Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Mit Franziskus wich die Autorität der zärtlichen Verführung

Mit Franziskus wich die Autorität der zärtlichen Verführung

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Mit Papst Franziskus kam in die römisch katholische Kirche zugleich ein gewaltiger Richtungswechsel. Der autoritäre Stil wich der zärtlichen Zuneigung eines den Menschen liebenden Kirchenführers. Statt Gewalt nun die Verführung der zu vereinenden Menschheitsfamilie.

Franziskus sorgte für einen vollständigen Wandel

Papst Franziskus

Der freundliche Papst Franziskus im Vordergrund des brüllenden Löwens

Seit dem Antritt von Papst Franziskus (Jorge Mario Bergoglio SJ) pfeift im Vatikan und in der restlichen Welt ein anderer Wind. Der Wandel hätte nach dem Rücktritt seines Vorgängers Benedikt XVI. (Josef Ratzinger) kaum größer ausfallen können. Wenn man schwarz-weiß denken möchte, dann folgte auf erz-konservativ unmittelbar ultra-liberal.

Der Argentinier mit italienischen Wurzeln sorgte mit seinem Richtungswechsel nicht nur für tiefere Gräben innerhalb der katholischen Armee aus Klerikern, sondern auch für Erstaunen in der religiösen und säkularen Welt. Allein seine ersten Worte nach seiner Wahl auf dem Balkon vor dem Petersplatz deuteten auf einen solchen Paradigmenwechsel hin. „Fratelli e sorelle, buonasera“ (Bürder und Schwestern, guten Abend), so Franziskus‘ pragmatische Begrüßung der Menschenmenge. Der „frisch gebackene“ Benedikt XVI. hatte an dieser Stelle noch eine kleine Huldigung seines Vorgängers Joh. Paul. II. und die Selbstdarstellung als Weinberg-Arbeiter mit anschließendem Urbi et Orbi parat.

Am 13. März 2023 sind es 10 Jahre seit Franziskus‘ Antritt und das Resümee kann sich sehen lassen. Der weltweit zu vernehmende Ton aus dem Vatikan hat sich stark verändert. Der autoritäre Stil aus der Position des „erhöhten Überblicks“ wandelte sich in eine Annäherung zu den Menschen verschiedenster Kulturen auf Augenhöhe. Franziskus sprach vom „Stil Gottes“, welcher sich durch Freundlichkeit und Güte auszeichne.

In der Kirche wird aussortiert

Verständlich, dass eine Riege von Hardlinern à la Ratzinger mit dem Kuschelkurs Bergoglios nicht sehr viel anzufangen wussten. Der Konflikt war vorprogrammiert. Über den Planeten verteilt wurde die kath. Kirche intern grob in zwei Lager gespalten. Doch schon heute kann beinahe prophezeit werden, dass die an den erz-konservativen und autoritären Traditionen festhaltenden Kleriker nur geringe bis keine Überlebenschancen haben. Das Aussortieren ist längst im Gange. Der Wechsel von der „unantastbaren Autorität“ zu einer den „Menschen zugeneigten“ Institution wird durchgezogen werden. Das Ziel ist schließlich die gewonnene Zuneigung aller Menschen aus sämtlichen Ländern und Kulturen. Darunter darf es nichts geben. Dafür müssen die altbackenen, als christlich bezeichneten Traditionen eben etwas kürzer treten. Nun stehen Klima- und Naturschutz, „Bruder Sonne“ und „Mutter Erde“ im Zentrum des vermittelten „Evangeliums“. Wie kann der Muslim, der Hindu und der Indigene die „zärtliche und die Menschen liebende Moral-Institution“ in Rom sonst anerkennen?

Menschheitsfamilie muss vereint werden

Einst gestellte Weichen sind längst überquert worden und der Zug befindet sich sehr nahe der Zielgeraden. Eine gewichtige und wegweisende Zwischenstation ist die von Franziskus herausgebrachte Enzyklika Laudato si‘. Ein Drehbuch für das weitere Handeln zur Vereinigung der Menschen, innerhalb eines von herannahenden „Klimakatastrophen“ gebeutelten Planeten. Einen autoritären Terror-Stil wie in den finstersten Zeiten des frühen bis späten Mittelalters kann sich die kath. Kirche für dieses Ziel nicht leisten. Die „vereinte Menschheitsfamilie“ braucht Verständnis, Zuneigung, viel Liebe und Zuversicht. Das alles können Papst und die Leitlinien der kath. Soziallehre mit wärmsten Herzen erbringen.

Hat kath. Kirche an Macht und Einfluss verloren?

Wer glaubt, die kath. Kirche habe in den vergangen Jahren weiter an Macht und Einfluss verloren, der irrt und zwar gewaltig. Das Gegenteil trifft zu. Diesen Fakt haben auch jüngst die Kollegen aus Franziskus‘ gleichem Stall, den Jesuiten-Orden, hervorgehoben. Das einflussreiche Jesuiten-Magazin „America – The Jesuit Review“ hob den Machtausbau über den Weg der „Nächstenliebe“ anstatt Autorität hervor und titelte:

Die Franziskus-Revolution: In den letzten 10 Jahren hat der Papst die wahre Macht der Kirche wiedererlangt„.

Dem kann absolut nicht widersprochen werden. Dies zeichnete sich bereits im Jahr 2015 klar ab, indem Franziskus am 23. September die „Exekutivmacht des Vatikans“, die USA, besuchte und im US-Kongress eine Rede hielt. Die Regierungschefs sämtlicher Länder, die CEOs der Weltkonzerne und die Führer anderer Religionen geben sich im Vatikan gegenseitig die Klinke in die Hand. Wollen diese alle beim Papst die Fürsprache Marias erbitten? Wohl kaum.

Verführung statt Gewalt

Das einstige Monster verwandelte sich in eine zierlich anmutende, anschmiegsame Frau. Im Vordergrund die betörende Zirze, der brüllende Löwe im Hintergrund. Die Bibel hat für beide Gestalten klare Definitionen. Die „Hure Babylons“ und der Macht und Autorität verleihende „Satan“. Die Völker sind samt ihren Regierungschefs vom Wein der Hure trunken geworden. Sie alle wurden verführt, so die unmissverständliche Botschaft in Offenbarung 18,3:
„Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden.“

Derlei monströse Umtriebe, wie es die kath. Kirche in der schlimmsten anhaltenden Zeit der Menschheitsgeschichte praktiziert hat, ist für die nahe Zukunft nicht zu erwarten. Verführung statt Gewalt, so das Motto. Die evangelischen Kirchen, längst wieder zur Mutter zurückgekehrte Töchter Roms, tragen zu diesen Entwicklungen einen maßgeblichen Teil bei. Am Ende werden es die normalen aber verführten Menschen sein, die nach einer staatlich verfügten Legalisierung die Verfolgung der wahren und als „Schädlinge des Allgemeinwohls“ definierten Gläubigen aufnehmen werden.

Der Prophet Micha hat dies bereits angekündigt, Micha 7,6:
„Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter lehnt sich auf gegen die Mutter, die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter; die Feinde des Menschen sind seine [eigenen] Hausgenossen!“

Jesus bestätigte diese traurigen Zustände in der Menschheit, Matthäus 10,36:
„und die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein.“

Bibelverse aus Schlachter 2000

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