Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Gehorsam und (Aber-) Glaube in der römischen Kirche

Gehorsam und (Aber-) Glaube in der römischen Kirche

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Das Trimmen der Menschen zu Gehorsam und (Aber-) Glaube an die von der römisch katholischen Kirche verbreiteten Dogmen war und ist eine Voraussetzung für die Umsetzung ihrer Ziele. Früher half die offene Anwendung von Gewalt, Folter und Exekution. Heute setzt die römische Institution bei gleicher Gesetzgebung auf die Verführung.

Es ist Folge zu leisten

Eine ur-katholische Eigenheit ist, die von der Glaubenskongregation „harmonisierten“ Vorgaben der vom Papst festgelegten Glaubenspunkte mit absolutem Gehorsam und möglichst ohne Hinterfragung, geschweige Kritik vollumfänglich zu übernehmen. Das ist sogar Kirchengesetz. Unwidersprochener Gehorsam gegenüber den weisenden Autoritäten, so die Devise. Was während des „finsteren Zeitalters“ über offizielle Strukturen einer Monopol-Macht auch gegenüber Staaten funktionierte, geschieht heute auf indirektem Wege und für die Öffentlichkeit weitgehend unerkannt.

Gehorsam gegenüber Kirche und ihre Dogmen

Kirchenunterwerfung

Unterwerfung und Gehorsam – Darunter geht nichts

Zum Thema Gehorsam in der katholischen Kirche wusste der Theologe und Apostolischer Protonotar Prof. Dr. Georg May etwas zu sagen. Er war Ordinarius für Kanonisches Recht, Staatskirchenrecht und kirchliche Rechtsgeschichte an der Universität Mainz.

Der Gehorsam ist für die soziale Ordnung, für das Gesamtwohl notwendig. Er ist ein wesentliches Erfordernis des Gemeinschaftslebens. Der Gehorsam fördert die Entfaltung der sittlichen Persönlichkeit des einzelnen. Indem der Wille sich unterordnet, bringt er das Opfer seiner Willkür, aber nicht seiner wahren Freiheit. Die wahre Freiheit besteht in der innerlichen, stetigen Selbstbestimmung für das Wahre und Vollkommene, und diese setzt eine sittliche Bindung an die Autorität voraus.

Doch derlei Gehorsamsregeln müssen auch „Hand und Fuß“ haben. Deshalb sind entsprechende Vorgaben auch im Codex Iuris Canonici (CIC), dem Kanonischen Recht zu finden.

Can. 212 — § 1. Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewußtsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen.
Can. 590 — § 2. Die einzelnen Mitglieder sind gehalten, dem Papst als ihrem höchsten Oberen auch kraft der heiligen Gehorsamsbindung Folge zu leisten.
Can. 601 — Der im Geist des Glaubens und der Liebe in die Nachfolge des bis zum Tode gehorsamen Christus übernommene evangelische Rat des Gehorsams verpflichtet zur Unterwerfung des Willens gegenüber den rechtmäßigen Oberen als Stellvertretern Gottes, wenn sie im Rahmen der eigenen Konstitutionen befehlen.
Can. 678 — § 1. Die Ordensleute unterstehen der Gewalt der Bischöfe, denen sie in treu ergebenem Gehorsam und mit Ehrerbietung begegnen müssen, in dem, was die Seelsorge, die öffentliche Abhaltung des Gottesdienstes und andere Apostolatswerke betrifft.

Häretiker sind noch immer zu bestrafen

Gesetze ohne angedrohten Sanktionen sind wirkungslos. Daher drohen für Ungehorsam auch entsprechende Maßnahmen.

Can. 1364 — § 1. Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu, unbeschadet der Vorschrift des can. 194, § 1, n. 2; ein Kleriker kann außerdem mit den Strafen gemäß can. 1336, § 1, nn. 1, 2 und 3 belegt werden.
§ 2. Wenn andauernde Widersetzlichkeit oder die Schwere des Ärgernisses es erfordern, können weitere Strafen hinzugefügt werden, die Entlassung aus dem Klerikerstand nicht ausgenommen.
Can. 1371 — Mit einer gerechten Strafe soll belegt werden:
1° wer außer dem in can. 1364, § 1 genannten Fall eine vom Papst oder von einem Ökumenischen Konzil verworfene Lehre vertritt oder eine Lehre, worüber can. 750, §
2 oder can. 752 handelt, hartnäckig ablehnt und, nach Verwarnung durch den Apostolischen Stuhl oder den Ordinarius, nicht widerruft;
2° wer sonst dem Apostolischen Stuhl, dem Ordinarius oder dem Oberen, der rechtmäßig gebietet oder verbietet, nicht gehorcht und nach Verwarnung im Ungehorsam verharrt.

Der Häretiker in der katholischen Kirche

Jetzt gilt es nur noch festzustellen, was für die römisch katholische Kirche ein Häretiker bzw. Ketzer ist. Dazu hat die Erzdiözese Wien eine Antwort parat:

Ein Häretiker ist jemand, der eine Irrlehre vertritt.

Dabei stellt die Erzdiözese auch noch fest, dass der Tatbestand der Häresie auch dann erfüllt ist, wenn die offizielle Lehre der römisch katholischen Kirche abgelehnt wird. Was ist die offizielle Lehre? Der römisch katholische Katechismus (KKK).
Nun stellte die Kirche Roms ihr Katechismus nicht unmittelbar verlautend über die Bibel, das wäre dann doch zu auffällig, aber die Auslegung (Exegese) der Bibel müsse im Lichte des Katechismus erfolgen. So heißt es in „Die Interpretation der Bibel in der Kirche“ vom 15. April 1993:

Eines der Ziele der Katechese ist eben gerade die Einführung in ein richtiges Verständnis der Bibel und in ihre fruchtbare Lesung, so daß die in ihr enthaltene göttliche Wahrheit gefunden und eine großherzige Antwort auf die Botschaft, die Gott durch sein Wort an die Menschheit richtet, gegeben werden kann.

Dieses Schreiben entstand in „Zusammenarbeit“ zwischen Papst Johannes Paul II. und dem damaligen Präfekt der Glaubenskongregation („Chef-Inquisitor“) Josef Kardinal Ratzinger.

Der Bibel muss zu ihrer Auslegung der Katechismus quasi als Filter übergelegt werden.Zusammenfassung:

Wer die offizielle Lehre der Kirche (Katechismus) ablehnt oder von dieser abweicht, ist ein Häretiker, bzw. Ketzer. Dieser Häretiker darf gemäß zur Geltung gebrachtem Kirchenrecht einer „gerechten Strafe“ entgegen blicken. Das führt bis zur Exkommunikation.

Der Rauswurf aus der katholischen Kirche ist die derzeit maximale Konsequenz und ehrlich gesagt kein Nachteil. Über viele Jahrhunderte hinweg bedeutete dieser Schritt jedoch in aller Regelmäßigkeit Haft, Folter und Tod des „Delinquenten“, sofern dieser nicht nach einer gewissen Frist „reuig“ umkehrte und sich erneut widerspruchslos der Kirche unterwarf.

Wie konnte die römische Kirche die Macht erlangen?

Man frägt sich, wie die Kirche einst zu einer derartigen Macht kam, dass sogar Könige und Kaiser kuschten wie ein dressierter Pudel. Sogar Barfuß (so die Legende) über die Alpen bis nach Canossa wanderten, um dort flehend die Gunst des Pontifex wiederzuerlangen.

Wahrheit wurde verboten

Das hauptsächliche Prinzip beruht auf den (Aber-) Glauben der Menschen. In ihrer Vorarbeit sorgte die Kirche Roms dafür, die Wahrheit des Evangeliums mit allen Mitteln zu unterdrücken. Bibelverbote, Predigten im vom Volk unverstandenen Latein und nicht zuletzt zahlreiche Genozide an bibeltreuen Völkern, waren die Voraussetzung für die Verbreitung der eigenen (Irr-) Lehren des Katechismus. Ein Sammelsurium aus eigener Bibelinterpretationen, Weltanschauungen und Philosophien der heute so bezeichneten Kirchenväter.

Folterwerkzeuge

Katholische Tradition für Behandlung von Häretikern

Die damaligen Menschen kannten die Wahrheit der Bibel nicht, sondern nur die abwegigen Verlautbarungen der römisch katholischen Kirche. Dazu gehörten auch die Märchen über Hölle und Fegefeuer. Angst war schon immer ein Trumpf. Ein exkommunizierter König samt seines Volkes (z.B. Henry II., England) sorgte für großes „Unbehagen“ im Volk. Sie waren schließlich per Lehre der Kirche für immer verloren und in die Hölle verdammt. Ohne Kirche könne es kein Seelenheil geben. So formte das Papsttum die Herrscher der Länder mit Leichtigkeit zur gefügigen „Geschmeidigkeit“. Hinzu kamen verlockende Zuweisungen von Ländereien (Lehensprinzip) und weitere lukrative Zuneigungen und Privilegien.

Das politische Ende war ein Szenenwechsel

Napoleon Bonaparte hatte dieser Tyrannei Roms im Jahr 1798 ein Ende bereitet. Die politische Macht des Papstes war gebrochen. In Verbindung mit der zur gleichen Zeit schon etablierten „Aufklärung“ schwand auch die Furcht vor Hölle und Fegefeuer. Dass die führende Kraft der Französischen Revolution die Jakobiner-Mütze als Symbol wählten, spricht für einen weiteren Weg, der nach Rom weist.

Scheinbare Befreiung – Neue Ära

Was auf den ersten Blick wie ein Segen erschien, ist jedoch der Beginn einer neuen Ära. In der Bibel sind diese Zeit und die Ereignisse im Buch der Offenbarung 11 beschrieben. Es erscheint erstmals das „Tier aus dem Abgrund„. Die Vernichtung der bibeltreuen Menschen über die vergangenen Jahrhunderte schlug schließlich fehl. Die damals gestartete neu verfolgte Strategie setzt die Abkehr der Menschen von jeglichem Christentum bzw. deren Glauben an völlig neu in die Welt gesetzte Philosophien. Der Atheismus war zudem geboren und angepasste Lehrpläne für die Schulen werden bis heute neu ausgerollt.

Universelle Ersatzreligion

Gewaltandrohung seitens der Kirche würde heute nicht mehr fruchten. Deshalb kann man sich auch ungeniert als „verändert“ und „geläutert“ nach dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-1965) geben. Doch Kirchengesetz, Katechismus und in den vergangenen Konzilen festgesetzten Regeln blieben unangetastet. Der vermeintlich zahnlose Tiger setzt nun auf die Verführung und damit Irreführung der Menschen. Die neu erklärte pantheistische Religion für Christen, Buddhisten, Muslime, Hindus und auch Atheisten lautet nun „Bewahrung der Schöpfung Gottes“, kurz: „Klima- und Naturschutz“.

Mit Papst Franziskus ist dieser rasant fortschreitende Wandel eingeläutet worden. Die „Konservativen“ in dieser Kirche ächzen, stemmen sich dagegen und werden angesichts der laufenden „Bereinigungen“ den Kürzeren ziehen. Der beabsichtigte Wandel des Pontifex kann auch anhand seines offiziellen Brustkreuzes abgelesen werden. Ein als Jesus dargestellter Hirte mit einem Schaf auf den Schultern, welches durch die gekreuzten Arme festgehalten wird. Einerseits ist an diesem Bild eher der Pharao Echnaton anstatt Jesus zu erkennen, andererseits steht das „X“ für Wandel, Veränderung und Transformation.

Übergabe des Zepters schon in Kürze

Julius Caesar

Der anbetungswürdige Kaiser Roms steht schon parat

Die Macht für eine globale Umsetzung ihrer Pläne, hat die römisch katholische Kirche längst zurückerlangt. Der finale Schritt, mit dem die Regierenden der Erde dem „obersten Friedens- und Moralapostel“ in Rom ihre Macht übergeben, ist nicht mehr fern. Ob dies nun durch die feierliche Übergabe der Regierungsurkunde geschieht, oder über Hoheitsrechte der WHO, ist egal.

Das besonders Dramatische wird sein, dass nicht die Kirche wie auch im finsteren Mittelalter zur Durchsetzung ihrer Gesetzgebung unmittelbar Gewalt anwenden wird, sondern wieder einmal die „öffentliche Hand“ und auch eine „völlig überzeugte“ Mehrheit der Menschen. Die inzwischen zurückgekehrten und ebenso gefallenen protestantischen Kirchen werden mit größtem Eifer der Kirche Roms zur Hand gehen.

Zeit für alle direkt und indirekt, wissentlich und unwissend involvierten Menschen, dort schleunigst raus zu kommen.

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