Die Kampagnen für Pro-Sonntags-Sabbat laufen bereits kräftig. Evangelikale wie auch die römisch-katholische Kirche rühren gemeinsam kräftig im Suppentopf des “dringend notwendigen” Ruhetages zum ersten Tag der Woche. Hierzu bedient man sich den üblichen Missverständnissen und greift auch ziemlich unlauter in die Trickkiste.
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“Ich kann die Nachrichten einfach nicht mehr hören. Sie sind zu deprimierend” und “ich habe genug von der Politik” und “ich brauche eine Auszeit von all dem Gerede und dem Besserwissern”. Mit diesen Worten leitet der Autor eines Meinungsbeitrages auf MSN seine Hommage für die Notwendigkeit eines Ruhetages aus, in der der Mensch endlich mal durchhängen und sich von diesem ganzen Stress erholen könne. Er verstehe durchaus, dass die Leute bei der Flut der Nachrichten und den gezeigten Bildern einfach mal abschalten, ausblenden und auch ignorieren wollten.
Der Autor, Pfarrer John E Harnish, ist ein pensionierter Pastor der United Methodist Church (Quelle).
Das Gegenmittel hierfür gebe es schon seit Urzeiten. Ein altes Rezept, welches bis zum Schöpfungsbericht der Bibel zurückreiche. Dieses Rezept nenne sich “Sabbat”, so der Autor. Denn Gott habe für sechs Tage an Seiner Schöpfung gearbeitet und am siebten Tag geruht. Diesen Tag nannte Gott “Sabbat”. Dann betont der Autor, dass es im Wesentlichen z Gruppen gebe, welche diesen Tag bis zur Gegenwart einhielten. Dies sei im jüdischen Glauben der Fall und auch die Siebenten-Tags-Adventisten (STA) bezeichneten den siebten Tag Sabbat weiterhin für diesen Sabbat gemäß Schöpfungsbericht.
Für Christen sei dies jedoch anders, so sein Einwand. Der erste Tag der Woche habe Priorität und dies sei auch der Grund, warum die Gottesdienste an einem Sonntag abgehalten werden. Das Prinzip sei jedoch gleich geblieben. Die Woche über den Arbeiten nachgehen und am siebenten Tag ruhen. Damit könne für die Beziehung zu Gott, den Freunden und zu sich selbst neue Kraft verliehen werden. Daher sei es an der Zeit, diese Ruhe im “Sabbat” zu finden.
Das übliche Verwirrspiel

Es liegt auf der Hand, dass der Autor, als Methodist ein (einstiger) Protestant, den von ihm betonten Sabbat auf den ersten Tag der Woche, also den Sonntag bezieht. In der Tat heißt das grundlegende Wort “Sabbat” schlicht “Feiertag” im Sinne des Ruhens (nicht Party). Der Autor hob zudem hervor, dass Gott den Sabbat mit dem siebenten Tag Seiner Schöpfung definierte. Immerhin.
Auch dass der Siebenten-Tags-Sabbat von den jüdischen Gemeinden und von der Gemeinde der STA bis heute beachtet wird, aber die Begründung, warum der erste Tag der Woche für die Christen die Priorität haben solle, lässt der Autor missen. Darüber hinaus ist es bemerkenswert, dass er sichtlich zwischen “Christ” und “STA” unterscheidet.
Es bleibt zumindest bei dem üblichen Verwirrspiel, den biblischen Begriff “Sabbat” für den Sonntag als selbstverständlich zu verwenden. Ein Vorgehen, das auch auf politischer Ebene praktiziert wird (Project 2025).
Es wird “solider”

So richtig zur Sache, was die Heiligung des Sonntages betrifft, kommt das Magazin “The Observer”. Auch nicht wirklich überraschend, denn die Macher dieses Magazins bezeichnen sich selbst als “unabhängige Zeitung zum Dienste Notre Dame, St. Marien und Heiliges Kreuz”. Da wird auch nicht lange gefackelt, bis im Beitrag “Sonntagsängste sollten Sonntagsfreuden sein” eine Aussage vorgenommen wird, die auf den ersten Blick ernste Zweifel über deren Seriösität aufkommen lässt (Quelle).
“Zwar stimmt es, dass „der Sabbat für den Menschen da ist, nicht der Mensch für den Sabbat“ (Markus 2,27), doch ist die Sonntagsruhepflicht im Judentum nicht völlig überholt.“
Eine Brise Fantasie
Direkt ein Novum, im Judentum von einer “Sonntagsruhepflicht” zu sprechen. Aus welchem Finger hat sich dies der Autor Richard Taylor tatsächlich heraus gezogen? Schließlich ist es die römisch-katholische Kirche selbst, die den Begriff “jüdischer Sabbat” geschaffen hatte, um so die Verbindlichkeit des päpstlich festgelegten Sonntages zu bekräftigen. Die römische Kirche verteidigt die Einführung des Sonntags explizit und energisch (Info).
Da hilft es auch nichts, den päpstlich verordneten Sonntag als selbstverständlich hinzustellen:
“Das Muster von Anbetung, Ruhe und Freude am Sonntag ist durch Schöpfung und Auferstehung tief in unsere Herzen eingewoben.“
Sonntag – Test für Treue
Dann wird es allerdings “knackig”, obwohl sich der Autor wiederholt lediglich auf die Aussagen des Katechismus der Katholischen Kirche bezieht:
“Wie wir unseren Sonntag verbringen, ist ein Test für unsere Prioritäten. Wenn der Sonntag nicht nur kein Tag der Ruhe ist, sondern ausdrücklich für die Arbeit reserviert wird, dann bestehen wir diesen Test meiner Meinung nach nicht. Wenn die Bibliothek nie voller ist als an einem Sonntagnachmittag, dann bestehen wir diesen Test meiner Meinung nach nicht.“
Hierzu auch das präsentierte Zitat aus dem Katechismus (KKK 2187):
“Die Heiligung der Sonntage und Feiertage erfordert ein gemeinsames Bemühen. Jeder Christ sollte es vermeiden, anderen unnötige Forderungen aufzuerlegen, die sie daran hindern würden, den Tag des Herrn zu begehen.“
Ein weiteres Problem. “Der Tag des Herrn” ist im Evangelium an keiner Stelle als der erste Tag der Woche (Sonntag) definiert, nirgends. Dafür gibt es klare Hinweise, dass der “Tag des Herrn” auf den siebenten Tag (Sabbat) bezogen ist und auf den finalen Tag, wenn der Herr wieder kommen wird, und die Anzahl dieser Beschreibungen in der Bibel ist alles andere als nur knapp (Info).
Daher, so der Autor, schenke Gott uns die “große Freude des Sonntags”. Summe: Für den wahren Gläubigen stelle die Beachtung des Sonntags ein Test seiner Treue dar.
Völlige Umkehrung

Das ist so ziemlich das exakte Gegenteil dessen, was das Evangelium wiedergibt. Offenbarung 7 beschreibt die Versiegelung der “letzten 144.000”. Diese erhalten das Siegel Gottes. Das sind jene, welche nicht das Siegel des Tieres, in anderen Worten, das Malzeichen des Tieres annahmen.
Gott definierte den Siebenten-Tag-Sabbat als Sein Siegel, als Seine Marke, als Sein Zeichen Seiner Autorität, jener wahre und lebendige Gott, der alles geschaffen hat und auch den (gefallenen) Menschen aus der Knechtschaft der Sünde herausführt. Der erste Tag der Woche dagegen ist geschaffen durch die Selbstanmaßung des Papsttums. Dies schon seit den ersten Stunden ihrer Entstehung und seither mit ansteigender Gewalt und Tyrannei den Menschen aufgezwungen. Das ist keine Meinung, sondern historischer Fakt (Info).
Sichtbar werden der Sonntag als “Sabbat”, ein “dringend notwendiger Ruhetag”, intensiviert und im gleichen Fahrwasser das Halten des wahren Siebenten-Tag-Sabbats anhand gezielter Attacken in Angriff genommen. Hierzu ist man sich auch nicht zu schade, bei der Führung der Argumente in die Trickkiste der Fantasien zu greifen. Der bereits aufgekommene Wind nimmt an Kraft zu.
Für die säkulare Welt wie auch für Nicht-Christen ist auch gesorgt. Dort läuft es auf der Schiene des Natur- und Umweltschutzes, der die Sonntagsruhe unbedingt erforderlich mache. Das überwiegend muslimische Land Pakistan gehört zu den Vorreitern. Die Stadt Lahore zieht die Zügel im seit Jahren anhaltenden “Kampf gegen den Smog” immer weiter an und verordnete strikte Zeiten für Laden- und Geschäftsschluss, insbesondere zum Sonntag.
Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.
Offenbarung 12,17
Bibelverse aus Schlachter 2000








