Wenn die katholische Kirche die Erbsünde erklären will, dann wird es nicht nur kompliziert, sondern auch mystisch. Man könne es nicht ganz verstehen, aber es sei Fakt. Kurzerhand wird auch gleich ein einfach verständliches, klares Gebot Gottes über Bord geworfen.
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Etwas undurchsichtige Erbsünde
Sünde ist nicht gleich Sünde, und außerdem sei kein Mensch in der Sünde, weil Adam und Eva sündigten, aber deren vererbter Zustand, der auf uns alle lastet, sei zwar keine persönliche Sünde, aber dennoch Sünde. Wer mit dieser Aussage nicht ganz zurechtkommt, muss es auch nicht, denn das ist die Erklärung seitens der Doktrin der römisch-katholischen Kirche.
Immerhin betont der Autor des katholischen “Erklärungs-Magazins catholic.com“, dass die Kirche lehre, es sei unmöglich, dass ein Mensch für die Sünde eines anderen schuldig sein könne. Das sei “metaphysisch absurd” und stehe auch gegen die Aussage der Schrift (Hesekiel 18,19-20) und hierzu präsentierte der Autor auch CCC 2056.
Die Lehre der römisch-katholischen Kirche zeige auf, dass ausschließlich Adam und Eva die “persönliche Sünde” begingen, und dies sei die Erbsünde. Die gesamte nachfolgende Menschheit habe die Sünde Adams geerbt und sei damit einer “echten und eigentlichen Sünde schuldig”
Ab ins Reich der Mystik

Das muss man erst einmal auf die Reihe bekommen. Auf der einen Seite habe niemand die Schuld für die Sünde eines anderen, aber die Sünde Adam sei auch die Sünde eines jeden anderen Menschen. So verwundert es auch nicht, dass diese Kirche von einem “Mysterium” spricht, denn was sich ausgedacht und als Fakt deklariert wird, aber nicht erklärt werden kann, muss man eben in die “Welt der Geheimnisse” einordnen.
Der folgende Ansatz des Autors macht es auch nicht besser. Das Erbe Adams sei ein Zustand, aber keine Tat, so der Autor. Dieser gefallene Zustand sei somit eine “Sünde”, eine “echte Sünde, aber keine persönliche Sünde”. Entgegen den Behauptungen so mancher Kritiker, die Erbsünde sei nicht “real”, da diese nicht “persönlich” sei, betont der Autor, dass die “persönliche Sünde” in eine andere Kategorie gehöre als die “Erbsünde”. Der gefallene Zustand des Menschen sei somit eine Analogie der tatsächlichen Sünde, aber diese geerbt von Adam, jedoch nicht persönlich begangen.
Paul sagte zwar, aber meinte anders
Römer 5,12 belege gemäß römisch-katholischer Auffassung, dass es sich um eine “reale Sünde” handelte, aber nur analog, so der Autor. Die Menschheit sei in der Sünde Adams “verwickelt”, aber dies auf “eine geheimnisvolle Weise, die wir nicht ganz verstehen”. Das sage Römer 5,18-19 aus. Und schon ist die Darstellung wieder im Bereich des Mysteriums. Da diese Darstellung nicht auszureichen scheint, erklärt der Autor kurzerhand die Aussagen von Paulus in Römer 7 als nicht korrekt. In diesem Kapitel nennt Paulus den gefallenen Zustand des Menschen und seine Neigung zur Sünde die “in mir innewohnende Sünde”. Aber dies sei keine Sünde, so der Autor.
Das Konzil von Trient habe das Thema Erbsünde in seiner fünften Sitzung definiert:
“Die Heilige Synode erklärt, dass die katholische Kirche diese Begierde, die der Apostel manchmal Sünde nennt, nie als Sünde verstanden hat, weil sie bei den Wiedergeborenen wahrhaftig und im eigentlichen Sinn Sünde ist, sondern weil sie von Sünde ist und zur Sünde neigt.“
Die Schlussfolge daraus sei: “Die Erbsünde ist eine wahre und eigentliche Sünde”. Dagegen seien Begierden “überhaupt keine Sünde” und diese müsse auch nicht vergeben werden, so der Autor. Mit dem Tod des Menschen werde dies geheilt. Die Begierde müsse gar nicht vergeben werden, als wäre sie ein persönlicher Fehler oder überhaupt eine Sünde. “Vergeben? Das ist unmöglich. Es gibt nichts zu vergeben”, so die abschließenden Worte des katholischen Autors.
Sowas kommt dabei heraus
So etwas passiert, wenn man selbst entwickelte “Theologien” als verbindlich zu glaubende Traditionen verkaufen möchte. Man gerät ins endlose Faseln. Was nicht erklärt werden kann, aufgrund direkter Widersprüche zum geschriebenen Wort, wird kurzerhand ins Reich des Mystizismus gelegt. Man könne dies gar nicht wirklich verstehen. Das hat auch seinen Grund. Denn auf diese exklusiv römisch-katholischen Lehren stehen weitere Fantasie-Strukturen wie eine ewig brennende Hölle und das Fegefeuer.
Das hatte auch seinen Zweck, denn wenn man dem zu unterwerfenden Menschen erklärt, dieser sei bereits seit seiner Geburt ein Sünder und daher zur Hölle verdammt, überzeugt dies die Eltern von einer unbedingt notwendigen Taufe bereits im Säuglingsalter. Mit der Taufe ist der Mensch der Kirche Roms angeschlossen und daher auch in der Position als eine “menschliche Person” ein Rechtssubjekt.
Versöhnung Jesu Christi geleugnet
Nicht unmittelbar ersichtlich, aber zwangsläufig, ist die Leugnung der Versöhnung durch Jesu Christi. Denn Sünde und Schuld werden von der Kirche Roms gesondert behandelt. Während die Sünde (blasphemisch) vom Priester vergeben werden könne, hafte aber am Mensch noch immer die Schuld. Diese müsse durch “gute Werke” abgetragen, alternativ im Fegefeuer abgebrannt werden. Auf welchem Maßstab die “abzuarbeitende Strafe” oder die “Zeit im Fegefeuer” beruht, bleibt allerdings ein Geheimnis. Damit ist die transparente und ewige Gerechtigkeit Gottes ebenfalls geleugnet.
Begierde sei gar keine Sünde!

Zu behaupten, die Begierde sei keine Sünde, und es deshalb gar nichts zu vergeben gebe, ist dagegen ein echter “Knaller”. Eigentlich direkt überraschend, denn auch die römisch-katholische Kirche lehrt die 10 Gebote. Jedoch in einer abgewandelten und gekürzten Version (Info). Daher der Auszug aus dem “Original”, 2. Moses 20,17:
“Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgend etwas, das dein Nächster hat!“
Dieses Gebot Gottes sagt aus: “Du sollst nicht begehren!”
In 1. Johannes 3,4 steht:
“Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.”
In 1. Johannes 2,4 ist zu lesen:
“Wer sagt: »Ich habe ihn erkannt«, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht;“
Was sagte Jesus Christus zur Begierde? Matthäus 5,28:
“Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“
Der katholische Autor sagt: “Begierde hingegen ist überhaupt keine Sünde!“
Da braucht es keine weitere Erklärung mehr. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass der Autor wiederholt nicht von seiner persönlichen Meinung spricht, sondern über das, was die Kirche lehrt. Was die Definition der Sünde betrifft, sind die längst abgefallenen einst protestantischen Kirchen auch nicht besser unterwegs (Info).
Gefallen, gefallen ist Babylon, die große Stadt, weil sie mit dem Glutwein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat!
Offenbarung 14,8
Bibelverse aus Schlachter 2000
