König David – Menschliche Größe und Vorbild – Und ein Mörder

Kampf vor Sonne

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David, der einstige König Israels, wird gerne als ein Held und Vorbild durch seinen Wandel hervorgehoben. In den Mittelpunkt gerückt ist meist seine menschliche Größe, kaum aber seine tiefschwarzen Schattenseiten und schon gar nicht die damit zusammenhängende Reue und Umkehr. Das passt nicht ins Narrativ des Kuschel-Evangeliums.

David – Die Lichtgestalt unter den Königen

Israels König David ist offenbar eine beliebte Figur der Bibel, um Nächstenliebe und die Fürsorge untereinander zu unterstreichen. Er sei ein Musterbeispiel. Nicht nur ein „großer Kriegsheld“, der als noch Jugendlicher den vermeintlich unbesiegbaren Goliath mit einer einfachen Steinschleuder niederstreckte, nicht nur ein großer König, sondern David sei auch großzügig gewesen. Er hätte die Möglichkeit gehabt, seinen ärgsten Verfolger, seinen Vorgänger König Saul, zu töten. Doch David verschonte das Leben des Verfolgers und das sei echte Größe.

David sei der größte König gewesen, den Israel je hatte. Das mag zutreffen. Aber mal spitzfindig betrachtet, gab es nicht viele Könige, die ein damals Gesamt-Israel regierten. Der erste König war Saul, der zweite war David, nach ihm sein Sohn Salomon. Und dann war auch schon wieder Schluss. Alle drei Könige regierten jeweils 40 Jahre lang und nach Salomon kam es zu einer Teilung Israels in einen Nordstaat Israel mit der Hauptstadt Samaria und einem Südstaat Juda mit der Hauptstadt Jerusalem.

Nach Salomon folgten zwei Könige, der eine war der König Israels, Jerobeam, und der andere war der König Judas, Rehabeam. Im Grunde kann es nur eine „Top 3“ der Könige Gesamt-Israels geben. In den Charts würde Saul sicher den dritten Platz einnehmen.

Die große Geste Davids

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Davids Gottesfürchtigkeit im Hintergrund

Tatsächlich war es eine sehr noble Geste von David, dass er König Saul nicht tötete, als er die einfache Möglichkeit dazu hatte. Die Geschichte ist in 1. Samuel 24,1-20 zu finden. Saul geriet in buchstäbliche Reichweite zum Schwert Davids, der sich in einer Höhle versteckt hielt. Saul ging in diese Höhle hinein und bemerkte David gar nicht. Es hätte ein „klassischer Meuchelmord“ sein können.

Doch David verzichtete auf den tödlichen Schwertstreich und schnitt Saul heimlich ein Stück seines Rockzipfels ab. Nachdem Saul wieder aus der Höhle gegangen war, folgte David nach und präsentierte seinem Verfolger die „Beute“. David zeigte damit auf, dass er durchaus in der Lage gewesen wäre, dem Leben Sauls ein Ende zu bereiten.

Der „menschliche“ David

Dargestellt wird diese heroische Tat von David als seine echte Größe. Die demonstrativ gezeigte Menschlichkeit. David und seine Großtat aufgrund seines Bestrebens des Miteinanders, anstatt des Gegeneinanders. Ein Vorbild für uns alle. Der Hintergrund, das eigentlich primäre Motiv für das Schonen seines Kontrahenten, bleibt hier aber regelmäßig verschwiegen. David gab seinen ihn nachfolgenden Männern eine Erklärung ab, warum er sich dazu entschieden hat, Saul nicht zu töten, 1. Samuel 24,7:
Das lasse der Herr ferne von mir sein, daß ich so etwas tue und meine Hand an meinen Herrn, den Gesalbten des Herrn, lege; denn er ist der Gesalbte des Herrn!„.

Der Gesalbte des Herrn war an dieser Stelle Saul, der König von Israel. Denn Gott ist es, der die Regierungen einsetzt und auch wieder beseitigt. Dass Gott die Könige bzw. Obrigkeiten beruft und auch wieder absetzt, bestätigten Daniel
Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand“ (Daniel 2,21)
und Paulus
Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt.“ (Römer 13,1).

Es war somit in erster Linie die Gottesfürchtigkeit Davids, die ihn, wie er selbst sagte, von der Tötung Sauls abhielt. Die Größe Davids liegt somit weniger in seinem „heroischen Charakter“, sondern in seinem tief sitzenden Glauben. Dieser Umstand passt aber nicht in die „post-moderne Theologie“ des Humanismus und wird daher sehr gerne ausgeklammert.

Rabenschwarze Seite Davids

David hatte nicht nur heldenhafte Seiten, sondern auch Kohlraben-schwarze Eigenschaften. Schwere Vergehen, die überhaupt nicht in das gerne gezeigte Bild des großen Vorbildes für Mitmenschlichkeit passten. Der damalige König (Gesamt-) Israels war auch ein Ehebrecher und ein Auftraggeber für die mutwillige Tötung eines Mannes. Beide Taten hängen zusammen, und zwar derart perfide, dass sich die heutigen Medien mit Wonne darauf stürzen würden, um dieses Thema in den nächsten Wochen gänzlich auszuschlachten.

Israel hatte militärische Auseinandersetzungen mit den Ammonitern. Diese wurden geschlagen und die israelischen Streitkräfte belagerten die Ammoniter-Stadt Rabba. König David blieb in Jerusalem. Bei einem abendlichen Rundgang auf dem Dach seines königlichen Hauses sah David in der Nachbarschaft eine schöne Frau. Sie war gerade bei einem Bad. David ließ diese Frau zu sich holen, obwohl er wusste, dass es sich mit dieser Frau um Bathseba handelte. Sie war die Ehefrau von Urija, ein Hetiter, einer der in Davids Armee treuesten Gefolgsmänner. Das kümmerte den König aber nicht. Bathseba wurde schwanger.

Bewusst dem Tod ausgeliefert

Schädel
Der betrogene Ehemann sollte sterben

Anstatt für einen reinen Tisch zu sorgen, ließ David Urija, den betrogenen Ehemann, zu sich rufen und befragte ihn über den Zustand der Streitkräfte und wie es „an der Front“ aussehe. Im Anschluss gab David seinem Gefolgsmann frei, damit dieser zu seiner Frau gehen könne. Doch Urija zog es vor, sich zu seinen Kameraden zu begeben, weil die Gefahr von Überfällen zu groß gewesen ist.

David beauftragte Joab, sein Neffe und Heeresführer, im nächsten anstehenden Kampf Urija direkt an die Front zu stellen und sich von ihm zurückzuziehen. Urija sollte umkommen und so geschah es dann auch. Der betrogene Ehemann, an die Front geschickt und dort alleine gelassen, fiel im Kampf.

Ehebruch und den betrogenen Ehemann in den Tod geschickt. Heute würde man sagen, heimtückischer Mord aus niederen Beweggründen. Das ist starker Tobak. Aber auch das war David, neben seinem Heldentum. Die rabenschwarze Seite Davids kann in 2. Samuel 11 nachgelesen werden.

Verschwiegener wahrer Hintergrund

Soviel zum Gesamtbild Davids. Ein Held im jugendlichen Alter und gezeigte Größe als junger Kerl. Ins Narrativ des heute besonders von den einst evangelischen Kirchen gelehrten „Humanismus-Evangelium“ passen Ehebruch und Auftragsmord ganz und gar nicht ins Konzept. Da aber David in der Linie Juda gewesen ist und damit schließlich auch der Stammvater Jesu Christi (aus dem Hause Davids) war, zieht man es vor, diese Verbrechen des einstigen „größten Königs“ Israels eher nicht zu thematisieren. Denn dann käme man in die Verlegenheit, die nach wie vor bestehende Vorbildfunktion Davids zu erklären. Darin dürfte auch der Knackpunkt liegen.

Das „große Geheimnis“, warum Gott dennoch an David festhielt und aus seiner Nachkommenschaft sogar Sein Wort durch den „Spross“ und Menschen Jesus Christus in diese Welt kommen ließ, liegt in der Umkehr und Buße Davids. Der Ehebrecher und Auftragsmörder erkannte sein Verbrechen und knickte in Reue vollkommen ein. David demütigte sich, flehte, bat um Vergebung.

Dieser Hintergrund erklärt zudem so manchen besonderen Charakter der zahlreichen von David hinterlassenen Lieder und Gedichte, die in den Psalmen wiederzufinden sind. Im absoluten Zentrum stehen Erkennen der Sünde, die Umkehr und die schier endlos erscheinende Gnade Gottes gegenüber dem reuigen Sünder.

Gegen das Narrativ des Kuschel-Evangeliums

Teddybaerchen
Glaube muss sich nur ‚gut anfühlen‘

Die Erkenntnis der Sünde, die Umkehr, die Buße und Reue waren zudem zentrales Anliegen von Jesus Christus in Seinem Wirken als Mensch. Das ist die fundamentale Voraussetzung, um überhaupt in die Gnade fallen zu können. Exakt diesen Zusammenhang meiden die Kirchen heute wie der „Teufel das Weihwasser“. Es wird nicht thematisiert, nicht angesprochen, ja geradezu unterdrückt.

Stattdessen vermitteln die Kirchen den Menschen eine Selbstgerechtigkeit, eine Gnade Gottes trotz nicht erfolgter Umkehr und Reue, eine Erlösung in den Sünden. Fatal, denn kein Mensch wird durch eigene gute Werke gerettet und auch nicht bei verbliebenen Sünden. Diese gilt es unbedingt abzulegen (Info).

Alle, die dem von den ehemalig evangelischen Kirchen breit vermittelten „Schönwetter-Kuschel-Evangelium“ folgen, an einen alles umarmenden und knuddelnden Jesus gemäß den seltsamen Erzählungen der Serie „The Chosen“ glauben, müssen nun sehr tapfer sein. Jesus Christus hatte in Seiner Ahnenlinie mit David nicht nur einen Ehebrecher und Auftragsmörder, sondern mit der Ehefrau von Boas, die Ruth, eine Moabiterin. Also eine waschechte Heidin. Es kommt noch dicker. Der Vater von Boas, Salmon, heiratete Rahab. Sie war damit die Mutter von Boas. Rahab war ebenfalls eine Heidin und dazu eine in der Stadt Jericho sehr bekannte Prostituierte.

Übrigens: Diese Jesus-Serie „The Chosen“ berücksichtigt lediglich rund 5 Prozents des Evangeliums. Der „große Rest“ ist nicht nur „emotional-romantische Fantasie“, sondern enthält sogar Bestandteile der Philosophie der luziferanischen Mormonen (Info).

Einzig die geistliche Komponente zählt

Bibel Buch Daniel
Das Wort Gottes immer selbst studieren

Eine Hure, eine Heidin, einen Ehebrecher und Auftragsmörder. Eine ganze Palette. Schmälert dies die „Qualität“ des Menschen Jesus Christus, da Er schließlich ein aus dieser „befleckten“ Linie hervorgekommener Spross gewesen ist? Nein. Für den Verfechter fleischlicher Abstammungen sicher ein Manko, aber im geistlichen Sinne, und darum geht es ausschließlich, ist sogar das Gegenteil der Fall. Das zeigt eindrucksvoll, dass Gott, Sein Gesetz und Seine Gnade, nicht nur die „biologische“ Abstammung seit Abraham über Isaak und Jakob eine Gültigkeit hat, sondern für die gesamte Menschheit.

Rahab, die Hure von Jericho, glaubte den Kundschaftern aus dem Volk Israel, die ihr die kommende Zerstörung Jerichos ankündigten. Ruth, die Moabiterin, die ihren zukünftigen Ehemann Boas bei der Gerstenernte („Frühernte“) traf, bekannte sich zum Volk Israel und zu Gott. David, der Ehebrecher und Auftragsmörder, kehrte um und bereute seine Taten in aller Demut.

Sie alle fanden Gnade aufgrund ihres Glaubens, ihrer Umkehr und dem Wandeln auf Gottes vorgegebenen Weg. Ihre Sünden waren vergeben (Info). Alles Umstände, die heute von den Kirchen und ihren „Allversöhnungs-Erzählungen“ eisern und beharrlich ausgeklammert werden.

Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.
Judas 1,4

Bibelverse aus Schlachter 2000

König David – Menschliche Größe und Vorbild – Und ein Mörder
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