Im Fokus von Leo XIV – Sonntag und Menschheitsfamilie

Sonne-Meer-Wellen

English


Ein neuer, frischer Wind im Vatikan? Papst Leo XIV wird die Fahrt der Kirche mitnichten in eine neue Richtung wechseln. Er betonte ausdrücklich “Rerum Novarum” und “Gaudium et spes”. Produkte von Leo XIII und Vatikan II. Auch der neue Pontifex wird die Vereinigung der Menschheit unter den Sonntag vorantreiben.

Ein weiterer “Leo”

Der Name Leo kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Löwe. Wenn ein Papst sich diesen Namen auswählt, dann obliegt es einem jeden selbst zu spekulieren, ob dies der Löwe aus dem Stamm Juda sein soll, oder doch eher der Löwe mit zwei Flügeln gemäß Daniel 7. Ein Hinweis auf das Zutreffende könnte der erste Brief von Petrus sein. Er überbrachte in seinem Brief an seinen Gemeindebrüdern während seines Aufenthaltes in Rom Grüße aus “Babylon” (1. Petrus 5,13).

Papst Leo XIV hat in seiner ersten Ansprache an das Kardinalskollegium offengelegt, dass er seinen Namen in Nachfolgeschaft von Papst Leo XIII auswählte. Im Geiste gemäß der Enzklika “Rerum Novarum” (1891) und auch der Pastoralkonstitution “Gaudium et spes” (1965), ein Produkt des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Die ersten Friedensbotschaften verkündete der neue Pontifex bereits. Auch forderte Leo XIV am 12. Mai 2025 die vor ihm versammelte Delegation von führenden Medienvertretern aus aller Welt dazu auf, die Medien, insbesondere sozialen Medien, von “Gewalt” zu befreien. Die Bewertung, was als “Gewalt oder Hass” eingestuft wird, überlässt er offenbar den Medien. Eben eine andere Sprache für den Begriff “Zensur”.

Es gab ein paar markante Leos

Galileo Inquisition
Inquisition – Heute wie damals

Der gegenwärtige Leo immerhin bereits der 14te. Neben einigen unbedeutenden, sang- und klanglos gebliebenen Leos gab es auch einige herausragende Köpfe. Zu den markanten Leos zählt Papst Leo III. Zum Kirchenoberhaupt ernannt am 26. Dezember 795 krönte dieser nur 5 Jahre später Karl den Großen zum Kaiser. Nicht weniger als die Gründung des westlichen mittelalterlichen Kaisertums (Heiliges Römisches Reich). Ein staatliches Gebilde mit dem Papst als das Oberhaupt über den Häuptern.

Mit Leo IX (1049 bis 1054) wurde das Morgenländische Schisma eingeleitet. Die Teilung zwischen Westkirche (Rom) und Ostkirche (Byzanz).

Leo X ist ein weiterer auffälliger Namensvetter. Sein Pontifikat dauerte von 1513 bis 1521. Er ist der Papst während der von Martin Luther im Jahr 1517 ausgelösten Reformation. Ein Kirchenoberhaupt aus dem Hause Medici war nicht einmal Priester. Er exkommunizierte Martin Luther im Frühjahr 1521 und hinterließ der Kirche einen gigantischen Berg an Schulden. Vor allem an die Banker-Familie Fugger.

Papst Leo XII fiel während seines Pontifikates in den Jahren 1823 bis 1829 insbesondere dadurch auf, dass er die Zugehörigkeit zu Bibelgesellschaften verurteilte.

Ein paar Eckpunkte aus “Rerum Novarum”

Wenn Papst Leo XIV seine geistige Nachfolgeschaft von Leo XIII und seine Enzyklika “Rerum Novarum” so betont, rentierte sich auch ein Blick in dieses Schreiben. Veröffentlicht am 15. Mai 1891 (Quelle).

Pos. 41:

Daraus folgt die Verpflichtung zur Arbeits- und Arbeitsruhe an Sonntagen und bestimmten Feiertagen. Die Ruhe von der Arbeit ist nicht als bloßes Hingeben zum Müßiggang zu verstehen; noch viel weniger muss es eine Gelegenheit sein, Geld auszugeben und für heimtückische Nachsicht, wie viele es gerne hätten; aber es sollte Ruhe von der Arbeit sein, geheiligt durch die Religion. Ruhe (verbunden mit religiösen Bräuchen) versetzt den Menschen in die Lage, die Geschäfte seines Alltags für eine Weile zu vergessen, seine Gedanken auf himmlische Dinge zu richten und auf die Anbetung, die er so streng der ewigen Gottheit schuldet.

Dies ist vor allem der Grund und Beweggrund der Sonntagsruhe; eine Ruhe, die durch Gottes großes Gesetz des Alten Bundes – „Gedenke daran, dass du den Sabbattag heilig hältst“ – sanktioniert und der Welt durch Seine eigene mysteriöse „Ruhe“ nach der Erschaffung des Menschen gelehrt wurde: „Er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er getan hatte.

Klar betont ist die herausragende Wichtigkeit des Sonntags. Der zentrale Punkt der römisch-katholischen Kirche nicht nur für die Feier ihrer Messe, sondern auch zum “Wohle der Menschheit”. Dabei bediente sich bereits Leo XIII der Irreführung, indem er den biblischen Sabbat mit dem Sonntag in Verbindung brachte. Diese von der römischen Kirche geförderte Sonntagsheiligung ist nicht nur Tradition, sondern Programm von Beginn an und wird auch bis zum “finalen Ende” beibehalten werden (Info).

Pos. 16:

Aber Wir bekräftigen ohne Zögern, dass alles Streben der Menschen vergeblich sein wird, wenn sie die Kirche auslassen. Es ist die Kirche, die auf der Autorität des Evangeliums auf jenen Lehren besteht, durch die der Konflikt beendet oder zumindest weit weniger bitter gemacht werden kann; die Kirche bemüht sich nicht nur, den Verstand zu erleuchten, sondern durch ihre Gebote das Leben und Verhalten aller zu lenken; […] und ist der Ansicht, dass zu diesem Zweck in angemessener Weise und in angemessenem Umfang auf das Eingreifen des Gesetzes und der staatlichen Autorität zurückgegriffen werden sollte.

Die Kirche und ihre Glieder, der sog. mystische Körper Christi, und Maria als die Mutter Christi und damit auch der Kirche. Die Göttlichkeit quasi auf die Kirche Roms übertragen und in diesem Selbstverständnis glaubt sich diese Institution, im “angemessenen Umfang” in die staatliche Autorität eingreifen zu können und auch zu müssen. Derlei Ambitionen sind nachvollziehbar, denn ihre Großmannssucht, über die gesamte Erde herrschen zu wollen, liegt in der Natur der Kirche Roms.

Pos. 52:

Und hier werden wir an die Bruderschaften, Gesellschaften und religiösen Orden erinnert, die durch die Autorität der Kirche und die Frömmigkeit der christlichen Menschen entstanden sind. […] In ihrem religiösen Aspekt erheben sie mit Recht den Anspruch, allein der Kirche verantwortlich zu sein. Die Herrscher des Staates haben dementsprechend keine Rechte an ihnen, noch können sie einen Anteil an ihrer Kontrolle beanspruchen; im Gegenteil, es ist die Pflicht des Staates, sie zu achten und zu pflegen und sie notfalls vor Angriffen zu schützen.

Demnach habe der Staat keine Befugnis, in den Rechtskreis der Kirche, u.a. vertreten in den genannten religiösen Orden, in irgendeiner Art einzugreifen. Unantastbar. Im Gegenzug sei der Staat aber verpflichtet, die kirchlichen Einrichtungen zu fördern und zu schützen. Dies natürlich nicht anhand kirchlicher Mittel, sondern mithilfe der Verwendung öffentlicher Steuergelder.

Gaudium et spes – Vatikan II

Proteste Ukraine Krieg
Rufe nach Frieden auch aus dem Vatikan

Während des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden die Weichen innerhalb der Kirche Roms neu gestellt. Das Ziel blieb jedoch unverändert, ebenso wie die einst in der “Irrtumsunfähigkeit” festgelegten Doktrin. Es ging lediglich darum, die Pfade den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen und auch dadurch die Ökumene mit vergrößerter Effektivität voranzutreiben.

Das von Papst Leo XIV ebenfalls betonte Schreiben “Gaudium et spes” ist eine Pastoralkonstitution, erarbeitet vom Zweiten Vatikanischen Konzil und veröffentlicht am 07. Dezember 1965, von Papst Paul VI (Quelle). Basierend auf dem hellenistischen Naturrecht.

Pos. 40:

Hervorgegangen aus der Liebe des ewigen Vaters, in der Zeit gestiftet von Christus dem Erlöser, geeint im Heiligen Geist, hat die Kirche das endzeitliche Heil zum Ziel, das erst in der künftigen Weltzeit voll verwirklicht werden kann. Sie ist aber schon hier auf Erden anwesend, gesammelt aus Menschen, Gliedern des irdischen Gemeinwesens, die dazu berufen sind, schon in dieser geschichtlichen Zeit der Menschheit die Familie der Kinder Gottes zu bilden, die bis zur Ankunft des Herrn stetig wachsen soll.

Hier wird (erneut) verdeutlicht, für wen bzw. was sich die Kirche Roms eigentlich selbst hält. Sie sei bereits das irdische Reich des Christus (welcher Christus? Info), um den Menschen im Diesseits das Heil zu bringen.

Der von dieser Kirche erwartete “Herr” ist aber offenkundig nicht der im Evangelium beschriebene Jesus Christus, wie dies u.a. Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI, in seinem offenen Schreiben im Jahr 2001 in Bezug zu den jüdischen Gemeinden bestätigte. Es handelt sich um einen “Messias, der die Züge des Jesus” haben werde (Quelle).

Die jüdische Messiaserwartung ist nicht gegenstandslos. Sie kann für uns Christen ein starker Ansporn sein, die eschatologische Dimension unseres Glaubens lebendig zu erhalten. Wir wie sie leben von der Erwartung. Der Unterschied ist nur, dass Derjenige, der kommen wird, die Züge Jesu tragen wird, der schon gekommen ist, unter uns gegenwärtig ist und handelt.

Pos. 41:

Kraft des ihr anvertrauten Evangeliums verkündet also die Kirche die Rechte des Menschen, und sie anerkennt und schätzt die Dynamik der Gegenwart, die diese Rechte überall fördert.

Im Selbstglauben, die göttliche Vertretung auf Erden zu sein, irrlichtert die römische Kirche in ihrer eigenen Vorstellung, die Rechte der Menschen definieren und auch durchsetzen zu können. Die stets im positiven Sinne gehaltene Formulierung bedeutet jedoch auch, entsprechende Rechte aberkennen zu können. Dies in Verbindung mit ihrer Selbstverpflichtung, die staatlichen Mächte entsprechend dirigieren zu müssen, steht der Verbindung zwischen Kirche und Staat nichts mehr im Wege.

Pos. 69:

Wer aber sich in äußerster Notlage befindet, hat das Recht, vom Reichtum anderer das Benötigte an sich zu bringen.

Aus dem Geiste des hellenistischen Humanismus geprägt, nicht aber aus dem Evangelium. Ein Paradebeispiel dafür, wie die “päpstlich-göttliche Moral” in der Regel den Gesetzen Gottes direkt widerspricht. Armut und Bedürfnisse geben keinem Menschen das Recht, sich das Begehrte vom Habenden zu holen. Konkret prallt diese “päpstliche Weisheit” direkt auf das Zehnte und auch auf das Achte Gebot (Info). “Du sollst nicht begehren!” und “Du sollst nicht stehlen!”

Dieser Wohlklang der “menschlichen Gerechtigkeit” ist eigentlich genau das, was es tatsächlich aussagt. Die “Gerechtigkeit des Menschen”, geprägt in seiner selbst ausgelebten Moral und Bewertung, fähig zu unterscheiden, was gut und was böse ist. Das ist genau dieser babylonische Wein, von dem alle Könige und Völker der Erde inzwischen in vollen Zügen saufen (gemäß Luther-Sprache) und sturzbetrungen geworden sind (Info).

Agenda der Kirche ist unverändert

Meer Sonnenaufgang
Sonne und das Meer – Beliebtes Symbol des Tieres

Papst Leo XIV wird nicht wirklich einen neuen Wind einbringen, schon gar nicht einen Richtungswechsel bewirken. Man darf nur nicht den Fehler begehen, die Agenda der römischen Kirche auf kurz- oder mittelfristiger Zeit zu betrachten, sondern muss dies auf über einen langfristigen Zeitraum erblicken. Eine sehr gute Beschreibung bietet hier eben das Buch der Bücher und seine enthaltenen Prophetien.

Auch der neue Pontifex wird darin bestrebt sein, die Menschheit zu einer einmütigen Familie zu vereinen. Zusammen den (scheinbaren) Frieden zu erreichen, die Schöpfung bewahrend und letztendlich auch eine völlig falsche Gottheit zu verehren. Die vereinigte Menschheitsfamilie, friedlich versammelt an einem jeden Sonntag (Info).

Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhaßten Vögel. Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden.
Offenbarung 18,2-3

Bibelverse aus Schlachter 2000

Im Fokus von Leo XIV – Sonntag und Menschheitsfamilie
Beitrag teilen

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Scroll to top