Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Hostie – Kartoffelchip-Werbung in Italien empört Katholiken

Hostie – Kartoffelchip-Werbung in Italien empört Katholiken

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In Italien ist die Empörung riesig. Ein Lebensmittelhersteller wagte es, einen Werbespot für Kartoffelchip mit dem Ritual der Eucharistie in Szene zu setzen. Anstatt einer ebenen Oblate ein krummer Knusper-Snack. Man könnte meinen, es wird inzwischen wieder Holz gestapelt und Reisig gesammelt.

Oblate nicht gleich Kartoffelchip?

Was haben Hostien mit Kartoffelchips zu tun? Nichts, so die lautstarke Meinung zahlreicher protestierender Katholiken (klingt irgendwie ironisch) in Italien. Ein Hersteller von Snacks und Chips hat in Italien einen Werbespot verbreiten lassen, in dem eine dargestellte Nonne an der Kommunion teilnimmt und anstatt dieses als Hostie deklarierten Brotscheibchens einen Kartoffelchip erhält. Das Echo potenzierte sich inzwischen zu einem handfesten Nebelhorn.

Katholisch inspirierte Moral-Instanz

Mit selbstverständlicher Lautstärke meldete sich zu diesem „Skandal“ der italienische Verband der Radiohörer, AIAR, zu Wort. Der im Jahr 1953 gegründete Verein erklärt selbst, von den katholischen Prinzipien inspiriert zu sein. Ziel sei die Führung der Radiohörer und Fernsehzuschauer sowie deren Familien zu einem verantwortungsvollen und kritischen Denken. AIAR sieht sich als eine Überwachungsinstanz zur Aufklärung und zum Schutz für die christliche Botschaft auf eine kompetente und leidenschaftliche Weise.

Der AIAR-Präsident empört sich

Miniprotest

Organisierter Protest gegen Kartoffelchips

Diese Leidenschaft der katholisch inspirierten Vereinigung zum Schutze der Familien lässt sich durchaus anhand der veröffentlichten Protestnote ablesen (Quelle). Der Verein fordert die sofortige Einstellung des neuen Werbespots von „Amica Chips“. Diese Werbung verletze „die religiöse Sensibilität von Millionen praktizierenden Katholiken“. Zugleich werde das „geweihte Teilchen“ durch den Vergleich mit dem Kartoffelchip auf „empörende Weise trivialisiert“. Der nationale Präsident von AIAR, Giovanni Baggio, bezeichnet den Werbespot als „schmerzhaft“ und als einen Versuch des Unternehmens, sich durch Blasphemie wiederzubeleben.

Wir, so der AIAR-Präsident, appellieren an die politische Korrektheit. Dieser Werbespot für Amica Chips sei ein Mangel an Respekt und Kreativität sowie ein Zeichen für die Unfähigkeit der Produzenten. Sie seien auf Symbole angewiesen, die mit Konsum und knusprigem Essen nichts zu tun haben. „Der Verstoß gegen das religiöse Gefühl jeglicher Konfession ist ein Indikator für mangelnden Respekt gegenüber den Nutzer, ihrer kulturellen und moralischen Identität, ihrer Würde als Person.“ Es sei nur erniedrigend. Der Werbespot, so auch die Einwendungen vieler AIAR-Mitglieder, sei blasphemisch.

Es ist doch nur Kunst

Der Verantwortliche dieses Werbespots, Lorenzo Marini, zitierte nach vorangegangener Anfrage den populären Werbeproduzenten Bill Bernbach, „Werbung ist Verführung und Verführung ist eine Kunstform“ (Quelle). Zum Thema Verführung hat Marini, ob bewusst, oder unbewusst, bei der römisch-katholischen Kirche ins Schwarze getroffen.

Praktizierte Kultur der Empörung

Kartoffelchips

Kartoffelchips – Snack des Anstoßes

Mit den Argumenten „Kunst und Satire“ kommt man auch auf anderen Gebieten nur dann durch, wenn es den „Richtigen“ trifft. Was dem einen erlaubt ist, gilt noch lange nicht für den anderen. Mit diesem Fall hat es eindeutig den „Falschen“ getroffen. Die künstlerische Ader, wie es das Vorzeige-Genie Italiens, Leonardo da Vinci, besaß, galt schließlich fast ausschließlich der Huldigung des römisch-katholischen Heidentums.

Viel gewichtiger erscheint hier aber die praktizierte Empörungskultur. Die „Verletzung der Gefühle Anderer“, sei es nur aufgrund der Kritik ihres religiösen Glaubens, ist ein No-Go, ein Unding, ein Tabubruch. Hier spielt die römisch-katholische Kirche zwar eine leitende Vorreiterrolle, steht aber längst nicht mehr alleine auf weiter Strecke herum. Eine solche Verletzung der „Würde der Person“ erkennen z.B. auch die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Überwiegend belegt von sog. evangelikalen Glaubensgemeinschaften. „Toleranz und Verständigung“, so die als unverletzlich erklärte Devise. Praktiziert eine Religionsgemeinschaft, die sich selbst als christlich ausgibt, Götzendienst und man weist anhand von biblischen Vorgaben auf den fatalen Irrtum hin, hat man bereits diesen Tabubruch vollzogen. Empörung macht sich breit.

Reaktion als Messlatte

Dieser Vorfall mit dem Werbespot und den Kartoffelchips anstatt den als Hostien bezeichneten Oblaten eignet sich hervorragend für das Ermessen des gegenwärtigen Zustandes in der Gesellschaft. Das gilt für die katholischen Gläubigen ebenso wie für die Glieder einer evangelischen Gemeinde. Hier fragte man sich willkürlich, an welchen Gott diese Schäfchen eigentlich glauben und in welcher Position sich diese „Blasphemie“ rufenden Protestler sehen. Ist deren Gott tatsächlich nicht in der Lage, eine Lästerung gegen ihn selbst zu beantworten? Braucht er in einer völlig hilflosen Lage seine blökenden Schäfchen, um zu seinem Recht zu kommen? Zu Tode verurteilte Sünder blöken über die vermeintliche Lästerung anderer, ebenso zum Tode verurteilte Sünder.

Vollkommene Fehleinschätzung

Monstranz-Anbetung

Das zelebrierte Sonnensymbol schlechthin – Monstranz mit Oblate

Lauthals protestierende Katholiken, oder besser katholische Protestanten? Irgendwie eine Ironie der Geschichte. Über den Frevel der sogenannten Eucharistie gibt es eigentlich nicht viel zu sagen (Info). Ob eine plane Teigscheibe oder ein krummer Kartoffelchip, es betrifft lediglich eine Fiktion heidnischen Ursprungs und das Ego der an Nichtigkeiten glaubenden Anhänger. Dort, wo die Empörungsschreie immer lauter werden, rücken die brennenden Scheiterhaufen immer näher.

Wer an den Gott der Bibel glaubt und den Blick ins Evangelium wirft, anstatt in den römisch-katholischen Katechismus, weiß auch um Seine von Ihm offengelegten tatsächlichen Eigenschaften, Absichten, Pläne und vor allem Fähigkeiten. Also, eigene Füße stillhalten, nicht so laut toben und schon gar nicht als selbst Angeklagter den großen Richter spielen!

Mein ist die Rache und die Vergeltung, zu der Zeit, da ihr Fuß wanken wird; denn die Zeit ihres Verderbens ist nahe, und ihr Verhängnis eilt herbei.
5. Mose 32,35

Bibelverse aus Schlachter 2000

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