Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Konstantin als Patron des katholischen „Heiligen Jahr 2025“

Konstantin als Patron des katholischen „Heiligen Jahr 2025“

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Das Jahr 2025 ist für die katholische Kirche ein besonderes „heiliges Jahr“. Mit dem Konzil zu Nizäa wurden weitere Ecksteine des Katholizismus gelegt und Kaiser Konstantin war demnach der Wegbereiter und Patron der Christen. Ein Missverständnis aufgrund der beständigen Verwechslung von Christentum mit dem Katholizismus.

„Heiliges Jahr 2025“ – Rückbesinnung auf Konstantin

Das Jahr 2025 wird ein „Heiliges Jahr“ sein, so die Festlegung der römisch katholischen Kirche. Der Grund für dieses als außergewöhnlich erklärte Jahr 2025 ist die im Jahr 325 veranstaltete Synode von Nizäa. Damit jährt sich dieses Zusammentreffen der damals elitären Geistlichen zum 1700ten mal. Während dieses Treffens legten die damaligen vermeintlichen Ausleger des Evangeliums einschneidende Dogmen fest. Diese festgesetzten Lehren könnten als Grundsteinlegung des Katholizismus bezeichnet werden. Keine Überraschung also, dass diese illustre Runde aus mit fiktiven Sonnenscheiben bestrahlten Bischöfe heute von der römischen Kirche nicht nur hoch sondern auch heilig gehalten wird.

Verordnete Sonntagsruhe

Kaiser Konstantin

Kaiser Konstantin erringt die Alleinherrschaft

Nur vier Jahre vor dem Treffen in Nizäa stellte der damalige Kaiser Konstantin die Weichen für das weitere Fortbestehen der sich inzwischen formierenden Kirche Roms. Mit der Festlegung des „Sonntagsgesetzes“ zur Ehren des römischen Sonnen-Gottes, befehligte der Kaiser die Einhaltung des Sonntags („Sonnen-Tages“) der allgemeinen Ruhe. Domradio zitiert die Verfügung Konstantins:

„Alle Richter, die Stadtbevölkerung und die Betriebe aller Gewerbe sollen am verehrungswürdigen Sonn-Tag (venerabilis die solis) ruhen. Die ländliche Bevölkerung soll dennoch der Landwirtschaft frei und ungehindert nachgehen, da es oft vorkommt, dass es keinen besseren Tag gibt, um Getreide zu säen oder Weinstöcke zu pflanzen; denn ein Vorteil, den die himmlische Vorsehung gewährt hat, soll nicht durch die Wahl des Zeitpunkts verschenkt werden.“

Im Mittelpunkt dieser Gesetzgebung stand somit ohne Zweifel der römische Sonnen-Gott und nicht irgendein Anliegen, welcher bis heute als der „Auferstehungstag Christi“ bezeichnet wird.

Konstantin wird als Christ stilisiert

Das katholische Online-Magazin „Die Tagespost“ beleuchtet die Entwicklungen Konstantins während den Jahren vor der Synode zu Nizäa, anlässlich des bevorstehenden „Heiligen Jahr 2025“. Bei dem Versuch, Kaiser Konstantin als einen wahrhaft bekehrten Christen darzustellen, verdeutlicht jedoch der Autor – wohl eher unbeabsichtigt – den markanten Unterschied zwischen dem Christentum des Evangeliums und dem Katholizismus.

Der kaiserliche Traum

Traum

Konstantin träumte vom Höheren

Demnach hatte Konstantin im Jahr 312 nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke (Rom) gegen seinen Gegner Maxentius freie Bahn, um das damals noch als Sekte bezeichnete Christentum zu einer anerkannten Religion erklären zu können. Den Sieg soll Konstantin gemäß den Erzählungen mehrerer Quellen aufgrund seines für diese entscheidende Schlacht verwendeten Christusmonogramms auf den Bannern und Schildern der Soldaten errungen haben.
Diese Geschichtsquellen erzählen von einem Traum, den Konstantin gehabt haben soll, in dem er dazu aufgerufen wurde, dieses Monogramm zu verwenden. Kritiker dieser Variante halten jedoch dagegen, dass ein jeglicher römischer Kaiser eine Form des „göttlichen Beistandes“ in Anspruch nahmen und somit auch die Visionen Konstantins als eine propagandistische Selbstdarstellung eingeordnet werden könne.

Konstantin bekannte sich zum Christentum

Der Autor beschreibt einen vom römischen Senat errichteten Triumphbogen zu Ehren des Kaisers Konstatin, dargestellt als der unbesiegbare Sonnengott („sol invictus“). Während dies noch keinerlei Andeutungen des Christentums bezeugte, sei Konstantin jedoch anders eingestellt gewesen. Im Jahr 314 berief Konstantin das Konzil von Arles ein. Er beabsichtigte dem Streit zwischen den Bischöfen der Römischen Delegation und den Geistlichen des Donatismus (Nordafrika) zu beenden. Die Vertreter in Nordafrika zeigten sich mit diversen Lehren der Kirche Roms nicht einverstanden. Dazu beabsichtigten die Bischöfe die Zeremonien zu den Osterfestlichkeiten festzulegen.

Zu diesem Anlass soll Konstantin gemäß des Autors sich zum christlichen Glauben bekannt haben. „Der allmächtige Gott, der in der Höhe des Himmels wohnt, schenkte, was ich nicht verdient hatte. Gewiss lässt sich nicht sagen noch aufzählen, was er in seiner Gnade mir, seinem Knecht, gegeben hat„, so ein dargelegtes Zitat (ohne Quellennachweis).

Der Beschützer des Christentums

Obelisk Istanbul

Historisches Heidentum auch im heutigen Istanbul

Im Jahr 324 erlangte Konstantin nach seinem Sieg über Licinius die Alleinherrschaft. Noch im gleichen Jahr verlegte der Kaiser seinen Hauptsitz nach Byzanz und benannte diese Stadt in all seiner „Bescheidenheit“ um in Konstantinopel (heute Istanbul). Ab diesem Zeitpunkt hatte Konstantin jegliche Freiheiten, „seine Vorstellungen von der Rolle des christlichen Glaubens in allen Teilen des Reiches“ zu realisieren, so der Autor in „Die Tagespost“. Während Konstantin als ein Verteidiger des Christentums hervortat, war Licinius ein erklärter Gegner des christlichen Glaubens. Entsprechend waren auch die Menschen im Herrschaftsgebiet des Licinius dem Christentum eher feindlich eingestellt. Der Sieg Konstantins über Licinius wird als ein Sieg des Christentums über das Heidentum verstanden.

Der vom Autor zitierte Ernst Dassmann hatte zu den Entwicklungen in der Zeit Konstantins folgende Zusammenfassung parat:

„Es geht in diesem Kampf um die Universalmonarchie, und die ist religiös gedacht und begründet. Das vereinigte Reich soll wieder ein einziges Haupt erhalten. Der Monarchie Gottes entspricht die Monarchie des römischen Kaisers; das universelle Reich der Römer korrespondiert dem universellen Reich Gottes.“

Wer Dassmann ist, erklärte „Die Tagespost“ nicht. Die Recherchen zeigen, dass Dassmann Ende Januar 1931 in Coesfeld geboren wurde und ein deutscher Kirchenhistoriker, Christlicher Archäologe und Patrologe ist.

Nach wie vor gebe es unbeantwortete Detailfragen zur „Aufrichtigkeit der Bekehrung Konstantins“. Dennoch komme die Forschung zum „klaren Ergebnis“, dass Konstantin als Christ gelte.

Eine „Universalmonarchie, religiös und auch weltlich, erklärt als eine „Monarchie Gottes“ für ein „universelles Reich“. Bei derlei Tönen dürfte das Herz des Pontifex in Rom das Herz universell hörbar höher schlagen.

War Konstantin Christ oder Katholik?

Sonne Basilika Vatikan

Die Sonne auch im Zentrum der katholischen Kirche

Die Vermischung von christlichen Lehren und die des römischen Kaiserreiches sind unverkennbar und auch heute noch sichtbares Ebenbild in der katholischen Kirche. Seien es die „Heiligenscheine“ hinter den Köpfen der seit vielen Jahren verstorbenen und heute noch angebeteten „Heiligen“, die strahlende Sonne der Monstranz, die Sonne über so manche katholischen Altäre oder das bei jeder Messe als Hostie erklärte Sonnensymbol, die Sonne ist im Katholizismus allgegenwärtig. Dies trifft auf den verehrten Sonntag („Sonnen-Tag“) ebenso zu, wie auf die Theorien der aus der Philosophie geborenen Natur-Verehrung eines Franz von Assisi, von Papst Franziskus „zu Herzen“ genommen und als „Laudato si‘“ an die Öffentlichkeit getragen.

Kaiser Konstantin mag durchaus christliche Züge angenommen haben. Der Autor betont auch, dass das Konstantin als ein Christ gilt, also diese Eigenschaft lediglich seitens der katholischen Kirche zur Geltung gebracht wird. Aber Christ war Konstantin ganz gewiss nicht, sondern definitiv ein Katholik.

Wenn die Kirche Roms etwas zur Geltung bringt…

Konstantin stand als Kaiser noch über dem Bischof von Rom. Das Einberufen von Konzilen unterlag noch dem Gutdünken des Kaiser. Mit seinem Tod änderte sich die Lage jedoch sehr schnell.

Konstantin verschenkte alles?

Silvester und Konstantin

Urkundenfälschung – Der größte Betrug der katholischen Kirche des Mittelalters

Wie es um den Wahrheitsgehalt der katholischen Geschichtsaufarbeitung bestellt ist, wenn es darum geht, etwas zur Geltung zu bringen, zeigte sich bereits in der Zeit um das Jahr 800. Zu diesem Zeitpunkt tauchte eine Urkunde auf, welche angeblich in den Jahren 315 bis 317 vom Kaiser Konstantin ausgestellt worden sein sollte. Also zu einem Zeitpunkt, als Konstantin noch gar nicht die Alleinherrschaft inne hatte. Diese Urkunde ging als die „Konstantinische Schenkung“ (Constitutum Constantini bzw. Donatio Constantini) in die Geschichte ein. Diese Urkunde soll nach Darstellung der Kirche Roms der damalige Bischof von Rom, Silvester I. (Pontifex von 314 bis 335), erhalten haben. Mit dieser Urkunde übergab Konstantin dem Bischof von Rom und allen seinen Nachfolgern, für alle Zeiten, die politische Oberherrschaft über Rom und Italien, sowie die gesamte Westhälfte des Römischen Reiches und dazu auch die Oberherrschaft über das gesamte „Erdenrund“.

Roms Betrug flog auf

Betrugssiegel

Chronischer Lug und Betrug mit päpstlichem Siegel

Erst bzw. schon im Jahr 1440 wies der Humanist Lorenzo Valla die Urkunde der Konstantinischen Schenkung als eine Fälschung nach. Für die Päpste war diese Urkunde ein nützliches Mittel, um ihre territoriale Vormacht sowie die Herrschaft über das Christentum zu begründen. Der Machtanspruch des Papstes als Nachfolger des römischen Kaisertums gründete somit auf einer (plumpen) Fälschung. Obwohl diese Lüge bereits im Jahr 1440 aufgedeckt wurde, dauerte es noch einige Jahrzehnte, bis dieser gewaltige Betrug der römisch katholischen Kirche einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Dies geschah im Zuge der Reformation.

Die nächste Lüge folgt sogleich

Seit den Anfängen des 17. Jahrhunderts gibt die Kirche Roms zwar offen zu, dass es sich mit der Urkunde um eine Fälschung handelt, aber die Schenkung Konstantins habe es dennoch gegeben. Außerdem liege die Verantwortung für diese Urkundenfälschung nicht bei der Kirche, sondern bei den Griechen.

Diese Behauptung stellte sich im 19. Jahrhundert als eine weitere Lüge seitens der römischen Kirche heraus. Ignaz Döllinger, ein katholischer Gelehrter, wies nach, dass die Darstellung der Verantwortlichkeit Griechenlands und die Übersetzung der Urkunde ins Lateinische unmöglich wahr sein kann. Seither vertritt auch der Vatikan die Ansicht, dass es sich um Fälschungen handeln müsse und daraus kein Anspruch auf die weltliche Macht erhoben werden könne.

Schon das (sandige) Fundament dieser Kirche gründet auf Lug und Betrug. Dieser auf der Natur eines Simon Magus und nicht Simon Petrus basierende Charakter ist somit angeboren und setzte sich über das „finstere Mittelalter“, der Zeit der „Aufklärung“ und den aktuellen Umbrüchen bis in die aktuelle Zeit fort. Die Verführung und Irreführung der Menschen ist in dieser Kirche quasi genetisch festgelegt und die Bibel kennt dieses „Tier“ sehr genau.

und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Greuel der Erde.
(Offenbarung 17,5)

Bibelverse aus Schlachter 2000

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