Katholische und Evangelische Kirche fordern Politik-Engagement

Vote

English


Hohe Vertreter der römisch-katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirche rufen gemeinsam dazu auf, sich als Christ aktiv im politischen Geschehen einzubringen. Man müsse die eigenen Werte einbringen und so die Demokratie stärken. Ein Aufruf, der diametral gegenüber Gottes Aufforderung steht.

Aufruf: “Christen sollen kandidieren”

Nicht nur politische Teilhabe, sondern sich sogar aktiv an der Politik beteiligen, so die Vorstellung von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, und Landesbischof Christian Kopp, Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. In einem gemeinsamen Aufruf ermuntern sie dazu, für die Kommunalwahl 2026 in Bayern sich selbst als Kandidat aufzustellen. Neben dem Aufruf an die allgemeinen Bürger, einen Beitrag für die Demokratie zu leisten, betonen Marx und Kopp insbesondere das Engagement der Christen. Diese sollten auf diesem Wege ihre “Überzeugungen und Werte in die Kommunalpolitik” einbringen.

Die römisch-katholische Kirche und die Landeskirche Bayerns stehe auf der Seite derjenige, welche durch ihre Kandidatur die Demokratie stärken wollen. Einen Beleg für ein biblisches Zeugnis, der zu politischen Aktivitäten von Christen aufrufe, glauben die beiden Vertreter ihrer jeweiligen Kirchen in Jeremia 29,7 zu erkennen und zitieren hierzu: “Suchet der Stadt Bestes!” (Quelle)

Jeremia 29,7 ausführlich & Kontext

Ein Einfaches, den hierzu gebrauchten Vers der Bibel zu überprüfen. Vollständig lautet Jeremia 29,7 (Schlachter 2000):
Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Frieden werdet auch ihr Frieden haben!

Der Wortlaut in der ökumenisch gestalteten Luther 2017:
Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.

Die “Gute Nachrichten Bibel 2018” schreibt:
Seid um das Wohl der Städte besorgt, in die ich euch verbannt habe, und betet für sie! Denn wenn es ihnen gut geht, dann geht es auch euch gut.

Die englische Bibel King James (1611) hierzu:
And seek the peace of the city whither I have caused you to be carried away captives, and pray unto the LORD for it: for in the peace thereof shall ye have peace.

Im hebräischen Grundtext des Masoretischen Textes ist folgende Aussage zu finden:
“וְדִרְשׁ֞וּ אֶת־שְׁל֣וֹם הָעִ֗יר אֲשֶׁ֨ר הִגְלֵ֤יתִי אֶתְכֶם֙ שָׁ֔מָּה וְהִתְפַּֽלְל֥וּ בַעֲדָ֖הּ אֶל־יְהֹוָ֑ה כִּ֣י בִשְׁלוֹמָ֔הּ יִהְיֶ֥ה לָכֶ֖ם שָׁלֽוֹם׃
(And seek the welfare of the city to which I have exiled you and pray to GOD in its behalf; for in its prosperity you shall prosper.)”

Somit passt die Aussage “den Frieden der Stadt” bzw. “das Wohl der Stadt” am besten.

Der Kontext zu dieser Aussage

Löwe Babylon
Babylon-Wein – Subtile Giftmischer

Die Aufforderung, sich um das Wohl der Stadt zu umsorgen, gilt keiner anderen Stadt als Babel in Babylon. Das Volk Judah wurde nach der Einnahme der Stadt Jerusalem durch den babylonischen König Nebukadnezar weggeführt, ins Exil. Das in diese Stadt verschleppte Volk sollte für den dortigen Frieden beten, damit auch das Volk seinen Frieden darin habe. Sie waren dennoch Gefangene in einem Umfeld des praktizierten Heidentums in Form von Vielgötterei und Götzenanbetung.

Die Warnung folgt prompt, wenn man einfach nur über den Vers hinaus liest, Jeremia 29,8-9:
Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Laßt euch nicht täuschen von euren Propheten, die unter euch sind, noch von euren Wahrsagern; hört auch nicht auf eure Träume, die ihr euch träumen laßt! Denn sie weissagen euch falsch in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt! spricht der Herr.

Die Wegführung des Volkes nach Babylon war zudem (eigentlich) keine Überraschung, denn dies war bereits vorausgesagt. Eine Konsequenz des beständigen Abfalls des Volkes vom Wort Gottes und das Praktizieren eben jenes Heidentums, der in Babylon seinen Ursprung findet. Das ging sogar so weit, dass levitische Priester den Rücken zum Tempel Gottes gekehrt gen Osten gerichtet die Sonne anbeteten. Zudem war die Zeit im Exil von Gott explizit auf 70 Jahre begrenzt. Der Prophet Daniel erlebte das Ende dieser Zeit, Daniel 9,2:
im ersten Jahr seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, von der das Wort des Herrn an den Propheten Jeremia ergangen war, daß die Verwüstung Jerusalems in 70 Jahren vollendet sein sollte.

Politisches Engagement eher nicht

Politics
Aktive Politik eher nicht

Nirgends findet sich der Aufruf Gottes, sich in der Politik, geschweige in den Traditionen Babylons zu engagieren. Dafür kein Aufruhr, keine Untergrundaktionen, kein “ziviler Ungehorsam”. Das entführte Volk sollte den Frieden bewahren, indem sie sich der Obrigkeit unterstellen sollten (siehe auch Römer 13,1-2).

Somit entspricht der von Marx und Popp gemeinsam verwendete Vers einem Musterbeispiel, wie man biblische Aussagen dadurch missbrauchen kann, indem durch das Zitieren von bruchstückhaften Auszügen ein bestimmtes Narrativ gestützt werden kann. Das kann aber nur gelingen, wenn man nicht selbst aktiv wird, um derlei Aussagen zu prüfen.

Wie weit war Jesus Christus in der damaligen Politik engagiert? Im Gegensatz zu manchen Behauptungen, wie z.B. im Babylonischen Talmud, war Jesus Christus in der Politik der vorherrschenden Römer mitnichten involviert. Seine “politische Aussagen” beschränkten sich auf eine einzige Ermahnung, Matthäus 22,21:

So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
Dies antwortete Jesus Christus, nachdem Ihn die anwesenden Pharisäer eine rhetorische Falle gestellt hatten, indem sie Jesus fragten, ob die Judäer Steuer an die Römer abführen sollten. Hätte Jesus diesem konkret zugestimmt, wäre Ihm die Missgunst der Judäer sicher gewesen. Hätte Er sich konkret dagegen ausgesprochen, wäre diese Antwort eine Steilvorlage für die Pharisäer gewesen, Jesus bei den Römern als ein Aufrührer anzuzeigen.

Weitere “politische Kontakte” Jesu Christi beschränkten sich, auf die unfreiwillige Zusammenkunft mit dem Statthalter Pontius Pilatus und der römischen Marionette Herodes Antipas zum Zweck des Verhörs. Das war’s auch schon.

Mutter und Töchter wollen regieren

Es liegt auf der Hand. Die Kirchen, allen voran die Mutterkirche Roms, sind bestrebt darin, zusammen mit ihren zurückgekehrten Töchtern (Info), wieder das Zepter der politischen Allmacht in der Hand zu halten. Die unselige Verschmelzung von Kirche und Staat, der bereits im Mittelalter über viele Jahrhunderte hinweg der Menschheit das bis dahin größte erlebte Übel einbrachte.

Eine verbotene Beziehung zwischen einer Hure (gefallene Kirche) und einem Tier (staatliche Einrichtung), wie sie in Offenbarung 17 beschrieben ist. Ein miserable auf den Kopf gestellte Kopie der Beziehung zwischen Jesus Christus und Seiner Braut (Gottes Volk). Ein Übel, das schon das alte Israel selbst provozierte. Denn nach der Landnahme, nach dem Einzug ins verheißene Land Kanaan, herrschte eine Periode der Richter vor. Es gab keinen König und dies war auch gar nicht von Gott eingeplant. Denn es gibt nur einen legitimen König über dem Volk und das ist Jesus Christus.

Völlig unqualifiziert

Anstatt als das auserwählte Volk Gottes, das als Vorbild das Licht in diese Welt bringen sollte, sich von den Heidenvölkern abzugrenzen, blickten sie neidisch auf die umliegenden Monarchien und wollten es ihnen gleichtun. Gott ließ es gewähren und mit Saulus wurde der erste König Israels gekrönt und die Zeit der Richter abgelöst. Saulus gehörte nicht zu den vorbildlichen Königen. Er selbst entfernte sich von Gott auf maximale Distanz, praktizierte heidnische Traditionen, ließ sich mit Spiritismus ein und endete erbärmlich, indem er sich in sein eigenes Schwert stürzte. Das Gros des Volkes ließ sich vom Abfall ihres ersten Königs “inspirieren”. Ein einziges Desaster.

Nun könnte der Einwand kommen, dass im Alten Testament durchaus Menschen aus dem Volk Gottes sogar in durch und durch heidnischen Ländern hohe politische Ämter ausführten. Musterbeispiele sind Joseph in Ägypten und Daniel in Babylon. Beide waren sogar Regierungschefs, jeweils nur eine Stufe unter dem Pharao bzw. König. Der “dezente Unterschied” liegt im Gegensatz zu den heutigen Repräsentanten ihrer jeweiligen Groß-Kirchen, dass Joseph und Daniel erwiesenermaßen tatsächlich Gott treue Menschen gewesen sind. Bevor diese ihre Posten einnahmen, hatten sie ihre Gesetzestreue Gott gegenüber unter Beweis gestellt und dies blieben sie auch bis zu ihrem Lebensende.

Besser raus aus Babylon

Ethik
Kirchen fordern Gegenteil des Willen Gottes

Derlei Eigenschaften können weder bei den Vertretern der römisch-katholischen Kirche noch bei den Kirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beobachtet werden. Das Gegenteil ist der Fall. Als Tier (aus dem Meer) und Teil des falschen Propheten repräsentieren diese kirchlichen Institutionen das moderne, prophetische Babylon selbst (Info).

Offenbarung 17 zeigt auf, dass die “10 (Pseudo-) Könige”, welche eindeutig politische Institutionen darstellen, ihre Macht dem scharlachroten Tier übergeben werden, welches die Hure trägt. Somit wird auch die Macht regieren, welche selbst als politische Institution auch eine Kirche unterhält (Info). Allerdings nur für 1 Stunde lang (prophetisch für 15 Tage).

Die beiden Vertreter ihrer Kirchen rufen mit ihrem Appell an die “Christen” sogar dazu auf, diesem System des modernen Babylons beizutreten. Gottes finaler Aufruf dagegen führt in die exakt entgegengesetzte Richtung:

Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhaßten Vögel.
Offenbarung 18,2

Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.
Offenbarung 18,4-5

Bibelverse aus Schlachter 2000

Katholische und Evangelische Kirche fordern Politik-Engagement
Beitrag teilen

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Scroll to top