Je christlicher ein US-Bundesstaat, desto höher die Anteile der vollstreckten Hinrichtungen. Eine aktuelle Umfrage zeigt auf, dass alleine mehr als die Hälfte der Katholiken die Todesstrafe befürwortet. Obwohl die päpstliche Weisung gemäß Katechismus das Gegenteil beschreibt.
Mehrheitliche Befürwortung Todesstrafe
Eine interessante und auch durchaus aufschlussreiche Umfrage unter den katholischen Wählern in den USA zeigt eine hohe Befürwortung für die Einführung bzw. Weiterführung von Exekutionen. Eine am 11. Dezember 2025 von der “EWTN News & RealClear Opinion Research” ergab einen Stand von mehrheitlichen 55 Prozent der Katholiken, welche die Todesstrafe begrüßen (Quelle).

Diese geforderte Hinrichtung solle demnach den für Mordes verurteilten Täter angewandt werden. Lediglich 20 Prozent lehnten auch in diesem Fall eine Exekution ab. Ohne klaren Standpunkt verblieben 25 Prozent der befragten US-Katholiken (insg. 1000 katholische Wahlberechtigte). Auch unterscheidet die Auswertung zwischen Katholiken, welche die Messe mit Regelmäßigkeit aufsuchen und jene, welche dieser “sakramentalen Pflicht” nicht regelmäßig erfüllen. So bilde sich bei den regelmäßigen Teilnehmern der Verspeisung des “wahrhaften Fleisches” des vom Priester wiederholt getöteten Jesus Christus eine verstärkte Ablehnung der Todesstrafe ab, so zumindest die Formulierung von “Catholic News Agency”.
Unterschied – Gehorsame vs. Flegel
Wöchentliche Messe-Teilnehmer sprechen sich demnach zu 52 Prozent für diese drastische Maßnahme aus, während 26 Prozent diese ablehnten. 22 Prozent sind sich nicht schlüssig. Dem gegenüber stünden 57 Prozent Zustimmung, die gemäß katholischer Lehre mit einer deutlich geringeren Regelmäßigkeit ihrem “Heil” entgegenkommen. Davon sind lediglich 16 Prozent, die eine Exekution verneinen. 27 Prozent wissen nicht, welche Meinung sie vertreten.
Der Unterschied zwischen regelmäßigen Messebesuchern und ihren “faulen” Glaubensbrüdern ist in diesem Sinne marginal. Deutlich, so das Licht von der anderen Seite gehalten, wird, dass beide Gruppen jeweils mehrheitlich sich für die Todesstrafe aussprechen.
Sehr gewagte Position

Genau genommen bewegen sich die Befürworter auf dünnem Eis. Denn diese vertreten eine andere Einstellung, als die gesetzgebende Glaubensvorgabe der römischen Kurie. Am 13. Oktober 2017 veröffentlichte der damalige Papst Franziskus anhand einer vorab gehaltenen, kurzen & bündigen Stellungnahme bei einer Ansprache zum 25. Jahrestags der Veröffentlichung der Anpassung des Katechismus der römisch-katholischen Kirche des gegebenen Kanons 2267. Die “neue Position” gegenüber die staatliche Hinrichtung von verurteilten Personen (Quelle).
“Lange Zeit wurde der Rückgriff auf die Todesstrafe durch die rechtmäßige Autorität – nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren – als eine angemessene Antwort auf die Schwere einiger Verbrechen und als ein annehmbares, wenn auch extremes Mittel zur Wahrung des Gemeinwohls angesehen.
Heute gibt es ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die Würde der Person auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat. Hinzu kommt, dass sich ein neues Verständnis vom Sinn der Strafsanktionen durch den Staat verbreitet hat. Schließlich wurden wirksamere Haftsysteme entwickelt, welche die pflichtgemäße Verteidigung der Bürger garantieren, zugleich aber dem Täter nicht endgültig die Möglichkeit der Besserung nehmen.
Deshalb lehrt die Kirche im Licht des Evangeliums, dass „die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“, und setzt sich mit Entschiedenheit für deren Abschaffung in der ganzen Welt ein.“
Alter Stand Kanon 2267
Im Kanon 2267 gemäß vorherigem Stand (1997) ist folgender Wortlaut enthalten:
“Unter der Voraussetzung, daß die Identität und die Verantwortung des Schuldigen mit ganzer Sicherheit feststeht, schließt die überlieferte Lehre der Kirche den Rückgriff auf die Todesstrafe nicht aus, wenn dies der einzig gangbare Weg wäre, um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen.
Wenn aber unblutige Mittel hinreichen, um die Sicherheit der Personen gegen den Angreifer zu verteidigen und zu schützen, hat sich die Autorität an diese Mittel zu halten, denn sie entsprechen besser den konkreten Bedingungen des Gemeinwohls und sind der Menschenwürde angemessener.”
Häretiker oder Schismatiker?

Streng genommen, vertreten die eine Todesstrafe befürwortenden Katholiken das Gegenteil der kirchlichen Lehre und dies wäre somit ein “heißes Eisen”. Was ist “Häresie” gemäß römisch-katholischer Auffassung? In Kanon 2089 ist Folgendes beschrieben:
“Häresie nennt man die nach Empfang der Taufe erfolgte beharrliche Leugnung einer mit göttlichem und katholischem Glauben zu glaubenden Wahrheit oder einen beharrlichen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit;“
Hierzu in diesem Kanon auch der Begriff “Schisma”:
“Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche“
Es steht nun den katholischen Befürwortern des Gegenteils der päpstlichen Gesetzgebung frei, ob sie sich als “Häretiker” oder als “Schismatiker” identifizieren.
Das Verbrechen der Häresie
In erster Linie betrachtet die römische Kirche die “Häresie” als eine Spaltung der Einheit des Leibes Christi, und weniger als eine “beleidigte Leberwurst” aufgrund der fehlenden Zustimmung der “göttlichen Eingebung” des Pontifex. Die vorgeworfene “Häresie” war schließlich auch Anlass für die Geburt der Inquisition.
So hat gemäß Kirchengesetz die Häresie sowie auch die Schismatik drastische Folgen, CIC 1364:
“§ 1: Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu …”
In CIC 1331 sind insg. 25 Positionen enthalten, die ein Exkommunizierter nicht mehr ausführen darf, bzw. wovon ein solcher ausgeschlossen ist. Schon die erste Position kostet das ewige Leben, so die katholische Lehre, bzw. die direkte Fahrt in die Hölle. Das eucharistische Opfer und andere Sakramente dürfen nicht in Anspruch genommen werden. Also gemäß Selbstdefinition der Kirche, absolut essenzielle Dienste für das Heil.
Ketzer – Kirche vs. Evangelium

Der römisch-katholische “Meister-Heilige” und Doktrin-Innovator, Thomas von Aquin, hatte eine genaue Vorstellung über den Umgang mit Ketzern (Häretiker):
“Ich antworte: In Bezug auf Ketzer sind zwei Punkte zu beachten:
einer auf ihrer eigenen Seite; der andere auf der Seite der Kirche. Auf ihrer eigenen Seite liegt die Sünde, durch die sie nicht nur die Exkommunikation von der Kirche, sondern auch die Trennung von der Welt durch den Tod verdienen. […]” (Artikel 3, Summae Theologiae, ii-ii, Question 10)
Was sagt das Evangelium über Ketzer?:
“Die törichten Streitfragen aber und Geschlechtsregister, sowie Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen über das Gesetz meide; denn sie sind unnütz und nichtig. Einen Menschen, der ein Ketzer ist, meide nach der ersten und zweiten Ermahnung; denn du weißt, dass er, der ein solcher ist, verdorben ist.” (Titus 3,9-11)
Verfolgen, Foltern, Töten, Hinrichten, euphemistisch als “Trennung von der Welt” bezeichnet, gegenüber der biblischen Aufforderung, einen Ketzer zu ermahnen, abzuweisen und zu meiden. Ist hierin nicht ein dezenter Unterschied zu erkennen?
Lieber der Wahrheit verpflichtet
Da ist man doch lieber dem Evangelium treu, und ausschließlich dem Evangelium (sola scriptura – Info) verpflichtet (auf dem Fundament stehend, “Fundamentalist”), lebt den Willen Gottes gemäß eines wirklich einfachen und übersichtlichem Prinzips, als sich einer kirchlichen Macht, mit dem Charakter eines sich in einem Pool aus versammelter pathologischen Despoten zu unterwerfen, deren Ambitionen ausschließlich ausgerichtet sind, durch diktatorische, tyrannische Lehren, Gesetze und Fantasie-Götzendienste eine uneingeschränkte Macht und besonders unermesslichen Reichtum zu sichern.
Dies im heuchlerischen Gewand Jesu Christi, deren Talar vom Blut der Jahrhunderte lang anhaltenden Feldzüge, Verfolgungen, Ermordungen, Ausrottung ganzer Volksgruppen bis zum Hals getränkt ist. Mit dem Kainsmal versehenen Handlanger des großen Widersachers (Info).
Evangelium stand fest vor erstem Bischof von Rom

Der von der Kirche Roms als “Heiliger” gehandhabte Apostel Paulus hinterließ eine entsprechende Konsequenz für jene, welche die zur noch aktiven Zeit der Apostel längst abgeschlossene Heilslehre des Evangeliums durch eigene Ideen (Tradition) auf irgendeine Weise ergänzen, kürzen, modifizieren (Beispiele).
Das passt ganz und gar nicht zusammen, mit der päpstlichen Behauptung, selbst in der Apostolizität zu handeln, die göttliche Vollmacht zu besitzen, Gottes festgelegte Zeiten, Seine Gesetze zu streichen oder zu ändern.
Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!
Galater 1,8
Bibelverse aus Schlachter 2000
