Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Mitgliederflucht beim katholischen Verein kfd

Mitgliederflucht beim katholischen Verein kfd

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Nicht nur die katholische Kirche hat es mit einem Massenexodus zu tun, sondern auch die katholisch gefärbten Vereine. Der größten katholischen Frauengemeinschaft sind eine Menge Mitglieder abhandengekommen.

Über 90.000 Austritte

Einem Frauenverband mit katholischem Anstrich laufen die Mitglieder davon. Der eingetragene Verein „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)“ hat in den vergangenen Jahren einen massiven Teilnehmer-Schwund hinnehmen müssen. Zwischen den Jahren 2020 und 2023 sind dem katholischen Verein rund 94.500 Mitglieder davongelaufen. Bei einer Mitgliederzahl von rund 350.000 im Jahr 2020 ist die Zahl der Geflüchteten durchaus eine Hausnummer. Trotz offizieller Bekanntgabe des Mitgliederschwundes seitens des kfd auf nur noch rund 265.000 Vereinsmitglieder fand auf deren Webseite zur Angabe der Mitgliedszahl noch keine Korrektur statt (Quelle).

kfd gibt Stellungnahme ab

Turmbau zu Babel

Mitgliederschwung beim katholischen Frauenverband

Der kfd hat angesichts der zahlreichen Pressemeldungen über die Austrittsflut eine Stellungnahme veröffentlicht. Demnach seien zahlreiche in den Medien genannten Zahlen nicht korrekt. Dominant diskutiert sei die vom kfd vorgenommene Beitragserhöhung. Diese Beitragsanpassung werde häufig isoliert als der Austrittsgrund für die ehemaligen Mitglieder dargestellt. Der kfd wolle hierzu Aufklärung geben, „damit falsche Aussagen in den Medien nicht weiter unsere Mitglieder, aber auch die Öffentlichkeit verunsichern“.

Nicht ganz richtig, aber völlig falsch?

Die vermeintliche Korrektur seitens des katholischen Vereins liest sich wie die übliche Vorgehensweise bei den sog. „Faktencheckern“. Die aufgegriffene Behauptung wird in die Einzelteile zerlegt, eine Abweichung aufgegriffen und daraus eine im Ganzen eine Unwahrheit konstruiert. Die von den Medien behauptete pauschale Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von 12 auf 22 Euro sei so nicht richtig, so der kfd.

Es gebe eine Unterscheidung zwischen den Einzelbeitrag von unterschiedlichen Gruppierungen und der Einzelbeitrag für den Bundesverband. Lediglich der Einzelbeitrag für den Bundesverband sei um 10 Euro angehoben worden, aber die verschiedenen Gruppierungen sind individuell festgelegt. Insgesamt könne daher der Mitgliedsbeitrag in Berlin anders ausfallen wie in Köln. Aus diesem Grund sei es falsch, wenn nur eine Zahl als Mitgliedsbeitrag für die gesamte kfd genannt wird.

Der Verein räumt jedoch selbst ein, dass viele Mitglieder nicht dazu bereit sind, einen höheren Beitrag zu leisten und deshalb aus dem kfd austreten. Zahlreiche Frauen haben dem Verein auch wegen der Missbrauchsfälle in der Kirche den Rücken gekehrt.

Ungeduld oder Unwissen?

Etwas seltsam mutet dagegen die Begründung an, dass zahlreiche Mitglieder aufgrund der „nach wie vor nicht vorhandenen Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche“ das Weite gesucht haben. Die selbst beschriebenen Ziele des kfd enthält nämlich auch den Einsatz für die Interessen von Frauen in der Kirche.

Zu den weiteren Zielen des katholischen Frauenverbandes gehört die Unterstützung zum Erreichen der „Klimaschutzziel“ sowie die „Bewahrung der Schöpfung“ durch „gerechtes, schöpfungsfreundliches und nachhaltiges Handeln“.

Bibelverse aus Schlachter 2000

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