Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Irreführung durch ökumenische Interpretation Johannes 12,3

Irreführung durch ökumenische Interpretation Johannes 12,3

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Ein eindrucksvolles Beispiel der Irreführung von Gläubigen anhand ökumenischer Interpretationen bietet Johannes 12,3. Die Salbung der Füße Jesu Christi durch eine Sünderin, ausgelegt vom Nachwuchs der „Theologie“.

Nachwuchs-Theologen und ihre Sichtweisen

Wie leicht es ist, die tatsächliche Aussagen biblischer Verse zu verschleiern und eine eigene Interpretation darüber zu stülpen, zeigt das Beispiel Johannes 12,3. Junge „Nachwuchs-Theologen“ und Absolventen renommierterer Bildungsschmieden, wie z.B. in Sachsen-Anhalt, und bereits als Pastoren auf die Menschheit losgelassen, erklären die vermeintlich enthaltenen Botschaften der Bibel. Die mindestens fahrlässigen Irreführungen können aber nur dadurch gelingen, wenn derlei Erklärungsansätze ohne jegliche Überprüfung und mangels Interesse an der Wahrheit „im guten Glauben“ einfach übernommen werden.

Auslegung der Fuß-Salbung Jesu durch Maria

Für eine durchaus abenteuerliche Interpretation dient die Salbung der Füße Jesu Christi durch Maria Magdalena, gemäß Johannes 12,3. Jesus Christus befindet sich als Gast in einem Haus eines Pharisäers. Es erscheint Maria, eine stadtbekannte Sünderin (Prostituierte) und salbt Jesus Christus die Füße. Dieser Vorgang wurde folgend ausgelegt:

Für die Interpretation Johannes 12,3 diente offensichtlich die Bibelversion „Hoffnung für Alle“:
Da nahm Maria ein Fläschchen mit reinem, kostbarem Nardenöl, goss es über die Füße von Jesus und trocknete sie mit ihrem Haar. Der Duft des Öls erfüllte das ganze Haus.

Bibelprophetien

In der richtigen Bibel ist die Wahrheit zu finden

Der Wortlaut „kostbares Nardenöl“ stehe demnach für ein „Öl, das für Könige und Fürsten“ eingesetzt wurde, mit einem Wert, was heute rund 3000,- Euro entspräche.
Maria wollte, so die Darstellung, mit der Verwendung des teuren Öls zum Ausdruck bringen: „Du bist es mir wert!“. Im Anschluss trocknete sie die Füße Jesu mit ihrem Haar und dies sei „untypisch zu der Zeit, eine Frau, die einen Mann berührt“. Dass Maria ihre Haare zum Trocknen benutzte, sei ein Ausdruck von: „Wenn ich ganz nah bei Jesus bin, habe ich das Leben“. An den Duft des Öls konnte sich gemäß Interpretation Johannes noch Jahrzehnte danach erinnern.

Die Erklärung des Verses endet mit der daraus gewonnenen „Erkenntnis“: „Sie hat ihren Wert und den Wert von Jesus erkannt“.

Die „Salbung“ wird verschleiert

Diese Interpretation weist einige Schwierigkeiten auf. Grundlegend wurde an dieser Stelle eine „moderne“, und somit manipulative Bibelversion benutzt (Info). Dem Wortlaut nach handelt es sich um die Bibelversion „Hoffnung für Alle“.

Noch auf den originalen textus receptus und nicht auf die „wissenschaftlichen“ Nestle-Aland basierenden Bibelversionen weisen einen erheblichen Unterschied auf. In der Schlachter 2000 wird Johannes 12,3 folgend wiedergegeben:
Da nahm Maria ein Pfund echten, köstlichen Nardensalböls, salbte Jesus die Füße und trocknete seine Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch des Salböls.

Der gleiche Vers aus der englischen „King James Version“:
Then took Mary a pound of ointment of spikenard, very costly, and anointed the feet of Jesus, and wiped his feet with her hair: and the house was filled with the odour of the ointment.

Die Bibel „Hoffnung für Alle“ verzichtet auf das Wort „Salbung“ bzw. auf das Wort „Salböl“. Im griechischen Grundtext steht hierfür „eleipsen“ („ηλειψεν“). Die gleiche Änderung der Aussage kommt auch in Vers 5 vor (Hoffnung für Alle):
Das Öl hätte man besser für 300 Silberstücke verkauft und das Geld den Armen gegeben.“
Dort begnügt sich die Bibelausgabe mit „Öl“
.

In der Schlachter 2000 lautet der Vers:
Warum hat man dieses Salböl nicht für 300 Denare verkauft und es den Armen gegeben?

und in der King James Version:
Why was not this ointment sold for three hundred pence, and given to the poor?

Jeweils klar als „Salböl“ beschrieben. Im griechischen Grundtext ist das Wort „muron“ („μυρον“) zu finden und damit eindeutig „Salböl“.

Auch die Parallelstelle im Lukas-Evangelium weist eine Änderung des Zusammenhangs durch die „Hoffnung für Alle“ auf. Lukas 7, 37,38:
Da kam eine Prostituierte herein, die in der Stadt lebte. Sie hatte erfahren, dass Jesus bei dem Pharisäer eingeladen war. In ihrer Hand trug sie ein Fläschchen mit kostbarem Öl. Die Frau ging zu Jesus, kniete bei ihm nieder und weinte so sehr, dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden. Mit ihrem Haar trocknete sie die Füße, küsste sie und goss das Öl darüber.

Der gleiche Vers in Schlachter 2000:
Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin; als sie hörte, daß er in dem Haus des Pharisäers zu Gast war, da brachte sie ein Alabasterfläschchen voll Salböl, und sie trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küßte seine Füße und salbte sie mit der Salbe.

In der englischen „King James Version“ lautet der Vers:
And, behold, a woman in the city, which was a sinner, when she knew that Jesus sat at meat in the Pharisee’s house, brought an alabaster box of ointment, And stood at his feet behind him weeping, and began to wash his feet with tears, and did wipe them with the hairs of her head, and kissed his feet, and anointed them with the ointment.

Es liegt klar auf der Hand, dass die Bibelversion „Hoffnung für Alle“ die Tatsache der Salbung Jesu Christi verschleiert.
Diese „Anpassungen“ sind bei den zahlreichen „modernen Bibel-Ausgaben“ nicht die einzigen Veränderungen, sondern längst im umfangreichen Stil durchgeführt. Es ist nur sehr schwer nachvollziehbar, dass „Theologen“ und auch so manche Pastoren derlei im Sinne der Ökumene veränderten Bibelausgaben überhaupt auch nur in Erwägung ziehen.

Nur ein Fan von einem „Star“?

Salböl

Einfach nur Öl oder doch ein Salböl?

Es mag durchaus ein, dass es zu dieser Zeit völlig untypisch war, dass eine Frau einen Mann berührt. Doch ebenso „untypisch“ wäre, dies auch im Fall Maria anzunehmen. Sie war bei Jesus Christus und den anwesenden Pharisäern alles andere als unbekannt. Maria war eine „stadtbekannte Sünderin (Prostituierte)“. Die Pharisäer monierten nicht, dass sie Jesus berührte, sondern dass Jesus Christus es zuließ, sich von einer Sünderin berühren zu lassen. Die Pharisäer sahen sich in ihrer irrigen Annahme sogar bestätigt, dass Jesus Christus kein Prophet sei, da er es sonst hätten wissen müssen, dass Maria eine derartige Sünderin ist. „Niemals“ hätte er sich von ihr berühren lassen, so die Schlussfolgerung der Pharisäer.

Maria verwendete ein kostbares Salböl zu einem Preis von 300 Arbeitstagen und wollte gemäß der Interpretation damit ausdrücken, dass dies Jesus Christus für sie wert sei. Auf welche Weise? So wie es einem großen Fan wert ist, hunderte Euro für ein Konzert eines „Superstars“ auszugeben? Oder handelt es sich eher um die Erkenntnis Marias, wer Jesus Christus tatsächlich ist und dass sie eine verlorene Sünderin ist und ohne Jesus keine Hoffnung mehr hätte, Vergebung benötigt und mit ihrer Handlung Jesus Christus verherrlicht? Zugegeben. Würde eine vernünftige Bibelübersetzung verwendet werden, welches nicht einfach über eine „Öl-Schüttung“ schreibt, sondern wahrheitsgemäß über eine Salbung, dann würde man vielleicht auch von selbst draufkommen.

Nur die Nähe zu Jesus Christus?

Eine sachlich falsche Interpretation ist die Darstellung, Maria verwendete ihr Haar mit der Gewissheit, man habe das Leben, wenn man „ganz nah bei Jesus“ sei.
„Knapp daneben ist auch daneben“, besser, „fast gerettet ist auch für ewig verloren“. Nicht die „Nähe“ zu Jesus Christus, wie auch immer dies aussehen und was auch immer das bedeuten möge, sichert das Leben, sondern einzig und allein die Erfüllung mit Jesus Christus durch den Heiligen Geist. Nirgends im Neuen Testament steht etwas wie, „wenn der Heilige Geist zur Seite steht, oder sich gerade in Reichweite befindet“, sondern stets im Zusammenhang mit Seiner Erfüllung. So in Apostelgeschichte 4,8:
Da sprach Petrus, vom Heiligen Geist erfüllt, zu ihnen: Ihr Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel,
und in Epheser 3,19:
und die Liebe des Christus zu erkennen, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes.

Mit der Darstellung der alleinigen Nähe zu Jesus Christus handelt es sich – gelinde gesagt – um ein fahrlässiges Missverständnis.

Suggestive Kernaussage?

Die abschließende Kernaussage, „sie hat ihren Wert und den Wert von Jesus erkannt“, sollte eigentlich begleitet sein mit der Erklärung, dass Maria ihre Position der verlorenen Sünderin und Jesus Christus als Herrn und ihren einzigen Weg zum Leben erkannt hat. Andernfalls bliebe ein großes Spektrum an Interpretationen, die nicht gerade zielführend sind und auch Raum für Missverständnisse und sogar Irreführung bieten. Schon für sich alleinstehend suggeriert das dargestellte Resümee alles andere als die erforderliche Selbstverleugnung.

Eine „ökumenische“ Interpretation

Fake News

Gefälschtes Evangelium

Die Wahl der richtigen, das heißt unverfälschten Bibel, ist die erste Voraussetzung, um derlei Verdrehungen auf die Schliche zu kommen. Dann steht ganz oben auf der Prioritäten-Liste, das Evangelium selbst zu studieren und eine jegliche von Dritten aufgeschnappte Information auf Punkt und Komma zu prüfen.

Die Fahrtrichtung der oben aufgezeigten Interpretation ist klar. Sie ist ökumenischer Natur. „Erfrischend“ neue Sichtweisen über das geschriebene Wort. Jesus Christus wird anhand dieser Interpretation auf subtile Weise niedriger gestellt, Maria, der Mensch, wird gleichzeitig angehoben. Das zeigt sich allein an der Verschleierung, dass es sich um eine Salbung handelt und nicht um ein einfaches Vergießen von sündhaft teurem Duftöl. Hinzu kommt die irrige Darstellung, die einfache Nähe Jesu reiche für das eigene Heil aus. Das Wesentliche wird erst gar nicht angesprochen. Der Leser bzw. Zuhörer wird sogar vom eigentlichen Weg zum Heil weggeführt und dafür zu einer interreligiös universal-kompatiblen Heils-Geschichte hingeführt.

Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen.
2. Petrus 2,1

Bibelverse aus Schlachter 2000

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