Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Maria und Josef von Komikern dargestellt – Blasphemie?

Maria und Josef von Komikern dargestellt – Blasphemie?

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Eine als Satire deklarierte Darstellung von Maria und Josef in Italien brachte einen Politiker in Wallung. Er roch Blasphemie und sprang „ohne Auftrag“ in die Bresche. Zwei Komiker könnten mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein.

Überspitzte Darstellung von Maria und Josef

In Italien hat man durchaus Sinn für Humor und auch Satire. Es gibt dort allerdings eine Grenze. Handelte es sich um einen als Blasphemie auslegbaren Tatbestand, dann hört der Spaß sofort auf.

Krippe-Stern

Missfallene Darstellung der Charaktere

Die zwei italienischen Komiker, Francesco Paolantoni und Biagio Izzo, haben im öffentlich-rechtlichen TV „Rai 2“ in Italien am zweiten Weihnachtsfeiertag die Zeit kurz nach Jesu Geburt nachgespielt, wie „katholisch.de“ berichtete. Einer der beiden Komiker verkleidete sich als Josef, der andere Darsteller als Maria.

Demnach beschwerte sich der dargestellte Josef, sich um das Baby kümmern zu müssen, obwohl er gar nicht der Vater war, sondern der Heilige Geist, und die dargestellte Maria zeigte sich als eine einvernehmliche Mutter, die Jesus auch als Erwachsenen nicht aus dem elterlichen Haus ziehen lassen wolle. Hinzu kam ein Engelsgesang, der nicht dem Lied „Gloria“ entsprach, sondern dem Lied „I will survive“ von Gloria Gaynor. Dies soll eine bekannte Melodie der Gay-Szene sein.

Ein Politiker fühlt sich berufen

Diese Aufführung im öffentlichen Sender ist sichtlich auf Unmut gestoßen. Der Aufsichtsrat vom Sender „Rai“ erhielt eine formelle Anfrage vom Politiker Maurizio Gasparri von der konservativ eingestellten Partei Forza Italia. Der Vorwurf laute, dass die beiden Komiker ausgerechnet die Gefühle von Gläubigen und Zuschauern verletzt habe.

Das katholische Magazin weist darauf hin, dass es in Italien ein Gesetz gemäß dem Strafgesetzbuch gebe, das Blasphemie als eine Ordnungswidrigkeit ahnde. „Üblicherweise“ erhielten die Täter eine Geldstrafe. Das gelte für „jede öffentliche Gotteslästerung durch Schmährede oder beleidigende Worte gegen die Gottheit“.

Katholisches Italien

Vespa-Italien

Bella Italia – Religiös konservativ katholisch

Was heute teilweise als Satire verstanden, bzw. Diffamierung und Diskreditierung als Satire bezeichnet wird, ist dem im Bundesgebiet üppig subventionierten öffentlichen Rundfunk zumindest ein oft genutztes Instrument. So kann man durchaus auch über die Maria- und Josef-Darstellung der beiden Komiker in Italien geteilter Meinung sein. Sich darüber aufregen darf ebenso erlaubt sein, wie das vollkommene „Wurst-Egal“.

Nun ist ja das um Rom herumliegende Italien allerdings stock(finster)-katholisch und damit besonders heikel. Der große „Volksaufstand“ gegen den Sender Rai und den beiden Komikern blieb offenbar aus, denn dies wäre um ein paar Zeilen Nachricht mehr wert gewesen als diese stellvertretende Empörung des einzelnen Politikers. „Geschäftsführung ohne Auftrag“ würde hierzu am besten passen.

Berlin hat da schon „Führungsrolle“ inne

Ginge es um einen Wettbewerb in der Kategorie „Postmodernes Krippenspiel“, dann hätte diesen Contest ohnehin die „Queer-feministische“ Darstellung der evangelischen Kirche in einem Stadtteil Berlins um Längen gewonnen (Info). Es blieb sogar jeglicher öffentlich vorgetragener Aufschrei seitens konservativer Politiker aus. Derart viel Empathie für vermeintlich schockierte Wähler wie in südlich mediterranen Gebieten ist man im inzwischen Klima-gewandelten, unterkühlten Deutschland ohnehin nicht gewohnt.

Ob es sich bei der als Satire deklarierten Aufführung im italienischen Sender Rai 2 um Blasphemie handelte oder nicht, sollen die Juristen entscheiden. Italien ist der katholische Rahmen des Königreichs „Heiliger Stuhl“ mit dem juristischen Staat Vatikanstadt und dem Epizentrum in Rom. Eine Institution mit einer Religion, die zu rund 75 Prozent heidnischen Ursprungs ist, möge sich empören über überspitzt dargestellte Figuren der Bibel. Im Gegensatz zur Krippenspiel-Aufführung in Berlin, wo ein (nach außen hin) weibliches Paar in Gemeinschaft schwanger ist, hat Josef in der „italienischen Variante“ tatsächlich damit recht, nicht der leibliche Vater Jesu Christi zu sein.

„Haltet den Dieb“

Tatsache ist auch, dass es sich hier um ein einmaliges zur Schau gestelltes Entsetzen handelt, während man anhand der Eucharistie das Leid und den anschließenden Tod Jesu Christi unzählige Male zelebriert (Info). Anderweitig nimmt es die Kirche Roms mit dem Evangelium alles andere als genau und man wäre besser beraten, mit dem Vorwurf einer Blasphemie zurückhaltender zu sein (Info). Denn Blasphemie ist für die Kirche Roms eine Lästerlichkeit, die sich am Katechismus ableiten ließe, nicht aber zwingend am Evangelium.

Da ist ja noch der Balken im eigenen Auge

Holzbalken

Holzbalken nehmen die Sicht

Die grundsätzliche Frage eines jeden Gläubigen sollte sein, ob überhaupt Anklage erhoben werden sollte. Darüber reden (schreiben) und die Abweichungen vom Evangelium hervorheben, ist die eine Seite. Die andere Seite ist das Anklagen und sogar Richten über derlei Aufführungen wie ein „postmodernes Krippenspiel“. Als wenn Gott sich dieser Angelegenheit nicht selber annehmen könne, um daraufhin die Konsequenzen einzuleiten, die Er für richtig hält.

Ein jeder Ankläger oder Richter sollte sich lieber darüber bewusst werden, dass er weder das Recht noch die notwendige Position innehat, über andere zu richten. Da gibt ja diese berühmte Aussage Jesu Christi mit dem Balken, Matthäus 7,5:
Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen!

Ein jeder, der sich dazu berufen fühlt, hier stellvertretend Anklage der Blasphemie zu erheben und eine Bestrafung fordert, sollte sich überlegen, ober er nicht selbst in eine Falle der Provokation geraten ist. Das Evangelium sagt klipp und klar, dass ein jeder Mensch Erlösung braucht. Jesus Christus ist unser Erlöser, Retter, Fürsprecher und Anwalt. Es gibt keinen anderen Weg (Johannes 14,6). Wer kommt denn auf die Idee, sich in dieser verlorenen und völlig abhängigen Position selbst als den Anwalt Jesu Christi aufzuspielen? Ist nicht dies mindestens ebenso Hochmut?

Der Läster-Paragraph in Italien

Das italienische Strafrecht hat tatsächlich einen Artikel für lästerliche Aussagen oder Handlungen parat. Dies findet sich wieder im Artikel 724 und lautet:
Dispositivo dell’art. 724 Codice Penale
Chiunque pubblicamente bestemmia, con invettive o parole oltraggiose, contro la Divinità [o i Simboli o le Persone venerati nella religione dello Stato] è punito con la sanzione amministrativa pecuniaria da euro 51 a euro 309.

Artikel 724 des Strafgesetzbuches
Wer öffentlich die Gottheit [oder die in der Staatsreligion verehrten Symbole oder Personen] mit Beschimpfungen oder schändlichen Worten lästert, wird mit einer Verwaltungsstrafe zwischen 51 und 309 Euro bestraft.

Mehr Fragen als Antworten

Um über den Vorwurf des italienischen Politikers ein Urteil bilden zu können, müsste man sich ohnehin die gesamte Aufführung mit eigenen Augen ansehen.

Interessant ist in diesem Gesetzestext die Bezeichnung „Gottheit“, ebenso wie „Symbole und Personen“. Das sind äußerst dehnbare Begriffe. So mancher Neapolitaner würde auch Diego Maradonna hinzuzählen wollen. Der Gott der Bibel ist eine Gottheit. Wer und was potenziell noch alles, vielleicht ein „Natur- oder Sonnen-Gott“? Gilt dieser Artikel für alle inne-italienischen Gottheiten, oder auch über die Grenzen hinweg? Würde der Politiker auch für den immer-sitzenden Buddha oder einer der vielen Millionen Götter der Hindus in die Bresche springen? Wer definiert die „Gottheiten und Symbole“? Das Parlament, eine NGO, oder gar der Vatikan?
Fragen über Fragen zu einem so kurzen Artikel.

Normal bliebe keine Zeit zur Anklage

Bibel-Evangelium

Leben und Handeln gemäß dem Evangelium

„Schuster bleibe bei Deinen eigenen Leisten“. Jesus Christus hat es mit dem Balken im Auge erklärt. Räume zuerst vor Deiner eigenen Haustüre auf und siehe zu, dass es sauber bleibt. Kümmere Dich um die anderen, zeige ihnen die Wahrheit auf. Predige das Evangelium und lebe auch danach. Da bleibt kein Raum mehr für anklagende Finger und Richter-Spielchen. Der „tobende Fundamentalist“ ist ohnehin schon vorkonfiguriert (Info).

Der Gottlose macht ein trotziges Gesicht, aber der Gerechte richtet seine Wege aus.
Sprüche 21,29

Bibelverse aus Schlachter 2000

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