Der Vers Matthäus 5,17, eines der am häufigsten zitierten Aussagen, um so eine vermeintliche Abschaffung der Gesetze Gottes zu rechtfertigen. Interpretiert wird einfach, Erfüllung bedeutet Aufhebung. Das ist Willkür und zudem völlig paradox. Schon der nächste Vers 18 deckt diesen Irrtum auf.
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Meist wenn 4. Gebot eine Rolle spielt
“Jesus hat das Gesetz erfüllt” und daher sei das Gesetz aufgehoben, so eine sehr populäre These. Grund genug, um diese Behauptung zu widerlegen. “Seltsam” ist nur, dass dieses Argument selten bis gar nicht angeführt wird, wenn die Delikte “Falschgötterei, Götzendienst, Entehrung Gottes, Rebellion gegen Eltern, Mord, Ehebruch, Diebstahl, Rufmord und Neid” ins Spiel kommen. Das sind Vergehen, die allgemein als moralisch sehr verwerflich gewertet werden. Diese Handlungen stehen zudem gegen die Gebote Gottes. Konkret handelt es sich mit der Aufzählung der Vergehen um Verstoße gegen die Gebote 1-10, außer dem Gebot 4 (die echten 10 Gebote – Info).
Wenn es aber explizit um das 4. Gebot geht, also das Gebot “Gedenke an den Sabbat”, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit das abwehrende Argument über die “Erfüllung und damit Aufhebung des Gesetzes” entgegengeflogen. So seltsam wie es klingt, aber dies kommt fast in der Regel vor. Andere Ausweichmanöver teilen das 4. Gebot als Zeremonialgesetz ein, das tatsächlich abgeschafft wurde. Dies ebenfalls gegen jegliche Logik, da nicht 9 von 10, sondern 10 von 10 Gebote von Gott selbst in die zwei Steintafeln geschrieben wurden und auch beide Tafeln in der Bundeslade aufbewahrt wurden.
Die “Gesetze Mose”, also die Zeremonialgesetze, wurden zwar von Gott diktiert, aber von Moses auf Papier gebracht und diese Satzungen wurden neben der Bundeslade aufbewahrt (Info).
Isolierter Vers 17 aus Matthäus 5

Die Erfüllung der Gesetze durch Jesus Christus wird, im jeweiligen Bedarfsfall, einfach als Aufhebung interpretiert, und dies immer wieder, wenn speziell das Sabbat-Gebot angesprochen ist (Info). “Nein, die Aufhebung erfolgte nicht durch Auflösung, sondern durch Erfüllung”, so der Versuch der Rechtfertigung. Dienlich ist hierfür der einzelne Vers Matthäus 5,17:
“Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen!“
Nun gut, nach der gleichen Logik wird ein Beamter am nächsten Tag ohne Verpflichtungen und damit Arbeit dastehen, wenn dieser heute seine Pflicht gemäß Gesetz erfüllt. Mit dessen Erfüllung habe dieser schließlich das Gesetz abgeschafft. Klingt nicht überzeugend, aber bei den Gesetzen Gottes sei dies ganz selbstverständlich.
Auch Verse 18 bis 20 lesen!
Man frag sich unwillkürlich, ob jene, die lediglich Matthäus 5,17 für ihre Rechtfertigung zitieren, jemals auch nur um wenige Verse darüber hinaus weiter gelesen haben. So heißt es in Vers 18:
“Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“
Wird nicht bereits an dieser Stelle eine Diskrepanz sichtbar, eigentlich? In Vers 17 sollen die Gesetze angeblich durch Erfüllung beseitigt worden sein, aber in Vers 18 sind die Gesetze für unvergänglich erklärt, solange Himmel und Erde bestehen und noch nicht alles geschehen ist. Der Blick nach oben und nach unten verrät bereits, dass Himmel und Erde noch existieren. Auch ist das wichtigste aller zukünftigen Ereignisse noch nicht geschehen, die Wiederkunft Jesu Christi. Somit ist noch längst nicht “alles geschehen”. Einfache Schlussfolgerung, das Gesetz besteht noch, und zwar um keinen Buchstaben, nicht einmal um ein einziges Strichlein verändert.
Vers 19
Ein Rätsel, wie dieses offensichtliche Problem in den Köpfen derer gelöst wird, die von abgeschafften Gesetzen Gottes erzählen. Ganz besonders das 4. Gebot. Es geht aber noch weiter. Schon der nächste Vers 19 warnt eindringlich:
“Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.“
Vers 20
Tatsächlich erhält man, nachdem die Frage über den Widerspruch in Vers 18 einfach übergangen und nicht beantwortet wurde, zu Vers 19 die Antwort, dass es relativ egal sei, ob man im Himmel nun ein Privilegierter sei oder nur ein “Türsteher”. “Dann werde ich halt der Kleinste genannt im Himmel, egal”. Was ist das? Kognitive Dissonanz? Auch an diesem Punkt hat der “Befürworter abgeschaffter Gesetz” ein Verständnisproblem, das gleich beantwortet werden könnte, wenn dieser sich dazu aufrafft auch den Vers 20 zu lesen:
“Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!“
Im Klartext: Der Kleinste im Reich der Himmel genannt zu werden, bedeutet noch lange nicht, auch selbst im Himmel zu sein. Die im Reich der Himmel anwesenden werden den Außenstehenden als “Kleinsten” bezeichnen. Punkt. Genau das macht Vers 20 klar.
Eiskalt erwischt

Als Jesus Christus diese Aussage über die Schriftgelehrten und Pharisäer machte, muss den Zuhörern die Kinnlade bis zum Boden hinuntergefallen sein. Diese “Köpfe der Gesetze und der Schrift” waren die geistlichen Führer, höchst angesehen und respektiert. Die Einzigen, die in der Lage seien, die Schrift korrekt zu verstehen, wiederzugeben und auch vorzuleben. So führten sich die Pharisäer und Gesetzesmenschen übrigens auch auf. Jesus Christus jedoch entlarvte diese allesamt als Lügner und Heuchler (Matthäus 23).
Man stelle sich vor, jemand befindet sich in Italien, in Spanien, oder auch in einem traditionellen Dorf in Oberbayern. Umringt von devoten, Kultur-verbundenen, traditionellen, dem Aberglauben sehr zugeneigten Zutiefst-Katholiken und lässt den Satz los:
“Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die des Papstes und der weiteren Bischöfe nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!“
Mit polemischer Würze: Dieser Satz, womöglich noch während einer römisch-katholischen Prozession, sollte nur im Fahrzeug mit bereits laufendem Motor in hoher Drehzahl und eingelegtem Gang ausgerufen werden.
Zumindest muss der Effekt dieser Aussage über die Pharisäer und Schriftgelehrten auf die damals zuhörende Menge sehr ähnlich gewesen sein.
Gesetze Gottes stehen – Ewig!
Man kann es drehen und wenden, wie man will, es ändert nichts daran, dass sich augenscheinlich Matthäus 5, Vers 17 und Vers 18 widersprechen. Da hilft es auch nichts, diese Tatsache einfach auszublenden, weil es nicht in den eigenen Kram passt. Tatsächlich gibt es aber keinerlei Widerspruch, denn die “Erfüllung des Gesetzes” bedeutet schlicht und einfach die “Einhaltung des Gesetzes”. Mit dem Tod Jesu Christi am Kreuz wurden die Zeremonialgesetz aufgehoben, nicht aber die ewigen und gerechten 10 Gebote Gottes. “Ewig” bedeutet “ewig”, also schon vor beliebig gedachter Zeit, heute und auch in beliebig gedachter Zukunft.
Psalm 119
Der Psalm 119 kann durchaus auch als DER Psalm für die Hervorhebung des Gesetzes Gottes bezeichnet werden. Folgende Aussagen über das Gesetz (10 Gebote) Gottes sind enthalten:
- Vers 1: “Wohl denen, die im Weg untadelig sind, die wandeln nach dem Gesetz des Herrn!”
- Vers 18: “Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz!“
- Vers 29: “Halte den Weg der Lüge fern von mir und begnadige mich mit deinem Gesetz!“
- Vers 34: “Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren und es befolgen von ganzem Herzen.“
- Vers 44: “Ich will dein Gesetz stets bewahren, immer und ewiglich. “
- Vers 51: “Die Frechen haben mich arg verspottet; dennoch bin ich von deinem Gesetz nicht abgewichen.“
- Vers 53: “Zornglut hat mich ergriffen wegen der Gottlosen, die dein Gesetz verlassen.“
- Vers 55: “Bei Nacht denke ich an deinen Namen, o Herr, und ich bewahre dein Gesetz.“
- Vers 61: “Die Schlingen der Gottlosen umgeben mich, aber ich vergesse dein Gesetz nicht.“
- Vers 70: “Ihr Herz ist stumpf wie von Fett; doch ich habe meine Wonne an deinem Gesetz. “
- Vers 72: “Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt, ist besser für mich als Tausende von Gold- und Silberstücken.“
- Vers 77: “Laß mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe! Denn dein Gesetz ist meine Freude.“
- Vers 85: “Die Frechen haben mir Gruben gegraben, sie, die sich nicht nach deinem Gesetz richten.“
- Vers 92: “Wäre dein Gesetz nicht meine Freude gewesen, so wäre ich vergangen in meinem Elend.“
- Vers 97: “Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Ich sinne darüber nach den ganzen Tag.“
- Vers 109: “Mein Leben ist beständig in Gefahr, aber ich vergesse dein Gesetz nicht.“
- Vers 113: “Ich hasse, die geteilten Herzens sind; aber dein Gesetz habe ich lieb.“
- Vers 126: “Es ist Zeit für den Herrn, zu handeln; sie haben dein Gesetz gebrochen!“
- Vers 136: “Tränenströme fließen aus meinen Augen, weil man dein Gesetz nicht befolgt.“
- Vers 142: “Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.“
- Vers 150: “Die der Arglist nachjagen, nahen sich; von deinem Gesetz sind sie fern.“
- Vers 153: “Sieh mein Elend an und errette mich; denn ich habe dein Gesetz nicht vergessen!“
- Vers 163: “Ich hasse die Lüge und verabscheue sie; dein Gesetz aber habe ich lieb.“
- Vers 165: “Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall.“
- Vers 174: “Ich habe Verlangen nach deinem Heil, o Herr, und dein Gesetz ist meine Lust.“
Unwille zum Gehorsam

So paradox die Aussagen der Verächter der Gesetze Gottes auch klingen, so paradox wäre auch die tatsächliche Abschaffung des Gesetzes (Info). Das ganze Evangelium hätte mit der Kreuzigung Jesu seinen Sinn verloren. Und dies nicht nur ab diesem Zeitpunkt, sondern auch rückwirkend bis zum ersten Sündenfall.
Es gäbe kein Gesetz mehr, sondern wir lebten nur noch unter der Gnade, ist ein ähnlicher Unsinn (Info). Das gilt auch für die Behauptung, das Gesetz (10 Gebote) sei erst am Berg Sinai eingeführt worden und habe ausschließlich für das Volk Israel gegolten (Info).
Die Ausreden, um Gott nicht den geforderten Gehorsam zu zollen, sind beinahe unerschöpflich, geradezu fantasiereich. Ein künftiges Königreich unter Jesus Christus, aber alles ohne jegliches Gesetz? “Tu was du willst! Das soll das Ganze des Gesetzes sein!“, so die Parole eines vor allem in der Musikszene sehr populären Satanisten, Aleister Crowley. Diese Botschaft ist in sehr vielen Liedtexten der geradezu vergöttlichten “Superstars” direkt oder indirekt enthalten und tragen sichtlich ihre Früchte (Info).
Sogar sehr konkret und direkt sind die drei ersten Lügen der Schlange im Garten Eden im Katechismus der römisch-katholischen Kirche als offizielle Doktrin zu finden (Info). Nur eine sehr, sehr knappe Distanz zu den Philosophien eines Aleister Crowley.
Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.
1. Johannes 3,4
Und daran erkennen wir, daß wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: »Ich habe ihn erkannt«, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht;
1. Johannes 2,3-4
Bibelverse aus Schlachter 2000








