Das Apostolische Schreiben von Papst Leo XiV “Dilex Te” ist die konsequente Fortsetzung der katholischen Soziallehre in der Weise der römischen Kirche. Eine semantische Entleerung von Begriffen und deren Umkehrung.
Vorstellung “Dilex te” auf Pressekonferenz
Armut sei eine soziale Sünde. Damit gab Papst Leo XIV der “spirituellen Christenheit” ein neues Schlagwort, ein Narrativ, eine Richtungsweiser auf dem Weg der von jedermann nachzufolgenden Agenda. Der Pontifex veröffentlichte am 04. Oktober 2025 seine Apostolische Exhortation “Dilex te“, worin er seine Gedanken, besser gesagt, seine Weisungen an Politik, Wirtschaft und “Normalsterbliche” zum Besten gibt. Die gekleidet im Gewand der “Liebe zu den Armen”.
Wenig überraschend, dass die soziale Komponente in der Gesellschaft dem Nachfolger seines Namensvetters Leo XIII ein Herzensanliegen ist. Mit dem Beginn seines Pontifikates begründete Leo XIV seine Namenswahl mit der Fortsetzung der in der Enzyklika “Rerum Novarum” (1891) begonnenen Sozial-Ära der römisch-katholischen Kirche. Soziale Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Inklusivität waren auch die zentralen Themen der Enzyklika “Fratelli Tutti” (2020) von Papst Franziskus. Die Menschheit soll schließlich mit der auf dem Naturrecht basierende katholische Soziallehre rundum beglückt werden.

Dilex te sei eine Fortsetzung des Schreibens “Dilexit nos” von Franziskus, so im Wortlaut der neuesten Exhortation. Am vergangenen Donnerstag wurde das Schreiben von Leo im Vatikan offiziell vorgestellt, im Rahmen einer Pressekonferenz. Demnach sei die Liebe zu den Armen für den Glauben existentiell und erfordere eine “Bekehrung der Strukturen”, weil die Armut aus den “Strukturen der Sünde” bestehe, so der vom Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, Kardinal Michael Czerny, genannte gemeinsame Nenner (Quelle).
Stellt dies die Basis aller als notwendig erklärten Maßnahmen gegen die Armut dar, dann kann dieses zu errichtende Gebäude nur auf Treibsand gebaut werden.
- “Bekehrung der Strukturen”
- “Armut ist soziale Sünde”
- “Liebe zu den Armen ist für Glauben existentiell”
So lauten die Kernaussagen dieser auf Naturrecht basierenden römisch-katholischen Philosophie.
Eine zu bekehrende Struktur
Eine “Bekehrung der Strukturen” kann getrost als ein euphemistischer Ausdruck für die Transformation von Wirtschaft, Finanzmarkt, Gesellschaft und natürlich einem jeden einzelnen Menschen gewertet werden. Wobei ein jeder einzelne Mensch als ein solches Individuum, geschweige, mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen, und erst recht mit einem eigenen Gewissen, unbedingt auszumerzen gilt. Inklusion, so das Zauberwort, bereits von Franziskus Mantra-artig zelebriert, was nichts anderes als die Assimilierung des Einzelnen in einen von Wenigen kontrollierten Einheitsbrei bedeutet.
Eben das exakte Gegenteil dessen, was das Evangelium fordert. Die Absonderung von der Welt, sprich von der Masse. Dies tritt automatisch ein, wenn man sich “nur” an den Willen Gottes orientiert. Der Rest ergibt sich von alleine. Der Präfekt hätte auch einfach sagen können, “wir wollen die neue Weltordnung”.
Wenn Armut Sünde ist

Wenn man die Aussage, “Armut ist soziale Sünde”, bzw. die “Armut entstehe aus den Strukturen der Sünde”, einfach so allgemeingültig stehen lässt, kann es ganz schön knifflig werden. Man kann dies auch ohne Biegen und Brechen von der Position aus betrachten, dass ein jeder verarmte Mensch eine Sünde gegen das soziale Zusammenleben begehe, oder römisch-katholisch: gegen das “Allgemeinwohl”. Sieht man es so, wie es Leo XIV wohl vermitteln wollte, wird es auch nicht viel einfacher, denn die Gründe für Armut können so vielfältig sein wie die Farben eines Regenbogens.
– Autounfall, arbeitsunfähig, kein Einkommen – Armut
– Krankheit, arbeitsunfähig, kein Einkommen – Armut
– Raubüberfall, alles Hab und Gut gestohlen – Armut
– Bankencrash – Bail-in – Sparvermögen eingezogen – Armut
– etc.
Es ist, was es ist. Wieder eine solche Phrase, die sich der Sinnentleerung, einer semantischen Umkehrung bedient, weil man sich auf die Denkfaulheit und Reizüberflutung der Menschen inzwischen verlassen kann. Mit dem Wort “Toleranz” hatte man dies schließlich ebenfalls grandios verwirklichen können, ab sofort etwas “ertragen zu müssen”, was man eigentlich aus tiefstem Gewissen in der Gänze ablehnt, nur weil dies die Gesellschaft so einfordert und es “zum guten Ton gehört.”
Umkehrung Ursache und Wirkung
Ohne Liebe zu den Armen könne man nicht glauben, so die Aussage. Eine klassische Umkehrung und zudem sehr artverwandt mit der römisch-katholischen Werksgerechtigkeit. Die Wahrheit ist, dass es die Armen in der Gesellschaft immer geben wird, so wie Jesus Christus schon vor rund 2000 Jahren sagte, Matthäus 26,11:
“Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.“
Eine wichtige Aussage, denn dies ist in Markus 14,7 und Johannes 12,8 jeweils wiederholt dargestellt. Natürlich soll den Armen geholfen werden, Essen, Trinken, bei Krankheit um sie kümmern, Einkleiden. Das ist aber keine existentielle Voraussetzung für den Glauben, sondern die praktizierte Nächstenliebe ist ein sichtbarer Beweis für den wahren Glauben!

Jakobus hatte zum Thema Armut und Glaube ebenfalls etwas Gewichtiges zu sagen, Jakobus 2,5:
“Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, daß sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?“
Das von Jesus Christus dargebrachte Beispiel über reiche Menschen, das Kamel und Nadelöhr ist weithin bekannt (Matthäus 19,24) und wird auch gerne zitiert. Weitaus weniger verlautbart, insbesondere aus den Gefilden der päpstlichen Gemächern, worin der durchschnittliche Knauf einer jeden Türe wohl mehr kostet als ein Tagelöhner im Jahr an Einkommen vorweisen kann, ist die folgende Aussage, Jakobus 2,9;13:
“wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt.
Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.“
Das Evangelium sieht anders aus
Die Barmherzigkeit besteht nicht aus Vergebung der Sünden (gegen Gott) durch Priester, was übrigens im Evangelium unmittelbar als Gotteslästerung definiert ist (Lukas 5,21), auch nicht das Gewähren von irgendwelchen Fiktionen, wie Ablässe, und auch nicht das Weihwasserspritzen und Weihrauchschwingen, sondern die wirkliche Nächstenliebe, indem die Armut gelindert und nicht (verdeckt) gefördert wird. Denn “deine Kaufleute waren die großen der Erde”, so in Offenbarung 18,23 über das endzeitliche Babylon.

Das Ansehen der Person, also die Rücksichtnahme auf Rang und Namen, mit dem sich ein Mensch eingekleidet hat. Nicht die Person handelt, sondern der Mensch und entsprechend wird eine vorzügliche Sonderbehandlung einer Person, vor allem was das Vorhalten der biblischen Wahrheit betrifft, als eine Sünde angerechnet. Nun, das liegt nahe, denn der Mensch Robert Francis Prevost haucht der Person Papst Leo XIV Handlungs- und auch (“hypothetisch”) Deliktfähigkeit ein. Nicht der Name Leo XIV wird beim Gericht aufgerufen werden, wenn die Bücher geöffnet sind (Offenbarung 20,11-15), sondern der Robert.
Das neueste Schreiben des Papstes, kann aber durchaus als ein Schlüssel verwendet werden, um die Vorgehensweise und das traditionelle Denkmuster dieser Kirchenkleriker besser zu begreifen. Anhand dieses Schlüssels formte die Kirche Roms schließlich auch ihr Katechismus sowie die hauseigene Soziallehre. Eine glatte Umkehrung des Evangeliums, was auch der Natur dieser römischen Institution entspricht (Info).
Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen, und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.
Offenbarung 19,20
Bibelverse aus Schlachter 2000
