Eine vorerst neutral vorgehaltene Ansammlung von ausgewählten Irrtümern entpuppt sich dann doch als ein kantiger Ellenbogen-Schlag gegen die protestantische Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA). Eine junge Autorin übt sich als eine Universal-Gelehrte mit vollem Durchblick des Evangeliums. Dabei bemerkt sie wohl gar nicht, wie falsch sie eigentlich liegt.
Inhalt / Content
- 1 Dem Papste zu Ehren gereicht
- 2 Reformatoren waren lediglich Rebellen
- 3 Geschriebenes Gesetz erkannt, aber dann?
- 4 Anaja Nolan fängt das Reimen an
- 5 Da kommt noch mehr von der Autorin
- 6 Immer noch nicht genug!
- 7 Ihr Schluss-Plädoye? Nope!
- 8 Ein kantiger Ellenbogen-Kick muss noch kommen!
- 9 Mehr als nur ein Hauch von Jesuiten-Prinzipien
- 10 Ein echter Tausendsassa
Dem Papste zu Ehren gereicht
So mancher “Experte” stapft, bewusst oder unbewusst, in die Fußabdrücke des vorherigen Papstes Franziskus. Der einstige Pontifex Maximus behauptete allen Ernstes, dass die verschiedenen Religionen lediglich “verschiedene Sprachen für den ein- und denselben Gott” seien. Deshalb gebe es viele Wege zu Gott. Ein römisch-katholischer Kleriker, wie dieser im Buche beschrieben steht. Ein Jesuit auch noch!
Ein solcher “Spezialist” gleichen Kalibers meldete sich jüngst zu Wort. Genauer gesagt, eine “Spezialistin”. Für die Veröffentlichung ihres “Statements” nutzte die Autorin, Anaya Nolan, die Plattform “Law Shun” (“Gesetz meiden”) 1. Eigentlich sehr passend zum Thema Gottes Gesetz. Einfach mal “meiden”. Sie hinterfragt bereits in der Titelzeile, ob wir in der heutigen Zeit an das Sabbatgesetz gebunden seien.
Also im Prinzip eine längst ausgelutschte Frage, die schon vom Ansatz her zum gewaltigen Irrtum führt! Leider waren die ersten Protestanten im 16ten Jahrhundert äußerst inkonsequent. Denn sie argumentierten damals sehr ähnlich und übernahmen auch bis heute praktizierte Traditionen der römisch-katholischen Kirche. Schon traurig genug.
Reformatoren waren lediglich Rebellen

Das ging so weit, dass die Protestanten auch das gleiche Vokabular ihrer Mutter-Organisation nutzten. Dazu zählen “Tag des Herrn, der Sonntag”, der “jüdische Sabbat” am Samstag und auch die damals neu eingeführte Bezeichnung “Christlicher Sabbat”. In 1530 meißelten die “halbherzigen Rebellen” diesen “Christlichen Sabbat” in Stein. Das Glaubensbekenntnis Augsburg enthält die Behauptung, der 7te-Tag-Sabbat (Samstag) sei ein Zeremonialgebot und bei der Kreuzigung Jesu annulliert worden. Daher werde der Sonntag (1ter Tag) beachtet.
Es kommt selten genug vor, dass man den Klerikern der römisch-katholischen Kirche Recht geben kann. Hier ist das der Fall. Auf dem Konzil zu Trient, das historsch wohl wichtigste Konzil als Konter gegen die Reformation, meldete sich der Kardinal von Regio zu Wort und wetterte gegen die (oh Wunder!) geladenen und anwesenden Protestanten, dass sie nach wie vor an einer ganzen Reihe von Traditionen der römischen Kirche festhalten (z.B. Sonntagsbeachtung, Weihnachten, Ostern, etc.), obwohl sie “Sola Scriptura” plärren. Daher sind die Reformatoren keine Abspalter, sondern (nur) Rebellen innerhalb der römischen Kirche!
Da hat der Kardinal voll ins Schwarze getroffen! Absolut zu Recht!
Geschriebenes Gesetz erkannt, aber dann?

Die Autorin kennt die verschiedenen Auslegungen des Sabbat-Gebotes gemäß Exodus 20,8-11. “Die Interpretationen gehen jedoch weit auseinander”, stellte sie korrekt fest. Das ist tatsächlich der Fall und man fragt sich, warum eigentlich. Die zahllosen weiteren Stellen in der Bibel weisen klar und deutlich darauf hin, dass der Sabbat keineswegs lediglich ein moasisches Gesetz (Zeremonialgebot) gewesen sei. Einfaches Beispiel:
“Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen.” (Markus 2,27)
Jesus Christus sagte “Mensch” und nicht “Juden” oder “Israel”, sondern Mensch, also Alle! (Info). Da wo in der Bibel “Jude” steht, findet man im Urtext “Jehuda”. Das bedeutet nichts anderes als “Bewohner Judas”, also ein Judäer. Das Wort “Jude” ist lediglich davon eine Ableitung. Genug Potenzial, um Missverständnisse zu pflegen, oder die Menschen in die Irre zu führen.
So kommen Thesen auf, dass Gott Sein Gesetz (Zeremonialgesetze und 10 Gebote) nur den “Juden” gab. Das bedeutete, es wäre nur der Stamm Juda daran gebunden und nicht ganz Israel, denn diese haben mit Juda nichts zu tun, sondern sind eines der 11 anderen Stämme! Juda für sich gab es erst nach der Einteilung des einstigen Kanaans unter den 12 Stämmen.
Ausnahme war lediglich der Stamm Levi. Sie erhielten kein eigenes Gebiet. Warum? Weil diese die exklusive Aufgabe hatten, die Priester des Tempels zu stellen. Sie mussten dort sein, wo dieser Dienst gebraucht wird. Also in jedem Stamm anwesend und nicht für sich im eigenen Gebiet.
Anaja Nolan fängt das Reimen an

Die Autorin Anaya Nolan gibt zumindest vor, der “Wahrheit auf den Grund zu gehen”. Sie nagelt gleich mal fest, dass der Sabbat ein Teil des “Alten Bundes” gewesen sei und dieser sei schließlich mit dem von Jesus Christus geschlossenen Neuen Bund aufgehoben worden. Der “alte” Sabbat sei lediglich für Israel gewesen. Sie greift sogar die Feststellung von Jesus Christus auf. Nochmals, weil es so wichtig ist, Markus 2,27:
“Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen.“
Doch liest die Autorin “Mensch” als Mensch? Nein, mitnichten. Sie bastelt daraus: “Damit betont er seine Rolle als Geschenk der Ruhe und nicht als starre Pflicht.” Da fragt man sich, ob noch alles zwischen den Ohren richtig abgedichtet ist. Wie kommt man denn auf sowas?!
Sie ignoriert einfach die Zuordnung “Mensch” und hebt künstlich einen Umstand hervor, der zwar durchaus in der Aussage Jesu gefunden werden kann, aber überhaupt nicht den Kern ausmacht. Aber genau dies ist die Methode des Widersachers. Erst Satzungen und Gesetze Gottes (Jesu) anzweifeln, dann hinterfragen, dann eine eigene Variante darüber stülpen. Ebenso wie Satan es hinter der Schlange gegenüber Eva tat. Täuschung, Täuschung, Täuschung (Info).
Da kommt noch mehr von der Autorin

Anaya Nolan gräbt noch weiter in ihrem Repertoire der Fiktionen und kreiert daraus mit einem weiteren irrtümlichen Narrativ das Rücken der “geistlichen Ruhe in Christus” in den Mittelpunkt. Das weitere Narrativ bezieht sich auf Kolosser 2,16-17:
“So laßt euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat.“
Wieder so ein Ding, welches durchaus in der Lage ist “geistliche Schmerzen” zu verursachen. Sie, und die vielen Anderen, nicht selbst prüfenden Leichtgläubigen, bräuchten lediglich über den einzelnen Vers hinaus den Anfang des Kapitels auch zu lesen, um zu begreifen, dass die “Sabbate” tatsächlich die Feiertage des Zeremoniegesetztes gemeint waren, ebenso wie die Feiertage der Neuzugänge in die noch junge Christen-Gemeinde.
Sie waren fast ausnahmslos irgendeinem heidnischen Aberglauben entsprungen und hatten ihre eigenen Gewohnheiten, ihre Feiertage (“Sabbate”) zu halten. Paulus brachte lediglich zum Ausdruck, dass man ihnen dies nicht pauschal verbieten solle (solange sich nicht gegen Gottes Gebot verstoßen). Aber es gibt eben auch die Kandidaten (innen), die das gar nicht begreifen WOLLEN!
Immer noch nicht genug!
Weiterhin sondert die Autorin ab, dass der Neue Bund die “innere Wirklichkeit statt äußeres Ritual” definiere. Was soll denn das schon wieder darstellen? Etwas übermäßig “Spirituelles”? Ein Touch von Hindu-Yoga-New Age-Philosophie schimmert da durch. Weil das nicht reicht, setzt die Autorin noch einen oben drauf, indem sie Paulus gemäß Römer 6,14 missbraucht:
“Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.“
So langsam kommt der Verdacht auf, Anaya Nolan hat die zahlreichen Interpretationen zum Sabbat Gottes gesammelt, ausgewertet und “das Beste” für ihre Zwecke ausgewählt. “Nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade” derart zu verdrehen, stellt eine Umkehrung, das Aufsatteln des Pferds vom Hinterteil dar.
Denn diese Aussage Pauli bekräftigt das existierende Gesetz, denn was es nicht mehr gäbe, darunter könnte man sich auch nie befinden, und es verkennt die Tatsache, dass es die Gnade Jesu ist, die es ermöglicht, keine Sünden mehr zu begehen, also nach dem Geist zu leben und nicht mehr nach dem Verlangen des eigenen, verdorbenen Fleisches. Galater 5,16-22, ebenfalls von Paulus, erklärt dazu noch viel mehr, mit anschaulichen Beispielen!
Ihr Schluss-Plädoye? Nope!
Es kommt, wie es kommen musste. Die Autorin schlussfolgert, dass “moderne Christen” gesetzlich nicht verpflichtet seien, den Sabbat zu halten. Auch wieder ein durch und durch Wischi-Waschi Satz. Denn was sind “moderne Christen”? Ab wann fangen “moderne Christen” an, und waren die “prämodernen Christen” also noch verpflichtet? Wenn ja, ist es umso wichtiger, wann die Epoche der “modernen Christen” begann.
Denn immerhin gab es die ersten Christen schon im 1ten Jahrhundert nach Christus und bis heute sind rund 2000 Jahre vergangen. Also wann war der Epochen-Wechsel? Man sieht, dass solche intellektuell wirkenden Ausführungen tatsächlich nur (dumme) Phrasen sind!
Ein kantiger Ellenbogen-Kick muss noch kommen!

Anaya Nolan erwähnt sogar die Siebenten-Tags-Adventisten (STA). Allerdings in einer eher neutralen Form. Sie hebt hervor, dass die STA nach wie vor am 7ten-Tag-Sabbat festhalten, während andere Konfessionen den Sonntag in Bezug zum Tag der Auferstehung Jesu beachteten. Also mit Ausnahme der Siebenten-Tags-Baptisten, die “restlichen alle anderen” Christen-Denominationen. Natürlich inklusive der schon im 4ten Jahrhundert sichtbar monströs abgefallenen Mutter-Kirche mit Hauptsitz in Rom. So könnte es Paulus in Athen erlebt haben. Während Paulus ein Universalgelehrter war, ein extrem gebildeter Mensch, hochintelligent, doch alles andere als ein begnadeter Redner, so wie der etwas impulsive Petrus einer war, nahm der die Herausforderung an, dem “Intellektüllen-Geschwafel” der sog. gelehrten Hellenisten-Denkern und Dichtern zu kontern, mit dem Wort Gottes. Respekt! Der Heilige Geist hat somit volle Arbeit geleistet!
Diese Denke des Hellenismus ist genau jenes, welches auch in unserer Zeit derart selbstverständlich geworden ist, schon von der Grundschule an, bis spät hinein in die Universitäten, dass es überhaupt nicht auffällt. Daraus gilt es sich in erster Linie zu befreien, denn es kollidiert völlig automatisch mit dem Evangelium, und somit mit den grundlegenden “Denk-Prinzipien” Gottes und ganz besonders mit Seinem Willen!
Doch so ganz ohne Ellenbogen-Kick will die Autorin die “notorischen Sabbathalter” STA nicht davonkommen lassen. Ziemlich subtil, aber vom geworfenen Schlamm bleibt immer etwas hängen. Sie stellt hierzu einfach die These auf, dass der Unterschied zwischen “Legalismus” und “Freiheit im Neuen Bund” liege. Ergo, wer den Sabbat hält, übt sich in Legalismus, die anderen genießen die von “Jesus Christus gegebenen Freiheiten”! Doch immer noch nicht genug! Da kommt noch was. Anaya Nolan schiebt nach, dass die heutige Anwendung des Sabbatgebots der Auflegung von Lasten entspreche, während Sonntags-Halter die Ruhe schenkten und die Verbindung zu Gott vertieften.
Also “hintenrum, verdeckt und einen Eimer voll Schlamm.
“STA, die Legalisten und Niederdrücker mithilfe auferlegter Lasten durch den Missbrauch längst abgeschaffter Gesetze!“
Mehr als nur ein Hauch von Jesuiten-Prinzipien
Dieser Text hätte auch durchaus aus der Schmiede der (kriminellen, menschenfeindlichen) Loyola-Bruderschaft stammen können (Info). In der Autoren-Beschreibung der Online-Plattform wird die noch junge Anaya Nolan beschrieben als eine anerkannte Expertin für “alternative Streitbeilegung, insbesondere Mediation. […] Nolans Erfolge bei der Beilegung von Streitigkeiten haben ihr den Ruf einer Meistermediatorin eingebracht, die dafür bekannt ist, selbst die strittigsten Situationen in Chancen für positive Veränderungen zu verwandeln.“
Ein echter Tausendsassa

Anaya Nolan ist eine dauerhafte Autorin auf der Plattform “Law Shun” seit 12. September 2024. Weitere Artikel von ihr sind u.B. “Warum das Entfernen von Matrazenentiketten illegal ist”, “Fütterung von Wildpferden”, “Warum Personalabteilungen oft über unzureichende Rechtskenntnisse verfügen”, “Entfernung und Stromstärke im Faradayschen Induktionsgesetz”, “Selbstzweifel überwinden”, “Eine Untersuchung der Sexualität von Jude Law”, “Houstons einzigartige Bebauungsgesetze” und “Die Inzestgesetze Colorados verstehen”.
Sie versteht sich offenbar in Juristerei. Weiß aber auch, zu vielfältigen Themen etwas zu sagen. Das suggeriert natürlich Kompetenz in allen Facetten, auch im geistlich zu begreifenden Evangelium.
Hierzu hatte schon Hiob eine Frage:
Soll die Menge der Worte unbeantwortet bleiben und der Schwätzer recht behalten?
Hiob 11,2
Bibelverse aus Schlachter 2000
1 https://lawshun.com/article/are-we-under-the-sabbath-law
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