Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Krönung Charles III. im Zeichen der Ökumene Roms

Krönung Charles III. im Zeichen der Ökumene Roms

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Die offizielle Inthronisierung des Königs Charles III. am 06. Mai 2023 steht eindeutig im Zeichen der von Rom vorangetriebenen Ökumene. Mit Blick auf diverse Einzelheiten in der Vergangenheit Englands, dem Commonwealth und dem Papsttum, dürfte der einst „ewige Thronfolger“ künftig für einige Überraschungen sorgen.

Die Ökumene tritt deutlich hervor

Mit der offiziellen Krönung des ehemaligen gefühlten „Ewigkeits-Prinzen“ und nun König Charles III. weht während der Inthronisierungs-Zeremonie ein neuer ökumenischer Wind. Zum ersten Mal werden während den Feierlichkeiten wieder Bischöfe der römisch katholischen Kirche mit dabei sein. Diese Aufseher Roms steht nicht nur eine passive Zuseher-Rolle zu, sondern Kardinal Vincent Nichols und Erzbischof von Westminster wird gemäß Protokoll (Seite 20) der Anglikanischen Kirche über den frisch gekrönten Charles III. einen Segen aussprechen. Dies, obwohl Charles III. in seinem Schwur feierlich beteuern wird, ein treuer Protestant zu sein (Protokoll Seite 6). Zuvor kommt mit dem gleichen Anlieger Nikitas Loulias, der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Thyateira & Großbritannien zu Wort.

Charles III. ist nun Verteidiger allen Glaubens

Buckingham Palace

Die Residenz Charles‘ III. – Buckingham Palace in London, Westminster

Die Anwesenheit von Vertretern anderer Glaubensrichtungen sei ein Wunsch des Charles III. selbst gewesen. Dies passte auch mit seiner Regentschaft als König zu einem weiteren Novum. Die bisherigen Könige bzw. Königinnen waren u.a. „Defender of THE faith“, also „Verteidiger DES Glaubens“. Mit Charles III. hat sich dieser Titel bzw. diese Funktion etwas geändert.

Zwar ist Charles III. noch immer das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, aber sein Verteidigungswille gilt nun einem erweiterten Feld. Der neue König ist nun „Defender of faith“, also „Verteidiger des Glaubens“, im Sinne eines jeglichen Glaubens. Er verteidigt somit nicht mehr ausschließlich den einst protestantischen Glauben der Anglikanischen Kirche, sondern quasi das Recht, (irgendwas) glauben zu dürfen. Eine nur allzu logische Konsequenz der von Rom angetriebenen Ökumene. Der traditionell die Krönung durchführende Erzbischof von Canterbury selbst nennt sich nach wie vor „Defender of THE faith“. Dieser führt jedoch das „Eucharistische Hochgebet“ durch und bewegt sich damit ebenfalls meilenweit fern vom ursprünglichen Protestantismus.

Anglikanische Kirche ist längst wieder römisch

Die Anglikanische Kirche ist längst ein verlängerter Arm Roms. Die Reformation in England begann mit William Tyndale in Oxford und in Oxford wurde auch das Ende des Protestantismus eingeleitet. Federführend für die schleichende Unterwanderung der Anglikanischen Kirche von Rom war John Henry Newman (21. Februar 1801 bis 11. August 1890). Noch als Pfarrer der protestantischen Kirche Englands „überkam“ Newman die Idee der schleichenden und stückweise Rückführung katholischer Utensilien in die Kirchen. Dazu gehörten neben Bilder und Figuren auch ein Altar. Im Jahr 1845 konvertierte Newman zur katholischen Kirche, um letztendlich im Jahr 1879 vom Papst Leo XIII. zum Kardinaldiakon ernannt zu werden. Welch eine Karriere.

Newman ein Diener Roms

Mit seinen auch als die sog. Oxford-Bewegung genannten Umtrieben scheint der spätere Kardinal Newman der Kirche Roms einen derart wertvollen Dienst geleistet zu haben, dass seine Seligsprechung schon kurz nach seinem Tod der Wunsch zahlreicher Katholiken war. Im Jahr 1991 ernannte Papst Johannes Paul II. Newman zum „Ehrenwürdigen Diener Gottes“. Am 11. August 2008 sollten die sterblichen Überreste Kardinal Newmans exhumiert werden, um diese in einen Sarkophag in die Oratorianer-Kirche von Birmingham zu überführen. Im Sarg lagen jedoch nur Kleidungsstücke, aber keine menschlichen Überreste. Papst Benedikt XVI. erkannte diesen Umstand als ein offizielles Wunder an. September 2010 sprach Benedikt Kardinal Newman für selig.

England kehrte in Besitztümer Roms zurück

Die „Heimkehr“ der Anglikanischen Kirche gen Rom war quasi am 28. Mai 1982 besiegelt. An diesem Tag betrat mit Johannes Paul II. der erste Papst in der Geschichte den Boden Englands und küsste diesen auch gleich. Nicht gerade ein Zeichen der innigen Liebe, dafür aber ein deutliches Signal des Eigentumsanspruches. Dieser Anspruch galt bereits seit dem Jahr 1215. Ein unglückliches Zusammenspiel zwischen dem König John I. und Papst Innozenz III. Die hochgehaltene „Magna Carta der Menschenrechte“ hatte noch einen gehörigen „Nebenschauplatz“, welcher allerdings eher unter dem Teppich gehalten wird. Papst Innozent III. erklärte sämtliche Vereinbarungen zwischen König John I. und seinen Herzögen per Bulle für Null und Nichtig. Gleichzeitig machte der Papst das Vertragswerk zwischen ihm und John I. geltend und dieses unterzeichnete der König im Haus der Templer bei Anwesenheit von 12 Templer-Rittern. Dieses Vertragswerk besagte die Abtretung sämtlicher Königsansprüche samt allen Besitztümern und Ländereien sowie Nebenbesitztümern. Das solle gelten für alle künftigen Könige und Päpste.

Rom ist nach wie vor „Schutzmacht“ der Krone

Seither ist das Papsttum die „Schutzmacht“ der Englischen Krone. In anderen Worten, der König ist Vasall des Papstes. Zu den Ländereien gehören somit auch das Commonwealth, also z.B. Neuseeland, Australien, Indien, Kanada und Südafrika. Im letzteren Land gab es in der Neuzeit ein paar „Hakeleien“. Im September 1988 landete Papst Johannes Paul II. wider Willen in Johannesburg, Südafrika. Auf dem Weg nach Lesotho musste der Papst-Flieger aufgrund Schlechtwetter und dem darauf folgenden Treibstoffmangel notlanden. Der Papst stieg aus und unterließ es, den Boden zu küssen. Dieser sei zu schmierig gewesen, so die Begründung. Zu dieser Zeit herrschte in Südafrika noch das Apartheits-Regime.

Nelson Mandela war sehr Rom-freundlich

Nelson Mandela

Nelson Mandela kam mit seiner politischen Herkunft Rom sehr nahe

Ein paar Jahre später, unter der Regentschaft von Nelson Mandela, waren politisch andere Saiten aufgezogen. Im Juni 1990 unternahm der frische Präsident Mandela seinen Antrittsbesuch im Vatikan. So kam es am 16. September 1995 auch zu einem Besuch des Papstes während seiner „Apostolischen Reise“ neben Kamerun und Kenia.

Wie einst Kardinal Newman scheint auch Nelson Mandela der römischen Kirche sehr zuträglich gewesen zu sein. Im Jahr 1996 wurde Mandela ein Ritter des Johanniterordens und im Jahr 2004 erhielt der die höchstmögliche Auszeichnung des Ritterorden von Malta. Als Ritter, die antike Bezeichnung eines Soldaten, eines katholischen Ordens hat man nur einem einzigen Dienstherren zu folgen und das ist, genau, der Papst. Nicht zu vergessen, Südafrika ist Bestandteil des Commonwealth und somit ein Teil der Englischen Krone und diese ist unter der „Schirmherrschaft“ Roms.

Charles III. könnte durchaus überraschen

Nun wird also König Charles III. inthronisiert, der seine geerbte „Krone Englands“ gemäß der im 13. Jahrhundert vertraglich festgesetzten Bedingungen fortsetzen wird. Ganz im Sinne der Ökumene Roms. Bisher tat sich der König zu „Prinzen-Zeiten“ als Ankündiger des Klimawandels und der Botschafter der Schutzbedürftigkeit der „Mutter Erde“ hervor.

Coat of Arms Prince Charles of Whales

Wappen Prinz Charles bis 2022 – Ein roter Drachen ist mit dabei

Es mag ein Zufall sein, dass die Mutter von Charles Elisabeth hieß, ebenso wie die Mutter des Johannes des Täufers, der Ankündiger des Messias. Es mag Zufall sein, dass die Mutter seiner beiden Söhne Diana hieß, ebenso wie die vom heidnischen Rom verehrte Mutter der Fruchtbarkeit, Namens Diana. Die damalige Prinzessin wirbelte nach ihrem Interview am 20. November 1995 mit BBC ziemlich viel Staub auf, nachdem sie sich quasi als reine „Gebärmaschine“ für ihre Kinder sah. Und es mag ebenso Zufall sein, dass einer seiner beiden Söhne gen Amerika ausgewandert ist, welches einst im Besitztums der Englischen Krone gewesen ist und somit auch in das Vertragswerk mit Papst Innozenz III. fällt.

Thyatira hat interessanten Hintergrund

Auch der bei der Krönung den Segen gebende griechisch-orthodoxe Erzbischof von Thyateira & Großbritannien fällt ins Auge. Thyatreira bzw. Thyatira ist im Buch der Offenbarung die vierte angeschriebene Gemeinde (Off. 2, 18-29). Übersetzt heißt Thyatira etwa „der süße Duft der Werke“ sowie „Satans Lehren“. Diese Stadt war samt des errichteten Tempels einst dem röm. Sonnengott Apollon gewidmet. Bekannt waren zu dieser Zeit die dort hergestellten purpurfarbenen Stoffe, die aufgetragene Farbe der heutigen Bischöfe.

Zumindest darf mit der offiziellen „Aktivierung“ des König Charles III. mit einem neuen Wind und wohl mit so mancher „Überraschung“ gerechnet werden.

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