Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Katholische Kirche feiert Maria Himmelfahrt – Eine Fiktion

Katholische Kirche feiert Maria Himmelfahrt – Eine Fiktion

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Die katholische Kirche zelebriert am 15. August die Himmelfahrt Marias, die leibliche Mutter Jesu Christi. Eine Geschichte, die im Evangelium keine Erwähnung findet, aber dennoch im Verständnis der Kirche unbedingt als Tradition und auch als Dogma zu zelebrieren sei.

Die Festlichkeiten für eine fiktive Geschichte

Der 15. August ist für die katholische Welt ein äußerst wichtiger Feiertag. Die „liebe Frau, heilige Mutter der göttlichen Gnade, Jungfrau der Jungfrauen, die Keuscheste, Königin des Himmels, die mystische Rose und Mutter Gottes“ (nur kleine Auswahl), kurz, Maria, ist gemäß der katholischen Kirche an diesem Tag mit Leib und Seele in den Himmel gefahren. Maria Himmelfahrt. In Deutschland feiern diesen Anlass die Bundesländer Bayern und Saarland. Weiterhin sind es auch die überwiegend katholischen Länder, die Maria Himmelfahrt als besonderen Anlass zelebrieren. Dazu gehören Spanien, Portugal, Polen, Belgien, Liechtenstein und Österreich. Die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“ gehört zu den ältesten Festen zu Ehren Marias in der katholischen Kirche. Dass „Vatikan News“ diese Tradition als eines der ältesten Feste der Christenheit bezeichnet, liegt dagegen auf der Hand.
Man muss dieser Gleichsetzung aber nicht Folge leisten.

Erwähnung in der Bibel? Fehlanzeige

Maria Buntglas

Die über alles erhobene Maria wird gefeiert

Die deutliche Hervorhebung von Vatikan News, dass Marias leibliche Aufnahme in den Himmel in keiner Stelle des Neuen Testaments erwähnt wird, überrascht ein wenig. Doch auch die katholischen Kleriker wissen um die potenzielle Verlegenheit, sollte einst nach einer derartigen Auskunft im Evangelium angefragt werden. Daher bezieht man sich auf den Glauben in der bereits sehr frühen „Christenheit“, ganz nach dem Motto: Was vor rund 1.600 Jahren schon geglaubt wurde, müsse daher richtig sein.

Die erste Idee über eine Himmelfahrt Marias soll im Jahr 431 n.Chr. in der Ostkirche aufgekommen sein. In der Kirche Roms wird dieser Glaube seit dem 7. Jahrhundert gepflegt. Somit dauerte es knapp 400 Jahre nach Marias Tod, bis mal jemand die Eingebung hatte, die irdische Mutter Jesu einfach mal in den Himmel hinauf fahren zu lassen. Wie es Vatikan News selbst erwähnte, im Evangelium gibt es keine einzige Silbe über diese These.

Maria Himmelfahrt war „unfehlbarer Entschluss“

Bis zum Jahr 1950, also vor nur etwas mehr als 80 Jahre, feierte die katholische Kirche (nicht allg. Christentum) Maria Himmelfahrt aus reiner Tradition. Dann erhob Papst Pius XII. die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“ als eine offizielle Lehre (Dogma). Damit hat der Pontifex seine Eigenschaft der höchsten Autorität und Unfehlbarkeit (erst 1870 von Pius IX. offiziell eingeführt) in Anspruch genommen und diese Himmelfahrts-These als einen ebenso unfehlbaren Lehr- und Glaubenssatz festgelegt. Pius XII. sprach also „ex cathedra“ von seinem bischöflichen Sitz heraus.

Eigene Lehren auch als solche dargestellt

Maria die Rose

Maria in eines ihrer hoch-gesungenen Eigenschaften

Es folgt eine weitere überraschende (Halb-) Wahrheit im Bericht von Vatikan News. Die nach dem Tod weiterlebende Seele ist eine katholische Lehre. Das stimmt, denn das Evangelium gibt hierüber ebenfalls keinerlei Auskunft. Diese Idee hat die Kirche von Platon übernommen und pflegte diese Hypothese in ihren Dogmen ein. Dass sich diese Kirche über die äußerst einflussreiche Abweichung vom Evangelium bewusst ist, zeigt diese Institution gleich selbst auf. Gemäß „New Catholic Enzyclopedia“, Band 13, wird dem Leser erklärt, dass weder Altes Testament, noch das Neue Testament etwas über eine „unsterbliche Seele“ berichten, sondern den lebendigen Menschen als Ganzes als die Seele beschreiben.

Doch im katholischen Katechismus (Pos. 366) steht eben etwas von einer „unsterblichen Seele“, die sich nach dem Tod vom Leib trenne. Wer den Lehren der katholischen Lehren mehr Glauben schenken möchte als dem Wort Gottes, muss dies „am Ende“ selbst verantworten. Die Kirche Roms zieht es eben vor, auch die drei Lügen der Schlange im Garten Eden als offizielle Lehre aufzunehmen und dies als Christentum darzustellen.

„Unsterbliche Seele“ ist ein Fundament

Die „unsterbliche Seele“ ist eine absolute Voraussetzung, um neben Hölle, Fegefeuer und (einst sehr lukrativen) Ablässen auch Maria Himmelfahrt behaupten zu können. Wer den Frosch der „unsterblichen Seele“ einst geschluckt hat, dessen Kehle ist geweitet genug, um ohne größere Mühen weiteren Unrat durchzulassen. Hierzu gehört auch die geheimnisvolle Höhlung Marias in die himmlischen Gefilde, mit Leib und Seele.

Benedikt hat’s auf den Punkt gebracht

Papst Benedikt

Papst Benedikt hätte Maria wohl auch gerne vergöttlicht

Papst Benedikt hatte zum 60. Jahrestag der „unfehlbaren Erklärung“ zur Maria Himmelfahrt eine Erklärung abgegeben. Demnach habe Maria bereits wie Christus, „ihr Sohn“, über den Tod gesiegt. Wie Maria, ein normaler Mensch, dies aus eigenen Kräften hätte bewerkstelligen sollen, erklärte Benedikt nicht. Denn nur in Gott selbst ist Leben. Im besten Falle hätte Maria nur von Gott zum Leben erweckt oder vor dem Tod bewahrt werden können, aber niemals gibt es die Möglichkeit eines Sieges seitens Maria. An derlei Stellen bemüht sich die katholische Kirche irgendwelchen „Mystizismus“ oder anderweitigen „Geheimnissen“ (z.B. Rosenkranz beten).

Die Erklärung beendet Benedikts mit einem aufschlussreichen Satz: „Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“
Es wird wohl auch ein ewiges Geheimnis dieser Kirche bleiben, wie sie bei einer unsterblichen Seele, die entweder gerade im Himmel, im Fegefeuer oder in der Hölle ihr Dasein fristet, diese nachvollziehbar wieder auferstehen lassen will. Eine „Seele im Himmel“ genießt schließlich, gemäß katholischer Doktrin, auch die „himmlischen Freuden“, nur um dann wieder für einen fleischlichen Leib daraus herausgerissen zu werden? Dieser (Un-) Glaube der katholischen Dogmatiker zeigte auch auf, welch perfiden Hintergrund die von dieser Kirche favorisierten Verbrennungen von Häretikern hatte. Demnach könne ein verbrannter Leib bei der Auferstehung nicht mehr aufgefunden werden und die betroffene Seele wäre für immer im „Irgendwo“ verloren. So abwegig es auch ist, genauso bösartig ist auch der dahinter steckende Charakter.

Protestantische Kirchen keine Unschuldslämmer

Passah-Lamm

EV-Kirchen waren nie die Unschuldslämmer

Ein Charakter, von dem auch die reformatorischen Kirchen nicht verschont geblieben sind. Die gegenseitigen Verfolgungen derer, die den eigenen Vorstellungen nicht folgten, standen dem „Verfolgungswahn“ Roms nicht weit nach. Zu den Opfern der protestantischen Häscher zählten vor allem die sog. Wiedertäufer. Eine Einigkeit wurde nie erreicht und nun sind in der Welt mehr als 30.000 unterschiedliche Konfessionen zu finden. Der Ansatz gegenüber den Dogmen der römisch-katholischen Kirche stimmte, aber der „Rest“ fiel in den Augen Gottes glatt durch (siehe Offenbarung 3, 1-6). Heute ist dieser Unterschied zwischen katholischer und evangelischen Kirche nur noch im Unterschied zwischen einer Mutter und ihre Tochter zu finden.

Ostkirche hat Maria bereits vergöttert

Maria-Vergötterung

‚Göttliche‘ Maria und das ‚Jesus-Baby‘

Offenbar mit etwas Neid erklärt Vatikan News, dass die Ostkirche Maria nicht nur als „Allerheiligste“ bezeichnet, sondern der „Gottesmutter“ auch den Status der „Göttlichkeit“ vergeben hat. Es sei jedoch ein Manko, dass die Ostkirche den Leib Maria auf dem Grund und Boden ihres Grabes beließ. Eine leibliche Aufnahme in den Himmel fand nicht statt. Dies ist insofern problematisch, als eine derartige Variante nicht mit den Erzählungen über die ägyptische „Göttin“ Isis in Übereinstimmung stehen.

Es ist, was es ist. Mit allem, was über die Berichte des Evangeliums hinausgeht, handelt es sich um Erzählungen, Poesie und Fabeln. Und die katholische Kirche hat auch heute sowohl innerhalb ihres Katechismus als auch außerhalb ein derart großes Angebot davon, dass für wirklich jeden was dabei ist.

Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.
2. Timotheus 4,3-4

Bibelverse aus Schlachter 2000

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