung der Kirche”, so die Mutmaßung des Landesbischofs. Damit gebe es “bemerkenswerte Übereinstimmung mit den sozialethischen Positionen des Lutherischen Weltbundes (LWB)”, so Kopp.
Von Papst Franziskus im Jahr 2015 veröffentlicht und seither in allen Ritzen und Fugen der Wirtschaft, Kirchen und Politik vorgedrungen. Die Umwelt-Enzyklika “Laudao Si'”. Sichtlich ist auch Kopp davon berührt, denn dieses Schreiben hebe die Verbindung zwischen “Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit” hervor und gebe der Natur das Privileg für entsprechende Behandlung. “Vorfahrt für die Schöpfung”.
Etwas Jesus
Der Bericht 2025 erwähnt “sogar” Jesus Christus. Demnach betrachteten Papst Franziskus wie auch Leo XIV Jesus Christus als “ihren Herrn”, das Vorbild für die notwendige Erneuerung der Kirche, um der gesellschaftlichen Entwicklung zu mehr Gerechtigkeit die notwendigen Impulse zu geben. Zudem sei Jesus unsere Hoffnung, welche von der römische-katholischen Kirche durch Gebet, Eucharistie, Beichte und Nächstenliebe in der Freundschaft mit Christus zum Ausdruck gebracht werde. “Weil wir befreit sind durch die Gnade Gottes, sind wir aufgerufen, die Menschenwürde und die Schöpfung zu schützen und zu bewahren”, so im Bericht. Hierfür müssten die Kirchen zugerüstet werden.
“Die Sorge für die Umwelt gehöre zu den zentralen Aspekten der Jesusnachfolge”, so eine weitere, Jesus Christus erwähnende Stelle im 28-seitigen Bericht.
Was soll das alles?

Angesichts der von Landesbischof Kopp angeführten Positionen fragt man sich unwillkürlich, woran es denn noch tatsächlich scheitert, dass die römisch-katholische Eucharistie nicht schon längst mit der Anwesenheit evangelisch-lutherischen Pastoren vollzogen wird. Man kann sich lebhaft vorstellen, dass der ehemalige Landesbischof Bayerns und noch immer als Vorsitzender des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen Heinrich tätiger Bedford-Strohm, in seinem Ruhesitz irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern längst unruhig hin und her wetzt, da er gemäß einer Karriere sichernden Selbstempfehlung die gemeinsame Eucharistie gar nicht mehr erwarten könne (Info).
Es ist ein wahrhaftiges Trauerspiel im wahrsten Sinne des Wortes. Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg im Rahmen der Ökumene die Doktrin der römisch-katholischen Soziallehre in sich aufgesaugt, am “Vorbeigehen” im Jahr 1999 die unsägliche gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung unterschrieben, um den offiziellen Protestantismus pünktlich zum 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 endgültig zu Grabe zu tragen (Info). Jetzt, im Jahr 2025, wird dann mit “Erstaunen” festgestellt, dass die “geläuterte” Kirche Roms tatsächlich mit den ethischen Werten der EKD übereinstimme.

Eine peinliche Vorstellung, welche lediglich noch irgendwelche Hürden innerhalb der “versöhnten Verschiedenheit” suggeriert. Damit wird, wie es auf dem Parkett der Politik ebenfalls üblich ist, ein Schauspiel des Kampfes für die jeweiligen eigenen Positionen vorgeführt, welche dann die mit Schweiß und Blut bezahlten Verbal-Schlachten schließlich zu einem für alle zufriedenstellenden Kompromiss führen. Das von Beginn an anvisierte Ziel erreicht, die wie ein Uhu im Scheinwerferlicht blickende Masse am Nasenring durch die Manege gezogen, und alle sind glücklich (Prinzip gemäß Hegel – Info).
Evangelium? Ach, was!
Allein die völlig aus dem wahren Kontext gerissenen Lehren des Jesus Christus geben Zeugnis über das tatsächliche Desinteresse am geschriebenen Wort. Der Humanismus steht auf deren Tagesordnung und hierfür ist das Biegen und Brechen der wahren Heilsbotschaft des Wortes Gottes gerade recht. Der Name Jesu Christi wird einfach nur missbraucht, keinesfalls mehr, aber auch gewiss nicht weniger.
Die Schöpfung über den Menschen zu stellen (“Vorfahrt”) besitzt die Handschrift der diabolischen Umkehrung. Zudem beschreibt das Evangelium haargenau, dass es sehr schlecht um diese noch gegenwärtige, ohnehin völlig degenerierte Schöpfung äußerst schlecht bestellt ist. Diese wird nämlich restlos zerstört werden, um final nach erfolgter Bereinigung einen neuen Himmel und eine neue Erde zu schaffen (Offenbarung 18 bis 21). Alles neu, alles rein, die Sünde existiert dann nicht mehr im gesamten Universum und mit ihnen auch jene, die bis zum “bitteren Ende” an ihrer Sünde festhielten, ja, förmlich daran klebten und diese auch noch predigten.
Das anvisierte Ziel ist sichtbar

Etwas Evangelium zur Verwendung brauchbarer Stichwörter, katholische Ethik gemäß hellenistischem Naturrecht (Info), und nun auch die Erhebung der Schöpfung über den Menschen, bzw. die Unterwerfung des Menschen unter die Umwelt.
Das alles mündet mit traumwandlerischer Sicherheit in die Anbetung (in irgendeiner Form) der Schöpfung, aber nicht des wahren Schöpfers (Römer 1). Die Aspekte der Theosophie, eine Synthese aus Evangelium und Humanismus. Die Lehre des großen Widersachers (Info).
Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, so daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen!
Römer 1,24-25
Bibelverse aus Schlachter 2000
